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Fahrgast-Entschädigungen: Bahn muss Rekordsumme für Verspätungen zahlen
DPA

Der Ärger über verspätete oder ausgefallene Züge wurde im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Bahnfahrer durch Entschädigungen gemildert. Die Bahn musste so viel zahlen wie nie zuvor. In Streitfällen gewannen fast immer die Kunden.

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PriseSalz 05.07.2014, 16:49
10. Entschädigung?

Ich kaufe ein Ticket, also eine (Transport-) Leistung. Wird die Leistung nicht erbracht (Zugausfall), muss ich mein Geld zurückbekommen. Komme ich später als zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt an mein Ziel, wird also die Leistung nicht voll erbracht, habe ich Recht auf Minderung. Außerdem: Früher gings doch auch, man konnte sich auf die Bahn verlassen. "Alle reden vom Wetter, wir nicht" hieß es dazu. Heute fallen Züge schon mal aus wenn ein paar Zentimeter Schnee fallen. Übertechnisierung, unfähige Manager und der Wunsch, ein gut funktionierendes öffentliches Transportsystem (zugegeben: nicht das profitabelste, aber darauf kommt es bei diesem wichtigen Massenverkehrsmittel gar nicht an) so profitabel zu machen, das man es an das Großkapital verscherbeln kann, haben die Bahn ruiniert.

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Zaphod 05.07.2014, 16:49
11. Schadensersatz

Diejenigen, die von der Bahn bei jeder etwas längeren Verspätung Schadensersatz fordern, sind sicher auch diejenigen, die ihren Arbeitgeber bitte, ihnen das Gehalt zu kürzen, wenn sie einmal einen schlechten Tag haben und daher nicht ihre übliche Leistung erbringen können. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um Menschen, die aus Gerechtigkeitsgründen sich selbst sehr genau beobachten, damit sie auf jeden Fall nie einen Fehler machen und nie die Erwartungen anderer enttäuschen. Gut, dass es solche Menschen in Deutschland gibt.

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Sierra Kilo 05.07.2014, 16:57
12. Alle reden vom Wetter...

Korrekt, auch das die Bummelbahn bei höherer Gewalt zahlen muss! Im Berliner Bahntower kommen Winter, Frühling, Sommer und Herbst mit all der Unbill ja so was von überraschend. Keine Vorsorge, kein Plan und keine Ideen. Habe es noch vor wenigen Wochen im sturmgeplagten Düsseldorf erlebt. Orga-Chaos At Its Best. Und manchmal, aber nur manchmal fallen mit die Plakate vom Herbst 1966 wieder ein. Eine völlig vereiste E-Lok, die durch den Schneesturm fährt. Drunter stand: Alle reden vom Wetter. Wir nicht!
Gute alte Zeit!

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andreasoberholz 05.07.2014, 16:57
13. Kaum zu glauben???

Zitat von sysop
Der Ärger über verspätete oder ausgefallene Züge wurde im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Bahnfahrer durch Entschädigungen gemildert. Die Bahn musste so viel zahlen wie nie zuvor. In Streitfällen gewannen fast immer die Kunden.
Ich kann es nur subjektiv beurteilen.
Wenn wirklich 94% Planmässig fährt; warum hört man dann von allen Freunden und Bekannten ähnliche Geschichten. Zu spät, ausgefallen etc.

Nett ist hier in Berlin auch der S Bahn Service (Gehört zum DB Konzern). Es hagelt Ausfälle mit komischen Begründungen. Auf dem Ring haben wir seit mehreren Jahren regelmässig einen Polizeieinsatz??? Kaum zu glauben das so viel passiert, fast täglich….

Die Vermutung liegt eher nah das die Bahn ihre Infrastruktur über viele Jahre nicht gewartet hat. Ab einer Milliarde Investition muss nämlich nicht die DB zahlen, sondern der Steuerzahler. Was liegt da näher als die Gleise marode werden zu lassen…..

Gefühlt kann man die Zahl 94% nicht glauben.

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Flieger56 05.07.2014, 16:57
14.

Zitat von sysop
Der Ärger über verspätete oder ausgefallene Züge wurde im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Bahnfahrer durch Entschädigungen gemildert. Die Bahn musste so viel zahlen wie nie zuvor. In Streitfällen gewannen fast immer die Kunden.
...ab Januar 2015 gibt es keine Verspätungen,fragen Sie dann einfach Herrn Pofalla.Die paar Tage wo es mal Unwetter gibt,kann man an einer Hand abzählen.Man muß nur mit dem Aufräumen etwas schneller werden und nicht eine Woche und länger benötigen,um mal ein paar Bäume von den Gleisen zu entfernen oder Oberleitungen wieder in Ordnung zu bringen,wie vor kurzer Zeit in NRW.Aber wie gesagt,mit Herrn Pofalla wird dann alles besser bei der Bahn.

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josifi 05.07.2014, 16:59
15.

Zitat von Zaphod
Diejenigen, die von der Bahn bei jeder etwas längeren Verspätung Schadensersatz fordern, sind sicher auch diejenigen, die ihren Arbeitgeber bitte, ihnen das Gehalt zu kürzen, wenn sie einmal einen schlechten Tag haben und daher nicht ihre übliche Leistung erbringen können. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um Menschen, die aus Gerechtigkeitsgründen sich selbst sehr genau beobachten, damit sie auf jeden Fall nie einen Fehler machen und nie die Erwartungen anderer enttäuschen. Gut, dass es solche Menschen in Deutschland gibt.
Wieso das denn? Sie kaufen eine Leistung, die nur unvollständig erbracht wird. Zahlen Sie eine Handwerker-Rechnung komplett, wenn die Arbeit unvollständig erledigt wurde?

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schäfchensammlung 05.07.2014, 17:00
16. Bahnpersonal weiß nicht, wie man Verspätungsanträge richtig abschickt

Ich habe mal Anträge auf Entschädigung in einem Reisezentrum eines großen ostwestfälischen Bahnhofs abgegeben. Leider waren die Leute da so inkompetent, dass die Anträge in Einzelumschläge gepackt wurden, so war ich 3x unter der Bagatellgrenze, da es für Zeitkarten im Nahverkehr bei einer Stunde Verspätung nur 1,5€ gibt oder damals gab. So bekam ich keine Entschädigung. Ich hatte sogar beim Eintüten der Anträge nochmal nachgefragt, ob die nicht in einen Umschlag müssten, da es auf dem Formular so drauf stehen würde. Aber die waren sich sicher, dass muss in einzelne Umschläge ...
Als ich mich daraufhin dort beschwerte hießt es, ich könne die Anträge ja nochmal ausfüllen. Das Wort Entschuldigung kannte man dort wohl nicht.

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k.st 05.07.2014, 17:05
17. Interessanter ist doch wie viele Fahrgäste ...

Zitat von sysop
Der Ärger über verspätete oder ausgefallene Züge wurde im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Bahnfahrer durch Entschädigungen gemildert. Die Bahn musste so viel zahlen wie nie zuvor. In Streitfällen gewannen fast immer die Kunden.
... pünktlich an ihr Ziel kommen.
94% der Züge haben nur 6 min. Verspätung. Das will ich noch nicht
einmal bestreiten. Wenn der erste Zug 6 Min. Verspätung hat, der Fahrgast den Anschlusszug dadurch nicht erreicht, erreicht der Fahrgast sein Ziel u.U. 60 Min. später als geplant.
Beide Züge haben aber im Schnitt nur 3 Minuten Verspätung.

Ich denke aber, eine Erhebung, wie viele Fahrgäste ihr Ziel verspätet ( > 6 Min.) erreichen gibt es nicht bzw. ist schwierig zu erfassen.

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loeweneule 05.07.2014, 17:06
18.

Zitat von IronSky
wieso? was ist denn höhere gewalt in deutschland? ein bissl schnee, ein bissl regen, ein bissl wind. nichts, worauf man sich nicht mit vernünftig gebauter infrastruktur und rechtzeitig bereit gestellten ersatzzügen vorbereiten könnte. also alles richtig.
Umgestürzte Bäume etwa gibt es auch hierzulande. Erst vor kurzem in weiten Teilen Nordwestdeutschlands.

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genugistgenug 05.07.2014, 17:11
19. Nur?

Nur 40 Mio Euronen für 1,3 Mio. Beförderungseinheiten, also ca. 1,- pro Nase (abzüglich Bearbeitungskosten?)
Wie viele Personen wurden eigentlich insgesamt befördert um diese 'Rekordsumme' in Relation zu setzen.

PS irgendwann wird so ein hochbezahlter Manager feststellen dass die Entschädigung sich einsparen ließe wenn die Bahn auf Fahrgäste ganz verzichtet ;-)

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