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Export-Streit: IWF drängt Deutschland zur Bescheidenheit
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Erst rügt der US-Finanzminister die Exportstärke der Deutschen, nun legt der Internationale Währungsfonds nach. Der Vize-Chef der Organisation fordert nach SPIEGEL-Informationen eine konkrete Obergrenze für die Überschüsse der Bundesrepublik.

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cccatch 06.11.2013, 01:35
500. Innerhalb einer gemeinsamen Währung

Zitat von khd54
Die Exportüberschüsse Deutschlands sind in dieser Grössenordnung nur entstanden, weil Deutschland innerhalb der EURO Union intern abgewertet hat. Dadurch sind die in Deutschland produzierten Güter in EURO unterbewertet und führen zu verstärkter Nachfrage. Volkswirtschaftlich ist es aber ein absoluter Unsinn, innerhalb eines Währungsgebietes volkswirtschaftliche Kennzahlen über einzelne Regionen, auch wenn es selbstständige Staaten sind, abzubilden. Keiner käme auf die Idee, die "Exportüberschüsse" aus Bayern oder aus prosperienden amerikanischen Bundesstaaten wie New York separat auszuweisen, um sie an den Pranger zu stellen. Eine mit anderen Währungsräumen vergleichbare Aussage haben daher nur die volkswirtschaftlichen Kennzahlen der gesamten Währungsunion und da ist der Leistungsbilanzsaldo Null. Insofern ist die Aussage des Reports to Congress on International Economic and Exchange Rate Policies entweder ein interessendienliches, politisches Statement oder es offenbart Inkompetenz und mangelndes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge bei den Autoren. reine
Innerhalb einer gemeinsamen Währung ist es eben so , dass bestimmte Regionen stärker oder schwächer sind , so ist es in den USA , so ist es in Deutschland , so ist es in der EU , so ist es weltweit .
Politik ist dazu da , diese Ungleichgewichte auszugleichen , zuerst mit Politik und Förderung der unterentwickelten Regionen . Wenn das nicht reicht , gibt es Ausgleichszahlungen unter strengen Regeln .
Wenn diese Ausgleichszahlungen auch nicht fruchten , dann gibt es Zwangsverwaltung , in Deutschland gilt dieses Prinzip zumindest so , oder ?

Matthias

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cccatch 06.11.2013, 01:38
501. Die Exportlastigkeit hatten wir schon immer

Zitat von Paul-Merlin
abnehmen, wenn das Lohndumping in Deutschland gemildert würde. Zwangsläufig würde - wegen höherer Preise - die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zum Ausland zurückgehen. Die Ausfälle würden aber weitgehend durch die stärkere Inlandsnachfrage ausgeglichen. Letztlich dürfte dies sogar der Mehrzahl der Arbeitnehmer in diesem Lande - plus der Rentner deren Rentenhöhe angekoppelt ist an die Einkommensentwicklung der Arbeitnehmer - zum Vorteil gereichen.
Diese Exportlastigkeit hatten wir in der Ökonomie Deutschlands schon immer , wir waren immer Exportweltmeister , was das auch immer bedeutet , für mich bedeutet sowas genau das , ohne eigene Rohstoffe weltmarktfähige und verkaufbare Produkte zu produzieren , oder ?
Was bitte soll daran falsch sein ?

Matthias

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cccatch 06.11.2013, 01:44
502. Ich protestiere !

Zitat von bernd_rickert
Die deutsche Wirtschaftpolitik ist die gleiche mit der die Schuldenkrise überwunden werden soll: Sie entzieht der Masse Volk ihren gerechten Anteil am Wohlstand, sodass der Lebensstandart auf ein Minimum reduziert wird und kein Platz für zusätzliche Importe bleibt.
Ich protestiere und widerspreche absolut !
Die Wertschöpfung der Gesellschaft in Deutschland findet ihren Ursprung in weltmarktfähigen Industriegütern und zunehmend , zwar schellend , auch im Binnenmarkt .
Ich finde es bemerkenswert , dass Deutsche weniger auf diesen überhitzten Börsenkram reingefallen sind ,als unsere Vorbilder .
Und wir retten sie trotzdem , ist das nicht bemerkenswert ?
Matthias

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cccatch 06.11.2013, 01:55
503. Das Protektorat der EU

Zitat von Worldwatch
Dann muessten diese Importprodukte aber auch im Lande nachgefragt werden, in den Industrie- und Konsummaerkten in D.. Sowie, der Import muesste ueberhaupt auch zulaessig sein! Wogegen aber schon regelmaessig der "EU"-Protektionismus selbst, wie aber auch nationale Zulassungsfragen sprechen. Nehmen wir z.Bsp. Agrarprodukte aus Afrika, die den Leuten dort Perspektiven gaebe, in Afrika bleiben zu wollen, anstatt nach dem "goldenen Morgenroete-EU" zu fluechten. Dann haben sie aber die vereinigte "EU"-Agrarsubventionsmafia am Hals.
Das Protektorat der EU Deppen in Brüssel ist unerträglich , die wollen alles regeln mit tausenden von Beschränkungen , die EU ist gescheitert , endgültig , ich selbst werde das angebliche EU Parlament auch nie mehr wählen , weil die ganze EU mittlerweile nur noch ein verkommener Schacherladen ist , für die EU in der jetzigen Form reichen normale Wirtschaftsabkommen aus , wegen Euronen reichen auch normale Abkommen aus , gemeinsame Politik der EU werde ich wohl nie mehr in meinem Leben erleben , aber zusammenhalten sollte man trotzdem .
In meinen Augen ist das Projekt der EU gescheitert , in der Form der gnadenlosen Kompromisse zumindest .

Matthias

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rabenkrähe 06.11.2013, 15:47
504. jaja

Zitat von sysop
Erst rügt der US-Finanzminister die Exportstärke der Deutschen, nun legt der Internationale Währungsfonds nach. Der Vize-Chef der Organisation fordert nach SPIEGEL-Informationen eine konkrete Obergrenze für die Überschüsse der Bundesrepublik.
.........

Es erstaunt mich, wie bandbreit sachfremd über diese Problematik berichtet wird, so, als wäre schierer Neid die einzige Triebfeder der Kritik.
So ist es aber nicht.
Gerade hat in Frankreich einer der größten Schlachhöfe Europas dichtgemacht, er kann mit den Billigpreisen, die durch Lohndumping osteuropäischer Arbeitskolonnen in Deutschland herrschen nicht mehr konkurrieren. Dänemark hat die Erstellung ihrer landwirtschaftlichen Produkte nach Deutschland ausgelagert, weil das extrem niedrige Lohnniveau für niedrigere Preise sorgt.
Zwei Beispiel aus einem Sektor, in dem die Löhne heruntergebeamt und unsere Exportzahlen nach oben gebeamt werden.
Wer das für gesund hält, der warte mal ein paar Jährchen, denn bei dieser Ausbeutung Lohnabhängiger ist ja abzusehen, daß die Leistungen des Staates wachsen müssen, für Sozialversorgung, für Rente, für Pflege undundund.
Es wird also unter zweifelhaften Bedingungen der Wettbewerb verzerrt und das festzustellen, kommt IWF und EU allemal zu!
rabenkrähe

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j-ps 07.11.2013, 14:47
505. Gefahr für die Weltwirtschaft

sehe ich eher in der neuen Blase, die die Fed durch ihre 24/7 Druckerei von Dollar generiert und wenn irgendwann die Kreditkartenblase in den USA platzt dann reicht das auch schon.
Wenn das Ausland kein Geld mehr hat, schrumpft der Export von alleine, solange das Ausland kauft scheinen sie es ja auch zu brauchen.
Zumindest kaufe ich mich nicht mit Dingen bankrott, die ich nicht brauche ....

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Eliza 08.11.2013, 03:20
506.

Zitat von martin2011ac
Deutschland ist schlichtweg ein Schmarotzer der Lohndumping betreibt. So könnte man ja tatsächlich die Löhne in Deutschland massiv steigern und den Konsum ankurbeln.
Woraufhin alle bei den Chinesen oder in andern Billiglohn-Ländern einkaufen würden.

KEIN Lohn-Dumping in Ihrem Sinne (eine eigenartige Ausdrucksweise für unser auch angesichts der Globalisierung noch halbwegs funktionierendes Lohnstückkosten-System) betreibt Griechenland, das daher im internationalen Handel vollständig abgehängt ist. Dort kosten Hotelaufenthalte im Schnitt c 60% mehr als in der Türkei, die touristisch ganz Ähnliches bietet.

Die in Griechenland hergestellten Waren sind wegen der allzu hohen Lohnstückkosten so teuer, dass inzwischen bereits Lebensmittel nach Griechenland importiert werden müssen, zB Tomaten aus Holland.

Der Schuldenstand Griechenlands ist so wahnsinnig hoch, die Leistungsbilanz so schlecht, dass man überhaupt nicht erkennen kann, wie dieses Land als Euro-Mitglied jemals wirtschaftlich gesunden soll.

All das ist das Gegenteil von vorbildlich.

Das Problem liegt darin, dass in der Euro-Zone solche Staaten, für die der EURO zu schwach ist, wie Deutschland, das eigentlich aufwerten müsste (was den Export-Überhang sofort beseitigen würde), mit solchen Staaten, für die er hoffnungslos zu stark ist, und denen nur eine Währungs-Abwertung helfen könnte, künstlich unter derselben Währung zusammengezwungen sind.

Die Euro-Zone muss um-organisiert werden. Andernfalls können weder die südeuropäischen Peripherieländer noch andere Staaten mit schlechter Leistungsbilanz auf einen grünen Zweig kommen.

Siehe das informative Interview von Hans-Werner Sinn (Präsident des IFO-Instuts) vom Juli 2013 auf Phoenix.
Prof. Hans-Werner Sinn über den Euro und Griechenland - YouTube

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