Forum: Wirtschaft
Europäische Zentralbank: Die überforderte Notenbank riskiert ihre Glaubwürdigkeit
DPA

Billionen für Anleihekäufe, Strafgebühren für Guthaben und Liebäugeln mit "Helikopter-Geld": Die EZB kämpft mit immer neuen Maßnahmen gegen unkontrollierbare Kräfte. Dabei riskiert sie ihre Glaubwürdigkeit - ein gefährliches Spiel.

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53er 03.04.2016, 19:11
40. Im Silicon Valley

Zitat von Kaiserstuhlwinzer
liegt in der Erwartung, die Wirtschaft(en) könnten ewig unbegrenzt wachsen, denn nichts anderes steckt hinter der "weltweit akzeptierten" Auffassung, 2 % / a sei ein erstrebenswertes Inflationsziel. Es wird völlig außer acht gelassen, daß der (Nachhol-) Bedarf irgendwann gesättigt ist und nur noch Erneuerung-Bedarf besteht. Und diese Sättigung der Nachfrage führt eben - weil nichts mehr "nachgeholt" werden muß - zu einem negativen Wachstum. Der klassische Produktzyklus (erst sanfter, dann explosionsartiger Anstieg, der Nachfragegipfel und dann der Nachfrageabsturz) gilt, solange nicht durch Katastrophen oder Kriege ein Großteil der Güter zerstört wird, auch für die Summe der Produkte. Im Dienstleistungssektor erleben wir durch die Mechanisierung / Automatisierung stark nachgefragter Dienstleitungen Ähnliches. Wir - und damit auch die Zentralbanken - müssen uns endlich auf eine "saturierte" Welt einstellen und von der fixen Idee, es könne oder müsse unbegrenztes Wachstium der realen Wirtschaft geben, verabschieden. Die EZB erzeugt mit ihrer Geldschwemme eben kein Wachstum der Realwrtschaft (mehr), sondern nur noch ein Wachstum der fiktiven Werte ("Blasen") an den Börsen. Das Platzen der Blasen ist das Pendant zur Produktvenichtung durch Kriege. George Orwell hat das schon 1948 sehr treffend in seinem Buch "1984" beschrieben. Aber was spricht eigentlich dagegen, die Sättigung zu akzeptieren? Wozu brauchen wir die Inflation? Wozu das Wachstum? Reicht es nicht, wenn jeder genug hat?
und einigen anderen Orten dieser Welt stehen massenhaft Technikfreaks bereit um uns in Zukunft mit noch viel mehr schönen Dingen zu beglücken, die eigentlich niemand braucht. Damit wir wenigstens das Gefühl haben all diese Dinge dringend zu brauchen, stehen ganze Marketingarmeen bereit uns über Dauerberieselung in den Massenmedien, zur Not auch über Callcenter und Drückerkolonnen davon zu überzeugen. Man braucht sich nur die Schlangen vor den Apple-Läden vor Augen führen und weiß, dass ihr berechtigter und guter Ansatz zum Scheitern verurteilt ist. Die Dummheit stirbt leider ganz zuletzt.

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die_zukunft 03.04.2016, 19:17
41. Fiskalpolitik?

Ein Artikel, der lamentiert, dass die Zentralbank ja eh nichts ausrichten könne, alles nur virtuell sei, aber mit keinem Wort erwähnt er, was auch die EZB immer wieder sagt, nämlich, dass die Staaten mehr Geld ausgeben sollten. In Deutschland ist so ein Gedanke unerhört, da ist es wohl besser, ihn zu verschweigen. Es ist halt dem Deutschen sehr viel lieber, über die EZB zu motzen, als dass der Staat Schulden aufnimmt und so den anderen Wirtschaftsteilnehmern ihre Entschuldung erleichtert, eine Grundlage zum Investieren gibt, und so Probleme löst anstatt sie aufzuschieben.

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ambulans 03.04.2016, 19:31
42. >wopress1104 (nr. 1, oben),

Zitat von wopress1104
Ich kann mich noch gut an die damalige Zeit erinnern. Da sollte eigentlich der Bundesbankpräsident Axel Weber den Job bekommen. Da war auch noch die Sache mit Sarrazani den den man sich so künstlich aufgeregt hat. Weber trat aus unbekannten Gründen zurück. So war der Weg frei für den GoldmanSachs Banker Draghi der mit dem jetzigen Job total überfordert ist. Merkel hätte dagegen halten können, tat das aber nicht. Warum? Das ist Merkels Geheimnis.
also - weshalb z.b. jürgen stark zurücktrat oder alex weber nicht EZB-präsident wurde: die gründe dafür sind doch bekannt, oder? stand doch hier im blatt ... und, der jens, den sich unsere angie da so geholt hat, der sollte wohl ihren pudel spielen. macht er im wesentlichen auch, hat sich aber inzwischen symbolisch sowas wie einen männlich/gefährlicher wirkenden schneuzer wachsen lassen, der gute ...

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ihawk 03.04.2016, 19:34
43. Vorbereitung auf den großen Knall

Der Finanzmafioso Mario Draghi aus der Kaderschmiede von Goldman Sachs weiß genau was er tut und ist m.E. keineswegs überfordert ...
Amüsant an diesem Kommentar ist die Intension die dahinter steckt ... der große Knall und die damit verbundene Implosion der Brachialkapitalismus wird sehr schnell kommen, also rette wer sich kann in Sachwerte und das über hemmungslose Schulden - denn diese werden in gleichem Maße abgewertet wie die Guthaben.

Mario Draghi und sein Helikopter Geld ist nichts anderes als das "Startgeld" nach einer Währungsreform.

Die eigentliche Gefahr ist der Goldman Sachs Traum, eine neue, globale Währung zu schaffen - damit hätten die (privaten !) Notenbanken unter Führung von Goldman Sachs endgültig die totale Kontrolle erreicht und Regierungen wäre nur noch Befehlsempfänger und Verwaltungseinrichtung der Nationalstaaten die über kurz oder lang privatisiert werden.
Das ist der Plan B, sollte TTIP nicht angenommen werden ... das Ergebnis ist das gleiche ...

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pacificwanderer 03.04.2016, 19:35
44. @ 18:39 von muellerthomas

Damals war es nur fuer die DM, ca 10% des Volumens des heutigen Euro.
Jetzt ist das fast das Zehnfache an Geldmenge, die nicht der Industrie sondern den maroden Staatshaushalten zur Vfg gestellt wird.

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Wellness 03.04.2016, 19:40
45. Cash und Carry

Was erwartet die Bevölkerung von einem Goldman Sachs Manager der seinem Job als Acrobatikeinlage versteht.Ich befürchte das dieses Desaster von Merkel willkürlich veranstaltet hat um vom eigen Schuldenstand abzulenken.

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behemoth1 03.04.2016, 19:44
46. Finanzpolitik

Zitat von slartibartfass2
Manchmal kann ich die Kolumnen von Herrn Müller nicht verstehen. Es ist doch ganz einfach, warum Herr Draghi die Nullzinspolitik verfolgt: Würden die Zinsen steigen, wären Spanien, Italien und - logisch - Griechenland sofort bankrott. Alle anderen Aussagen seitens der EZB sind virtuelle Argumente, die die wirtschaftspolitische Bankrotterklärung des Euros verschleiern sollen. Manchmal ist die Wahrheit ganz einfach.
Man stellt sich schon seit längerer Zeit, was ist der richtige Weg und wer hat dabei wohl das richtige Händchen?
Die vielen unterschiedlichen Artikel und Aussagen zeigen mir nur, dass es kaum einer weiß, man gibt überall nur ein Statement ab, aber ob das alles fachlich und sich politisch in Übereinstimmung zu bringen ist, das muss man bezweifeln.

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shardan 03.04.2016, 19:44
47. EZB und Vertrauen?

Das soll ein Witz sein, oder? Die EZB war von Anfang an und ist immer noch der Spielball der Mächtigen, der Staatschefs und der Kommission. Draghi tut mir da irgendwo leid, er darf verkünden, was die Mächtigen ihm auferlegen - ob er selbst so denkt oder nicht, steht hintenan. Die EZB hat schon bei der ersten Krise sämtliche Waffen gezogen und abgeschossen - nun bleibt nichts mehr, was man noch einsetzen könnte, die Munition ist verfeuert. Also benimmt man sich wie der Feldherr anno dunnemals, der vom Feldherrenzelt aus Batallione in die verlorene Schlacht warf, die längst geflüchtet waren. Auch in einem ganz anderen Punkt passt der Vergleich: "Es sind die Feldherren und ihre Armeen, die die Schlacht schlagen, aber es ist das Korn der Bauern, das sie zertrampeln".

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niveau-limbo 03.04.2016, 19:50
48.

Wachstum ist nunmal endlich...wo keine Nachfrage da kein Wachstum. Und unendlich Scheine drucken bringt s auch nicht Herr Draghi. MERKE: Die Geldmenge kann (darf) erst dann wachsen wenn entsprechend auch die Wirtschaft wächst...BWL 1. Semester...genausowenig funktioniert es mit Geld Geld verdienen wollen...ES FUNKTIONIERT EINFACH NICHT! Das kann doch nicht so schwer sein das zu kapieren...mann mann...

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ambulans 03.04.2016, 19:51
49. >muellerthomas (nr. 29, oben),

Zitat von muellerthomas
Aha, wahnsinnige Geldmengen.... 2% Geldmengenwachstum seit Herbst 2008. Das ist historisch niedrig, zu Bundesbankzeiten war das Geldmengenwachstum um ein Vielfaches höher (7,9% pro Jahr).
hallo, sie mal wieder - dann bitte aber auch die vollständige "wahrheit" in dieser sache. wir reden hier doch über einen speziellen zeitraum anfang der 70er jahre, ja, genau die, mit monatelangen militanten streiks, inflationsraten um die 10% - und gleichzeitig mit einem wirtschaftswachstum über mehrere jahre von manchmal fast 15 % - so heftig, dass die bundesbank damals höchstpersönlich beschloss, die "konjunktur zu dämpfen". klingt, für heutige verhältnisse, beinahe surreal - und isses wohl auch: wir haben heutzutage nämlich seit schon viel zu langer zeit im inland zu wenig nachfrage (woher das geld dafür, ohne zu stehlen?), eine staatliche ausgabenpolitik, die einem programmierten selbstmord gefährlich nahe kommt (ab 1989ff 17 mio. neu-bürger aus der ex-DDR, dazu noch ca. 2 mio. weitere aus der ehemaligen UdSSR - nach WK II mit all seinen verwerfungen speziell im osten warens lediglich ca. 14 mio. "heimatvertriebene). geldmengen-wachstum und menge der erzeugten güter und dienstleistungen müssen halt eng miteinander korrelieren, sonst tuts bald erbärmlich weh ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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