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Fachkräftemangel: 5000 Arbeitslose sollen Erzieher werden
dpa

Von Hartz IV in die Kita: Trotz Kritik will die Bundesagentur für Arbeit 5000 Langzeitarbeitslose zu Erziehern umschulen. Insgesamt kommen laut Vorstandsmitglied Heinrich Alt sogar 800.000 Menschen dafür in Frage.

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Peter_Leipzig 10.07.2012, 08:34
30.

Zitat von sysop
Von Hartz IV in die Kita: Trotz Kritik will die Bundesagentur für Arbeit 5000 Langzeitarbeitslose zu Erziehern umschulen. Insgesamt kommen laut Vorstandsmitglied Heinrich Alt sogar 800.000 Menschen dafür in Frage.
Da hoffen wir mal, dass für die neuen Erzieher auch die 3-jährige Ausbildungszeit zählt, denn mit reinen Hilfskräften wie in der Pflege ist uns allen nicht geholfen.

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R1181 10.07.2012, 08:38
31. Vorbild Schule

Als vor einigen Jahren der Lehrermangel eklatant wurde, hat die Politik sich ebenfalls diese prima Lösung ausgedacht: Warum nicht Menschen als Lehrer einstellen, die gar keine Lehrer sind? Ein bisschen mit Kindern kann doch jeder.

Wenn man den Erfolg daran misst, wie wenig Protest es gab, muss man den Politikern einfach recht geben. Auch mit den Kitas wird es ein Riesenerfolg werden.

Zusätzlich werden sofort die entsprechenden Ausbildungskapazitäten für professionelle Erzieher gekürzt. Braucht man ja nicht mehr. Wiederum dient die Schule als Vorbiild.

Genial.

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papayu 10.07.2012, 08:42
32. Das naechste Ablenkungsmanoever!

Wer sich heute noch von unserer Regierung veraeppeln lassen will, soll er ruhig. Mein Vorschlag waere, schult doch auf Arbeitsminister um. oder noch besser auf Familienministerin.

Frau Schroeder, gehen Sie mit gutem Beispiel voran, begeben Sie sich in die naechste KITA und bilden dort aus!

Und wo finden die Umschulungen statt???
Wieder in so "Fortbildungsseminaren" die es massenhaft gibt und nichts - fortbilden- . Die sollte man fort bilden.
Kosten bloss Geld und bringen nichts zustande.
(vor vielen Jahren eigene Erfahrung).

Ach so, muss ja noch gesetzlich geregelt werden in diesmal 50 sek und mit 5 ABGe.. alternativlos!!

Bis das geregelt ist, ist Inflation in DE.

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michlauslöneberga 10.07.2012, 08:43
33. Kritik um der Kritik willen?

Zitat von sysop
Von Hartz IV in die Kita: Trotz Kritik will die Bundesagentur für Arbeit 5000 Langzeitarbeitslose zu Erziehern umschulen. Insgesamt kommen laut Vorstandsmitglied Heinrich Alt sogar 800.000 Menschen dafür in Frage.
Wenn ich den Artikel und die dazugehörigen Pressemitteilungen der zuständigen Ministerien anschaue, kommt mir die sofort lautwerdende Kritik an dem Vorhaben doch irgendwie wie ein pawlowscher Reflex vor. Es sollen Personen angesprochen und ausgebildet werden, bei denen die Schul- und Ausbildung einen entsprechenden erforderlichen Hintergrund vermuten lässt. Diese Personen sollen auch nicht etwa zu etwas gedrängt werden was sie nicht wollen, sondern die Hinwendung zu einem neuen Berufsbild soll auf freiwilliger Basis geschehen. Wo also liegt das Problem?

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PapaStolz 10.07.2012, 08:45
34. Warum...

... werden die Langzeitarbeitlosen nicht Politike, dann müssen sie nichtmal umschulen? Was die da oben seit einigen Jahren an Ideen haben, da schüttelt man sich nur den Kopf. Mal eben zum "Erzieher" umschulen. Ich bin gespannt, wie viele von denen das auch nur ein Jahr durchhalten. Kompetenz brauchen wir in den Kitas und Altenpflegeheimen eh nicht, sind ja nur die blöden Kinder, von denen es zum Glück bald keine mehr gibt, und die Alten, die ohnehin bald besser sozialverträglich ableben, um Kosten zu minimieren. Liebes Deutschland, wie tief kannst du noch sinken?

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elstevo 10.07.2012, 09:00
35. Die Politik hat das Problem nicht verstanden

Im Osten der Republik schwört ein großer Teil der Bevölkerung auf frühkindliche Erziehung im Kindergarten, weil es sich dort traditionell um echte Bildungseinrichtungen handelt.
Vor 1990 erforderte der Beruf Kindergärtner grundsätzlich ein Fachschulstudium, das oft erst nach vorheriger Eignungsprüfung aufgenommen werden konnte.
So lange Kindergarten und Hort nur als Aufbewahrungsanstalten begriffen werden, kann e keine Elternhaus unabhängige Förderung von Kindern geben.
Für mich ist es unverständlich wieso im Westen und Süden auf diesem Gebiet immer noch steinzeitliche Verhältnisse herrschen. Man mag dort glauben, dass es nicht viel gibt was man sich vom Osten abgucken kann. Kindergärten gehören dazu.
Leider erfolgt die Anpassung wie immer genau andersherum und man orientiert sich zunehmend auch im Kindergartenbereich am Westniveau.
Pauschal Arbeitslose zu Erziehern umschulen ist genau das was wir nicht brauchen. Die Arbeitslosenquote ist doch vor allem im Osten hoch. Dort gibt es aber einigermaßen ausreichend echte ausgebildete Kindergärtner.

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thorland 10.07.2012, 09:02
36. Omg

Die Bundesagentur für Arbeit beschäftigt rd. 130.000 Mitarbeiter... Dieser Apparat hat - bezogen auf die Anzahl seiner Mitarbeiter - eine katastrophal niedrige Vermittlungsquote. Diese müsste eigentlich noch extrapoliert werden um die Menschen, die mit Eigeninitiative eine neue Tätigkeit suchen.

Nun fährt dieser Riesenmoloch wieder mit kindlicher Naivität das Programm der alten Jahre - wie einst bei Kohl:

Umschulen.

Bildungsträger werden aus dem Boden schießen, werden entsprechende Kurse anbieten.
Ein Teil der Kursteilnehmer wird wie üblich "krank", aus "persönlichen Gründen" abbrechen oder wegen Fehlzeiten `rausfliegen.

Das Problem mit Langzeitarbeitslosen ist eben nicht, einfach mal eine weitere Qualifikation anzubieten, sondern auch wieder in`s Arbeitsleben zu reintegrieren.

Und da wird eher ein Therapeut als ein Dozent gebraucht.
Suchtverhalten, familiäre Probleme, Isolation, Armut und Resignation wird auch ein Vermittler des JobCenters nicht mit einem aufmunternden Schulterklopfen beseitigen können.

Und unsere Bundesregierung sollte in diesem Zusammenhang endlich auch zu einer Reform der Privatinsolvenz kommen - ähnlich wie in Frankreich.
Dort braucht man für eine Restschuldbefreiung ein knappes Jahr.
In (Banken-)Deutschland sind es mindestens sieben Jahre.

Die mit Arbeitslosigkeit zwangsläufig einhergehende Überschuldung und Verarmung wird auch mit einem Einkommen knapp über dem Hartz4-Satz als KiTa-Betreuer nicht zu lösen sein. Und bei einem auch nur etwas höheren Verdienst ist auch schnell die Pfändungsfreigrenze überschritten.

Kurz:
Es bedarf nicht nur blumiger Absichtserklärungen und des Bereitstellens einiger tausend Plätze zur Weiterbildung:

So vielschichtig die Probleme von Langzeitarbeitslosen sind, so facettenreich muß auch gefördert werden.

Die Bundesagentur ist schlichtweg überfordert.
Und der Gesetzgeber ist nicht bereit, mit Mindestlohn-Untergrenzen, einer Lockerung des privaten Insolvenzrechts und tatsächlicher Förderung beruflicher Mobilität und eines Wiedereinstiegs grundsätzlich Menschen wieder in den Job zu bringen.

Es wird stattdessen nur gefordert, sanktioniert, drangsaliert, es werden Menschen mit kafkaesken Entscheidungen in den Wahnsinn getrieben.

Und dann sollen diese genau Menschen umgeschult werden und plötzlich wieder freundliche, suchtfreie, sozial unauffällige, zufriedene und ausgeglichene Bezugspersonen für kleine Kinder sein.

Soviel Naivität findet man nirgendwo sonst...!

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Olaf 10.07.2012, 09:02
37.

Zitat von sysop
Von Hartz IV in die Kita: Trotz Kritik will die Bundesagentur für Arbeit 5000 Langzeitarbeitslose zu Erziehern umschulen. Insgesamt kommen laut Vorstandsmitglied Heinrich Alt sogar 800.000 Menschen dafür in Frage.
Umschulungen von Langzeitarbeitslosen gehören seit Jahrzehnten zum Instrumentarium der Bundesanstalt für Arbeit. Das dabei berücksichtigt wird, welche Berufe am Arbeitsmarkt gefragt sind, ist üblich und vernünftig.

Der Ansatz ist also nicht verkehrt, es ist auch nicht einzusehen, dass sich unter den Langzeitarbeitslosen ausgerechnet für diesen Beruf keine geeigneten Leute befinden sollen.

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Dumpfmuff3000 10.07.2012, 09:03
38. xxx

Zitat von Solid
In früheren Zeiten genügte als Qualifikation für die Erziehung von Kindern eine erfolgreiche Zeugung. Das sollte man mal nicht völlig verdrängen.
Zeigt nur mal wieder die totale Geringschätzung unserer Politik für das staatliche Erziehungssystem. Hauptsache billisch. Wie wäre es denn mal mit gut qualifizierten Erziehern, dafür enstprechende Budgets?

Nein billisch ist das neue gut.

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Möglw. 10.07.2012, 09:06
39. Au weia...

Zitat von Björn Borg
Eigentlich kommt doch sogar jeder in Frage: Jeder Depp kann Kind bekommen, beaufsichtigen und erziehen, manche hat sogar gleich sieben Stück - oder nur eins, oder ist selbst noch eins.
Früher war ich strikt gegen Ganztagsschulen usw.; seit einigen Jahren ist dies aber eine der wenigen SPD-Positionen, die ich teile: Der Durschschnittsbürger (nicht meinungsbildender SPON-Leser, sondern RTLII-Gucker) ist nicht mehr in der Lage, Kinder zukunftsfähig großzuziehen. Ganz zu schweigen von Millionen von Alleinerziehenden.

Die "Werte" der früheren Jahrzehnte, die es Eltern recht einfach mit ihren Bälgern machten, gibt es kaum noch: "Solange Füße unter meinem Tisch.. gleich setzt es was.. Mund halten beim Essen.. was an die Ohren.."
Da die Alt-68er mit ihrer Laissez-faire Erziehung aber einen Haufen antiautoritärer Eltern ranzog, tanzen ihnen heute die Kinder nach Belieben auf der Nase rum - und stören nebenbei noch Nachbarn etc. etc.. Bei dem Betragen heutzutage wundert mich die Kinderfeindlichkeit in Deutschland kein Stück. Heißt also: Kinder brauchen Tag für Tag eine klare Sprache und Führung, sonst laufen sie nachweislich aus dem Ruder.
Nur, die Kommunen sind pleite, woher sollen die also das Geld nehmen, um Erzieher a) in Massen auszubilden und b) diese noch gut zu bezahlen sowie c) Männer dafür zu gewinnen, bei denen man keine Pädophilie unterstellen kann? Die Eltern noch stärker an den Kosten beteiligen? Wie soll das bei der Eltern-Struktur denn gehen? Und der Steuersatz des Durschschnittsbürgers liegt, wie letzte Woche bekannt wurde, ja schon bei über 50%. Ich soll in meine Kinder also in Sachen Bankenrettung UND Rente UND Klima-Lüge inkl. Energiewende UND Kindertagesstätte UND UND UND investieren??
Ich habe aus gutem Grund keine Kinder...

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