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Export-Streit: IWF drängt Deutschland zur Bescheidenheit
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Erst rügt der US-Finanzminister die Exportstärke der Deutschen, nun legt der Internationale Währungsfonds nach. Der Vize-Chef der Organisation fordert nach SPIEGEL-Informationen eine konkrete Obergrenze für die Überschüsse der Bundesrepublik.

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Progressor 03.11.2013, 16:22
70. Also nochmal

Es verlangt niemand von uns für Exporte eine gewisse Quote zu erreichen. Es kann unbegrenzt mehr und weiter exportiert werden.

Aber: Die Binnennachfrage ist so zusteigern, dass die Exportüberschüsse ein gewisses Maß nicht übersteigen. Das ist ein Unterschied!

Nebenbei bewerkt: Wenn wir wollen, dass unsere Handelspartner ihre Schulden irgendwann mal zurück bezahlen können, dann müssen wir in Deutschland sogar einige Zeit Export_defizite_ fahren.

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wibo2 03.11.2013, 16:23
71. Die Außenhandelsüberschüsse mit den Defizitländern sind verschenktes Geld ...

Zitat von sysop
Der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, hält die Kritik dagegen für "absolut gerechtfertigt". Deutschland schade sich mit dieser Politik letztlich nur selbst. Ein Großteil der Überschüsse lande über den Kapitalexport im Ausland.
Seit die schwarz-gelbe Regierung die Macht übernommen hatte,
behauptet sie, dass ihre Politik alternativlos sei und es keinen Plan
B geben könne. Eine zweite Behauptung, die sie immer wieder
vorbringt, ist die, dass alle Bürger gemeinsam von den aktuellen
Krisen betroffen seien, dass sie alle Opfer bringen müssten.

Wie die erste, so hat sich angesichts der derzeitigen
wirtschaftspolitischen Strategie der Regierung auch die zweite als
falsch herausgestellt. Die politischen Maßnahmen treffen junge und
ältere Menschen sowie Arbeitslose weit überproportional. Und
Die Zahl der Millionäre und Milliardäre steigt an. Dahinter steht
eine drastische Umverteilung von Arm zu Reich.
Wirtschaftliches Wachstum und mehr öffentliche und private
Investitionen wären notwendig.

In öffentliche Dienstleistungen zu investieren, wäre der richtige
Weg aus der Schuldenkrise. Anstatt Geld für den Abbau von
Arbeitsplätzen auszugeben, müssten welche geschaffen werden. Es
gibt auch verschiedene Bereiche des öffentlichen Dienstes,
beispielsweise im Gesundheitswesen, in denen mehr öffentliche
Stellen dringend nötig wären.

Fast jeder vierte deutsche Beschäftigte arbeitet inzwischen zu
Dumpinglöhnen, bei den unter 25-jährigen ist es sogar jeder
zweite. Mehr als vier Millionen Beschäftigte erhalten weniger als
sieben Euro Stundenlohn brutto. Unsichere und mies bezahlte
Arbeitsverhältnisse breiten sich immer weiter aus.
Parallel dazu nehmen Stress, psychische und andere Erkrankungen
zu. Zwar haben sich die Profite deutscher Unternehmen durch die
verschärfte Ausbeutung erhöht, was auch die
"Wettbewerbsfähigkeit" verbessert haben mag.

In den letzten zehn Jahren hat Deutschland
Außenhandelsüberschüsse von insgesamt knapp zwei Billionen Euro
angehäuft. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf den Handel mit
anderen Euroländern, die entsprechende Kredite aufnehmen
mussten, um die Importe zu finanzieren. Auch ohne die horrenden
Kosten der Bankenrettung hätte dies früher oder später zu einer
Schuldenkrise und zu politischen Konflikten geführt.

Die Einlassungen der Verbandsvertreter sind deshalb als falsch und
verlogen zu kritisieren und alternativlos systemrelevant
abzulehnen.

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grover01 03.11.2013, 16:23
72.

Zitat von Progressor
Man sagt ja oft Vergleiche hinken. Ihr Vergleich hat aber ein Holzbein, es würdigt nämlich nicht die Tatsache, dass die Exportüberschüsse des einen ganz zwangsläufig die Defizite der anderen sind. Von einer unfairen Manipulation des US-Dollars durch China brauche ich dann schon gar nicht mehr zu kommen.
Als wenn wir die USA dazu zwingen würden mehr auszugeben als sie haben. Das machen sie ganz freiwillig. Und meinen Sie mit "unfairen Manipulationen" die Tatsache, dass China amerikanische Staatsanleihen kauft? China ist einfach dumm genug den USA noch Geld zu leihen. Denn zurückbekommen werden sie es niemals. Übrigens, wenn China mit den "unfairen Manipulationen" aufhören würde, dann bekäme der Dollar sehr schnell sehr große Probleme. Im letzten Quartal hat die chinesische Zentralbank ca 150 Milliarden an amerikanischen Staatsanleihen gekauft. Die Zinsen würden schlagartig steigen, wenn diese Nachfrage aus China plötzlich wegfiele. Höhere Zinsen kann sich der amerikanische Staat aber nicht leisten.

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Zereus 03.11.2013, 16:24
73.

Zitat von Pi-Street
Man sollte umziehen. Nach Wisconsin. Und die Wisconsiner ziehen in die Mitte Europas. Ich pack schon mal meine Sachen.
Wenn es nach mir ginge, sollte man Deutschland mit einer riesengroßen Suppenkelle aus Europa rausheben und irgendwo mitten im Pazifik wieder ablegen. Das wäre herrlich.

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ernie78 03.11.2013, 16:25
74. IWF? Ist das nicht die Bank...

Zitat von sysop
Erst rügt der US-Finanzminister die Exportstärke der Deutschen, nun legt der Internationale Währungsfonds nach. Der Vize-Chef der Organisation fordert nach SPIEGEL-Informationen eine konkrete Obergrenze für die Überschüsse der Bundesrepublik.
wo die amerikaner das sagen haben? Die haben die Weltleitwährung, womit sie die Weltwirtschaft leiten, wie sie wollen. Sie haben ratingageturen, womit sie länder beliebig abstufen. Sie haben die fäden des internets in den händen.

Dieses monopol der Amerikaner muß man beenden.

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simple.mind 03.11.2013, 16:25
75. Bescheidenheit ist eine Tugend

Deutschland soll sich also in Bescheidenheit üben - gemeint ist allerdings wohl kaum eine größere Zurückhaltung bei Zahlungen an Europas Krisenstaaten und notleidende Banken...

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Nowottny 03.11.2013, 16:25
76. Die Währung spielt keine Rolle.

Zitat von j_bond
Deutschland soll die DM einführen und schon geht der Export automatisch zurück. Ja da werden die Südländer Augen machen wenn sie allein den Euro haben. Aber sie müssten eigentlich froh sein. Damit wären alle Problem gelöst.
Wie kommen Sie darauf?

Solange Deutschland EU-Mitglied ist, wird es zahlen müssen. Ob in D-Mark, Euro, Schekel, Dollar spielt keine Rolle. Glauben Sie wirklich, Deutschland wird die EU jemals verlassen? Ich nicht. Das erlebe ich nicht mehr.

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kayhawai 03.11.2013, 16:25
77. Mitleid gibt's geschenkt - Neid muss man sich verdienen

Unsere Waren sind in der ganzen Welt heiß begehrt, weil sie qualitativ - vor allem im Bereich Maschinenbau - zum Besten gehören, was die Welt zu bieten hat. Insofern ist das, was die USA fordern aus reinem Neid gespeist. Sollen sie halt bessere Waren herstellen. Ich glaub so etwas nennt man Wettbewerb, von dem die USA doch sonst immer so viel halten.
Nebenbei: Ich halte es für skandalös, dass die amerikanischen Leichtathleten bei Olympia immer die ganzen Goldmedaillen abräumen. Da sollte man eine Obergrenze einführen. Oder jeder amerikanische Athlet bekommt einen Zementsack auf den Rücken geschnallt.

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analysatorveritas 03.11.2013, 16:26
78. Ökonomische Ungleichgewichte und die neue Einheitswährung Euro!

Zitat von Das Grauen
Sollen wir unseren Unternehmen verbieten zu exportieren, oder was? Die sind doch irre beim IWF! Auf der einen Seite immer einen unregelmentierten freien Handel fordern, aber andererseits mit solchen Stammtischideen ankommen. Die haben sie doch nicht mehr alle.
Es wäre ja normalerweise kaum ein Problem, befänden WIR uns NICHT mit einigen ANDEREN Ländern in einer Einheitswährung. Was früher durch den zeitnahen und marktkonformen flexiblen Wechselkurs einer eigenen nationalen Währung im EWS angeglichen worden ist, fehlt seit 1999 in Europa. Will man also die Währungsunion mit ihren großen ökonomischen Ungleichgewichten weiter erhalten, führt kaum ein Weg an der Transfer- und Haftungsunion vorbei. Trotz aller Beteuerung unserer deutschen Politiker. Hinzu kommt noch der Bankenbereich mit seinen Altlasten, mit von der Partie sind dabei auch die Unternehmen als Marktteilnehmer. Es hängt also vieles zusammen, besonders in einer nicht funktionierenden Währungsunion.

Währungssystem

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Sharoun 03.11.2013, 16:26
79. BRD - ein Wirtschaftsimperium hält sich ein ganzes Land

Zitat von sitcom
Die Überschüsse sind so hoch weil das Arbeitseinkommen der deutschen Bevölkerung seit Jahren sinkt und diese sich nichts mehr leisten können... Also hat der IWF irgendwie reicht... Und abgesehen davon... Trotz des angeblichen Erfolges kein schuldenabbau... Genau.... Der Aufschwung kommt nur bei den Reiche und suoerreichen an die dann am Ende durch niedrige Steuer subventioniert werden... Es läuft was falsch im Merkelland...
..es wird ja nicht nur auf Steuereinnahmen verzichtet - ein Teil des Gehalts muß mittlerweile der Staat zahlen, da die Wirtschaft die abgebotenen Maßnahmen für die 'Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit' (Dumpinglöhne) natürlich dankbar aufgreift.

In der Folge wird dafür der 'Sozialetat' (wie zynisch) überstrapaziert - und ein in weiten Teilen strunzdummes Volk feiert diese unsäglichen Zustände auch noch ab!

Wie gesagt:
alle Kritik der letzten Zeit kommt ebenfalls von Verfechtern des Kapitalismus - aber selbst denen geht diese Turbo-Wirtschaftsdiktatur ('marktkonforme Demokratie') hierzulande mittlerweile zuweit.

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