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Ex-Caritas-Vorstand Georg Cremer: "Wir müssen endlich anders über Gerechtigkeit sprec
DPA

Wie in Deutschland über Gerechtigkeit gestritten wird, spielt Populisten in die Hände, warnt Georg Cremer. Der frühere Caritas-Vorstand fordert eine nüchterne Debatte - und benennt eklatante Missstände.

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kritischer-spiegelleser 02.08.2017, 11:03
1. Eine sehr akademische Gerechtigkeitsdebatte

Man könnte es auch einfacher sagen. Früher hat der Mann gearbeitet, die Frau hat sich um die Familie gekümmert. Im Alter haben beide von der Rente des Mannes gelebt. Und leben können. Heute ist das durch die Rentenkürzungen nicht mehr möglich. Und auch das Familienbild hat sich geändert. Junge Frauen wollen zwar noch Kinder, aber nicht mehr die Last von Haushalt und Familie. Diser Entwicklung hat sich der Staat bisher verweigert und es kommt zu sozialen Fehlentwicklungen!

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labuday 02.08.2017, 11:03
2. absolute Übereinstimmung - dem Artikel kann ich nur beipflichten.

Wie der Wähler darüber denkt, ist eindeutig.
Und wer meint, dass eine Nichteinführung des BGE für alle Verdummung und Verrohung ist, verkennt die Wirklichkeit.
Unser derzeit schon gelebtes H4-BGE in Höhe von ca. 1050,00 pro Monat sollte docfh wohl reichen - als Rentenr lebt man von weniger noch gut.
Wieviel Sahne soll denn noch obendrauf ?

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watch15 02.08.2017, 11:13
3. Na der Ex-Caritas-Vorstand muss sich ja auskennen ... oder?

Schließlich lag das Vorstandsgehalt in 2015 schon über 160.000 EUR ... dazu ein paar Skandale über dicke Dienstwägen und private Geburtstagsfeiern, die als dienstliche Veranstaltungen abgerechnet wurden und und und. Da stecke ich einem Obdachlosen auf der Straße lieber 20 EUR zu als dass ich diesem Verein auch nur einen Euro spende. Geben Sie nur mal ein "Skandal Caritas" und viel Spaß bei der Lektüre.

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kiwi.pro 02.08.2017, 11:15
4.

kluger Mann!

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docmillerlulu 02.08.2017, 11:15
5. Ich denke folgender Satz bringt es auf den Punkt;

" Es ist völlig legitim, das Niveau verbessern zu wollen - wenn gleichzeitig genau benannt wird, wie die Lasten zwischen Beitragszahlern und Steuerzahlern aufgeteilt werden sollen, denn das Vorhaben ist teuer."
Mit Blick auf die Rente erwähnt der Protagonist nicht daß es gerade die Unternehmen ware die sich aus den Rentenzahlungen als Teil des Gehalten rausziehen wollten. Dies, zusammen mit einem extrem milden Tonfall der jegliche gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen ausklammert, ist ein Paradebeispiel dafür wie man sich für gut bezahlte Vorträge qualifiziert. Jegliche Erwähnung von Lohndumping, Vermögensspreizung, Werksverträge und Leiharbeit hat er geschickt ausgeklammert. Ich fühle mich erinnert an die Gewerkschaft die für die Leiharbeiter schlechtere Konditionen fixiert hat als vom Gesetzgeber vorgesehen.

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fördeanwohner 02.08.2017, 11:17
6. -

Der Mann weiß, wovon er redet. So stelle ich mir die Diskussion über Armut in Deutschland vor, faktenbasiert und sachlich. Stattdessen könnte man durch die Aussagen bestimmter Parteien und Interessensverbände in den Medien - genau wie von Herrn Cremer erläutert - manchmal den Einduck bekommen, wir lebten hier in einer Art Entwicklungsland. Das aber ist nun wirklich nicht der Fall. Die Probleme, die man tatsächlich angehen sollte, werden auch sehr gut benannt.
Parolen wie "Kein Kind soll mittags hungern" und "Kinderarmut so hoch wie nie" z.B. halte ich für total kontraproduktiv, da völlig unglaubwürdig. Scheint aber nicht nur mir so zu gehen. Andere wiederum glauben es und haben Zukunftsängste.
Also sind Umdenken und mehr Sachlichkeit gefragt. Danke!

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Newspeak 02.08.2017, 11:19
7. ...

Ein sehr informativer Artikel, von jemand, der offenbar die Details kennt und gut vermitteln kann. Warum sitzen solche Leute nicht im Parlament?

Einen Kritikpunkt gibt es allerdings. " Die wirtschaftlichen Voraussetzungen in Deutschland geben aber überhaupt keinen Grund zu der Annahme, dass es der Generation nach uns schlechter gehen wird."

Das stimmt und stimmt auch nicht. Die Wirtschaft hat sich doch laengst entkoppelt. Ein Boom kommt doch bei denen, die das erwirtschaften gar nicht mehr an. DAS ist doch das Problem. Auf dem Papier sieht alles toll aus, super Wirtschaftsdaten, aber trotzdem verlieren die Arbeiter und Angestellten den Anschluss.

Ich glaube, es ist sogar schlimmer. Es geht nicht um die Generation "nach uns". Die heute lebende Generation ist deutlich schlechter gestellt, als die der Eltern. Weniger hohe Loehne, prekaere Beschaeftigung mit Befristung, dazu immer mehr Abwaelzung der Lebensrisiken in die private Vorsorge, die sich bei den miesen Loehnen aber keiner leisten kann. Druck von allen Seiten. Man soll hochqualifiziert sein, hochflexibel, alles besser als die Elterngeneration das konnte, und bekommt weniger dafuer. Chancengerechtigkeit = Null. Leistungsgerechtigkeit = ein grosses Lachen. DAS ist Deutschland 2017.

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Ossibär 02.08.2017, 11:22
8.

Das bedingungslose Grundeinkommen für alle - Nein das wäre ungerecht und unsozial. Schon heute werden es immer mehr, die immer mehr Leistungen bekommen,ohne je Leistung erbracht zu haben. Und schon heute werden es immer mehr, die dann auch noch zusätzlich durch schlechtes Benehmen und Verhalten in der Öffentlichkeit den Staat noch mehr Geld kosten. Auch im Hartz IV Bezug muss es endlich einen Unterschied machen, ob man schon jahrzehntelang in die Sozialkassen eingezahlt hat oder nicht. Nie waren die Chancen für z.b. Jugendliche für eine Ausbildung oder einen Job besser als heute. Noch nicht mal in der DDR gab es für jeden, der auch ausbildungswillig ist(!) ca. 2 Lehrstellen. Anerkennung von schon geleisteter Lebensarbeitszeit gehört auch mit zur Debatte über soziale Gerechtigkeit.

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crazy_swayze 02.08.2017, 11:23
9.

Wer denkt, Geld entsteht bei der Bundesbank oder EZB, der ist auch Befürworter des BGE.
Alle anderen wissen, dass Geld erst erarbeitet werden muss.

Das BGE will also alle an dem erarbeiteten Geld partizipieren lassen - auch wenn sie nicht daran mitgearbeitet haben. Das ist zutiefst ungerecht, wenn es nach dem Gerechtigkeitsempfinden in der westlichen Welt geht. Deshalb wird diese Idee sich auch hier nicht etablieren.

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