Forum: Wirtschaft
Eurotunnel bis Space Park: Die größten Flops der Wirtschaft
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Das Elbphilharmonie-Desaster beweist, wie wenig Politiker von Großprojekten verstehen. Doch Missmanagement regiert auch in Privatfirmen. Das zeigt eine Auswahl spektakulärer Fehlinvestitionen und Planungsfehler.

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rnauner 08.01.2014, 12:24
40. Das mit dem Immobilienprojekt ollte schon Edzard Reuter uns vormachen

Zitat von prince62
Sie vergessen immer wieder, daß S21 nur das Abfallprodukt des wirklichen Geschäftes ist, der Bahnhof muß in die Erde verlegt werden, damit die frei werdenden Flächen für viele Milliarden durch private Investoren verkauft werden können, also, egal .....
Ist aber natürlich schon damals (1993) ein Täuschungsmanöver gewesen:

Mit den sog. 21er-Projekten sollten (lt. Edzard) ca. 33 Milliarden Deutsche Mark an öffentlichem Eigentum privatisiert, also geraubt werden. Dies sind natürlich Peanuts! Mit S(wachsinn)21 kann weit mehr als die paar lächerlichen 4 oder 5 Miliiarden (im allerbesten Fall) für Stuttgarter Innenstadtflächen geraubt werden.

Mit S(chwachsinn)21 - Stichwort Kannibalisierung - wird insbesondere der deutschlandweite Ausbau der Rheintalschiene für den Güterverkehr, inklusive der Anbindung des Hamburger Hafens, verhindert. (Als Dreingabe wird der (öffentliche) Schienenverkehr in Stuttgart und Umgebung stark reduziert, aber nur als Dreingabe).
Das Entscheidende ist die Verhinderung von Güterverkehr auf der Schiene. Daraus folgt (regelrecht zwangsläufig) eine weitere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße (Stichwort Megaliner). Und jetzt rate mal welcher Konzern in Stuttgart ansässig und derzeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von LKWs jeglicher Art ist, auch von Megalinern? Na, ... [Anmerkung: Ende der 90 und Anfang des Jahrhunderts war dieser Konzern der größter LKW-Hersteller, also genau zu dem Zeitpunkt, zu dem das sog. Projekt behauptetermaßen geplant worden sei.]
Damit (und zwar erst dmit) wird auch klar, warum die drei bisherigen sog. Vorstände der DBAG ausgerechnet vom Daimler kommen mussten und der vierte (der das Projekt S(chwachsinn)21 sogar auf Eis gelegt hat) nur ein sehr kurzes Intermezzo bleiben musste.

Mit den Gewinnen aus dem Straßengüterverkehr sind weit mehr als vergleichsweise lächerlichen Milliarden aus dem Verkauf von Stuttgarter Immobilien zu erlösen, weit mehr. Denk' lieber in Größenordnungen von 100+.

Und zum Schluss das Beste: Wenn die 21 Milliarden (oder noch mehr) dann mal verbraten sein werden und, nur mal angenommen, es gab zwischenzeitlich diverse Probleme die dazu führen dass das Ding nicht in Betrieb geht (z.B. noch immer keine Genehmigung für das Pseudobrandschutzkonzept!), dann ist das das i-Pünktchen: weil dann mit der Schiene in und um Stuttgart (fast) nichts mehr geht und also >300.000 tägliche Pendler (die Fernpendler (Ulm, Karlsruhe) fehlen noch) sich ausgerechnet in der Stauhauptstadt Deutschlands eine Autoalternative überlegen müssen. Aber wie gesagt, nur das i-Pünktchen.

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z_beeblebrox 08.01.2014, 12:25
41.

Zitat von rnauner
1.) Privatisierung (wie fast alle ung-Worte) kommt vom Verb privatisieren. Das deutsche Verb privatisieren kommt vom lateinischen Verb privare. Dieses hat genau eine Übersetzung: rauben. Privatisierung heißt nichts anderes als Raubung, umgangssprachlich Raub. Wie alle wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen ist das was hier bei SPON als Flopp bezeichnet wird, lediglich ein erfolgreich geplanter Raubzüge. Das ist alles.
Danke! das finde ich am SPON-Forum so toll, dass auch ich noch was neues lernen kann.
Danke nochmals!
Ein bissl anders habe ich es im Beitrag #10 formuliert.

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LH526 08.01.2014, 12:28
42. optional

Der A380 rechnet sich für Airbus auch nicht ... und hat mit rissen in Flügelwurzeln etc. auch allerlei Kinderkrankheiten.

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frxxl 08.01.2014, 12:29
43. ^^

Zitat von Wolffpack
Mit dem feinen Unterschied, das die dann Pleite gehen. In der Politik tut einem das quasi nichts, wenn son Projekt hops geht. Die natürliche Auslese, die auf dem Markt passiert, passiert in der Politik nur seltenst. Und ihre dumme Polemik können sie sich sparen.
Na da bin ich aber froh, dass Sie Recht haben und noch nie Politiker zurücktreten mussten wegen geflopten Großprojekten, aber Manager in Schimpf und Schande und vor allem ohne Abfindung vom Hof gejagt wurden.
Und natürlich haben Sie auch Recht bei den Insolvenzen, noch nie musste der Staat bei Firmenpleiten eingreifen, der Markt hat alles geregelt, von den Finanzmärkten bis Opel konnten sich die Steuerzahler entspannt zurücklehnen und nur die reichen Investoren haben Geld verloren.

Bin ich froh, dass Sie Recht haben und ich nur dumm polemisiere ;)

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kpb 08.01.2014, 12:30
44. Nicht immer nur der Politik die Schuld geben...

große deutsche Architktenbüros sind offenbar genauso unfähig wie ausführende Firmen. Die skandalösen Planungsfehler der Wirschaft könnten Bücher füllen!

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spiegel-kommentar 08.01.2014, 12:36
45. Technische Risiken

Technische Projekte bergen immer gewisse Risiken. Soziale Projekte übrigens auch, man denke an die vorzeitig entlassenen Häftlinge, die dann doch wieder straffällig werden. Natürlich sollte man an manchen Stellen die Kosten frühzeitig stärker beachten. Immer wird das aber nicht funktionieren.

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schlauschmitt 08.01.2014, 12:45
46. mehr geld

Die Regierungen dieser Welt sollten endlich mehr Geld drucken damit das genöle darum endlich ein Ende findet. Das muss doch machbar sein!

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brooklyner 08.01.2014, 12:49
47.

Zitat von l.augenstein
Einzigartig mögen solche Projekte schon sein. Aber auch ziemlich dämlich! Vorneweg dieser irrwitzige Cargolifter! Es hätte doch jedem Anleger von Anfang an klar sein können, nein, müssen, was das für ein Schwachsinn ist! Aber nein, Gier nach Geld macht halt blind.
Das sehe ich ehrlich gesagt völlig anders. Wäre damals einiges anders gelaufen, hätte die Kettenreaktion, die zum Ende des Projektes führte, nicht stattfinden müssen. Zum Glück wurde wenigstens nicht durch Rückbau der Hangar beseitigt. Die Palmenstrände lassen sich ggf. auch irgendwann mal wieder entfernen.

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Lok Leipzig 08.01.2014, 12:49
48. Politikerhaftung

Zitat von sysop
Das Elbphilharmonie-Desaster beweist, wie wenig Politiker von Großprojekten verstehen. Doch Missmanagement regiert auch in Privatfirmen. Das zeigt eine Auswahl spektakulärer Fehlinvestitionen und Planungsfehler.
Es gibt keine Gleichheit im Unrecht. Die Flops in der Privatwirtschaft entschuldigen nicht das Versagen der Politiker bei öffentlichen Projekten. Insoweit ist die SPON-Geschichte ein Ablenkungsmanöver. Bei Fehlentscheidungen in der Privatwirtschaft haften die Eigentümer / Investoren, oft - leider nicht immer - die verantwortlichen Manager mit Jobverlust. Bedauerliche Ausnahmen: Banken (too big to fail). Politiker haften mit gar nichts. Warum wird Ole von Beust nicht die Pension als ehemaliger Erster Bürgermeister von Hamburg wegen der desaströsen Fehler bei der Elbphilharmonie auf null gekürzt? Warum verlieren Jürgen Trittin und die anderen beteiligten Minister nicht ihr Ministerpension für das völlig missratene und volkswirtschaftlich unglaublich teure EEG? Warum büßen Merkel und andere nicht für die chaotische Energiewende, Schäuble und wieder Merkel für die gesetzeswidrige und teure Euroretterei? Unsere Politiker fordern völlig zu recht härtere Managerhaftung, warum stehlen sie sich selbst aus der Verantwortung? Warum läßt das Wahlvolk sie davonkommen?

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Stefan_G 08.01.2014, 12:51
49. Tja ...

Zitat von toralf2010
Ich hatte nie Aktien von Cargolifter, bin aber davon überzeugt das dieses Zeppelin eine Erfolgsgeschichte "Made in Germany" geworden wäre! In immer abgelegeneren Ecken der Welt werden Rohstoffe abgebaut, das Equipmenth dafür hätten Cargolifter unabhängig von Straßen oder landschaftlichen Gegebenheiten befördern können. Der deutsche Steuerzahler subventioniert (ohne gefragt zu werden) viele sinnlose Projekte, hier hätte ich mir Mut und Weitsicht unserer Politiker gewünscht.
... warum hat dann die Firma Cargolifter nie einen gebaut?
Einfach mal nachdenken: Sie brauchen nichts weiter tun als ein zig Tonnen schweres Hebezeug so zu konstruieren dass es incl. einer Nutzlast von z.B. 160 Tonnen leichter ist als Luft. Nichts leichter als das. Oder doch nicht...?

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