Forum: Wirtschaft
Fahrgast-Entschädigungen: Bahn muss Rekordsumme für Verspätungen zahlen
DPA

Der Ärger über verspätete oder ausgefallene Züge wurde im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Bahnfahrer durch Entschädigungen gemildert. Die Bahn musste so viel zahlen wie nie zuvor. In Streitfällen gewannen fast immer die Kunden.

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tweet4fun 07.07.2014, 15:10
110. Anmerkung zu #109 (Ly7o9) und #110 (waldemar)

Das Beispiel Bahn ist ein gutes Beispiel und ist symptomatisch für die allgemein schlechten Dienstleistungsangebote in Deutschland. Von Service keine Spur! Wenn es Ausnahmen von dieser Regel gibt, dann beruhen diese auf dem guten Willen und dem Verantwortungsbewußtsein Einzelner. Daß der Kunde berechtigte Ansprüche hat, wird gar nicht als normal wahrgenommen. Es gehört nicht zum allgemeinen Bewußtsein in Deutschland.

Es hatte viele Jahre und viele Grundsatzurteile und Gesetze gebraucht, bis auch in Deutschland die niedrigsten Standards wie Mindestgarantieleistungen oder Rückgabe- und Rücktrittsrechte des Konsumenten durchgesetzt wurden, die in anderen Ländern als selbstverständlich gelten und meist auch weit übertroffen werden. Diese Rechte muß man in Deutschland allerdings noch häufig mit allen Tricks und Kniffen gegen viele Widerstände erst durchsetzen.

Das Bewußtsein dazu fehlt den Deutschen, weil sie es immer noch in den Köpfen haben, daß eine Ware oder Dienstleistung nach dem Kauf ein abgeschlossener Handel ist und man nun damit umgehen muß, im Guten wie im Schlechten. In anderen Ländern, in denen die Gerichte dem Konsumenten auch gern mal empfindliche finanzielle Wiedergutmachungen in Millionenhöhe zusprechen, gehören Entschädigungen und Rücktrittsrechte zum selbstverständlichen Alltag, und es wird darüber nicht einmal ansatzweise diskutiert.

Diese Tatsache erkennt man auch sehr gut an einigen Beiträgen hier im Forum, die die Bahn grundsätzlich in Schutz nehmen und meinen, daß der Kunde an den Mißständen ja meist auch selber die Schuld trägt. Oft kann man da durch die Zeilen lesen: "Tja, Pech gehabt. Lerne damit umzugehen." Und genau diese Einstellung ist es, die zu den Mißständen führt. Die Dienstleister fühlen überhaupt keinen Druck, ihre Angebote mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verbessern.

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KannNix 08.07.2014, 17:24
111. Von gerechter Bezahlung keine Spur

Zitat von tweet4fun
Das Beispiel Bahn ist ein gutes Beispiel und ist symptomatisch für die allgemein schlechten Dienstleistungsangebote in Deutschland. Von Service keine Spur! Wenn es Ausnahmen von dieser Regel gibt, dann beruhen diese auf dem guten Willen und dem Verantwortungsbewußtsein Einzelner.
Wenn man guckt, wie beschissen niedrig im Dienstleistungssektor in Deutschland entlohnt wird, im Vergleich zum produzierenden Gewerbe, kann das ja wohl keinen wundern. Man kann keinem Menschen heute mehr empfehlen, in das Dienstleistungsgewerbe zu gehen, Finanzdienstleistungen und Zuhälterei mal ausgenommen. Sonst ist und bleibt man sein ganzes Leben lang mittellos.

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karenina 08.10.2014, 15:25
112. Enttäuscht von der Bahn

@tweet4fun

Als ehemals begeisterte Bahnkundin hätte ich nie gedacht, dass ich Ihren Ausführungen vorbehaltlos zustimmen muss. Bin täglich in NRW, Raum Düsseldorf-Aachen per Bahn unterwegs und bete jeden Tag, dass ich einigermassen pünktlich morgens meinen Arbeitsplatz erreiche und mein Arbeitgeber -trotz Gleitzeit- für die regelmäßig unverschuldeten (!) Verspätungen Verständnis zeigt.

Wer im Monat bis zu 10 Std. Minuszeiten nacharbeiten oder per Urlaubstag ausgleichen muss, obwohl er inzwischen täglich um 5.30 h per Bus/Bahn/ Bus unterwegs ist, um pünktlich um 8.00 h seinen Arbeitsplatz zu erreichen, hat jegliches Verständis für Lokführer-Streiks verloren. Im Normalfall bräuchte ich für die Hin- und Rückfahrt jeweils knapp 1 Std. - in den ersten Monaten als neue Bahnkundin klappte das hervorragend.

@KannNix

Ein Einstiegsgehalt von 2.000 € plus Zulagen finde ich nicht gerade wenig. Arbeitslose Akademiker mit zig Praktikumsstellen wären glücklich über den sicheren Arbeitsplatz mit gutem Gehalt und bester Altersversorgung! Im übrigen darf jeder, dem das Dienstleistungsgewerbe nicht zusagt, zum produzierenden Gewerbe wechseln - es hindert ihn doch keiner!

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karenina 08.10.2014, 15:31
113. Enttäuscht von der Bahn

@tweet4fun

Als ehemals begeisterte Bahnkundin hätte ich nie gedacht, dass ich Ihren Ausführungen vorbehaltlos zustimmen muss. Bin täglich in NRW, Raum Düsseldorf-Aachen per Bahn unterwegs und bete jeden Tag, dass ich einigermassen pünktlich morgens meinen Arbeitsplatz erreiche und mein Arbeitgeber -trotz Gleitzeit- für die regelmäßig unverschuldeten (!) Verspätungen Verständnis zeigt.

Wer im Monat bis zu 10 Std. Minuszeiten nacharbeiten oder per Urlaubstag ausgleichen muss, obwohl er inzwischen täglich um 5.30 h per Bus/Bahn/ Bus unterwegs ist, um pünktlich um 8.00 h seinen Arbeitsplatz zu erreichen, hat jegliches Verständis für Lokführer-Streiks verloren. Im Normalfall bräuchte ich für die Hin- und Rückfahrt jeweils knapp 1 Std. - in den ersten Monaten als neue Bahnkundin klappte das hervorragend.

@KannNix

Ein Einstiegsgehalt von 2.000 € plus Zulagen finde ich nicht gerade wenig. Arbeitslose Akademiker mit zig Praktikumsstellen wären glücklich über den sicheren Arbeitsplatz mit gutem Gehalt und bester Altersversorgung! Im übrigen darf jeder, dem das Dienstleistungsgewerbe nicht zusagt, zum produzierenden Gewerbe wechseln - es hindert ihn doch keiner!

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bumminrum 13.10.2014, 06:31
114. Das Entschädigungsrecht

bei der Bahn ist kundenfreundlich. Insbesondere weil es im Gegensatz zu Flugzeug keine Ausnahmen gibt. Das vermeidet Streit. Besser wäre es allerdings, wenn die Bahn pünktlicher fahren würde. 40 Mill im Jahr sind doch ein Taschengeld. Die Entschädigung sollte es bereits am 30 Min. geben.

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