Forum: Wirtschaft
Fabrik-Katastrophe in Bangladesch: Modefirmen lassen Opfer im Stich
Steffi Eckelmann

Shila Begum, 26, war Näherin in Bangladesch. Vor einem Jahr stürzte ihre Fabrik ein, Trümmer zerquetschten ihren Arm, sie steht vor dem Nichts. Tausenden Kollegen geht es ähnlich. Die großen Textildiscounter drücken sich vor den versprochenen Zahlungen.

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quilmes 11.04.2014, 20:25
10. Warum findet sich eigentlich ...

...niemand, der der Dame eine OP zur Wiederherstellung ihres verletzten Armes bezahlt? Das sollte doch nicht so schwierig sein, oder? Ich kann es nicht fassen, dass die Dame ihre bewegende Geschichte erzählt und dennoch offensichtlich niemand auf die Idee kommt, die Sache gemeinsam anzupacken. So wäre wenigstens einer Person geholfen...

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tomymind 11.04.2014, 20:36
11.

Zitat von sysop
Shila Begum, 26, war Näherin in Bangladesch. Vor einem Jahr stürzte ihre Fabrik ein, Trümmer zerquetschten ihren Arm, sie steht vor dem Nichts. Tausenden Kollegen geht es ähnlich. Die großen Textildiscounter drücken sich vor den versprochenen Zahlungen.
Fangen wir mal mit Primark/Zara/H&M an:
Interessanterweise werden auch wesentlich teurere Bekleidungsstücke in solchen Fabriken genäht, z.B. Nike, Adidas, uvm
Auch Luxusmode. Italienische gerne in Italien von Illegalen in illegalen Fabriken.
Desweiteren, warum sollen die Abnehmer/Besteller ztahlen?
Wenn ich ein Auto bei BMW kaufe, muss ich als Kunde, auch wenn ich Customer und nicht Business bin, davon ausgehen dass das nach Recht & Gesetzt hergestellt wurde.
Die Fabriken die jetzt geschlossen werden, entsprachen nicht den Gesetzten der Länder.
Aber geht das mich als Kunde was an oder das Unternehmen das dort bestellt? NEIN!
Es gibt keine Gesetze dort, wenn es welche gibt, beachtet die niemand oder zahlt unter der Hand. Nochmals nicht MEIN Problem.
Warte nur darauf das China uns für seine Umweltzerstörung eine Rechnung schickt und die Spinner hier in D anfangen darüber zu diskutiren ob wir in Euro oder US-Dollar zahlen.

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izach 11.04.2014, 21:36
12. Falscher Film oder?

Bin ich im falschen Film oder was? Schuld sind doch die Fabrikbesitzer die dort Hungerlöhne zahlen und Fabriken in Bürogebäuden einrichten. Davon sind nicht wenige Milliardäre in jedem Fall aber sehr Reich. Wieso zählen nicht erstmal die Schuldigen? Und was ist mit den korrupten Staatsdienern die solche Bauten genehmigen?

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bk2000@sm 11.04.2014, 21:52
13. Problemlösung für Programmierer oder 10 Cent pro Tag und Katastrophe

Zitat von Indigo76
Ich wäre dafür, dass der Staat über die nächste Lohnsteuererklärung einfach von jedem Deutschen 10 Cent einzieht. Das wäre logistisch sehr leicht. Ein guter Programmierer kann das in zwei Stunden programmieren. In die einzelnen Systeme der Finanzämter runterladen und installieren passiert über Nacht und von selbst.
Prima Idee. Neben den 6,24 Cent pro kWh für das EEG, den dann fälligen 20 Cent für die Erdbebenopfer von XY, den 15 Cent für die Opfer von.... usw. usw.
Wir könnten in Deutschland selbstverständlich die Steuern erhöhen und damit die Lebenshaltung noch teurer machen als sie schon ist. Die Reallöhne der abhängig Beschäftigten bewegen sich seit Jahren seitwärts oder sinken, die Abschmelzung der Altersrente führt zukünftig auch in dieser Gruppe zu sich verschärfenden Einkommensproblemen. Wenn wir das Problem der prekären Beschäftigung in den Niedriglohnländern lösen wollen, dürfen wir in Deutschland nicht die Kosten erhöhen bzw. die Kaufkraft senken - das bringt rein gar nichts. Auch der Kauf hochpreisiger Produkte bedeutet noch lange keine Garantie dafür, dass nicht in Niedriglohnländern produziert oder zugekauft wird. Hier im Forum wurde z.B. ETON genannt - die fertigen nach wie vor in Rumänien, aus welchen Ländern sie Ihre Vorprodukte einkaufen steht dabei allerdings auf einem anderen Blatt. Es stellt sich ferner die Frage von welchen Einkünften die Arbeiter in Bangladesh leben würden, falls dort nicht mehr für die Industrienationen gefertigt würde - von Ackerbau und Viehzucht?

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bubamara80 11.04.2014, 21:53
14.

Zitat von tomymind
Fangen wir mal mit Primark/Zara/H&M an: Interessanterweise werden auch wesentlich teurere Bekleidungsstücke in solchen Fabriken genäht, z.B. Nike, Adidas, uvm Auch Luxusmode. Italienische gerne in Italien von Illegalen in illegalen Fabriken. Desweiteren, warum sollen die Abnehmer/Besteller ztahlen? Wenn ich ein Auto bei BMW kaufe, muss ich als Kunde, auch wenn ich Customer und nicht Business bin, davon ausgehen dass das nach Recht & Gesetzt hergestellt wurde. Die Fabriken die jetzt geschlossen werden, entsprachen nicht den Gesetzten der Länder. Aber geht das mich als Kunde was an oder das Unternehmen das dort bestellt? NEIN! Es gibt keine Gesetze dort, wenn es welche gibt, beachtet die niemand oder zahlt unter der Hand. Nochmals nicht MEIN Problem. Warte nur darauf das China uns für seine Umweltzerstörung eine Rechnung schickt und die Spinner hier in D anfangen darüber zu diskutiren ob wir in Euro oder US-Dollar zahlen.
Ich finde schon, dass das uns Kunden etwas angeht. Ja, es gibt keine hinzureichenden Gesetze dort und das nutzen die Hersteller aus, um billig produzieren zu können. Sie könnten doch genauso z.B. in Europa produzieren lassen, wo aber die Sicherheitsstandards für diese Art von Arbeit sehr viel höher ist und damit auch teuerer. Wir müssten auf die Marken mehr Druck ausüben bzw. bereit sein, mehr zu bezahlen oder weniger Teile im Schrank zu haben usw.

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tottitottus 11.04.2014, 21:53
15. Pervers ist noch untertrieben

Wir reden hier immer nur von kik, NKD und anderen Discountern.
Was mich viel mehr zur Weißglut bringt ist die Tatsache, dass ich bereit bin für Bekleidung viel Geld zu bezahlen. Wenn ich dann aber mitbekomme das auch Firmen wie Ralph Laureen oder Hilfinger dort Sachen nähen lassen kommt mir die Galle hoch. Ich zahle teilweise über 100,-- Euro für ein Shirt und die Näherinnen bekommen nur wenige Cent ist das einfach modernes Sklaventum denn ich hatte immer gedacht das die teueren Klamotten in der gesamten Kette auch am unteren Ende honoriert würden

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anna cotty 11.04.2014, 21:56
16. Sie haben voellig Recht!

Zitat von tomymind
Fangen wir mal mit Primark/Zara/H&M an: Interessanterweise werden auch wesentlich teurere Bekleidungsstücke in solchen Fabriken genäht, z.B. Nike, Adidas, uvm Auch Luxusmode. Italienische gerne in Italien von Illegalen in illegalen Fabriken. Desweiteren, warum sollen die Abnehmer/Besteller ztahlen? Wenn ich ein Auto bei BMW kaufe, muss ich als Kunde, auch wenn ich Customer und nicht Business bin, davon ausgehen dass das nach Recht & Gesetzt hergestellt wurde. Die Fabriken die jetzt geschlossen werden, entsprachen nicht den Gesetzten der Länder. Aber geht das mich als Kunde was an oder das Unternehmen das dort bestellt? NEIN! Es gibt keine Gesetze dort, wenn es welche gibt, beachtet die niemand oder zahlt unter der Hand. Nochmals nicht MEIN Problem. Warte nur darauf das China uns für seine Umweltzerstörung eine Rechnung schickt und die Spinner hier in D anfangen darüber zu diskutiren ob wir in Euro oder US-Dollar zahlen.
Soweit ich mich erinnern kann, hatte der Fabrikbesitzer sich nicht an die Landesgesetze gehalten und die Polizei wollte das Gebaeude schliessen.
Es geht ja wirklich nicht nur um die Diskounter, sondern alle moeglichen 'Markenhersteller' lassen ihre ueberteuerten Waren dort herstellen.
Ausserdem frage ich mich, ob es eine Loesung ist, wenn wir Europaer gar nichts mehr in Bangladesh, Indien oder China herstellen lassen wuerden?
Uebrigens: Primark ist keine britische Textilfirma, sondern eine irische! Sie laeuft in Irland unter dem Namen Penneys, aber ihre Waren sind mit Primark gekenntzeichnet.

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GeMe 11.04.2014, 23:19
17. 5 Euro für ein T-Shirt grenzt an Wucher

Zitat von kuac
Warum tun die Modefirmen das? Wenn sie auch nur 1000-5000 Euro pro Opfer zahlen würden, das wäre eine große Hilfe für die armen Näherinnen. Die Modefirmen, die vielleicht sogar Milliarden Umsätze generieren, könnten das aus der Portokasse zahlen. 1000 junge Menschenleben sind erlöscht und wir freuen uns immer noch, wenn wir für 5 Euro ein T-Shirt kaufen können.
Ich habe heute Werbung im Radio gehört in der es um ein Kinder T-Shirt aus Bio-Baumwolle ging. Die Firma hab ich leider nicht mehr genau in Erinnerung.

Der Preis dieses "Öko-Shirts": 2,99 Euro

Bei Cheap & Awfull gibt es sogar T-Shirt für 2,50 Euro.

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Achim83 11.04.2014, 23:43
18.

Zitat von bubamara80
Ich finde schon, dass das uns Kunden etwas angeht. Ja, es gibt keine hinzureichenden Gesetze dort und das nutzen die Hersteller aus, um billig produzieren zu können. Sie könnten doch genauso z.B. in Europa produzieren lassen, wo aber die Sicherheitsstandards für diese Art von Arbeit sehr viel höher ist und damit auch teuerer. Wir müssten auf die Marken mehr Druck ausüben bzw. bereit sein, mehr zu bezahlen oder weniger Teile im Schrank zu haben usw.
Nur bleibt hier die Frage, welchen Vorteil eine ausschließliche Produktion in Europa für die Arbeiterinnen in Bangladesch haben soll? Ich geh mal davon aus, dass diese nicht unter allen Arbeitsstellen freiwillig die schlechteste gewählt haben, sondern schlicht keine andere Möglichkeit sehen, um zu überleben.

Ein plumpes "Kauft nix aus Asien" hilft sicher nicht einem einzigen Menschen dort.

Die Firmen, welche wissentlich unter unwürdigen Bedinungen produzieren lassen und die lokal verantwortlichen Behörden an den Pranger zu stellen, ist durchaus gerechtfertigt. Allerdings kein einfaches "Europa = gut, Entwicklungsländer = böse".

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JKStiller 11.04.2014, 23:58
19. Wer sich über Konsumverhalten aufregt,

dem sei ein für alle mal gesagt, dass es hier nur darum geht, die Armen gegen die noch Ärmeren auszuspielen. Ganz Deutschland erlebt den Verlust des Mittelstands und den Raubbau an den in Jahrzehnten mit Mühe aufgebauten Strukturen. Wer dafür verantwortlich ist, hat eigene Schneider und bezahlt für ein Ensemble locker 10.000 Euro. Wir aber sollen uns zerfleischen, weil wir uns unwohl fühlen. Wer diesen Betrug nicht erkennt, dem ist nicht mehr zu helfen. Dieses Pack, das Millionen verdient und sich selbst nebenbei die Absolution erteilt, muss weg.

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