Forum: Wirtschaft
Eurotunnel bis Space Park: Die größten Flops der Wirtschaft
DPA

Das Elbphilharmonie-Desaster beweist, wie wenig Politiker von Großprojekten verstehen. Doch Missmanagement regiert auch in Privatfirmen. Das zeigt eine Auswahl spektakulärer Fehlinvestitionen und Planungsfehler.

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Hugh 08.01.2014, 13:03
60. zwei mal Subventionen abgegriffen

Zitat von toralf2010
Ich hatte nie Aktien von Cargolifter, bin aber davon überzeugt das dieses Zeppelin eine Erfolgsgeschichte "Made in Germany" geworden wäre! In immer abgelegeneren Ecken der Welt werden Rohstoffe abgebaut, das Equipmenth dafür hätten Cargolifter unabhängig von Straßen oder landschaftlichen Gegebenheiten befördern können. Der deutsche Steuerzahler subventioniert (ohne gefragt zu werden) viele sinnlose Projekte, hier hätte ich mir Mut und Weitsicht unserer Politiker gewünscht.
Dieses Projekt wurde leider von Steuerzahler subventioniert. Aber es war wohl nie als ernsthaftes Projekt geplant worden, es ging um die Zuschüsse die von Staat bezahlt wurden. Wer damals die Webseite untersuchte, damals war so was leider für viele unbekanntes Territorium, sprich Neuland, stellte schnell fest, dass vieles schlicht gefaked war.
"Geschäftspartner" dieses Millionenprojekts, die auf der Site angegeben waren, hatten Gratis-E-mail-Adressen bei Yahoo und Hot-Mail. Die waren aber auf der Site nicht etwa verlinkt, sondern wurden als JPG-Bilddateien eingestellt. Soll heißen, man konnte diese "Geschäftspartner" nicht per "mailto:" erreichen. Vermutlich haben sie gar nicht existiert. Zumindest war eine mail, die ich versuchsweise geschickt habe unzustellbar, die Adresse existierte gar nicht. Postalische Adressen wurden entweder nicht genannt oder waren allenfalls Fantasieprodukte. So was macht keine seriöse Firma.

Wir haben damals davor gewarnt, dort Geld "anzulegen", denn es war schon früh klar, dass man das Geld auch in einen tiefen Brunnen hätte werfen können. Dabei hätte man vermutlich mehr Spaß gehabt.

Zumindest ist so nach der unumgänglichen Pleite jemand billig (7,5 Mio) zu einer Riesenhalle gekommen um sein Tropenparadies zu eröffnen. Da flossen dann noch mal Subventionen (10Mio).

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kenterziege 08.01.2014, 13:05
61. Es ist schon ein Unterscheid....

Zitat von hador2
Danke für diese Auflistung und Danke dafür, dass endlich mal jemand mit dem Vorurteil aufräumt in der Privatwirtschaft würde das Projektmanagement zwangsläufig besser laufen! Wie ein Großprojekt läuft hängt von vielen Variablen ab und zwar ganz egal ob es ein staatliches oder ein privatwirtschaftliches Projekt ist.
....ob eine privat finanzierte Firma ein Projekt zu Lasten seiner Aktionäre , die ja Risikokapital geben, in den Sand setzt oder ob die öffentliche Hand das tut. Letztere finanzieren wir alle mit Zwang. Das Thema Dreamliner kann man doch nicht mit dem Flughafen BER vergleichen. Das eine ist ein herausragendes zukunftweisendes Flugzeug mit einer völlig neuen Produktionsverteilung und das andere ist lediglich das, was jedes Jammi-Jammi-Land kann, nämlich einen Flughafen bauen. Auch der Kanaltunnel liegt anders, weil eine mit einem klaren Kompass ausgestattete Maggie Thatcher wollte, dass die englischen Steuerzahler kennen Penny zahlen.
Viele der Beispiele sind fairerweise hier mit der Staatsbeteiligung dargestellt worden. Staatsbeteiligung ist immer ein Graus. Der Vergleich hier mit dem Bonner World Conference Center ist richtig. Es war eine SPD-Bürgermeisterin, die dieses Prestige-Projekt gestartet hat. Hier war es nicht die Komplexität der Technik,,sondern die Dummheit der Vertragsjuristen in Kombination mit dem Prestigebedürfnis der politischen Führung Bonns!

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l.augenstein 08.01.2014, 13:05
62.

Zitat von rational_bleiben
Der Cargolifter war eine innovative Idee, der Weltmarkt schreit danach, nur haben die Investitionen nicht ausgereicht. Es fehlt in Deutschland eben auch die Risikobereitschaft, der Pioniergeist. Mit der heutigen Skepsis wäre der erste Zeppelin in meiner Heimatstadt Friedrichshafen niemals gebaut worden. Heute stehen dort Weltkonzerne, die Getriebe- und Antriebstechnik, Großdieselmotoren, Satelliten, Flugzeugteile etc. bauen und in die ganze Welt exportieren, alles aufgrund des ersten Zeppelinwerkes und der dort beschäftigten ersten Ingenieure, alles andere ist daraus hervorgegangen. Deutschland, du musst dich wieder trauen.
Wenn der Weltmarkt danach schreien sollte, würde das auch jemand hören! Vielleicht können Sie ja mal ein Beispiel dazu benennen?
Allerdings scheinen keinerlei Investoren oder Unternehmen die Schreie zu hören. Warum wohl?
Siemens hat auch lange geglaubt, dass die Welt nach einem Transrapid schreien würde! Die einzigen, die nach langem Lauschen geschrieen haben, waren die Chinesen. Und die sind inzwischen auch wieder stumm!
Merke: Nicht alles, was neu und innovativ ist, ist auch gut!

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kenterziege 08.01.2014, 13:08
63. Richtig!

Zitat von z_beeblebrox
Nur halbwegs richtig! Cargolifter, Siemens (Offshore-Windparks), Grand Hotel Heiligendamm und vor allem Space Park - im Prinzip fast alle Deutsche Invest-Ruinen - sind nur deswegen entstanden, weil windige Investoren den .....
Das ist uneingeschränkt richtig! Wie soll dann erst Europa funktionieren. Die verstehen einander rein sprachlich schon mal nicht!
Alle Grossorganisationen verspielen früher oder später den Vorteil ihrer Skaleneffekte durch undurchsichtiges Missmanagement!

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pric 08.01.2014, 13:10
64.

Ich für meinen Teil bin sehr froh darüber, dass Menschen 'Großprojekte' wagen. Man stelle sich vor, es gäbe keine Tunnel, keine Flughäfen, keine Windparks, keine Bahnhöfe. Einfach absurd. Es gibt deutlich wichtigeres als den schnöden Mammon.

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rnauner 08.01.2014, 13:15
65. Irrtum!

Zitat von romanpg
Der Artikel versäumt leider, auf einen entscheidenden Unterschied hinzuweisen. Privaten Projekten geht irgendwann das Geld aus, wenn man sich verkalkuliert hat und es wird entweder die Notbremse gezogen oder Insolvenz angemeldet. Bei staatlicher Projekten wird einfach immer weiter Geld verbraten, ist ja genug da!! Von daher sehe ich da durchaus einen gewaltigen Unterschied
Es gibt keinen Unterschied (siehe z.B. Beitrag Zitat von z_beeblebrox
Beitrag #10
oder Zitat von rnauner
Beitrag #29
)

Sämtlche Projekte, auch und gerade sogenannte Flopps, sind von langer Hand geplante Raubzüge (von Räubern am öffentlichen Gemeinwesen). Der Raubzug wird nur mal mit jenem, und mal mit jenem anderen Vorhang ... dürftigst verschleiert.

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falenay 08.01.2014, 13:15
66. Von wegen!

Zitat von xoc
In der Privatwirtschaft investieren die Menschen freiwillig und in aller Regel tragen die, die die Entscheidungen fällen auch Verantwortung und persönliche Konsequenz. Der Steuerzahler wird dagegen unter Androhnung von Gewalt und Strafe gezwungen so einen Unsinn mitzufinanzieren, ob er will oder nicht.
Kein Manager, Vorstandsvorsitzender oder Aufsichtsratsangehöriger haftet jemals mit seinem Vermögen. Verantwortung und persönliche Konsequenz? Die "persönliche Konsequenz" ist bestenfalls ein Rausschmiss, versüßt mit einer millionenschweren Abfindung.

Das, was Sie da beschreiben, gilt für den klassischen Unternehmer. Diese Rechtsform existiert aber kaum noch, vor allem nicht in Bereichen, in denen derartige Investitionen im Raum stehen.

Einzige Ausnahme sind vielleicht noch Eigentümerfamilien (BMW, Porsche, ALDI, ....), die letztendlich über die Börsenwerte oder Firmenanteile tatsächlich persönliche Einbußen haben. Aber bei denen werden solche Investitionen auch nie vorkommen.

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Stefan_G 08.01.2014, 13:16
67. Dann muss...

Zitat von rational_bleiben
Der Cargolifter war eine innovative Idee, der Weltmarkt schreit danach, nur haben die Investitionen nicht ausgereicht. Es fehlt in Deutschland eben auch die Risikobereitschaft, der Pioniergeist. Mit der heutigen Skepsis wäre der erste Zeppelin in meiner Heimatstadt Friedrichshafen niemals gebaut worden. Heute stehen dort Weltkonzerne, die Getriebe- und Antriebstechnik, Großdieselmotoren, Satelliten, Flugzeugteile etc. bauen und in die ganze Welt exportieren, alles aufgrund des ersten Zeppelinwerkes und der dort beschäftigten ersten Ingenieure, alles andere ist daraus hervorgegangen. Deutschland, du musst dich wieder trauen.
... der Weltmarkt wohl noch eine Weile weiter schreien.
Die Hindenburg (LZ 129) hatte mit Traggas H2 eine Nutzlast von 11 Tonnen und hatte nicht das Problem, dass irgendwo an der Konstruktion eine Last von 160 Tonnen angreifen sollte. Insofern technisch beherrschbare Randbedingungen. Beim Cargolifter-Konzept konnte eben genau das (die konstruktive Machbarkeit) nie gezeigt werden. Und das war m.M.n. nie eine Frage des Mutes der Ingenieure.

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kenterziege 08.01.2014, 13:17
68. 10 zu 90

Zitat von sybaris
Und da regte sich "der Westen" damals über "den Osten" auf?
In der DDR- Zeit waren zwangsläufig 90% der Projekte ein Flop. systemimmanent eben. Hier sind es vielleicht 10% , die noch mindestens zur Hälfte vom Staat getriggert werden. Alson, frei von Missmanagement ist niemand aber das zur Regel zu machen, gelang nur den Kommunisten!

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Ex-Kölner 08.01.2014, 13:18
69. Was lernen wir daraus?

Wie fast alles andere auch ist seriöses Wirtschaften keine Frage des Prinzips, sondern der Umsetzung. Es gibt genug öffentliche wie private Projekte, die termingerecht und im Kostenrahmen fertig wurden. Nur machen die seltener Schlagzeilen.

Umgekehrt bauen öffentliche wie private Investoren oft Murks. Die Erfahrung zeigt bei den vergurkten Projekten: Der Fisch stinkt meist vom Kopfe her.

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