Forum: Wirtschaft
Fahrgast-Entschädigungen: Bahn muss Rekordsumme für Verspätungen zahlen
DPA

Der Ärger über verspätete oder ausgefallene Züge wurde im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Bahnfahrer durch Entschädigungen gemildert. Die Bahn musste so viel zahlen wie nie zuvor. In Streitfällen gewannen fast immer die Kunden.

Seite 7 von 12
nachdenklich99 05.07.2014, 21:15
60.

Zitat von Benko
Mit welcher Rechtfertigung die Bahn auch bei höherer Gewalt zahlen muss ist mir bis heute schleierhaft. Welcher übermotivierte und lebensfremde Richter da wieder gemurkst hat will man gar nicht wissen. Arme Gesellschaft.
Vielleicht weil man von der Bahn erwartet die Trassen so zu bauen, dass sie nicht bei Regenfällen durch Erdrutsche verlegt werden. Oder Züge zu kaufen, die auch bei mehr als 25 Grad funktionieren. Oder mit den Angestellten einen Vertag aushandeln, sodass keine Streiks notwendig sind.

Der Zugbegleiter hat sicherlich auch Verständnis, wenn du aufgrund höherer Gewalt (Gehaltszahlung noch nicht eingegangen) keine Fahrkarte hast.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
georg67 05.07.2014, 21:31
61. Wenn Bäume

Zitat von IronSky
wieso? was ist denn höhere gewalt in deutschland? ein bissl schnee, ein bissl regen, ein bissl wind. nichts, worauf man sich nicht mit vernünftig gebauter infrastruktur und rechtzeitig bereit gestellten ersatzzügen vorbereiten könnte. also alles richtig.
Auf die Schienen stürzen und die Oberleitungen zerreißen, hilft die beste Infrastruktur nichts. Und wenn die Bahn anfinge, entlang der Trassen die Bäume zu fällen, würden die Umweltverbände wieder Sturm laufen.

Unterspülte oder überflutete Bahngleise infolge Elbhochwassers kann die Bahn durch Infrastrukturmassnahmen auch nicht verhindern, der Deich- und Hochwasserschutz ist Sache des Bundes und der Länder.

Und wenn sich im nächsten Bahnhof wieder ein Irrer vor den Zug wirft oder ein Besoffener zwischen Zug und Bahnsteigkante gerät, sperrt die Staatsanwaltschaft unD nicht bie Bahn den Zugverkehr meist für den gesamten Bahnhofsbereich.

Ersatzzüge helfen in allen Fällen auch nicht weiter, da ebenfalls blockiert.

Ausschließlich Bahnunternehmen für die Fälle höherer Gewalt in die Verantwortung zu nehmen, halte ich daher für nicht gerechtfertigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
deus-Lo-vult 05.07.2014, 21:49
62.

Die Bahn müsste noch viel mehr zahlen. Vlt lernen sie dann, was ein "Service-Unternehmen" ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spiegelleser987 05.07.2014, 21:59
63.

Zitat von Zaphod
Diejenigen, die von der Bahn bei jeder etwas längeren Verspätung Schadensersatz fordern, sind sicher auch diejenigen, die ihren Arbeitgeber bitte, ihnen das Gehalt zu kürzen, wenn sie einmal einen schlechten Tag haben und daher nicht ihre übliche Leistung erbringen können. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um Menschen, die aus Gerechtigkeitsgründen sich selbst sehr genau beobachten, damit sie auf jeden Fall nie einen Fehler machen und nie die Erwartungen anderer enttäuschen. Gut, dass es solche Menschen in Deutschland gibt.
Mir kommt es eher so vor, dass wir uns dem amerikanischen Staatsprinzip nähern. Alles muss nur noch durch Juristen geregelt werden. Die verdienen daran extrem gut. Hier ist die Summe noch begrenzt (außer bei Insolvenzverwaltern), aber irgendwann gibt es dann auch hier 40 Mio. für eine Frau, wie etwa 2005 (oder 2007) in den USA. Die fühlte sich diskriminiert, weil weil sie mehr Falten im Gesicht hatte als die Frauen auf den Werbefotos in Zeitungen. Der Anwalt hat davon sicher die Hälfte abkassiert. Irgendwann sind wir hier auch soweit. Man muss ffür alles nur irgendwelche Schuldigen finden. Deshalb sollten Sie sich Gräten einpacken, wenn Sie mal ein Fischbrötchen essen. Allerdings gibt es dann nur ein paar hundert Euro. Lohnt sich aber, das müssen doch nur die Kellnerinnen zahlen.

Die andere Ursache ist das heute das Prinzip "es muss alles günstug sein". Man will nur noch alles billig, sprichh: das Geld zurück um anschließend mit dem Porsche in ein Edel-Shoppingcenter zu fahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hjm 05.07.2014, 23:01
64.

Zitat von deus-Lo-vult
Die Bahn müsste noch viel mehr zahlen. Vlt lernen sie dann, was ein "Service-Unternehmen" ist.
Oh Gott, nein! Bitte nicht! Ich will von der Bahn von A nach B befördert werden. Ich finde es schon nervig genug, dabei vor jeder Haltestelle informiert zu werden, dass es an diesem Bahnhof örtliche Lautsprecherdurchsagen und Anzeigetafeln gibt (scheint eine ganz neue Innovation zu sein) und nach jeder Haltestelle aufs neue als zugestiegener Fahrgast recht herzlich auf unserer Fahrt nach Oberdupfingen begrüßt zu werden.

Ich sehe aber ein, dass es im Zuge der fortschreitenden Volksverdummung immer mehr „Service-Unternehmen“ geben muss, die ihre Kunden bei anspruchvollen Tätigkeiten wie Bahnfahren oder Einkaufen unterstützen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
c00 05.07.2014, 23:07
65.

Zitat von vogel0815
Sie können den Rechtsweg bestreiten und der Bahn die volle Taxirechnung zukommen lassen. Es ist nämlich nicht zumutbar zu der Uhrzeit noch Stundenlang auf irgendwelche Gutscheine zu warten.
sowas könnte schwierig werden. Habe zweimal bei der Bahn einen Beleg zur Erstattung eingereicht. Beide Male wurde auf das Schreiben reagiert, aber es lang angeblich kein Beleg bei (wohlgemerkt: der war im selben Umschlag). Unfassbar. Aber vielleicht hatte ich nur zweimal Pech bzw. arg freche Bearbeiter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gerd.leineune 05.07.2014, 23:26
66.

Zitat von sonnemond
Bei der Streckeninstandhaltung ist der Bund zuständig. Der zahlt jedoch seit Jahren viel zu wenig. Dadurch verkommt das Gleisnetz, Verspätungen treten auf. Wenn Ihr Zug wieder mal Verspätung hat, immer an die Merkel denken.
Wie kommen Sie darauf ?

Verantwortlich für die Infrastruktur (inkl. des Schienennetzes) ist die DB Netz AG, eine 100%ige Tochter der Deutschen Bahn.

Zitat von Wilder Eber
Ich weiss aus gut informierter Quelle dass Suizide einen erheblichen Anteil an den Verspätungen bei der Bahn haben.
1.000 Suizide pro Jahr sind also "ein erheblicher Anteil an den Verspätungen bei der Bahn"?

Zitat von thunderstorm305
Eigentlich müsste man dieses Urteil des Europäischen Gerichtshofes wieder einkassieren. Aber leider gibt es darüber keine Instanz mehr. Ausser der Bundestag würde eine gesetzliche Regelung dafür schaffen, dass die Bahnen für höhere Gewalt nicht in Regress genommen werden können. Wir gehen davon aus die Natur beherrschen zu können. Dem ist aber nicht so. Es gibt immer einen Unsicherheitsfaktor.
Seit wann hat der Bundestag über europäische Gerichtsinstanzen zu entscheiden ?
Sie verstehen gar nicht was höhere Gewalt eigentlich ist. Da sollten Sie mal ansetzenund wenn das einigermaßen passt, dann informieren Sie sich mal über aktuelle Rechtssprechung und insbesondere der Urteilsbegründung dazu.
Ein Streik gilt beispielsweise auch als höhere Gewalt, obwohl Unzufriedenheit und Unternehmensbestreikung ausschließlich aufgrund von unternehmensinternen Entscheidungen entstehen.

Zitat von Zaphod
Diejenigen, die von der Bahn bei jeder etwas längeren Verspätung Schadensersatz fordern, sind sicher auch diejenigen, die ihren Arbeitgeber bitte, ihnen das Gehalt zu kürzen, wenn sie einmal einen schlechten Tag haben und daher nicht ihre übliche Leistung erbringen können. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um Menschen, die aus Gerechtigkeitsgründen sich selbst sehr genau beobachten, damit sie auf jeden Fall nie einen Fehler machen und nie die Erwartungen anderer enttäuschen. Gut, dass es solche Menschen in Deutschland gibt.
Pacta sunt servanda.
Wenn Leistung und Gegenleistung vereinbart wurden, sind diese gemäß der Vereinbarung auch zu liefern.
Wenn ich ein Bahnticket kaufe, verpflichtet sich die Bahn mich auf die abgesprochene Art und Weise zum abgesprochenen Zeitpunkt an einem abgesprochenen Ort abzuholen und an einen ebenfalls abgesprochenen Ort zu einem abgesprochenen Zeitpunkt abzuliefern.
PUNKT.

Genauso verhält es sich auc bei Arbeitsverträgen. Wenn Sie Ihre Arbeit nicht gemäß dem was vertraglich vereinbart wurde abliefern, dann kann Ihr Arbeitgeber Nachbesserung oder Schadenersatz verlangen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-pano 05.07.2014, 23:38
67. Querfinanzierung...

Die Einen bekommen die Entschädigung und sind zufrieden und hintenrum bezahlen einfach alle mehr pro Ticket. Aber wie bei höherer Gewalt gezahlt werden muss ist ja wohl lächerlich. LG

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k.pak. 06.07.2014, 01:54
68.

Ich muss sagen, bis vor ca. einem Monat war meine Meinung über die Bahn gar nicht mal so schlecht. Ich bin zuvor eher selten mit der Bahn gefahren, und wenn, haben sich die Verspätungen in Grenzen gehalten.
Nun fahre ich seit ca. einem Monat 6x die Woche von Osnabrück nach Bremen und zurück. Innerhalb eine Woche, hat sich meine Meinung über die Bahn absolut ins negative gewandelt. Soviel Inkompetenz, katastrophale Organisation, Unzuverlässigkeit etc. hätte ich mir nicht einmal im Entferntesten vorstellen können. Und das auf einer Strecke mit einer planmäßigen Fahrtzeit von 51 Minuten und auf der planmäßig jede Stunde ein IC fahren sollte. Aber Züge Fällen einfach aus (bereits mehrmals passiert), Streckensperrungen mit mindestens 3 Stunden Verspätungen ( zweimal), eine Woche lang JEDEN Morgen mindestens eine halbe stunde Verspätung sowie natürlich auch Nachmittags Verspätungen von 30 Minuten und mehr. Bei Verspätungen von 5-10 Minuten freue ich mich, da dies eher die Ausnahme ist und man an viel schlimmeres innerhalb dieser kurzen Zeit gewöhnt worden ist. Dazu kommen jeden Freitag und Samstag überfüllte Züge, kaputte Klimas und natürlich das super freundlichen Bahnpersonal. Herrlich.
In der freien Wirtschaft, wäre ein solches Unternehmen wie die Bahn, wohl innerhalb kürzester Zeit insolvent. Unglaublich was man sich wohlgemerkt als "Kunde" alles gefallen lassen muss. Ich bin froh, dass in einigen Monaten diese Farce ein Ende hat. Danach werde ich, wann immer möglich, mit dem Auto fahren, egal wie lang die Strecke sein mag oder das Flugzeug nehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
shardan 06.07.2014, 01:57
69. Man kann die Uhr danach stellen....

...da s der Zug, den ich hier am häufigsten nutzen muss, Minimum 10 Minuten Verspätung hat. Umsteigezeiten von 10 Minuten oder weniger buche ich schon lange nicht mehr, diese Anschlußzüge sind in 9 von 10 Fällen weg. Nach einigen "Übernachtungen" auf dem Bahnsteig plane ich mindestens 30 Minuten Umsteigezeit ein - und hoffe auf mein Glück, denn bei 1 - 2 Stunden Verspätung nützt das auch nichts mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 12