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Facebook, Yahoo, Netflix: Bezahlter Mutterschutz wird zum Trend im Silicon Valley
AFP

Bei der Auszeit für Eltern sind die USA beschämend unmodern: ein guter Mutterschutz? Fehlanzeige. Bezahlte Elternzeit? Kaum denkbar. Nun will das Silicon Valley daran etwas ändern - ausgerechnet die Branche, die als arbeitssüchtig gilt.

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keksguru 10.09.2015, 21:43
1. Arbeitnehmerrechte...

sind in den USA dramatisch erodiert. Als mein Onkel vor 60 Jahren dort eingewandert ist und seinen ersten Arbeitstag hatte, haben erstmal pauschal alle Arbeiter auf der Baustelle die Arbeit niedergelegt weil er nicht in der "Union", in der Gewerkschaft war. Das hat er dann ganz schnell nachgeholt... ich hab mit ihm telefoniert als ich Ende der 90er Jahre nen Jobangabot in St Paul hatte.... 90.000 $ pa und 4 Wochen Urlaub klangen erstmal verheißungsvoll, nur das war ein Brutto ohne jegliche Sozialabgaben und der Arbeitgeber bezahlt weder 50% für den Rentenfonds noch 50% für die Krankenkasse. 60 Stunden Arbeit, Reisezeit unbezahlt, Samstage und Sonntage ohne Zuschläge oder Freizeitausgleich ließen das Gehalt dann in einem anderen Licht stehen... ich stamme aus einem dunkelrotem Elternhaus, und mach lieber meine 80K in Deutschland als 150k in den USA...

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kwilliams 10.09.2015, 22:06
2. Wo sind die Kinder?

Und weil, vor allem in Deutschland, alles so fantastisch ist bekommen die Deutschen auch so unheimlich viele Kinder....

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susanne.heinlein 10.09.2015, 22:17
3. Elternzeit und Elterngeld

Naja, hört sich erstmal auch für Deutschland wesentlich besser an als es dann in der Realität aussieht. Elternzeit von 3 Jahren + Elterngeld für 14 Monate hören sich für Nichteingeweihte nach einer sehr guten Unterstützung an. Tatsächlich heißt dies 3 Jahre Jobgarantie, falls man unbefristet eingestellt wurde, davon können beide Elternteile zusammen 14 Monate finanzielle Unterstützung erhalten. Über die 14 Monate hinaus muss man sich also erstmal finanzieren können, falls man die Elternzeit in Anspruch nehmen will. In Städten wie München kann man, wenn überhaupt, nur bezahlbare Betreuungsplätze zum September eines Jahres finden. Wenn dies zufälligerweise nicht gerade mit dem Geburtstermin übereinstimmt, hat man Pech gehabt.

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#9vegalta 10.09.2015, 23:13
4.

Die zitierten Unternehmen haben zunächst mal das Geld um solche Leistungen bieten zu können. Das sieht in vielen anderen Branchen ganz anders aus. Da hat die "Milleniumsgeneration" auch nicht viel zu sagen. Im Billiglohnsektor sind auch die 10 Tage Urlaub noch Luxus. Übrigens kann man, je nach Unternehmen, nach 10 Jahren Zugehörigkeit auch 20 Tage bekommen. Interessant an D ist übrigens dass ausländische Arbeitnehmer, die als Expats für beschränkte Zeit hier für Ihre Firma arbeiten, nicht unbedingt dem deutschen Arbeitsrecht unterliegen, sondern dem des Heimatlandes.

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charlyspiegel 11.09.2015, 00:00
5. Silicon Valley gibt's schon lange

und nun hat man's auch hier entdeckt. Lach mich tot.
SUN, Cisco, Apple (+) whatever haben immer versucht, mit besonderem Mitarbeiter anzulocken. Campus, Kindergarten, Fitness-Studio. Vor Kurzem wurden Frauen belohnt, wenn sie nicht in Mutterschaft gingen, nun, wenn sie gehen. Ist eigentlich nicht so extra, ausser man hats nun hier auch entdeckt. Lach mich tot
ABER: man könnte davon lernen, wie man Mitarbeiter bindet/anlockt

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vonchicagoaus 11.09.2015, 01:24
6. USA eine Schande

Meine Frau bekommt 6 Wochen short term disability zu 60% ihres Gehalts. Als wenn es eine Krankheit waere, ein Kind zu bekommen. Ich als Dad bekomme natuerlich $0!!! Deutschland, das Schlaraffenland...wieso bin ich bloss in die USA ausgewandert...nur 3 Wochen bezahlter Urlaub, in D hatte ich in meinem 1.Job nach meinem Wi-Ing Studium 6 Wochen!!! Und meine Ex-Kollegen in D verdienen ungefaehr das in Euro, was ich hier in den USA in USD verdiene...in D wird die Haelfte vom Bruttolohn abgezogen, das ist evtl. der einzige Nachteil...dafuer ist Kinderbetreuung (Kita?) viel erschwinglicher, Mutterschutz, Uni ist kostenlos etc etc.

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123456789abc 11.09.2015, 03:08
7. Pseudoökonomische Plattitüden überzeugen nicht

die Geburtenraten in den USA überzeugen hingegen noch immer,
kenne kaum eine Familie dort, die weniger als 2 Kinder
hat, meist 3. Wieviel Zeit welches Elternteil dafür kriegt
ist wohl sekundär (und von aussen kaum zu beurteilen),
aber wie olle Kohl schon sagte: es zählt, was hinten rauskommt.

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lapetrovna 11.09.2015, 05:15
8. @ keksguru

Meine Erfahrung etwa 180 grad anders....Rentenfond ........Zusaetzlich, wie Krankenurlaub. Krankenkasse wurde fast aufgezwungen, weil 100% Beteiligung notwendig war, obwohl ich sowieso schon versichert war, Nie einen cent bezahlt dafuer, Medikamente, Aerzte, Hospitals, plus einer ganzen Reihe von anderen kostenlos gebotenen Percs.... Also, Sooo eklig ist es hier auch nicht.........

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glasshaus 11.09.2015, 09:14
9.

"ich stamme aus einem dunkelroten Haushalt" ist natürlich auch die perfekte Sozialisierung für eine sachliche Analyse der USA!

Die Großeltern meiner Frau sind auch so "dunkelrot sozialisiert" für die war die SU (heute Russland) das Paradies auf Erden und in den USA per se ALLES schlecht. Obwohl sie natürlich noch nie da waren und keinen Amerikaner (bis auf mich als Halben~) kennen.
Zitatesammlung "Ist auch garnicht nötig." "Die sind sowieso alle Ungebildet und das Land schlecht, die SU hingegen..."
"Das weiß doch jeder!"
"In der SU hatte jeder Arbeit, in den USA aber..." "In der SU gab es keine Armut, in den USA aber...."
blablabla typisches 0815 gewäsch eben.

Wenn Sie lieber in Deutschland als den USA leben wollen; dann haben Sie jedes Recht dazu und meine vollste Unterstützung.

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