Forum: Wirtschaft
Europa-Pläne: Schäuble geht auf Konfrontationskurs zu Macron
DPA

Der scheidende Finanzminister Schäuble hinterlässt einen Gegenvorschlag zu den Plänen von Frankreichs Präsident Macron. Nach SPIEGEL-Informationen will er den Rettungsschirm ESM zu einem mächtigen Währungsfonds ausbauen.

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lothar.thuermer 07.10.2017, 10:42
30. Gut so!

Ein starker Abgang von Schäuble. Endlich ein klares Signal an Macron und die EU. Deutschland steht als Hauptnettozahler einer permanenten Transferunion nicht zur Verfügung. Die Mitgliedstaaten sind für eine starke Wirtschaft und solide Finanzen in ihren Ländern selbst verantwortlich.

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Schlaukeks 07.10.2017, 10:48
31. die Mitte des Kompromissesses

Zitat von tadano
Auf Macrons europäischen, großen Wurf antwortet Schäuble mit einem kleinkarierten, schwäbischen Bürokratiemonster.
Kompromisse sind nun mal so und am Ende bekommt jeder nicht das was er wollte und alle sind ein wenig zufrieden und unzufrieden.
Die EU steht steinhart in der Brandung und jeder Versuch von Außen oder Innen die EU Kaput zu machen ist jämmerlich gescheitert. Das kann nur klappen wenn ständig über den besten Weg diskutiert wird. Griechenland gerettet, bald 100 Jahre Frieden, syrische Flüchtlinge gerettet trotz Ostblockade. Das ist wie in einer guten Ehe, es wird gejammert und das Gefängnis ohne Gitter ist ja soooo schlecht. Aber am Ende hält Sie bis zum Tode, der aber auch schon mal unerwartet früh eintreten kann. :o

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Hans_Kammerer 07.10.2017, 10:50
32. Ich bin da völlig bei Herrn Schäuble

Man muss sich bei Macrons Spiel die Grundsystematik klarmachen: Mehr Europa und mehr Vergemeinschaftung heißt in fiskalischen Dingen immer (!), dass die Geberländer tendenziell mehr tragen müssen und die Nehmerländer tendenziell mehr umverteilt bekommen. Dies ist nunmal einfach so.
Man mag die Agenda 2010 gut oder schlecht gefunden haben. Faktisch führte sie jedoch dazu, dass die deutsche Volkswirtschaft und der Arbeitsmarkt strukturelle Kostenanpassungen selbst durchgeführt, also u.a. durch Rentenverzicht, Lohnrückgänge bzw. ausbleibende Lohnsteigerungen, Verschlechterungen beim Kündigungsschutz und mehr Leiharbeit selbst die Härten der Anpassungen geschultert hat. Macron führt leider im Ergebnis im Sinne, den Franzosen nur einen Teil der Anstrengungen aufzubürden. Den Rest der Rechnung sollen bitte die anderen bezahlen. Zwar nennt er dies "seine Vision für Europa", dahinter stecken jedoch ganz andere Dinge. Wenn die Union und die FDP in diesen Fragen auf die Linie der SPD oder Grünen rücken sollten, so werden die Wähler auch in diesen Fragen auf andere Parteien ausweichen. Zumindest teilweise. Hat man denn in Deutschland nicht begriffen, dass eine von den Menschen nicht gewollte "alternativlose" Politik zu Stimmenabwanderung an diejenigen führt, die eine Alternative versprechen ? Unabhängig davon, dass Macrons Pläne meiner Meinung nach teilweise deutlich schlecht für die Geberländer sind.
Ich möchte nicht mehr Europa. Ich hätte in manchen Dingen gerne wieder etwas weniger Europa. Obwohl ich an Europa glaube und eine europäische Gemeinschaft wünsche. Ziel sollte jedoch nicht auf Biegen und Brechen ein EU Einheitsstaat sein. Ich möchte eben genauso die Bewahrung unserer nationalen Identität.

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danduin 07.10.2017, 10:57
33. Legt Ziele fest!

Ziel ist doch:
- Staaten sollten geordnet insolvent gehen können, dies ist auch in den USA so, siehe Kalifornien. Dabei sollen jedoch Arbeitslose, Rentner noch weiter ein Mindesteinkommen ggf. von der EU erhalten, und Sozialstandards eingehalten werden.
Also keine harte Insolvenz innerhalb Europa, mit Stütze der anderen Staaten.
- Zinsen sollen für Staaten erschwinglich bleiben.
- Banken sollen für Fehlinvestitionen haften und ggf. auch pleite gehen können, dies jedoch sanft und geordnet geschehen, in bspw. einer Übergangsphase

Gestaltet den Sicherheitsmechanismus nach den Zielen.

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MiniDragon 07.10.2017, 10:58
34. Finanzminister Schäuble ist Geschichte

Der neue Finanzminister kommt wahrscheinlich aus der FDP.
Die interessante Frage ist, ob und wer in der FDP Schäubles Ansichten teilt.

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lsdeep2000@aol.com 07.10.2017, 11:04
35. ach so

'Dabei handele es sich um eine Schuldenvergemeinschaftung, die "falsche Anreize setze, fundamentale rechtliche Fragen aufwerfe und die Stabilität der ganzen Eurozone infrage stelle".'
na dann moechte ich jetzt nicht in sachen anreize, rechtliche fragen und stablitaet der bisherigen praxis nachfragen! meiner ansicht nach ist im moment fast alles an laufenden und vergangenen rettungsmassnahmen eine serie von falschen anreizen, massiven rechts und vertragsbruechen und stellt die stabilitaet des euro in frage, wuerde man ihn nicht durch rechts und vertragsbrueche am leben erhalten.

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Benjowi 07.10.2017, 11:06
36. Wie immer zu kurz gedacht.

Zitat von widarr
Es ist echt zum Verzweifeln - da kommt ein junger Mensch mit Visionen wie man Europa vielleicht doch endlich zu EINEM Staat umbauen könnte, und unsere Altpolitiker, die sich teilweise als Schöpfer Europas feiern lassen, haben nichts besseres zu tun, als es aus purer Gier (nichts anderes ist die Angst, auch nur ein Quäntchen zu viel zu zahlen) zu torpedieren. Nichts aus der Geschichte gelernt, keine Solidarität, die Zukunft verspielend -es ist eine Schande!
Ist wohl etwas dran-wie immer zu kurz gedacht, wenn der Herr Reichsbedenkenträger Vorschläge macht. Seine angebliche "schwarze Null" hat tiefstrote Rillen in der Infrastruktur Deutschlands hinterlassen, die mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Landes in Frage stellt und die teilweise unter dem Standard von Entwicklungsländern liegt. Nicht einmal die Abschreibungen werden noch reinvestiert. Straßen, Brücken, Schulen, Universitäten, Kommunikation-alles nur ein einziger Schrotthaufen. Wenn man aus den Nachbarländern nach Deutschland kommt, meint man mittlerweile, auf dem alkan gelandet zu sein. Und die Einlassungen zu Europa führen möglicherweise zu einer Präsidentin Le Pen, wenn man Herrn Macron im Regen stehen lässt, worauf es ja wieder einmal hinausläuft. Die Kosten, die dann auftreten, mag man sich gar nicht vorstellen.

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Benjowi 07.10.2017, 11:11
37.

Zitat von marialeidenberg
Der Duktus Ihres Beitrages unterstellt 1. + 2. 'jung' und 'Visionen' als positive Elemente. Das ist nicht zwingend. Wie wäre es mit 'politischer Frischling' und 'Träumerei'? 3. Lassen Sie den Umbau Europas zu EINEM Staat (wohl Bundesstaat statt Staatenbund) wie ein allgemein ersehntes Ziel klingen. Das ist nun wirklich nicht so. Wäre z.B. in D das Votum freigegeben und bindend (Referendum) was glauben Sie wohl, wo diese Phantasterei landen würde? Nationalstolze Staaten wie F, E und I, oder auch Polen und Ungarn lassen sich nicht zu einer EU-Melange vermischen. Die Geschichte Europas macht hier den Unterschied verglichen mit den USA z.B. Aber das wissen Sie doch wohl, auch ohne dass ich das weiter erklären müsste?
Wenn man sich den Zustand insbesondere Polens und Ungarns anschaut, und wohin si ieher "Nationalstolz geführt hat, bekommt man höchstens Lust, sie aus der EU zu werfen. Als Beispiel für eine zukunftsweisende Staatsstruktur taugen sie nicht einmal ansatzweise-höchstens für Möchtegerndiktatoren. Da ist mit ein vereintes Europa mit Abstand lieber-trotz aller Mängel und Kompromisse!

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Patrik74 07.10.2017, 11:11
38. Großinquisitor "der Märkte"

Der ESM ist das ultimative Machtinstrument der Plutokratie jenseits jeglicher demokratischer und rechtsstaatlicher Kontrolle.

Wenn also zukünftig ein EU-Staat ein Politik betreibt, die "den Märkten" missliebig ist, dann "entziehen sie ihr Vertrauen", und dann muss dieser Staat leider vom ESM "gerettet" werden, was nichts weiter bedeutet, als dass die öffentliche Infrastruktur zu Dumpingpreisen an die "geretteten" - also die "systemrelevanten", nicht die Staaten oder gar dieses komische "Volk" (von dem keiner genau weiß, wozu es eigentlich gut sein soll) - verschleudert wird.

An Griechenland wurde experimentiert, jetzt muss er soweit aufgepumpt werden, dass man auch Länder wie Italien oder Frankreich ausplündern kann.

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Nonvaio01 07.10.2017, 11:19
39. die mehrheit der EU buerger

Zitat von widarr
Es ist echt zum Verzweifeln - da kommt ein junger Mensch mit Visionen wie man Europa vielleicht doch endlich zu EINEM Staat umbauen könnte, und unsere Altpolitiker, die sich teilweise als Schöpfer Europas feiern lassen, haben nichts besseres zu tun, als es aus purer Gier (nichts anderes ist die Angst, auch nur ein Quäntchen zu viel zu zahlen) zu torpedieren. Nichts aus der Geschichte gelernt, keine Solidarität, die Zukunft verspielend -es ist eine Schande!
will keinen EU Staat, den wird es auch nie geben da alle 27 Laender zustimmen muessten, und das wird niemals paaieren, da es in ei nigen Laendern zum glueck noch die direkt demokratie gibt.

Von daher ist Schaeubles ansatz der einzige realistische. Das geredet von Marcon ist reiner populismus.

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