Forum: Wirtschaft
EZB und Fed: Das unsinnige Viel-hilft-viel-Prinzip
REUTERS

EZB-Chef Draghi bereitet die Märkte auf weitere Geldspritzen vor. Dabei haben die bisherigen Maßnahmen teils das Gegenteil des Erwarteten bewirkt. Die Notenbanker stochern im Nebel - und gehen große Risiken ein.

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sting111 18.10.2015, 14:23
1. Natuerlich muss die EZB mehr Anleihen kaufen

Der wahre Grund ist doch der, der verbotenen Staatsfinanzierung. Die Zentralbank Japans wird Ende 2015 25% aller jap. Staatstitel erworben haben. Ende 2016 werden es ca. 40% sein und dann wird es immer schwieriger Verkaeufer von Staatstiteln zu finden, weil es viele institutionelle Anleger mit Haltepflichten gibt. Der Markt trocknet dann aus. Die EZB wandelt auf diesem Weg. Alle Verantwortlichen kennen nur eine Motivation: Den Riesencrash fur die Nachfolgenden als alternativloses Erbe zu hinterlassen.

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marthaimschnee 18.10.2015, 14:23
2.

Hm, also beim Lesen könnte der Eindruck entstehen, daß der Autor zwar das Problem sieht, aber den Grund nicht begreift. Dieser ist ziemlich einfach: Wir haben ein NACHFRAGEPROBLEM, und kein Angebotsproblem! QE funktioniert aber nur bei letzterem, weil es das Angebot (an Krediten) übernimmt, das mangelhaft ist oder nicht existiert. Die Nachfrage kann es nicht ankurbeln, man kann niemanden zwingen, einen Kredit aufzunehmen, wenn dieser ihn nicht braucht oder der Meinung ist, daß die Aussichten auf eine Refinanzierung (sprich: Gewinne) nicht ausreichen. Das ist aber derzeit der Fall und wenn man diese Situation weiter verfolgt, kommt man zu einer wahrhaft fürchterlichen Vermutung: "OHNE SCHULDEN KEIN WACHSTUM!!!". Peng, Herr Schäuble!

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großwolke 18.10.2015, 14:30
3.

Wow, so viele Worte, um zu sagen, dass man nix mehr versteht... aber Kopf hoch, das QE-Programm der EZB bewirkt zumindest, dass eine Sache nicht passiert: dass nämlich die Zinsen auf Staatsanleihen steigen. Damit hat die EZB auch weiterhin die Hände fest um den Hals vieler Rentensysteme gelegt, auch die deutsche Riesterei ist betroffen.

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hanstreffer 18.10.2015, 14:31
4. Ausverkauf

Die Linie ist doch klar. Das Geld wird gebunkert ubd dann wird mit dem Geld der Steuerzahler die deutsche Infrastruktur von den Banken gekauft sibald die Schulden nicht mehr rückzahlbarcsubd. Dürfte in 24 Mobaten der Fall sein.

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53er 18.10.2015, 14:36
5. Visionen ?

Fehlanzeige ! Die einzige Aussicht für die Zukunft die Menschen im Allgemeinen haben ist, dass Reiche immer reicher werden, Arme immer ärmer. Das reicht aber als lebenswerte Zukunftsvision nicht aus. An die Stelle des Mythos "Du schaffst es wenn Du nur hart genug arbeitest" ist die Realität des working poor getreten. Klar gesagt: Uns gehen die Argumente aus, dass es sich lohnt zu leben und zu arbeiten. Wenn es sich aber nicht lohnt, wofür soll man noch arbeiten und auf was soll man hoffen? Die nächste Krise steht schon vor der Tür, nur wenn man nichts mehr hat, kann einem nichts mehr genommen werden. Ganz im Ernst, es wäre wohl besser gewesen, Draghi hätte Milliarden Euro auf die Konten der Europäer verteilen lassen, es wäre effektiver gewesen als sein Aufkaufprogramm.

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kumi-ori 18.10.2015, 14:41
6.

Wenn 3 Billionen Euro ausgegeben werden, dann bedeutet das bei 80 Millionen Deutschen, dass ich 36.000 Euro bekommen müsste. Von dem Geld habe ich noch nichts gesehen. Wo bleiben die Billionen?

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dwg 18.10.2015, 14:46
7.

Hier war ja schon viel Blödsinn zu lesen, aber diese Kolumne ist mal schlüssig.
Ein Grund für das ausbleibende Funktionieren der "üblichen Instrumente" wird allerdings sein, daß sich alle Unternehmen, die sich das halbwegs leisten können, in den letzten zehn Jahren aus der normale bankengestützten Finanzierung weitgehend verabschiedet haben. Mit einen stetigen Erhöhung der Eigenkapitalquote lassen sich nach einer Weile Investitionen aus Eigenmitteln realisieren. Damit verläßt man den aufgezwungenen Achterbahnkurs und macht nur noch Sachen die sinnvoll sind. Zwar bekäme man nun leicht Kredite, braucht sie aber nicht (mehr). Insofern hat letztlich sogar Basel 1,2,3,... sein Gutes.

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luny 18.10.2015, 14:47
8. Alles Hokuspokus?

Hallo Herr Müller,

die Finanz- und Wirtschafts"experten" sind also ratlos
und VIEL Geld hilft nicht VIEL, sondern es trifft eher
das Gegenteil zu?

VIEL hilft VIEL stammt ursprünglich aus der Pharmazie,
wobei ZU VIEL, also eine Überdosis, auch fatale Effekte
haben kann.

Analog dazu ist ZU VIEL Geld im Umlauf, das nicht be-
nötigt wird. Es fehlt die NACHFRAGE.

Wenn Firmen mit einer sinkenden Nachfrage rechnen,
investieren sie weniger.

Jetzt rächt sich die bislang verfolgte ANGEBOTSPOLITIK,
also das Angebot so günstig wie möglich zu gestalten,
dann werden die Waren schon gekauft.

Wenn das dadurch erreicht wird, indem die Löhne/
Gehälter gesenkt werden bzw. stagnieren, fehlt es
an der NACHFRAGE.

Ein weiterer Punkt dürfte die Marktsättigung sein.

Tja, und nun beißt sich die Katze eben in den Schwanz.

LUNY

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curiosus_ 18.10.2015, 14:49
9. Sie wissen sehr wohl, was sie tun

Wie lautet die Überschrift zu dem gleichlautenden Artikel im Manager Magazin? „Sie wissen nicht, was sie tun“. Sie wissen sehr wohl, was sie tun nämlich Staaten über niedrige Zinsen für Staatsanleihen am Leben erhalten. Das ist einfach nachvollziehbar, dazu braucht man nicht sonderlich viel ökonomisches Systemverständnis.

Alles andere ist vorgeschobenes Stochern im Nebel. Aber was will man anderes erwarten bei einer Pseudo-Wissenschaft die aus quasireligiösen Denkschulen mit Gurus („Star“-Ökonomen, „Top“-Ökonomen) und Jüngern besteht? Wissenschaft heißt, mathematisch formulierte Gesetzmäßigkeiten zu entdecken und komplexe Systeme (wozu die Ökonomie sicher gehört) über mathematische Modellierungen und Simulationen nachzubilden. Und die Modelle immer und immer wieder an der Wirklichkeit abzuprüfen. Prinzipiell jeder kann dann anhand der Modelle nachvollziehen wie es zu den Prognosen kommt. Und unterschiedliche Ansätze konkurrieren miteinander, den objektiven Schiedsrichter stellt die Realität. So funktioniert das z.B. in den Naturwissenschaften.

Demgegenüber befindet sich die Ökonomie noch im voraufklärerischen Mittelalter.

Zitat von Henrik Müller
... der dafür sorgt, dass eherne ökonomische Zusammenhänge nicht mehr gelten. Beispiele gibt es reichlich: Die Geldmenge im Euroraum steigt rapide, ohne dass die Inflation anzieht. Die japanische Notenbank kauft noch viel mehr Wertpapiere auf als irgendeine andere, aber die erhoffte Wirkung bleibt aus. In den USA und Großbritannien sinkt die Arbeitslosigkeit, ohne dass die Löhne nennenswert steigen. Auch in Deutschland sind immer mehr Menschen beschäftigt, obwohl das Wirtschaftswachstum gängigen Statistiken zufolge mau ist. Die Zinsen sind auf historischem Tiefststand, doch die Unternehmen investieren kaum.
Tja, da scheint der „ökonomische Zusammenhang“ doch nur ein scheinbarer gewesen zu sein. Ein Analogschluss („das war früher so, das wird auch zukünftig so sein“), typisch z.B. für Alchemisten.

Spätestens dann sollte ein seriöser Wissenschaftler doch ins Grübeln kommen und seine Prämissen überdenken. Hängt das eventuell mit dem Auseinandergehen der Einkommen und Vermögen zusammen? Der aufgehenden Schere zwischen reich und arm? Abhängige Beschäftigung bringt immer weniger, Vermögen immer mehr (auch weil die Zentralbanken die Märkte fluten)? Die Arbeitslosigkeit sinkt weil man nur mit mehr Arbeit über die Runden kommt? Und das „über die Runden kommen“ bedeutet eben nicht, dass inflationsschaffende Nachfragezuwächse auftreten?

Vielleicht sollten angesichts des offensichtlichen Versagens mal die ökonomischen Scheuklappen abgelegt und neue Pfade begangen werden? Aber da ist wohl die Verquickung mit den herrschenden ökonomischen Eliten zu eng – denn die profitieren massiv vom Status quo und haben null Interesse an einer Änderung.

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