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Fachkräftemangel: Mehr als eine Million Stellen bleiben unbesetzt
DPA

Der Arbeitsmarkt in Deutschland brummt. Doch immer häufiger finden Unternehmen nicht die gesuchten Fachkräfte, mehr als eine Million Stellen blieben Ende 2013 offen. In Ostdeutschland gibt es so viele Vakanzen wie seit Jahren nicht mehr.

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and_one 04.04.2014, 13:23
70. Die Firmen ignorieren oder diskriminieren viele Fachkräfte

Ältere (das ist man für viele Firmen schon mit 40), Frauen und Arbeitslose werden in vielen Bewerbungsverfahren per se ausgeschlossen oder benachteiligt. Die Vergütungsangebote sind dazu häufig noch so schlecht, dass sie sogar nach Gesetz oft nicht zumutbar sind. Das gilt auch für die Bezahlung für hochqualifizierte Stellen im öffentlichen Dienst. Dazu kommt, dass viele Firmen aufgrund der Masse der Bewerbungen zu einer objektiven Personalauswahl gar nicht mehr in der Lage sind.

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antilobby 04.04.2014, 13:32
71.

Zitat von Ottokar
Nachdem ich den Artikel und die Beiträge dazu gelesen habe, folgendes Wir suchen dringend Fachpersonal (ING) das wir fest anstellen wollen. Leider sind diese Stellen mit Reisetätigkeiten und langen Aufenthalten im Ausland verbunden. Also keine 35 Stundenwoche und Freitags zu Muttern nach Hause. Wir benötigen Fachkräfte die ihren Beruf gelernt haben und keine ING nur mit Abi und FH. Seit gut einem Jahr können wir diese Stellen nicht besetzen. Daher muss ich mit meinen 73 Jahren noch in der Welt herumreisen.
Wenn Sie mit 73 Jahren den Job noch gut machen können, geben Sie doch auch einem 60-Jährigen eine Chance?

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xcountzerox 04.04.2014, 13:57
72. peinlich

wo bleibt euer investigativer journalismus, lieber spon? ist es nicht an der zeit die tatsächlichen verhältnisse auf dem jobmarkt zu recherchieren?

ich habe mir letztes die stellenangebote im it-bereich angeschaut und ich konnte nicht glauben, was ich da lesen musste. da werden viele jobs angeboten, die sich an erfahrene informatiker mit jahrelanger berufs- und projekterfahrung richten. allerdings zu 70-80% von leiharbeitsfirmen und zum dort geltenden tarif von 8,50 Euro BRUTTO die stunde.

es ist seit jahren klar, dass die leih- und zeitarbeit von den unternehmen massivst missbraucht wird. von den werkverträgen schreibe ich schon lieber gar nichts.

und dann auf spon wieder diese arbeitgeber propaganda mit dem märchen vom fachkräftemangel. schämt euch spon so unreflektiert dieses unsinn und die klare lüge zu veröffentlichen.

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discuss 04.04.2014, 15:19
73. Problem

Zitat von Ottokar
Nachdem ich den Artikel und die Beiträge dazu gelesen habe, folgendes Wir suchen dringend Fachpersonal (ING) das wir fest anstellen wollen. Leider sind diese Stellen mit Reisetätigkeiten und langen Aufenthalten im Ausland verbunden. Also keine 35 Stundenwoche und Freitags zu Muttern nach Hause. Wir benötigen Fachkräfte die ihren Beruf gelernt haben und keine ING nur mit Abi und FH. Seit gut einem Jahr können wir diese Stellen nicht besetzen. Daher muss ich mit meinen 73 Jahren noch in der Welt herumreisen.
Hallo Ottokar,

zunächst möchte ich Ihnen mein Beileid aussprechen, dass Sie mit 73 Jahren noch herumreisen müssen.
Dass es soweit kommen musste, müssen Sie sich aber selbst zuschreiben. Mal angenommen, sie hatten geplant, mit 65 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Dann hätten Sie also vor 8 Jahren einen Nachfolger einstellen und anlernen können. Mit Sicherheit würde dieser nun einen guten Job machen und Sie könnten Ihren Ruhestand genießen.
Leider erliegen sie dem Irrglauben, es gäbe den für Sie gebackenen Ingenieur irgendwo fertig im Regal.

Ich bin selber Ingenieur und habe einen guten Job. Meine Bewerbungsphase ist noch nicht so lange her. Während dieser habe ich immer wieder erlebt, dass - egal ob großes Unternehmen oder mittelständischer Betrieb - Ersatz für kurz vor dem Ruhestand befindliche AN gesucht wurde. Es gibt aber schlichtweg keinen Absolventen, der einen Ing. mit mehrjähriger Berufserfahrung ersetzen könnte. Und ältere AN haben in der Regel zwar Spezialwissen, das aber nicht auf das geforderte Stellenprofil passt.
Wer wie Sie keinen Ersatz hat, hat schlicht versäumt, sich rechtzeitig um einen Ersatz zu bemühen. Und 'bemühen' heißt nicht, sich einfach nur darauf zu verlassen, dass sich schon der richtige Kandidat auf eine Stellenanzeige meldet.

Anekdote am Rande: Das haarsträubenste Profil, auf das ich mich beworben habe, verlangte sehr gutes Wissen im Bereich der Strömungslehre und Thermodynamik, angereichert mit guten Kenntnissen in Chemie. Meteorologisches Wissen war gewünscht und obendrein sollte man in der Lage sein, mathematische Modelle zu programmieren. Dazu noch das Übliche, also teamfähig, sehr gute Englischkenntnisse, Reisebereitschaft, flexibel etc.

Immerhin: Einstiegsgehalt knapp unter 50.000 brutto und unbefristet.

Zum Abschluss der Bewerbungsgesprächs habe ich dem Vorgesetzten viel Glück (nicht Erfolg) bei der Suche nach dem richtigen Kandidaten gewünscht.

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Dreimal schwarzer Kater 04.04.2014, 15:37
74.

Zitat von PeterPetroleum
Ich könnt auch aus dem Stand 100 Ingenieure einstellen. Finde aber keine für 10Eur die Stunde. Daraus leite ich für mich einen Fachkräftemangel ab.
Ein Ingenieur, Elektrotechnik bekommt bei uns als Einstiegsgehalt (also als Studienabgänger) zwischen 45 und 50 Tsd. €. Das ist für einen 25-jährigen doch ganz ordentlich.
Die Konkurrenz zahlt auf gleichem Niveau.

Trotzdem kann man nicht gerade behaupten, dass einem damit die Bewerber (vorallem die mit überdurchnittlich guten Noten) die Bude einrennen.

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