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EZB-Chefposten: Wenn Europa den falschen Deutschen wählt
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Wer hütet künftig unser Geld? Diese Schicksalsfrage droht sich im Kuhhandel nach der Europawahl zu entscheiden - dann könnte einer Chef der Europäischen Zentralbank werden, weil er Deutscher ist. Und nicht, weil er überzeugendere Rezepte hat.

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tschoemitoe 17.05.2019, 15:36
30. wow

Sozen-Fricke macht schon mal die Gießkanne startklar. Noch mehr Geld drucken. Prima Idee. Und bloß keine Zinsen - neoliberales Teufelszeug.

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Weltbild 17.05.2019, 15:36
31.

Zitat von andibasta
anstatt zuzugeben, dass der Euro eine Fehlkonstruktion ist, die bereits zu massiven Verwerfungen innerhalb der Eurozone geführt hat. Dramatisch hohe Arbeitslosigkeit in den Südländern. Konfrontationen bis hin zu offenen Hass zwischen Nationen, die sich bisher freundschaftliche verbunden fühlten. Anstatt dies also zuzugeben, wird schon jetzt der Sündenbock für die nächste, mit Zentralbank-Mitteln wahrscheinlich nicht mehr zu beherrschende Krise gesucht. Hier eignet sich vortrefflich ein deutscher Zentralbanker, der noch nicht einmal im Amt ist .
der Euro ist keine Fehlkonstruktion. Die hohe Arbeitslosigkeit in den Südländern ist nicht vom Euro verursacht worden, sondern von der Unfähigkeit der Politik Rahmenbedingungen zu schaffen, die wirtschafliche Entwicklung voranbringt und die Arbeitslosigkeit abbaut. Die Spîelregeln des Euros sind doch vorher bekannt gewesen.

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PeterMüller 17.05.2019, 15:37
32. @Autor Gaga.

Gaga, schreibt der Autor, sei es "einen möglichen neuen EZB-Chef ohne Weiteres für ausreichend geeignet zu halten, weil er ein Deutscher ist, also ein (vermutlich) Harter, also ein Guter, wie das bei uns im Märchenland der angeblich einzig wahren Stabilitätskultur gern erzählt wird. Weil er angeblich dann dem deutschen Sparer dienen und für schöne Zinsen sorgen kann." Aber wer denn so argumentiert, das bleibt der alte Polemiker Fricke schuldig. Mit Sätzen nach dem Motto " man muss/weiss/tut" dieses oder jenes, aber bloss nicht sagen, wer denn dieser man ist. Immer schön im ungefähren rumstänkern. Darin allerdings ist Fricke gut.
Und wieder will er uns entgegen aller Fakten weiß machen, dass die Südschiene doch verantwortungsvoll handelt. Hier ist die Frage wirklich berechtigt: Liebt der Mann Fricke den Süden wirklich so sehr, dass für die Realitäten völlig verblendet ist? Dass Spanien und Irland das Bilden von Kartenhäusern zugelassen haben, die dann zusammenfielen und Staatsschulden anhäuften, sagt nichts, aber auch gar nichts darüber aus, dass Italien und vor allem auch Griechenland schlicht und ergreifend ihr Vermögen verpulvert haben und sich damit eine schönes Leben gemacht haben. Einen gegenteiligen Nachweis konnte Fricke nie liefern, aus dem ganz einfachen Grund, dass es ihn nicht gibt.

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Deeds447 17.05.2019, 15:38
33.

Zitat von hergen.heinemann
Wenn das entscheidend ist - und so ist es -, dann kann man sicher sein, dass das nicht passieren wird, weil die Finanzkulturen im weitesten Sinne im Euroraum unüberwindlich allzu unterschiedlich sind.
Letzendlich kann man sich auf diese permabaerishe Sicht hinsichtlich des Euros zurückziehen, das wäre mir aber zu sehr Jochen Stanzl oder Holger Zschäpitz Stil.... es reicht imho nicht, einfach zur zu sagen, dass "es frustrierend ist".
Der Euro hat eine Chance, solange die Balance aus Zollunion-Opportunisten und Fiskalunionisten in den beiden Räten (Ministerrat + Europäischer Rat) sich die Wage hält. Solange ist das Schiksal=Ende des Euros noch nicht besiegelt und eine weitere ewige EU-Hängepartie.
Schöner wäre es natürlich, man würde endlich Nägel mit Köpfen machen, also entweder den gesamten Euro-Raum gemeinsam bilanzieren, das wäre das absolute Minimum, auf das sich alle einigen können müssten und wir wären von einer gemeinsamen Steuerpolitik für einzelne Steuersätze wie MwSt oder KpSt noch weit weit entfernt ODER man würde eben doch den lukeschen Hart-Euro ("Nord"-Euro) einführen, auch dafür ist es noch lange nicht zu spät.

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blume4000 17.05.2019, 15:38
34. Egal wer es wird

Wer auch immer diesen Posten bekommt, der wird für vieles gerade stehen müssen, was die letzen Jahre schief lief. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er auch noch eine Krise durchlaufen. Die wohl gewollt sein wird. Und viele andere haben da noch was zu sagen, außer dem Chef. Es wird spannend nach dem 26.05 ...

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ArnoNyhm1984 17.05.2019, 15:38
35. typisch EU

Genau das sind die Gründe, warum es der EU so schlecht geht und die Politikverdrossenheit weiter steigt: Postenschacherei, Vetterleswirtschaft und miese Deals in Hinterzimmern -statt Besetzung nach dem Eignungsprinzip.

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interessierter Laie 17.05.2019, 15:45
36. mein Gott Herr Fricke

Eine Finanzkrise wirkt sich sehr unterschiedlich aus - je nachdem, welche Angriffsflächen eine Volkswirtschaft bietet. Irland und Großbritannien, aber auch Zypern bekamen ganz unmittelbare Folgen zu spüren, weil ihr Finanzsektor groß und stark betroffen war. Der Staat musste einspringen und war damit stark ge- bzw. überdfordert. Irland hat übrigens ohne Zwang sofort einen extrem starken Sparkurs eingeschlagen, sich freigekauft und hat nun wieder die höchten Wachstumsraten im gesamten Euroraum. In Griechenland, Portugal und Italien verursachte die Rettung der Kreditinstitute weitere Schulden und ließ die Zinsen steigen. Diese Länder hatten vorher bereits eine hohe Verschuldung und ein chronisches strukturelles Defizit. Spanien hingegen hatte neben der Finanzkrise seine eigene Immobilienblase, die infolgedessen geplatzt ist. Das wäre sowieso irgendwann passiert, aber das Zusammenspiel aus steigenden Zinsen und Ausgaben und wegbrechenden Einnahmen war hier das Problem.

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lock_vogell 17.05.2019, 15:46
37.

Zitat von checkitoutple
dabk seiner Idiitschen Strategie ist jeglicher Handlungs Spielraum weg. Dragi ist nur einem treu ergeben Goldmann Sachs er hat mit seiner Geldpilitik dem Weg frei gemacht das die USA drn nächsten Währungskrieg gegen den Euro starten kann und die Goldmänner werdenzweistellige Milliarden Gewinne damit machen. Weil alle Handlungsanweisungen an Dragi direkt von seinen Freunden im Sachs Vorstand kommen. Die Dragi Familie wird sicher als Multimilliadäre aus der Sache rauskommen. Wer Goldman Sachs Männern vertraut der kann sich auch gleich von McKinsey beraten lassen. Wir befinden uns in einem Wirtschaft und Währungkrieg mit den USA das sollten diejenigen Berücksichtigen welche Stellen in solchen Institutionen. Wer das hier als Verschelrungs Theorie ansieht sillte sich die Arte Dokumentation zur Rolle von Goldman Sachs in der Griechenlanf Krise anschauen. https://www.arte.tv/de/videos/078953-004-A/devil-s-toy-athen-griechenland/ Und da wäre dann Weidmann sicher eine bessere Lösung als das nächste Trojanische Pferd alla Dragi.
das ist quatsch...
ja es ist zumindest mit skepsis zu betrachten, wo überall goldman-sachs jünger in hohen posten auftauchen... aber die griechenlandkrise hätte noch recht am anfang mit einem einzigen satz von frau merkel beendet werden können:
"deutschland und die eu werden alles notwenidge machen um griechenland nicht pleite gehen zu lassen!"
und bumms, die zinsspirale wäre niemals eskaliert und griechenland hätte nicht unter dem austeritätsdruck der troika leiden müssen... aber leider war frau merkel ja schon im innenpolitischen wahlkampfmodus und hat natürlich lieber gesagt, dass die einlagen der deutschen sparer sicher wären und man ja seine schulden bezahlen müsse... blablabla... und schwupps, die zinsspirale eskaliert, weil es ja nicht mehr sicher ist, dass griechenland all seine schulden bedienen wird und so wurde munter an den finanzmärkten gegen griechenland gewettet!

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hefe21 17.05.2019, 15:50
38. Schnöde Rettungsgelder

"Weil die Notenbank das Rettungsgeld vor allem an Banken gab, kam ein Großteil nicht im wahren schnöden Leben an. Anleiheaufkäufe und niedrigere Zinsen ließen vielmehr Aktienkurse stärker hochschnellen und Banken noch mehr als zuvor mit Immobilien spekulieren - was nicht unmittelbar zu mehr Wirtschaftsleistung führte und stattdessen Reich und Arm noch mehr auseinanderdriften ließ."

Halten wir also fest, das "Rettungsgeld" ging nur an die Banken (liegt dort vermutlich seitdem eingeschweisst in den Kellern) und die Banken stehen ausserhalb des "wahren schnöden Lebens". Wo genau aber könnte das sein? Ach ja, das muss dort sein, wo Banken "noch mehr mit Immobilien spekulieren".
Nun sind mir einige Abteilungen von Banken geläufig, eine "Immobilienspekulierabteilung" ist mir aber eher unbekannt. Kann es sein, dass diese vor allem Kreditanträge prüfen, mit deren Erlösen eventuell Immobilienspekulation betrieben wird? Und wenn Banken mit ihrem Eigenkapital oder mit anlageheischenden Kundengeldern in Immobilienfonds gehen - kann es sein, dass sie damit dort jenes Geld verdienen wollen, das ihnen mit der Verengung der Zinsspanne weggefallen ist?

"Zum Beispiel, ob er die in Deutschland zwar immer noch gängige, de facto aber ziemlich alberne Deutung vertritt, dass alles Kriseln von schludernden Regierungen im Süden Europas kam. Was ja trotz allem Nachplappern nicht sein kann. Dann hätten Länder wie Irland und Spanien ja nicht so kriseln dürfen, die anfangs gar keine hohen Staatsschulden hatten."

Abgesehen davon, dass Irland irgendwie nördlich liegt - hatten wir das nicht schon dutzendfach? Spanien hat die Anfangseurophorie "genutzt", um in seinem Bankensektor ein enormes Klumpenrisiko aufzubauen. Da Eurobanken aufgrund der Währungskonstruktion praktisch nicht exit gehen konnten und können, war das von vornherein gleichbedeutend, als würde der spanische Staat selbst diese Positionen aufbauen. Die "Nachplapperei" von den vorher "niedrigen Staatsschulden" dort ist also ziemlich sinnfrei. Die sind wie immer bei solchen Durchstecherein antizipativ parallell schon mitgelaufen.

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henry kaspar 17.05.2019, 15:50
39. Fricke hat recht

Ich würde es im Ton wahrscheinlich anders sagen, aber in der Sache hat Fricke recht. Mit einem Weidmann an der Spitze wäre uns der Euro 2012 um die Ohren geflogen, und es ist nicht klar ob er aus seinen (offensichtlichen) Fehlern gelernt hat. Das Risiko einer solchen Fehlbesetzung darf die Politik nicht eingehen, das wäre vollkommen unverantwortlich.

Dies ist übrigens unbenommen von Kritikpunkten wie dass der Euro eine Fehlkonstruktion ist - das ist er wohl, aber das heißt nicht dass man in vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Wand fahren darf. Dinge im Leben sind oft nicht perfekt, die Herausforderung ist aus ihnen das beste zu machen - oder eben Fehler bewusst zu korrigieren. Ein fehl konstruiertes Haus muss man entweder reparieren oder im schlimmsten Fall geordnet abreißen und durch ein besseres ersetzen - Brand stiften oder den Termiten überlassen ist eine schlechte Lösung, vor allem wenn man weiter auf dem Grund wohnen muss.

Und egal ist es nun schon ganz und gar nicht, wer die EZB führt, in meiner Augen ist der Posten wichtiger als der des Kommissionspräsidenten.

Fricke schriebt, Weidmann sei der falsche Deutsche. Es gäbe auch einen richtigen: Marcel Fratzscher, Chef des DIW, und davor Top-Ökonom bei der EZB. Ein echter Geldpolitik-Experte, der sie Euro-Architektur und ihre Schwächen kennt und weiß, wie die Geldpolitik darauf reagieren muss. Bei dem könnte ich, im Gegensatz zu Weidmann, halbwegs ruhig schlafen. Aber vermutlich passt er nicht in die Bundesrepublikanische Farbenlehre.

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