Forum: Wirtschaft
Eurotunnel bis Space Park: Die größten Flops der Wirtschaft
DPA

Das Elbphilharmonie-Desaster beweist, wie wenig Politiker von Großprojekten verstehen. Doch Missmanagement regiert auch in Privatfirmen. Das zeigt eine Auswahl spektakulärer Fehlinvestitionen und Planungsfehler.

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z_beeblebrox 08.01.2014, 11:54
20.

Zitat von frutsch
- Die Nürburgring-Geldverbrennung - Diverse Kleinflughäfen quer durch die Republik, die mit der Brechstannge offen gehalten werden - Der Hochmoselübergang als kommende Katastrophe, wenn nach Fertigstellung der Brücke die Fundamente nachgebessert werden müssen... u.s.w.
Ja, wenn es mal einen sinnvollen (Langzeit) "Live-Ticker" geben sollte, dann einen zur Hochmoselbrücke/Hochmoselübergang. Das wird wohl der größte "Spaß" aller Zeiten werden.
Sehenden Auges in die Katastrophe laufen; ein klasse Vorzeigeprojekt ... nachher will es mal wieder keiner gewusst haben.
Apropos "Spaß" mit Invest-Ruinen. Im TV sagte eine(r) doch glatt (war kein Kabarettist/in oder so), dass man in Berlin schon überlägen täte, BER abzureißen und dafür Tegel auszubauen. Soll kein Witz sein!

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brut_dargent 08.01.2014, 11:55
21.

Wenn ich noch ergänzen darf: Der 'Freizeitpark' Nürburgring, Kostenpunkt € 330 Mio., verantwortlich ist der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Stand er eigentlich schon vor Gericht wegen sinnloser Vergeudung von Steuergeldern?

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Msc 08.01.2014, 11:57
22. optional

Ja, auch Privatunternehmen machen Fehler, weil dort manchmal Holzköpfe im Vorstand und im Aufsichtsrat sitzen, die sich gerne mal nach einer Flasche Champagner von einem Projekt überzeugen lassen. Aber: Das eigentliche Problem bei Projekten der öffentlichen Hand sind doch nicht falsche Entscheidungen im Vorfeld oder tatsächliche unvermeidliche Probleme beim Bau. Es ist die Schlamperei, die durch die öffentlichen Ausschreibungen gefördert wird. Nur der billigste Anbieter bekommt den Zuschlag. Von Erfahrungen in dem Bereich, Kompetenz oder gar Sachverstand ist nie die Rede. Ich verweise hier auch gerne mal auf die Bundeswehr, die militärische Luftkissenboote von einem Gebrauchtwagenhändler geordert hat und natürlich nur Schrott bekam. Und das wirklich traurige ist ja, dass die Leute die so etwas entscheiden häufig genau wissen wie dämlich das ist... aber es gibt ja Vorschriften! Würde diese Republik doch nur von Menschenverstand und nicht von Paragraphen regiert...

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nic 08.01.2014, 11:58
23.

Und wo ist S21? Es ist doch klar abzusehen, dass das rechnerisch ein Riesenflop wird.

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braman 08.01.2014, 11:58
24. In aller Regel?

Zitat von xoc
In der Privatwirtschaft investieren die Menschen freiwillig und in aller Regel tragen die, die die Entscheidungen fällen auch Verantwortung und persönliche Konsequenz. Der Steuerzahler wird dagegen unter Androhnung von Gewalt und Strafe gezwungen so einen Unsinn mitzufinanzieren, ob er will oder nicht.
Sicher tragen in der Privatwirtschaft die Entscheider die Verantwortung, persönliche Konsequenzen bleiben aber sehr oft aus oder werden nach unten durch gereicht.
Was das finanzielle anbetrifft, da wird der Steuerzahler fast immer zur Hälfte der angefallenen Verluste mit beteiligt.
Ich war lange genug in der Privatindustrie um zu sehen, wie viel Geld und Arbeitszeit, vorhersehbar, in den Sand gesetzt werden.
(Sehen sie auch meinen Beitrag #2)

MfG: M.B.

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sangerman 08.01.2014, 11:59
25. bei Cargo Lifter

ging es wohl niemals wirklich um den Bau von Luftschiffen, sondern um das Abfassen von Fördergeldern!

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max_schwalbe 08.01.2014, 12:00
26. Re: Unterschied privat und öffentlich

Zitat von xoc
In der Privatwirtschaft investieren die Menschen freiwillig und in aller Regel tragen die, die die Entscheidungen fällen auch Verantwortung und persönliche Konsequenz. Der Steuerzahler wird dagegen unter Androhnung von Gewalt und Strafe gezwungen so einen Unsinn mitzufinanzieren, ob er will oder nicht.
Das stimmt nicht ganz. Die privaten Firmen können meist nur deshalb bauen, weil ihr Projekt mit Steuergeldern öff. unterstützt wird. Sei es aus kommunalen, bundes- oder EU-Töpfen. Das läuft aufs selbe hinaus, und im Gegenteil: Während bei öff. Bauprojekten sofort die verantwortlichen Politiker öff. an den Pranger gestellt werden, erfährt man von den privaten dann oft nichts, weil sie auch gar nicht verpflichtet dazu sind. Privat ist eben privat. Es wäre naiv anzunehmen, dass dort jeder der ein Großprojekt in den Sand setzt, gefeuert wird, oder die erhaltenen Steuermittel zurückzahlen muss...
Insofern ist es doch wesentlich besser wenn das Großprojekt aus öff. Hand verantwortet wird. Das ist immernoch transparenter.

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sybaris 08.01.2014, 12:00
27.

Und da regte sich "der Westen" damals über "den Osten" auf?

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oidahund 08.01.2014, 12:01
28. unternehmerisches Risiko

Leider werden den Flops in der Privatwirtschaft nicht die Erfolge von Risikoentscheidungen entgegen gestellt. Bei einigen der hier vorgestellten Projekten scheint auch, vorsichtig ausgedrückt, nicht der wirtschaftliche Erfolg des Projektes, sondern die persönliche Geldabschöpfung einiger Beteiligter im Vordergrund gestanden zu haben.
Der Kanaltunnel spielt in einer anderen Liga. Das war ein Jahrhundertprojekt und der Erfolg kann erst nach Jahrzehnten festgestellt werden.

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rnauner 08.01.2014, 12:03
29. Wird Zeit mal mit ein paar "privat"-Irrtümern aufzuräumen

Zitat von hador2
Danke für diese Auflistung und Danke dafür, dass endlich mal jemand mit dem Vorurteil aufräumt in der Privatwirtschaft würde das Projektmanagement zwangsläufig besser laufen! Wie ein Großprojekt läuft hängt von vielen Variablen ab und zwar ganz egal ob es ein staatliches oder ein privatwirtschaftliches Projekt ist.
1.)
Privatisierung (wie fast alle ung-Worte) kommt vom Verb privatisieren. Das deutsche Verb privatisieren kommt vom lateinischen Verb privare. Dieses hat genau eine Übersetzung: rauben. Privatisierung heißt nichts anderes als Raubung, umgangssprachlich Raub.

2.)
Es gibt keine sog. Privatwirtschaft! Sämtliche wirtschaftliche Tätigkeit findet ihm Rahmen von Volkswirtschaften statt und damit per se öffentlich. Man kann bestenfalls fragen, ob der Raub (weil die Privatisierung von zunächst natürlich öffentlichem Bruttonationaleinkommen (= BIP minus Abschreibungen) nichs anderes ist als ein Raub an Volkseinkommen), öffentlich ist.

3.)
Aber unabhängig davon: es gibt kein wirtschaftliches Unternehmen das auch nur eine Mark/Euro/Franc/Franken/Rupie Steuern zahlt, ja überhaupt irgend etwas bezahlt. Ein wirtschaftliches Unternehmen ist dann wirtschaftlich, wenn sämtliche Ausgaben (Zahlungen) von Einnahmen gedeckt sind, und zwar sämtliche! D.h. alles was wirtschaftliche Unternehmen jemals zahlen, haben andere, nämlich Konsumenten, gezahlt. Das gilt auch für Zahlungen an andere Unternehmen, also indirekt durch Konsumenten getragene Kosten.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: ein Unternehmen welches nicht sämtliche Zahlungen durch Einnahmen von Konsumenten deckt, ist nicht wirtschaftlich und verschwindet vom Markt.

Es ist also nicht so, dass bzgl. irgendwelcher Flopps die Unterscheidung in raubwirtschaftlich (irrtümlich als privatwirtschaftlich bezeichnet, siehe oben) und öffentlich überhaut eine Bedeutung hätte, sondern die Unterscheidung ist unsinnig! Es wird immer und nur öffentliches Einkommen (Volkseinkommen, Bruttonationleinkommen) ... nicht etwa verschwendet, sondern, darauf kommt es an, ... geraubt.

tl;dr
Wie alle wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen ist das was hier bei SPON als Flopp bezeichnet wird, lediglich ein erfolgreich geplanter Raubzüge. Das ist alles.

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