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Europäische Zentralbank: Banken bunkern weniger Geld in der Angstkasse
DPA

Die Banken bringen nur noch wenig Geld bei der EZB in Sicherheit: In der sogenannten "Angstkasse" der Zentralbank liegt mit 60 Milliarden Euro nur noch ein Bruchteil der Summe von vor zwei Jahren. Die Banken geben sich wieder gegenseitig Kredit.

staubtuch 13.09.2013, 16:25
1. Die Banken geben sich wieder gegenseitig Kredit.

Um dann wieder mal gegenseitig zahlungsunfähig zu sein? Oder ist es ein wirklich gutes Zeichen für den Kapitalmarkt, wie dies im Artikel geschildert wird? Aber eigentlich auch egal, weil im Falle eines Finanzdesasters sowieso wir Kunden zahlen.

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muellerthomas 13.09.2013, 16:36
2.

Zitat von staubtuch
Um dann wieder mal gegenseitig zahlungsunfähig zu sein? Oder ist es ein wirklich gutes Zeichen für den Kapitalmarkt, wie dies im Artikel geschildert wird? Aber eigentlich auch egal, weil im Falle eines Finanzdesasters sowieso wir Kunden zahlen.
Ja, es ist ein gutes Zeichen. Banken leihen sich üblicherweise ständig Geld untereinander. Einige Banken verfügen eben meist/immer über mehr Einlagen im Vergleich zu ihrer Kreditvergabe, während andere Banken eher Kredite vergeben und wenig Einlagen. Wäre es Ihrer Meinung nach sinnvoller, wenn die Finanzierung ausschließlich über die EZB laufen würde?

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JaguarCat 13.09.2013, 16:59
3. Rückkehr zur Normalität

Wie viele Krisenfetischisten wollten uns damals, als die langfristigen Kredite ausgereicht wurden, glauben machen, dass diese alle notleidend werden und am Ende von Deutschland bezahlt werden müssten? Schön, dass sich die Lage nun normalisiert.

Jag

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women_1900 13.09.2013, 18:06
4.

Zitat von staubtuch
U Aber eigentlich auch egal, weil im Falle eines Finanzdesasters sowieso wir Kunden zahlen.
Es zahlen die Steuerzahler. Nicht unbedingt die Kunden.

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makrosoft 13.09.2013, 18:11
5.

Ja das ist ein gutes Zeichen. Na klar ist die Kreditvergabe weiterhin schwach. Das würde nur deutlich zunehmen, falls mehr Kaufkraft/Risikobereitschaft vorhanden ist oder falls es einen Grund zur Annahme gibt, dass die Nachfrage deutlich zunimmt (Investitionen).

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provinzialer 14.09.2013, 11:07
6. aus Bankensicht ...

die EZB bucht mir den Betrag x Mrd auf mein Konto und in für mich "unsicheren" Zeiten und parke ich das sofort wieder bei der EZB und kriege 0,25%, denn ich brauche eigentlich keins, mit den 0,25% kann ich die Zinsen für das Girokonto, Tagesgeld meiner Kunden bedienen, Nullsummenspiel. Die Kredite, die ich ausgegeben habe, sind mit Rückstellungen hinterlegt. Neue Kredite vergebe ich mit irsinnigen Zuschlägen, ist ja schliesslich riskant. Meine Bad Bank hat alle Schrottpapiere überschrieben bekommen, was mir netterweise der Staat gestattet hat. Die Kontrollmassnahmen laufen wir immer ab: irgendwelche monatlichen Anfragen beantworte ich mit Excelsheets, vielleicht kommt mal ein Prüfer, der kündigt sich aber vorher an, ich habe entsprechend die Bilanzen "veredelt" und meine Mitarbeiter angewiesen. Kommt wieder ein Stresstest X, der mit steigender Anzahl immer weichere Kriterien hat und meine Bad Bank aussen vor läßt, lache ich darüber. Solange mich keiner auffordert, vom laufenden Geschäftsbetrieb, permanent Neubewertungen durchzuführen, habe ich meine Ruhe. Jetzt sagt EZB: im Notfall kaufe ich alles, was sich Staatsanleihe im EUR Raum nennt, dann investiere ich natürlich sofort in solche, ich muss ja dafür keine Rückstellungen bilden. Dafür kann ich das Geld meiner Kunden mit Maximalprofit ja sicher anlegen. Dann ist noch was übrig, also mache ich noch ein wenig Eigengeschäft an den Finanzmärkten, Kaufen, Verkaufen, Spekulieren das Übliche halt. Kredite vergebe ich immer noch zu irrsinnigen Konditionen, das andere Geschäft bringt viel mehr und ich muss nicht immer diese meine Bilanz schädigende Rückstellungen bilden. Wenn ich Geld brauche, gehe ich dann auf normalen Weg zur EZB und kriege das recht billig, als Sicherheiten hinterlege ich, ganz klar, meine Staatsanleihen, Kreditforderungen oder konstruiere mir einfach was, aus allen. Inzwischen werden zentrale Instrumente geschaffen, die mich im Notfall auffangen, ich werde sowieso gerettet, denn die EZB Verhandlungsführer sind ehemalige Banker und wissen genau, die andere Seite sind Juristen, Soziallehrer, Berufspolitiker, wissen also nicht, wie eine Bank funktioniert und heuern vielleicht teure Beratern an, die schon für mich gearbeitet haben. Die wissen auch, wie Kriterien wie z.B. "Systemrelevanz" zu interpretieren sind. Die wissen natuerlich auch, dass meine Girokonteninhaber, Investoren nie das Geld zur Rettung aufbringen können und mein Heimatland pleite ist. Und dann lese ich eine ermutigende Meldung, dasss der ESM selbst einspringen soll (was ich bisher nicht für möglich gehalten hatte). Nun muss ich noch bis zum 22.9.2013 die Luft anhalten, damit nicht die Richtung des wichtigsten Geldgebers des EUR wechselt, dann mache ich weiter wie bisher: was mit den EUR Staaten passiert, muss mich, zumindest für den EUR Raum, nicht interessieren ... alles wird/ist gut und ... war es überhaupt schon mal schlimm :-).

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