Forum: Wirtschaft
Europäische Geldpolitik: Immer den Amis nach
REUTERS

Am Donnerstag wird die EZB über ihren weiteren Kurs entscheiden. Nervosität macht sich breit: Kommt ein Ende der lockeren Geldpolitik in Sicht? Ein Blick in die USA könnte etwas Klarheit schaffen.

Seite 2 von 6
Thomas-lacht 16.07.2017, 16:51
10. Operation am lebenden Objekt

Die aktuell praktizierte 0-Zinspolitik ist ein übles Experiment, dessen Auswirkungen zwangsläufig folgen werden, aber halt mit etwas Verzögerung. Und darin liegt die riesengrosse Gefahr. Das einzige Ziel dieser Geldschwemme ist die Finanzierung von Pleitestaaten. "Macht weiter so wie bisher, als ihr eure Finanzen ruiniert habt" lautet der Schlachtruf der EZB, und der Irrglaube besteht darin, diese Schulden könnten durch inflationäre Effekte getilgt werden. Das funktioniert natürlich immer nur im Crash, den zB meine Eltern 2mal erleben durften. Weiter so, Herr Schacht, äh Dragi :-)

Beitrag melden
peter.di 16.07.2017, 17:04
11.

Zitat von freejack75
@peter: äh, doch. Die vereinigten Staaten sind genau das was der Name sagt, und deren Einheitswährung ist der $.
Die "Vereinigten Staaten von Amerika" heißen so, aber der Name ist nun mal Unsinn, fragen Sie mal die Mexikaner, Kanadier, Chilenen, Brasilianer usw.

Die USA sind ein Land mit Bundestaaten und der Dollar ist genauso viel oder wenig eine "Gemeinschaftwährung" dieser Bundestaaten wie die DM eine " Gemeinschaftwährung" der Bundesländer der BRD war.

Ich frage mich manchmal wirklich, ob irgendjemand auf die Idee einer EU gekommen wäre, wenn das Land zwischen Mexiko und Kanada nicht "USA" heißen würde sondern irgendeinen anderen Namen hätte.

Beitrag melden
peter.di 16.07.2017, 17:06
12.

Zitat von hru
Die Währung gibt es übrigens, sie gilt für so unterschiedliche Länder wie New York, Alabama und Kalifornien. Und niemand kommt auf die Idee, dass Alabama eine eigene Währung braucht um abwerten zu können.
New York, Alabama und Kalifornien sind aber nun mal keine Länder. Die Argumente der Euro-Fans werden immer absurder.

Beitrag melden
hm2013_3 16.07.2017, 17:08
13. als Laie

kann ich nicht verstehen, warum die Banken fürs Gesparte null oder sogar Negativzinsen anbieten. Die Banken kaufen doch Geld von Sparern und verkaufen es an die Kreditwillige. Warum versuchen sie es so billig zu kaufen? Hoffentlich macht es mir jemand mit einfachen Worten klar, dass ich es auch kapiere.

Beitrag melden
martyr 16.07.2017, 17:13
14.

Eigentlich wollte ich hier ein richtiges Fass aufmachen, erspare ich Ihnen aber. Den Artikel kritisiere ich damit ausdrücklich nicht, möchte nur sagen, er zeigt wieder wie wir aus einer grundsätzlich praktischen Idee (Geld als allgemeinen Gegenwert für Waren und Dienstleistungen) ein völlig um sich selbst kreisendes Konstrukt gemacht haben.

Beitrag melden
gruenertee 16.07.2017, 17:13
15.

Eines der Probleme ist doch, dass die EZB kein neutrales Institut mehr ist. Der Grundsatz, dass die Notenbank von der Politik (in großen Teilen) unabhängig ist, gibt es in der Eurozone nicht mehr. Draghi schillt bei jedem Halbsatz, in Richtung der Südeuropäer, ob sie seine Währungs"politik" absegnen. Die Folge spüren wir bereits jetzt, die Währung wird instabil und am Ende steht "die Große Inflation". 1929, wir kommen! #vorwärtsindievergangenheit

Beitrag melden
fredotorpedo 16.07.2017, 17:25
16. Geld ist doch e nichts mehr wert -

wenn ich lese, dass die USA in 2018 voraussichtlich 250 Millarden Schulden mehr !!! aufnehmen müssen, als geplant (insgesamt über 1/2 Billion neue Schulden) und in den Folgejahren ebenfalls, wird mir schlecht.
Damit die Währungsrelationen annähernd gleich bleiben, müssen die anderen großen Industrienationen irgendwie mitziehen (= auch mehr Geld in Umlauf bringen). Jeder der derzeit noch "Geld" spart, statt in festen Werten (Immobilien, Aktien, etc.), wird irgendwann in den nächsten 10 bis 20 Jahren das böse Erwachen erleben. Dagegen dürfte die derzeitige 0-Zins-Phase Peanuts sein.

Beitrag melden
zaqsam 16.07.2017, 17:29
17. Übrigens

Puerto Rico & Illinois sind faktisch eigentlich auch praktisch pleite. Soviel zu Vereinigten Staaten, der Rest kommt auch noch und am ende sind wir alle DRAN, haha.

Beitrag melden
spaceagency 16.07.2017, 17:46
18. peter.du - Italien pleite?

Italien kann ohne Sondermassnahmen Zinsen bis 7% verkraften und seine Schulden bedienen. Hat es immer gemacht und wird es auch. Das deutsche Italiengespenst und Schreckszenario ist nie eingetreten und wird auch nicht eintreten. Und falls, können sie Deutschland gleich mitvergessen. Ich möchte mal Schäuble sehen wenn er 7-8% Zinsen auf seinen horrenden Schuldenberg von 2200 Milliarden Staatsschulden zahlen muss

Beitrag melden
hru 16.07.2017, 18:04
19.

Zitat von peter.di
New York, Alabama und Kalifornien sind aber nun mal keine Länder. Die Argumente der Euro-Fans werden immer absurder.
Warum sind das keine Länder? Klar haben die eine andere Geschichte als Deutschland und Italien miteinander, aber wir reden doch hier von Wirtschaft, oder? Die wirtschaftlichen Unterschiede innerhalb der USA sind jedenfalls nicht kleiner als im Euroraum und irgendwie geht das auch. Man kann halt nicht mehr an der Wechselkursschraube drehen um alles was sonst nicht funktioniert zu kompeniseren. Das hat aber auch in den Schwarwährungsländern der Vor-Eurozeit nicht wirklich gut funktioniert und ist daher nicht wirklich schade.

PS: vielleicht geht es etwas inhaltlicher als oben?

Beitrag melden
Seite 2 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!