Forum: Wirtschaft
Fabrik-Katastrophe in Bangladesch: Modefirmen lassen Opfer im Stich
Steffi Eckelmann

Shila Begum, 26, war Näherin in Bangladesch. Vor einem Jahr stürzte ihre Fabrik ein, Trümmer zerquetschten ihren Arm, sie steht vor dem Nichts. Tausenden Kollegen geht es ähnlich. Die großen Textildiscounter drücken sich vor den versprochenen Zahlungen.

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oberallgaeuer 11.04.2014, 19:48
1. Esist doch klar, dass die Firmen sich vor einer Zahlung drücken,

denn man hat ja das Sub-Sub-Sub-Unternehmer-Prinzip. Damit kann die deutsche firma ihre Hände in Unschuld waschen, denn sie zahlt ja gute Preise und hat mit der Situation vor >Ort nichts zu tun.

Jeder, der Klalmottenfür enige EURO kauft, weiss oder sollten wissen, dass dies nur möglich ist, wenn Hungerlöhne gezahlt werden.

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globetrotter 11.04.2014, 19:48
2. optional

Ein Einkauf bei Primark entspricht der Perversion des Konsumverhaltens in unserer Gesellschaft - Kleidung, die billiger ist als ein Abendessen und ein Ladenkonzept, dass ausschließlich auf Massenkonsum ausgelegt ist. H&M und Co sind nicht besser, aber nirgends wird es so zelebriert wie bei Primark.

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kuac 11.04.2014, 19:52
3. Warum

Warum tun die Modefirmen das? Wenn sie auch nur 1000-5000 Euro pro Opfer zahlen würden, das wäre eine große Hilfe für die armen Näherinnen. Die Modefirmen, die vielleicht sogar Milliarden Umsätze generieren, könnten das aus der Portokasse zahlen.
1000 junge Menschenleben sind erlöscht und wir freuen uns immer noch, wenn wir für 5 Euro ein T-Shirt kaufen können.

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Indigo76 11.04.2014, 19:59
4.

Zitat von sysop
Shila Begum, 26, war Näherin in Bangladesch. Vor einem Jahr stürzte ihre Fabrik ein, Trümmer zerquetschten ihren Arm, sie steht vor dem Nichts. Tausenden Kollegen geht es ähnlich. Die großen Textildiscounter drücken sich vor den versprochenen Zahlungen.
40 Millionen - das bedeutet 50 Cent für jeden Deutschen. Es gibt in Deutschland nicht einen Menschen, der so arm wäre, dass er sich 50 Cent nicht leisten könnte. Kein Hartz-IV-Empfänger, kein Obdachloser, kein noch so armer Mensch kann das von sich behaupten. Und Deutschland ist nicht das einzige Land, das in Bangladesch produzieren lässt. Wenn man das auf ganz Europa ausdehnt, dann müsste jeder vermutlich nur 10 Cent spenden.

Natürlich ist das eine Milchmädchenrechnung und logistisch gar nicht machbar. Ich wollte damit auch nur darauf hinweisen, wie lächerlich gering ein Betrag von 40 Millionen sind, wenn man ihn auf einen ganzen Kontinent ausdehnt. Aber das Leben und die Gesundheit tausender Bangladescher (laut Wikipedia heißen die wirklich so - musste auch nachsehen) ist es den meisten nicht wert, bein nächsten T-Shirt 10 Cent mehr zu zahlen.

Ich wäre dafür, dass der Staat über die nächste Lohnsteuererklärung einfach von jedem Deutschen 10 Cent einzieht. Das wäre logistisch sehr leicht. Ein guter Programmierer kann das in zwei Stunden programmieren. In die einzelnen Systeme der Finanzämter runterladen und installieren passiert über Nacht und von selbst.

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superfernsehen 11.04.2014, 20:08
5. Bessere Arbeitsbedingungen

Arbeiter und Angestellte in Bangladesch sind aufgerufen, sich freundlicherweise selbst für bessere Arbeitsverhältnisse einzusetzen. Es geht nicht an, daß diese Leute von der jahrzehntelangen - oft schwierigen - Arbeit der europäischen Gewerkschaftsbewegungen profitieren. Wer bessere Arbeit will, muß dafür kämpfen.

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kirk,james-tiberius 11.04.2014, 20:09
6. Die Welt

in der wir leben ist nur solange gut und heil bis etwas passiert. Für die Bosse, die da oben sitzen und Ihr reichtum auf kosten der Armen vermehren, habe ich nur verachtung übrig. Ich betrete kein Laden von dem ich weiß, dass ein Pullover 9,90 euro kostet. z.B. seit ewigkeiten war ich nicht bei Deichmann. Werde auch nie dort hingehen. Kik habe ich noch nie in meinem Leben betreten, werde ich auch nie. Aber die verbraucher werden nunmal in die Machenschaften der Textildiscounter hineingezogen. Den bleibt nichts anderes übrig. Warum lassen die Hersteller die Produkte nicht hier in Europa Produzieren. Hier sind Millionen von Menschen arbeitslos. Warum investieren die Unternehmen nicht in Europa. Ist es so schwer? Es soll keine Werbung sein aber wenn ich ein Hemd von ETON für 150 euro kaufe dann bin ich beruhigt, oder Handschuhe von Roeckl, hier weiß ich dass die produkte in Europa hergestellt werden. Ich glaube viele Menschen in europa sind sich zu schade oder wollen sich nicht die hände schmutzig machen, wie es die arbeiter in bangladesch oder sonstwo tun würden. Und die Bosse sind sich zu schade, weil sie angst haben, dass ihr reichtum such verringern würde und sie in die armut abrutschen. Wer von oben nach unten schaut kann nie erfahren wie es ist von unten nach oben zu schauen.

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exeblue 11.04.2014, 20:16
7.

Diese Profitgeier und ihre Menschenverachtung!
Na klar, ich bin auch Verbraucher, nur was kann ich kleines Würstchen tun?
Teure Klamotten kaufen?
Als ob die unter anderen Bedingungen produziert würden.
Auf Herkunftsland achten?
Beschissen wird doch überall wo Geld verdient werden kann.
Und irgendwie hätte ich es ja auch gerne, dass die Näherinnen dort wenigstens die Chance hätten mit ihrer Arbeit ihre Familien zu ernähren.
Langsam schäme ich mich Europäer zu sein, schnell weg und Augen zu.

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bubamara80 11.04.2014, 20:19
8. 40 Millionen

... sind geradezu ein lächerlicher Betrag gegenüber dem, was die genannten Firmen verdienen.
Und das Problem sind nicht nur die Billigketten, sondern auch sog. Luxuslabels, die ebenfalls unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren lassen, aber dafür zig Millionen in Werbekampagnen stecken.
Gruselig. Was die da betreiben ist moderne Sklaverei!

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RobinSeyin 11.04.2014, 20:20
9.

Zitat von sysop
Shila Begum, 26, war Näherin in Bangladesch. Vor einem Jahr stürzte ihre Fabrik ein, Trümmer zerquetschten ihren Arm, sie steht vor dem Nichts. Tausenden Kollegen geht es ähnlich. Die großen Textildiscounter drücken sich vor den versprochenen Zahlungen.
Kapitalismus eben, was regen die Leute sich auf?

Menschen = Humankapital, also Ressourcen.

Und Ressourcen werden nun Mal verbraucht.

Ja, das ist widerlich, aber das System hat die "Mehrheit" in diesem Land doch gewählt. Man will es so.

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