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Fahrgast-Entschädigungen: Bahn muss Rekordsumme für Verspätungen zahlen
DPA

Der Ärger über verspätete oder ausgefallene Züge wurde im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Bahnfahrer durch Entschädigungen gemildert. Die Bahn musste so viel zahlen wie nie zuvor. In Streitfällen gewannen fast immer die Kunden.

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beachy1 05.07.2014, 17:48
30.

Zitat von andreasoberholz
Ich kann es nur subjektiv beurteilen. Wenn wirklich 94% Planmässig fährt; warum hört man dann von allen Freunden und Bekannten ähnliche Geschichten. Zu spät, ausgefallen etc. Gefühlt kann man die Zahl 94% nicht glauben.
Ich fahre regelmäßig alle paar Wochen mit der Bahn, längere Strecken mit ICE, IR und RBs. Verspätungen sind die Regel, Pünktlichkeit ist die krasse Ausnahme. Den geplanten Anschlusszug erreiche ich fast nie.

Was auch immer diese Statistik messen mag, es hat mit der Realität des Bahnreisens nichts zu tun.

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graf.koks 05.07.2014, 17:48
31. Blödsinn

Zitat von Kaffee Wien
... Ein weiterer, aber immer unterschätzer Grund: Die völlige Überbevölkerung in Deutschland. Deutschland stirbt keineswegs aus, wie uns der Panikmacher Schirrmacher aus rein privaten monetären Gründen immer wieder weismachen wollte. Nein. Deutschland platzt aus allen Nähten. Seit Jahren sinkt die Bevölkerungszahl nicht, sondern steigt - zumindest in den urbanen Räumen. Wer an einem Freitag einmal den Kölner Hauptbahnhof besuchen musste, wird sich schwören: Nie wieder! Und solche drängelnden Massen kann keine Bahn der Welt bewältigen und dabei noch den Zeitplan einhalten. Durch den Zuzug immer neuer Kulturbereicherer aus allen Herren Länder wird die Situation auch nicht entspannter, um es einmal ironisch auszudrücken. ...
Sind Sie schon einmal mit dem Shinkansen von Tokyo nach Osaka gefahren? Während der normalen Berufsverkehrszeit? Europäer bekommen da regelmäßig Klaustrophobia.

Trotzdem sind die Züge so pünktlich, daß Sie Ihre Uhr danach stellen können.

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nomade61 05.07.2014, 17:52
32. Kommunikation Fehlanzeige

Als BahnCard100 - Vielfahrer bin ich Kummer mit der DB gewöhnt. Dass die Bahn schwerlich für extreme Wettersituationen oder die im Schnitt täglich 3 Selbstmörder verantwortlich gemacht werden, ist klar. Genauso klar ist aber, dass die DB schlichtweg miserabel solche Probleme kommuniziert. Es genügt mir nicht, auf dem Bahnsteig zu hören, dass "Verzögerungen im Betriebsablauf", "Verspätete Bereitstellung" oder "Notarzteinsatz am Gleis", verbunden mit einer lapidaren Entschuldigung als Bandansage zu hören. Das fördert nicht die Einsicht der Millionen verspäteter Bahnkunden. Wenn man denn noch an eine(n) völlig überforderte(n) DB-Mitarbeiter gerät, welche wohl in keiner Weise auf Notfälle vorbereitet werden, ist die Einsicht und Geduld am Ende. Wenn also formal akzeptabel und vor allem ehrlich die Probleme kommuniziert würden, hätten die armen Würstchen mit den roten Mützen an der Basis längst nicht den Stress mit den wütenden Fahrgästen, welche einfach nur wissen wollen, warum und wie und wann es weiter geht, wenn sie mal wieder in irgendeinem Bahnhof oder einem still stehenden Zug gestrandet sind.

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genugistgenug 05.07.2014, 17:55
33. Nur?

Nur 40 Mio Euronen für 1,3 Mio. Beförderungseinheiten, also ca. 31,- (30,77) pro Nase (abzüglich Bearbeitungskosten?)
Wie viele Personen wurden eigentlich insgesamt befördert um diese 'Rekordsumme' in Relation zu setzen.

PS irgendwann wird so ein hochbezahlter Manager feststellen dass die Entschädigung sich einsparen ließe wenn die Bahn auf Fahrgäste ganz verzichtet ;-)

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erlachma 05.07.2014, 17:58
34.

Zitat von andreasoberholz
Ich kann es nur subjektiv beurteilen. Wenn wirklich 94% Planmässig fährt; warum hört man dann von allen Freunden und Bekannten ähnliche Geschichten. Zu spät, ausgefallen etc. (...) Gefühlt kann man die Zahl 94% nicht glauben.
Dazu eine nette Geschichte von meinem Wirtschaftsprofessor: er sollte mit seiner Forschungsgruppe die Unpünktlichkeit der Bahn überprüfen. Dazu hat er Kriterien angelegt: der Zug muss in der Minute stehen, die angegeben ist, dann ist er pünktlich. Tut er das nicht, ist er unpünktlich. Mag eine strenge Auslegung sein, aber es ist die Ansammlung kleiner Unpünktlichkeiten, die sich zu großen Unpünktlichkeiten kumulieren.

Die Bahn hat das für sie katastrophale Ergebnis (weniger als 10% waren pünklich, wenn ich mich recht erinnere) nicht akzeptiert (statt daran zu arbeiten).

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erlachma 05.07.2014, 18:02
35. Service

Ich fahre häufig mit dem letzten ICE von Halle nach München - in der Regel ist der 20 Minuten zu spät, die letzten Male jeweils eine Stunde. Bei einem Zug, der nach Plan um 1:18 ankommen soll, ist das schon ärgerlich. Mich interessiert auch nicht die Entschädigung (25% vom Ticketpreis? Also 6 Euro? Danke...), sondern eher, wie die Bahn mit ihren Problemen umgeht:
Der Zug ist meistens voll, und eine ganze Reihe Fahrgäste brauchen eine Beförderungsmöglichkeit, um nach Hause zu kommen. S-Bahn fährt schon lange nicht mehr um diese Zeit. Dafür gibts Taxigutscheine, was eine faire Kompensation ist. Allerdings: wenn man zu viert ins Taxi gesteckt wird und nochmal eine gute Stunde durch die Stadt fahren muss, statt 15 Minuten auf direktem Weg, dann hilft das nicht viel.
Der andere Punkt ist: die Taxigutscheine müssen von Hand (!) in eine Liste eingetragen werden, nachdem der Angestellte am Serviceschalter die Verbindungsmöglichkeiten rausgesucht hat und festgestellt hat: ups, da geht ja wirklich nichts mehr. Das dauert pro Person ca. 5 Minuten, bei 30 anstehenden Personen ist das eigentlich untragbar.
Warum kann man sowas nicht schon im Zug machen? Oder zumindest automatisieren?

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erlachma 05.07.2014, 18:07
36.

Zitat von nomade61
Genauso klar ist aber, dass die DB schlichtweg miserabel solche Probleme kommuniziert. Es genügt mir nicht, auf dem Bahnsteig zu hören, dass "Verzögerungen im Betriebsablauf", "Verspätete Bereitstellung" oder "Notarzteinsatz am Gleis", verbunden mit einer lapidaren Entschuldigung als Bandansage zu hören. Das fördert nicht die Einsicht der Millionen verspäteter Bahnkunden. Wenn man denn noch an eine(n) völlig überforderte(n) DB-Mitarbeiter gerät, welche wohl in keiner Weise auf Notfälle vorbereitet werden, ist die Einsicht und Geduld am Ende. Wenn also formal akzeptabel und vor allem ehrlich die Probleme kommuniziert würden, hätten die armen Würstchen mit den roten Mützen an der Basis längst nicht den Stress mit den wütenden Fahrgästen, welche einfach nur wissen wollen, warum und wie und wann es weiter geht, wenn sie mal wieder in irgendeinem Bahnhof oder einem still stehenden Zug gestrandet sind.
So ist es. Aber das Personal, als wir nach Mitternacht in Nürnberg vor der Weiterfahrt nach München knapp 70 Minuten auf den Anschlusszug aus Frankfurt warten mussten, hat sich beim Anhalten verdünnisiert, und ist erst wieder aufgetaucht, als es weiterging, kurz nach 2 Uhr morgens.
Hätten die bescheidgesagt, hätte man sich evtl. eine andere Fahrtmöglichkeit nach z.B. Ingolstadt suchen können. Aber 70 Minuten stehen ohne irgendwas zu erfahren, nicht warum, nicht wielange noch, das zerrt an den Nerven.

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vogel0815 05.07.2014, 18:07
37.

Zitat von Wilder Eber
Ich weiss aus gut informierter Quelle dass Suizide einen erheblichen Anteil an den Verspätungen bei der Bahn haben.
Genau das hat mir mein Freund von der Bundespolizei auch gesagt :-)

Es ist wirklich sehr egoistisch von diesen Suizidlern, mich in ihre persönliche Tragödie mit einzubeziehen.

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sprengtness 05.07.2014, 18:10
38. Die Bahn

Es ist nicht so ,wie manche behaupten, das es früher keine Verspätung gegeben hat. Nur wurde es nicht so aufgebauscht wie heute. Als es früher noch die "Behordenbahn" gab waren noch Menschen an der Spitze die einigermaßen von der Materie Bahn etwas verstanden haben. Und was ist heutzutage los, alles wird gekürzt, Personal wird abgebaut ( das beste Beispiel Mainz) Ersatzzüge gibt es kaum. Was nützt es wenn ein ICE defekt ist und ein IC mit alten Wagen wird bereitgestellt. Warum stehen an grossen Bahnhöfen wie Frankfurt, Stuttgart, München oder andere ErsatzICE mit Personal bereit um schnell eingesetzt werden. Die Welt kann es auch nicht kosten. Aber dafür hat man eine zufriedene Kundschaft. Und das Urteil des Gerichtshofes kann ich sowieso nicht verstehen.Warum muss die Bahn bei höherer Gewalt zahlen und die anderen Verkehrsträger nicht? Das ist unlauterer Wettbewerb. Warum ist unsere Regierung nicht dagegen eingeschritten und bringt ein neues Gesetz heraus welches die Bahn nicht ins Hintertreffen gegenüber anderen Verkehrsträger bringt. Entweder zahlen alle bei höherer Gewalt oder gar keiner.Aber mit unserer europahöriger Regierung ist das wahrscheinlich nicht zu machen. Das wegen Verspätung ausgezahlte Geld fehlt jetzt in der Infrastruktur der Bahn.

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vogel0815 05.07.2014, 18:12
39.

Zitat von erlachma
Ich fahre häufig mit dem letzten ICE von Halle nach München - in der Regel ist der 20 Minuten zu spät, die letzten Male jeweils eine Stunde. Bei einem Zug, der nach Plan um 1:18 ankommen soll, ist das schon ärgerlich. Mich interessiert auch nicht die Entschädigung (25% vom Ticketpreis? Also 6 Euro? Danke...), sondern eher, wie die Bahn mit ihren Problemen umgeht: Der Zug ist meistens voll, und eine ganze Reihe Fahrgäste brauchen eine Beförderungsmöglichkeit, um nach Hause zu kommen. S-Bahn fährt schon lange nicht mehr um diese Zeit. Dafür gibts Taxigutscheine, was eine faire Kompensation ist. Allerdings: wenn man zu viert ins Taxi gesteckt wird und nochmal eine gute Stunde durch die Stadt fahren muss, statt 15 Minuten auf direktem Weg, dann hilft das nicht viel. Der andere Punkt ist: die Taxigutscheine müssen von Hand (!) in eine Liste eingetragen werden, nachdem der Angestellte am Serviceschalter die Verbindungsmöglichkeiten rausgesucht hat und festgestellt hat: ups, da geht ja wirklich nichts mehr. Das dauert pro Person ca. 5 Minuten, bei 30 anstehenden Personen ist das eigentlich untragbar. Warum kann man sowas nicht schon im Zug machen? Oder zumindest automatisieren?
Sie können den Rechtsweg bestreiten und der Bahn die volle Taxirechnung zukommen lassen. Es ist nämlich nicht zumutbar zu der Uhrzeit noch Stundenlang auf irgendwelche Gutscheine zu warten.

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