Forum: Wirtschaft
Expansive Geldpolitik: Draghis Dilemma
REUTERS

Die Konjunktur in der Eurozone nimmt immer weiter Fahrt auf. Allmählich wäre es Zeit für die Europäische Zentralbank, aus der hyperaktiven Geldpolitik auszusteigen. Eigentlich. Aber so bald wird daraus wohl nichts.

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Freidenker10 03.09.2017, 11:18
1.

Die Zinsen werden niedrig bleiben, wie sonst sollte sich sein total überschuldetes Italien sonst finanzieren? Ach so, man kauft ja auch noch die Staatsanleihen auf...

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fvaderno 03.09.2017, 11:30
2. Wann endlich ...

... ist die Amtszeit von Draghi zu Ende. Seine Politik des Geldes im Überfluss ist schon früher in den USA (als dort noch besonnenere und intelligentere Menschen an der Macht waren) gescheitert. Was dieser Chef der EZB den Bürgern (weniger den Staaten) schon an Wohlstand und Geld gekostet hat !!!

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spon-1262956449612 03.09.2017, 11:44
3. Offensichtlich

Auch der letzte Zweifler muss erkennen, dass Draghi nicht der Vorsteher einer unabhängigen Zentralbank ist sondern der Interessenverwalter überschuldeter Euro-Staaten. Finanzpolitisch ein Horror-Szenario!

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marthaimschnee 03.09.2017, 11:47
4. Geld unter die Leute bringen?

Genau das tut die EZB ja eben nicht, denn sie pumpt Geld in die Finanzmärkte. Der Denkfehler hier: Finanzmärkte = Wirtschaft. Is nicht, oder besser gesagt, is nich mehr.
Bei den "Leuten" kommt von diesem Geld überhaupt nichts an. Und in der Wirtschaft nur minimal, die Masse geht in Spekulationsgeschäfte. Und genau hier ist Draghis Dilemma, denn entweder hätte man dieses Geld an ein Verbot knüpfen müssen, es im Finanzmarkt kreisen zu lassen (was einigermaßen undurchsetzbar ist), oder man hätte endlich die Finanztransaktionssteuer einführen sollen, die auch unser nobler Herr Finanzminister - ach oweh, ich würde ja gerne, aber die anderen nicht - bisher erfolgreich verhindert hat. Aber solange man sich als Geisel der Märkte wohlfühlt, wird hier gar nichts passieren!

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dirk.resuehr 03.09.2017, 12:01
5. Die heilige Kuh

das Sparkonto wird immer noch als Kriterium der Geldanlage zum Beweis herangezogen. Das ist, pardon, langsam öde und blöde. Es gibt Aktien mit sehr viel besserer Verzinsung, Immobilien und -Gold, übrigens schon sehr lange.Das Kriterium ist nunmal die Inflation, die ist gering, seien wir doch froh. Wer sein Haus mit 1% Zins bezahlen kann, lacht über die irren Mieten. Das Problem sind die mangelhaften Investitionen, der Unternehmen wie die des Staates. Wenn alle mehr investierten stiegen aufgrund der Nachfrage und höherer
Preise auch die Zinsen. Dann gibt s Geschrei wegen der hohen Zinsen für Kredite!

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huebif 03.09.2017, 12:16
6. Der Euro ist das Problem.

Auch in diesem Artikel wird unterschwellig erklärt, dass Italien und Deutschland jeweils eine unterschiedliche Geldpolitik benötigte. Die Zwangsjacke Euro hat Europa im Griff und zwingt zu irrationalem Handeln der EZB. Merkel und Schäuble wissen das vermutlich, aber sie sind zu feige das Problem anzugehen und verschieben es (unter Vergrößerung des Problems) in die Zukunft.

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christiewarwel 03.09.2017, 12:21
7. Zynischer Neokapitalismus pur

Zitat von dirk.resuehr
das Sparkonto wird immer noch als Kriterium der Geldanlage zum Beweis herangezogen. Das ist, pardon, langsam öde und blöde. Es gibt Aktien mit sehr viel besserer Verzinsung, Immobilien und -Gold, übrigens schon sehr lange.Das Kriterium ist nunmal die Inflation, die ist gering, seien wir doch froh. Wer sein Haus mit 1% Zins bezahlen kann, lacht über die irren Mieten. Das Problem sind die mangelhaften Investitionen, der Unternehmen wie die des Staates. Wenn alle mehr investierten stiegen aufgrund der Nachfrage und höherer Preise auch die Zinsen. Dann gibt s Geschrei wegen der hohen Zinsen für Kredite!
Genau das ist Ihr Kommentar!
Wissen Sie, wieviele Abermilliarden an Börsen in den letzten 100 Jahren verbrannt worden sind? Wissen Sie, wieviele Menschen so in kürzester Zeit ihre Rente, ihre Ersparnisse, ihre Existenzgrundlage verloren haben? Börsengehandelte Aktien, egal welcher Natur, sind keine Geldanlage, sondern Kasinogeld, das in Black Jack und Poker investiert wird - eine Mischung aus Know How, Statistik, Intuition und Psychologie entscheiden über den Erfolg!!! Der normale Bürger hat kaum die Zeit, sich intensiv genug mit Unternehmen und deren Aktien zu beschäftigen, um halbwegs vernünftig investieren zu können. Und jetzt kommen Sie bitte nicht mit Managern, die managern nämlich vor allem eines, nämlich ihren eigenen Verdienst bei jedem Abschluß. Gerade Leute mit wenig Geld, geringem Einkommen und großer Unwägbarkeit bei ihren Einkünften brauchen sichere und vorhersehbare Sparformen mit soliden Zinsen -und das sind immer mehr Menschen in diesem Land. Draghis Geldpolitik ist reine Abzocke des Kleinsparers.

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volucer 03.09.2017, 12:37
8. geldpolitik: one fits all? JA!

dieser kritikpunkt ist aber keiner. auch wenn der euroraum sehr heterogen ist, ist eine einzige geldpolitik nötig. beispiel usa, die deutlich größer als der euroraum sind und ebenfalls sehr heterogene bundesstaaten haben.
der wichtige punkt ist die mögliche binnenmigration. in den usa und euroraum kann jeder nach belieben seinen arbeitsplatz suchen. der einzige unterscheie usa vs. euroraum ist die sprachbarriere, die aber zunehmend verschwindet.
eine geldpolitik für alle ist möglich, solange binnenmigration legal ist, was es im euroraum ist.

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santoku03 03.09.2017, 12:45
9.

Zitat von fvaderno
... ist die Amtszeit von Draghi zu Ende. Seine Politik des Geldes im Überfluss ist schon früher in den USA (als dort noch besonnenere und intelligentere Menschen an der Macht waren) gescheitert. Was dieser Chef der EZB den Bürgern (weniger den Staaten) schon an Wohlstand und Geld gekostet hat !!!
Der Artikel erklärt doch deutlich genug, dass ein einseitiger Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes quasi unmöglich ist. Wieso Sie daher das Problem an der Person Draghi festmachen, ist mir schleierhaft. Aber wahrscheinlich ist es einfach leichter, eine Person zum Sündenbock zu stempeln, als zu versuchen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen.

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