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Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?

Nun ist es doch dazu gekommen: Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds einen Kreditantrag gestellt. Das bedeutet auch Kosten für den EU-Partner Deutschland. Können die deutschen Steuerzahler die Griechen retten?

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Ben Yona Franklin 09.05.2010, 19:29
8110.

Zitat von gewgaw
Die USA ist in einer Höhe verschuldet, dass selbst Bakterien keine Luft mehr bekämen, Großbrittanien wäre, ginge es nur um Finanzkennziffern und wegen dem politischen Patt DAS ideale Angriffsziel der Spekulaten. Da aber die Mehrzahl der Spekulanten aus dem angelsächsischen Raum kommt, wird ein derartiger Angriff vermieden. Europa braucht eine europäische Ratingagentur und einen 500 Mrd. € Angriffsfond, damit jegliche Spekulation, aus welchem Land diese auch immer gestartet wird, umgehend bestraft wird.
Eine EU "Ratingagentur" waere ein Witz und 500 MRD Euro ist viel zu wenig, Freund.

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aceofspade 09.05.2010, 19:37
8111.

Zitat von gewgaw
Europa braucht eine europäische Ratingagentur und einen 500 Mrd. € Angriffsfond, damit jegliche Spekulation, aus welchem Land diese auch immer gestartet wird, umgehend bestraft wird.
Es ist nicht wichtig, wo diese Agentur sitzt, sondern von wem diese etabliert und bezahlt wird. Wenn diese Agentur von der politischen Kaste in Europa alimentiert wird, oder wenn diese auch nur einen Hauch von Einfluss auf die Besetzung, Organisation, Fianzierung oder das Berichtswesen hat, koennen Sie das gleich wieder vergessen.

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WRIWN 09.05.2010, 19:44
8112. Wer Es Glaubt . . . (Teil Nr1)

... wird seelig. Bei mir geht es leider nicht mehr so, weil ich mich an das Datum nicht mehr einnere. Es muss aber am Anfang der 80-er Jahre gewesen sein, als Europa unter der Presidentschaft Luxem-burgs versuchte die ersten Artikel der Konstitution zusammen zu setzen. Der Traum von R.Schuman, dem Grossvater der heutigen E.U. schien damals nicht weit von der Verwirklichung zu sein.

In jeder Konstitution der Artikel Nr 1 betrifft, wie bekannt, die Region in der diese Konstitution gilt und die Quelle und das Heiligftum aller Gesetze dieser Region darstellt. Ebenso, wie bekannt, hat diese Region ihre geographische Grenzen, die sowohl im Text als auch auf der Karte fixiert und festgelegt werden. Der Traum sollte allso die europaeischen Voelker zu einer „nation“, d.i. eine Foederation zusammenbinden sowohl poltisch als auch wirtschafilich.

Nun war Griechenland eins der Interessenten weil, ebenso wie bekannt, die Tuerkei nie zufrieden sein
wird, wenn sie nicht im aegaeischen Meer, d.h. in das griechische Territorium, freien Zugang hat. Und zwar sowohl im Wasser wie auch in der Luft. Tag taeglichg und jahrelang kaum geht die Sonne hoch und die tuerkischen Piloten kommen an, um mit den griechischen Piloten in Konflikten ueber die Aegaeis und ueber die griechischen Inseln zu kommen. Ein Spiel, was zu jeder Zeit ernst werden kann.
Und nicht weniger ernst ist auch der taegliche Transport von Fluechtlingen aus dem asiatischen Innen–
raum, denn die Tuekei mit Wort und Tat Europa zu Islam versucht umzuwandeln. Den taeglichen
Lufttkontakt mit den Kampfflugzeugen auf der Aegaeis spuert man jenseits der Alpen ueberhaupt
nicht. Anders ist es aber mit den Fluechtlingen, wovon ein Teil Zentraleuropa bevorzieht.

Ein taegliches Spiel im Bereich und unter der NATO Obhut also, dessen Konsquenzen Griechenland ueber Jahrzehnte mit dem Druck und mit den Kosten eines Kriegszustandes finanziert, so dass die uebrigen Laender der E.U. ungestoert ihr taegliches Leben friedlich weiterfuehren.

Fortsetzung folgt

WRIWN

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michael.bär 09.05.2010, 19:46
8113. Die Zeit nutzen

Die Griechen können sich letztendlich nur selbst retten. Was wir tun können ist ihnen etwas Aufschub geben. Mit der Hoffnung das sie diesen Nutzen.
Das die Deutschen den Griechen helfen halte ich für richtig. Was mich ärgert ist das die Politik offensichtlich immer erst tätig wird wenn sie mit dem Rücken zur Wand steht. Das Problem mit dem ausufernden Haushalten hätte man schon vor Jahren angehen müssen. Aber es erfolgt nur ein Zickzackkurs. Noch letztes Jahr wurden riesige Konjunkturpakte auf Pump angeschoben. Welch ein Wahnsinn. Offensichtlich weiss niemand wie es weitergehen soll. Wirtschaftswachstum auf Pump führt letztendlich in den Staatsbankrott.
Leider scheint man mit der EU nur den wirtschaftlichen Vorteil zu verbinden. Und wenn der schwindet droht die EU zu zerbrechen. Hat man die fürchterlichen Katastrophen des letzten Jahrhunderts vergessen. Man sollte bei der EU auch daran denken „nie wieder Krieg in Europa“ und an die gemeinsamen kulturellen Werte des Abendlandes (und gegen das Schwinden etwas unternehmen).

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WRIWN 09.05.2010, 19:48
8114. UND WER ES GAUBT . . . (Teil Nr 2)

Unter diesem Scenario bat damals Griechenland den luxemburgischen President die Grenzen der EU nach Osten mit den Grenzen Griechenlands identisch zu beschreiben und zu fixieren so wohl im Text als auch auf der Karte, so dass nach der Vervollstaendigung des Artikels Nr.1 der Konstitution kein Zweifel fuer die geographische Identitaet Griechenlands im Raum der E,U. uebrig bleibt.

Zwei Tage spaeter anwortete Luxemburg spontan und sicher, dass es mehr wie selbstverstaendlich war, eine einzige Grenze nach Osten fuer die E.U. zu geben, und diese mit der griechischen Grenze absolut zusammenfaellt.

Genau 121 Minuten spaeter hoerte man eine laute Stimme aus der anderen Kueste der Atlantik.

> Haende weg von dieser Seite am Mittelmeer ! War das Weisse Haus oder State Department kann ich mich auch nicht mehr erinnern.

Und von damals bis heute existiert weder eine europaeische Konstitution noch eine europaeische Foederation. Was von dem damaligen Traum bis heute uebrig blieb, ist das europaeische wirt-schatliche Zusammentun, wogegen alles getan wird, dies auch zu vernichten. Und weil es nicht anders moeglich war, wurde Griechenland im Visier genommen, die Groesse von 2,7 % der europaeischen Wirtschaft, das letzte Loch also im Guertel, um ein ganzes Weltsystem nach der Lust der Spekulanten umzubauen, um natuerlich davon den groessten Profit zu erreichen und das «U» aus der E.U. zum Teufel zu jagen.
Es gibt keinen Zweifel dass, wenn Europa nicht in 27 Nationen geteilt waere sondern nach der Konsti-tution aus 27 vereinten Nationen bestund, die Geschichte mit dem Defizit in der griechischen Wirtschaft wuerde nicht mehr wie mit wenigen Worten in den Zeitungen und in den Nachrichten die uebrige Welt beschaeftigen. Genau so wie Kalifornien, dessen Defizit sehr gross war, aber die Regierung in Washington den Schaden uebernahm und . . . Ende gut, alles gut.

In den letzten Tagen hat man eine Unmenge von Beleidigungen gegen Griechen und Griehenland wahrgenommen. Schade, weil der groesste Teil der griechischen Schulden betreffen alle strategischen Waffen die nicht nur Griechenland schuetzen sondern mitsamt auch die E.U. und – nicht zu vergessen – von den griechischen an die deutschen Kassen abbezahlt werden.

So weit fuer heute liebe Leute. Denn wenn Griechenland zum Schluessel fuer eine Weltktastrophe beschulgigt und weltweit vorgefuehrt wird, kann es ebenso dienen und benutzt werden als der Schluessel fuer die endgueltige Vereinigung Europas. Wer wird als erste diesen Schluessel in der Hand nehmen?

WRIWN

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kaerstaa 09.05.2010, 19:51
8115. andere Ratingagentur

Zitat von aceofspade
Es ist nicht wichtig, wo diese Agentur sitzt, sondern von wem diese etabliert und bezahlt wird. Wenn diese Agentur von der politischen Kaste in Europa alimentiert wird, oder wenn diese auch nur einen Hauch von Einfluss auf die Besetzung, Organisation, Fianzierung oder das Berichtswesen hat, koennen Sie das gleich wieder vergessen.
exakt - ein echter Witz, verkaufen ihren eigenen shit als super deklariert

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dale_gribble 09.05.2010, 20:05
8116.

Zitat von michael.bär
Die Griechen können sich letztendlich nur selbst retten. Was wir tun können ist ihnen etwas Aufschub geben. Mit der Hoffnung das sie diesen Nutzen.
Die Griechen koennen sich nur durch eine eigene Waehrung und die radikale Abwertung "retten". Alles andere ist unverantwortliche Verbrennung von Geld.

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Silverhair 09.05.2010, 20:21
8117. Netz

Zitat von Phildemos
Genau. Das nennt man eine (kreditfinanzierte) Blase. Und die ist jetzt geplatzt. In D sind das allerdings nicht so viele Arbeitsplätze, die da wegen Griechenland verschwinden würden. Da gibt es andere Effekte...
Es sind letztlich eine Menge an Arbeitsplätzen. In Gewissenweise hängen gerade durch den Stabilitätspakt alle EU-Staaten wie in einem Netz verbundener Röhren zusammen.

Fr. zb: hat auch einen hohen Aussenhandelsanteil mit Gr. Und mehr "Kredite" dort die platzen können. Sollten sie platzen, dann sinkt deren "Überschuss" und das reichen sie schlichtweg faktisch durch weniger Import an D weiter!

Das was viele nicht sehen, die EU ist schlicht ein Netzwerk, und wer irgendwo da an einem Faden zieht, der zieht an allen anderen mit! Eine Nationale Betrachtung, oder eine D:Gr D:Fr oder wie immer hilft da nicht wirklich!

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Silverhair 09.05.2010, 20:43
8118. Kreisgeschäfte

Zitat von Volker Gretz
... Interessant ist doch eher, wieviele hundert Milliarden wir an unseren Sozialsystemen und Infrastruktur einsparen müssen, wenn heute Abend die gesamtschuldnerische Haftung des Euro final in EU-Gesetze gegossen wird. ...
Na ja , das Geld der "Sozialversichrung und Renten" ist ja schon längst in den Südländern!

Wer aufgepaßt hat wie das Spiel läuft könnte das durchaus wissen!
Die Gelder die Merkel &Co. in diesen Systemen freigeschaufelt hat unter dem Motto privatisierung und "Eigenvorsorge" wurde in Versicherungen und Anleihen angelegt - und genau die sind als "Instituionelle Anlagen nach GR. Gewandert .. Und letztlich hat man damit dann wieder die dt. Autos und Exporte gekauft!

Faktisch hat man seine eigenen Exporte finanziert .. Gr. diente da nur als Aufhänger um dieses Kreissystem zu verschleiern!

Genauso hat wohl Merkel und Sarkosy wohl wieder einen solchen Kreisdeal beschlossen - die "Kreditzusagen" sind an "einhaltung der Lieferverträge" für Rüstungsgüter gebunden.
Sprich .. damit einem nicht zu hause die AN die Regierung kippen weil der Export dort einbricht (13% immerhin mit Gr) bastelt man mit dem angeblichen Pleitestaat schon wieder neue Zwangshandelsverträge!

Erinnert das einen an Maddoff - Ähnlichkeiten sind nicht ganz von der Hand zu weisen!

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Phildemos 09.05.2010, 21:13
8119. Sand im Getriebe

Zitat von nocheinbuerger
Zweitens ist es das alte Mißverständnis, daß man die Kosten des Faktors Arbeit nur unter ein bestimmtes Niveau zu drücken braucht, um zur Vollbeschäftigung zu kommen.
Heute erwirtschaftet eine große Zahl der Bürger kein eigenes Einkommen und lebt von Transferleistungen, obwohl sie arbeitsfähig sind. Hier ist ganz klar Sand im Getriebe unserer Wirtschaft. Wenn mehr Menschen arbeiteten, würden wir in D insgesamt mehr Güter produzieren und (bei ausgeglichener Leistungsbilanz) auch verbrauchen können bzw. investieren und vorsorgen und Schulden abbezahlen.

Jetzt ist die Frage, wie wir diesen Sand aus dem Getriebe bekommen. Bessere Ausbildung ist unumstritten. Allerdings werden wir nicht jeden zum Ingenieur machen können. Das Problem ist, dass gering qualifizierte bei den heutigen Löhnen international nicht wettbewerbsfähig sind. Einfache Produktionsarbeitsplätze verschwinden immer mehr ins Ausland. Dies ist trotz einzelner Gegenbewegungen eindeutig.

Wenn wir also eine Vollbeschäftigung erreichen wollen (und ich denke, wir wollen es), müssen wir die Löhne für gering qualifizierte senken oder stärker subventionieren. Wichtig ist, dass wir gleichzeitig die Lebenshaltungskosten (z.B. Wohnen, Energie) senken, um ein besseres Auskommen zu ermöglichen. Was hier Energiekonzerne und Pharmafirmen abzocken ist unglaublich. Und unsere Regierung traut sich nicht gegen die Lobbyisten vorzugehen.

Auf diese Weise können wir die Lage der Arbeitslosen verbessern und die gesamte Wertschöpfung erhöhen, auch wenn die mittlere und obere Einkommensgruppe wohl zusätzliche Lasten für Ausbildung und Subventionen tragen muss.

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