Forum: Wirtschaft
Extremhaushalt in Großbritannien: Sparen, bis die Straße platzt

Der Extrem-Sparkurs in Großbritannien empört die Bürger. Weniger Sozialsystem, mehr Schlaglöcher - besonders hart trifft es Problemstädte wie Leeds, denn die Regierung streicht soziale und Kulturprojekte radikal zusammen. Rutscht die Wirtschaft des Landes in eine Abwärtsspirale?

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StellaVella 02.11.2010, 10:21
10. Schade...

Habe selbst ein Jahr in Leeds gewohnt (2007/2008) und fand es dort eigentlich nicht übel. Schade, dass sich das Stadtbild mit dem Sparkurs wahrscheinlich stark zum Negativen verändern wird (trotz diverser Sehenswürdigkeiten wie Victoria Quarter oder Royal Armouries).

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Pacolito 02.11.2010, 10:34
11. Hmm...

Zitat von Ben de Haas
...die der artikel nicht erwaehnt, sind einige der extremen auswuechse des sozialsystems, denen man mit den cuts versucht entgegenzusteuern. eine der anstehenden massnahmen ist beispielsweise einen maximalbetrag fuer wohngeld einzufuehren: 400 Pfund die Woche. ja, die Woche. das es (selbst wenn nur fuer wenige) moeglich ist, auf staatskosten einen lebensstandard zu pflegen, der ueber 90% der (arbeitenden) familien des landes nicht offen steht ist m.e. ungerecht.
Mal in England gewesen? Also nicht nur London, Trafalgar Square?
Mal die ehemaligen Industriestädte angeguckt? Da möchten Sie nicht wohnen.

Bei einigen Kommentaren denkt man wirklich, dass gerade das ultraliberale England für die ärmeren Schichten ein Land wäre, in dem Milch und Honig fließt. Das Gegenteil ist der Fall.

Aber sicher, endlich kommt mal wer, der den ganzen Schmarotzern zeigt, wo der Frosch die Locken hat. Ist klar...

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distributer 02.11.2010, 10:52
12. Ich weiss nicht

wo hier noch gespart werden soll :)
Ich lebe in einer eher kleinen Stadt (ca. 30k Einwohner West Midlands) und die Strassen sind in sehr schlechtem Zustand.

Die freie Heilfuersorge muss meiner Meinung nach unbedingt erhalten bleiben. Ich haette nun keine Lust mein Geld in irgendwelche Unternehmen zu pumpen, um mich privat zu versichern.

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Strichnid 02.11.2010, 10:55
13. ...

Zitat von Frank Wagner
Das habe ich hier im Form schon vor einigen Jahren geschrieben, da wurde ich dann aber regelmässig als Spinner bezeichnet, der die moderne Finanzwelt einfach nicht versteht.
Die "moderne Finanzwelt" sagt genau das Gegenteil. Da wird ständig Geld ausgegeben, das nicht da ist (sprich: das vorher nicht da war, bevor man es ausgab). Das nennt man Fiat Money, moderne Geldschöpfung aus dem nichts.

Es ist politischer Wille, die Armen verkommen zu lassen. Das hat rein gar nichts mit irgendwelchen Notwendigkeiten zu tun. Man will dem "Finanzmarkt" dienen, nicht mehr den Menschen. Das wird inzwischen ja auch so offen ausgesprochen, zB von unserem Merkel. Mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun.

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blueloom007 02.11.2010, 10:56
14. relativ

Zitat von Ben de Haas
...die der artikel nicht erwaehnt, sind einige der extremen auswuechse des sozialsystems, denen man mit den cuts versucht entgegenzusteuern. eine der anstehenden massnahmen ist beispielsweise einen maximalbetrag fuer wohngeld einzufuehren: 400 Pfund die Woche. ja, die Woche. das es (selbst wenn nur fuer wenige) moeglich ist, auf staatskosten einen lebensstandard zu pflegen, der ueber 90% der (arbeitenden) familien des landes nicht offen steht ist m.e. ungerecht.
na na, stimmt im grunde schon, ist aber komplizierter...
um eines klarzustellen : London ist keine deutsche Kleinstadt und 400 £ pro woche sind im privaten wohungsmark nicht besonders viel. Fuer 3 "schlafzimmer" wird das sicherlich nicht reichen.
Trotzdem ist die ganze Situation schon ein bischen absurd, wenn Leute die weit ausserhalb wohnen (weil sie wollen oder wegen der Kosten muessen) anderen die Miete in teuren Gegenden (sagen wir mal 800£ pro woche fuer eine 3 zimmerwohnung) subventionieren.

Polemiker nennen die aus den cuts resultierende solziale Migration "social cleansing" - als waere das etwas neues. Man koennte es auch einfach Kapitalismus nennen.

Auf der Gegenseite kann man natuerlich argumentieren dass so eine Ghettobilding weitgehend verhindert wird und es einen relativ guten solzialen mix gibt. Funktioniert auch einigermassen, auch wenn es natuerlich immer bessere und schlechtere (billiger und Teurere) Gegenden gibt und wenn die konzentration einer seite(grosse Council Estates) zu stark ist. Die andere Konzentration ist vordergruendig nicht so schlimm, ausser dass man gefahrlaeuft staendig von Ferraris und Bentleys ueberfahren zu werden.

London, Pimrose Hill

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hansmaus 02.11.2010, 11:07
15. 10-15 Jahre

England ist uns 10-15 Jahre voraus.
Hat den Vorteil für uns das wir uns schon auf das kommende einstellen können.
Hier glaubt doch keiner ernsthaft das es hier so weiter geht wie bisher....

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tristar73 02.11.2010, 11:15
16. ...

Zitat von sysop
Der Extrem-Sparkurs in Großbritannien empört die Bürger. Weniger Sozialsystem, mehr Schlaglöcher - besonders hart trifft es Problemstädte wie Leeds, denn die Regierung streicht soziale und Kulturprojekte radikal zusammen. Rutscht die Wirtschaft des Landes in eine Abwärtsspirale?
Ich sehe es so.... Wir haben einen Blutverlust im Geldkreislauf, und um den (Ideologisch) primären Kern am Leben zu erhalten, wird die vermeintlich sekundäre Peripherie geopfert.

Aber wenn sie das auf einen menschlichen Organismus übertragen.... "Ok, Schalten wir mal die Nieren ab um das Gehirn zu retten!", dann ist das Resultat Exodus. Früher oder später auch für den Kern, den man ja um jeden Preis Retten wollte!

Nichts als blinder Irrationaler Aktionismus also zu Lasten der Gesamten Gesellschaft was hüben wie drüben abgeht!

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riga_ernest 02.11.2010, 11:24
17. Ist wirklich eine Frechheit.

Zitat von Pacolito
Mal in England gewesen? Also nicht nur London, Trafalgar Square? Mal die ehemaligen Industriestädte angeguckt? Da möchten Sie nicht wohnen. Bei einigen .......
England hat im Grunde gar kein Sozialsystem, und entsprechend sieht es ja auch aus: Kriminalität, Hoffnungslosigkeit, und jetzt noch die Einsparungen.

So schön das Land ist, und so viele gute Dinge es hier gibt: Das Sozialsystem überdimensioniert zu nennen, das zeugt schon von mehr als Ignoranz.

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riga_ernest 02.11.2010, 11:27
18. Auch das ist leider wahr.

Zitat von soundscape
Also in Frankreich kann man zur Zeit von einer Empörung der Bürger sprechen. Aber in England? Wie viele Leute haben denn am 23. Oktober in London protestiert? 100? Oder hat SPON für den Artikel auch ein Bild der wütenden Menge und nicht nur eins mit 10 Hanseln drauf? Engländer sind empört, wenn der Lieblingsfussballclub an amerikanische Finanzinvestoren verkauft wird - aber selbst dann wird weder das Season-Ticket noch das Sky-Sports-Abo gekündigt.
Der Rooney-Abgang aus Manchester wurde von Demonstranten vereitelt. Die Kürzungen führen nur zu Gejammer und mehr Kriminalität.

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riga_ernest 02.11.2010, 11:29
19. Das britische Gesundheitssystem...

Zitat von franksterling
lebe in london und arbeite als zahnarzt. hier wird jedem und allen freies dental treatment gewaehrt aelbst wenn die leute ueberhaupt nicht hier wohnen. das ist ja auch gut so aber fuehrt dazu dass genau diese leute sich ueberhaupt nicht dafuer interesieren. habe hier ca 500 kronen und prothesen rumliegen die nicht abgeholt wurden. ich wurde vom staat bezahlt aber die leute die die arbeit brauchen interessiert es nicht weil sie ja sowieso nicht zahlen. leistungen so weit wie es geht kuerzen und es den faulenzern nicht so leicht machen. sie werden schon sehen wie viele sich dann ploetzlich aufraffen...
Das britische Gesundheitssystem ist zu großzügig, wollen Sie das sagen?
Sind Sie ganz sicher, dass Sie in England leben?

Ich kann über dieses Posting nur müde schmunzeln. Anscheinend sind die Zahnärzte in London definitiv zu gut bezahlt - denn ICH kenne Zahnärzte in England nur so, dass man lieber privat versichert ist oder dass ich NOCH lieber in Deutschland zum Zahnarzt gehe...

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