Forum: Wirtschaft
Fahrgast-Entschädigungen: Bahn muss Rekordsumme für Verspätungen zahlen
DPA

Der Ärger über verspätete oder ausgefallene Züge wurde im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Bahnfahrer durch Entschädigungen gemildert. Die Bahn musste so viel zahlen wie nie zuvor. In Streitfällen gewannen fast immer die Kunden.

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graf.koks 06.07.2014, 04:08
70. Wow!

Zitat von Zaphod
Natürlich ist es ärgerlich, wenn die Bahn spät nachts dauernd zu spät ankommt. Aber anstatt die fehlende Kundennähe und Dynamik der Bahn zu beklagen, sollte die eigene Dynamik einmal hinterfragt werden. Warum fahren denn die Leute mit der letztmöglichen Verbindung, wenn sie sowieso davon überzeugt sind, dass es Verspätungen geben wird? Letztendlich sind die Reaktionen der empörten Bahnnutzer ein Indiz dafür, dass unsere Gesellschaft nicht mehr in der Lage ist, mit unvorhergesehen Ereignissen klar zu kommen. Es fehlt an Improvisationsgabe und Gelassenheit. Wer keine Fehler bei anderen einkalkuliert, wird enttäuscht werden. Wer dagegen flexibel plant, kann auch seine Pläne verwirklichen!
Wie eingeschränkt darf man eigentlich denken, ohne sich vor Scham krümmen zu müssen? Haben Sie eigentlich auch nur für eine Sekunde darüber nachgedacht, daß Menschen, die den letzten Zug nehmen, vielleicht keine andere Wahl haben? Sagen Sie doch einmal Ihrem Vorgesetzten, daß Sie stets eine Stunde früher von der Spätschicht gehen müssen, weil die Bahn unzuverlässig ist.

Darauf kommen Sie nicht? Na ja, das oder Ähnliches ist man von Ihren Beiträgen gewohnt.

In einer modernen Industriegesellschaft sollte die Verkehrsinfrastruktur, in diesem Falle die Bahn, eigentlich zuverlässig funktionieren. Und das nicht nur bis 1 Uhr nachts, sondern 24 Stunden lang und sieben Tage die Woche. Es ist ein Unding, daß man sich in einem modernen Industriestaat einen Job danach aussuchen muß, wie die Bahnverbindungen funktionieren.

Sie scheinen in einer sehr kleinen Traumwelt zu leben.

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graf.koks 06.07.2014, 04:26
71. Und wieder so ein Stuß!

Zitat von Kaffee Wien
... Weil Jahr für Jahr die GDL "Mehr Geld!" schreit. Wir erinnern uns an die GDL-Forderung nach 30% mehr Lohn für Zuglenker. Die gierigen Schreihälse von der GDL sind ein Grund, dass die Bahn bezuschusst werden muss. Imgrunde könnten die Züge ohne Lenker fahren. Doch die GDL meint, dass die Vollversorgung von Knöpfendrückern mit Fantasielöhnen belohnt werden muss. Solange sich da nichts ändert, wird die Bahn finanzielle Probleme haben.
Erstens haben Sie ja schon mal überhaupt keine Ahnung vom Schienenverkehr, geschweige denn von der Tätigkeit eines Zugführers. Eisenbahnfahren kennen Sie allenfalls von einem Simulationsspiel auf Ihrem PC. Aber dampfplaudern können Sie!

Die GDL fordert mit aller Berechtigung nach höheren Löhnen. Die deutschen Zugführer gehören im internationalen Vergleich zu denjenigen, die am wenigsten verdienen. In den USA z.B. erhält ein Zugführer im Durchschnitt etwa 6.000,- Dollar im Monat, bei voller KV und Pensionsfund. Die Züge können gar nicht automatisiert werden, weil auch das beste Computerprogramm nicht auf alle möglichen Zustände und Vorkommnisse vorbereitet sein kann. Der Zugführer trägt immer noch die Verantwortung für hunderte von Menschen, vom Multimillionenwert des Zuges einmal ganz abgesehen. Und dafür bekommt er einen Durchschnittslohn, der dem eines Monteurs bei VW am Band entspricht.

Wer dauernd mehr Geld fordert, ist zuerst einmal der Bund. Er ist Hauptaktionär der Bahn und möchte seine Rendite. Die ganze Privatisierung der Bahn war von vornherein ein grandioser Unsinn. Wichtige Stützpfeiler einer nationalen Infrastruktur gehören einfach nicht in private Hände.

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analyse 06.07.2014, 05:56
72. So kann man ein Unternehmen auch kaputt machen, da

die Bahn aber Staatsbetrieb ist,zahlts eh der Steuerzahler !Es gibt Länder,da würde es sich lohnen(bei gleicher Rechtssprechung) jeden Tag mit der Eisenbahn zu fahren !

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Herr Hold 06.07.2014, 07:36
73. Winzig

Zitat von graf.koks
1. Daß die Bahn aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs auch bei "höherer Gewalt" grundsätzlich Entschädigungen zahlen muß, Fluglinien, Schiffslinien und Busgesellschaften aber nicht, zeigt deutlich, daß der EGH von Juristen besetzt ist, die nicht zu den hellsten Kerzen auf der Torte gehören. Das ist ähnlich dem Urteil über die Google-Löschungen. 2. Die Bahn kann das Problem allerdings durch Investitionen in Infrastruktur und Personal leicht lösen: Einfach pünktlich sein! "Von den Schweizern lernen heißt Pünktlichkeit lernen." :-))
Je kürzer die Strecke, desto unwahrscheinlicher eine Verspätung. Das schweizer Netz kann man schlecht vergleichen, weil es, im Vergleich, so winzig ist.

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Herr Hold 06.07.2014, 07:38
74. Konkurrenz

Zitat von graf.koks
Sind Sie schon einmal mit dem Shinkansen von Tokyo nach Osaka gefahren? Während der normalen Berufsverkehrszeit? Europäer bekommen da regelmäßig Klaustrophobia. Trotzdem sind die Züge so pünktlich, daß Sie Ihre Uhr danach stellen können.
Die haben ja dort auch eigene Schienennetze. Bei uns teilt sich der ICE mit der Bummelbahn aus Pusemuckel das Netz.

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Herr Hold 06.07.2014, 07:54
75. Erhöhung

Zitat von spiegelleser987
Mir kommt es eher so vor, dass wir uns dem amerikanischen Staatsprinzip nähern. Alles muss nur noch durch Juristen geregelt werden. Die verdienen daran extrem gut. Hier ist die Summe noch begrenzt (außer bei Insolvenzverwaltern), aber irgendwann gibt es dann auch hier 40 Mio. für eine Frau, wie etwa 2005 (oder 2007) in den USA. Die fühlte sich diskriminiert, weil weil sie mehr Falten im Gesicht hatte als die Frauen auf den Werbefotos in Zeitungen. Der Anwalt hat davon sicher die Hälfte abkassiert. Irgendwann sind wir hier auch soweit. Man muss ffür alles nur irgendwelche Schuldigen finden. Deshalb sollten Sie sich Gräten einpacken, wenn Sie mal ein Fischbrötchen essen. Allerdings gibt es dann nur ein paar hundert Euro. Lohnt sich aber, das müssen doch nur die Kellnerinnen zahlen. Die andere Ursache ist das heute das Prinzip "es muss alles günstug sein". Man will nur noch alles billig, sprichh: das Geld zurück um anschließend mit dem Porsche in ein Edel-Shoppingcenter zu fahren.
Da will ich das Geschrei der Nörgler mal hören, wenn für all die geforderten Maßnahmen der Fahrpreis entsprechend steigt oder wahlweise ganze Strecken wegen Unrebtabilität aufgegeben werden müssen....

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Peletua 06.07.2014, 08:26
76. Dafür

Zitat von Benko
Mit welcher Rechtfertigung die Bahn auch bei höherer Gewalt zahlen muss ist mir bis heute schleierhaft. Welcher übermotivierte und lebensfremde Richter da wieder gemurkst hat will man gar nicht wissen. Arme Gesellschaft.
Ach bitte, bemühen Sie doch nicht die Gesellschaft, wo es einzig und allein um die Interessen Ihres mutmaßlichen Arbeitgebers geht. Dieser bietet tatsächlich eine gesellschaftlich immens wichtige Dienstleistung an. Allerdings kommt er seiner Aufgabe - aus höchst fragwürdigen Gründen - nicht auftragsgemäß nach, fordert aber für diese 'Leistung' immer mehr Geld. DAFÜR ist die Gesellschaft zu bedauern.

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phrasenmaeher 06.07.2014, 08:46
77. Unsinnig

U.a. Bus- und Flugunternehmen können sich bei demselben Sturmtief auf "höhere Gewalt" berufen, die Bahn nicht. Dort knicken natürlich keine Bäume um, dort wird keine Trasse unterspült. Wes Geistes Kind die Richter des EGH bei diesem Urteil gewesen sein mögen, erschließt sich nicht einmal den entsprechenden Schlichtungsstellen. In NRW haben sie 14 Tage lang gebraucht, um die innerstädtischen Infrastrukturen nach dem Unwetter im Juni wieder hinzubekommen. Aber die Gleise der Bahn scheinen da unter einer unsichtbaren Käseglocke verlegt zu sein, die betrifft so etwas höchstrichterlich nicht. Zudem wird ja immer wieder gerne von unbedingter Pünktlichkeit in diesem Forum fabriziert - eine Pünktlichkeitsgarantie sucht man in den Beförderungsbefingungen freilich vergebens, weil illusorisch. Die können sich all die Wunschträumer nämlich auch mit dem Arsch im Auto auf der nach dem nächsten Unfall gesperrten Autobahn abschminken. Und wer wie hier gerne auch mal die japanische Bahn als leuchtendes Beispiel anführt, der ist sicherlich auch mit Fahrern einverstanden, die auf Grund des Drucks gerne mal den Freitod wählen. Und natürlich reichen sicher auch 10 bis 15 Jahresurlaubstage, die genommen werden müssen, weil es sonst wegen des Leistungsdrucks grundsätzlich weniger wären, die genommen würden. Schon drollig, dass auch nie jemand auf die Idee kommt, Bahnfahren hierzulande mit dem z. B. in Pakistan oder Indien zu vergleichen. Rosinenpickerei etwa?

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xenoxx 06.07.2014, 08:54
78. Ja, fordert nur!!!

Zitat von deus-Lo-vult
Die Bahn müsste noch viel mehr zahlen. Vlt lernen sie dann, was ein "Service-Unternehmen" ist.
Was aber gerne vergessen wird: nicht die Bahn zahlt, sondern letztendlich alle Kunden in Form alljährlich erhobenen Preisaufschlags.

Und an alle, die behaupten, «früher sei alles besser gewesen»: Dem ist nicht so! Auch früher gab es Verspätungen, gab es technisch bedingte Störungen. Und das, obgleich die Bahn früher bedeutend weniger Menschen zu transportieren hatte.

Dass ein so komplexes System Fehler aufweist, störungsanfällig ist, leuchtet jedem ein, der sich ein wenig mit der Materie vertraut macht. Und dass eine Störung eine Kettenreaktion von Verspätungen auslösen kann, sollte ebenso verständlich sein.

Übrigens: Beruflich musste ich in den vergangenen 40 Jahren oft im europäischen Ausland mit der Eisenbahn fahren. An diesen Erfahrungen gemessen, ist das deutsche System traumhaft!!

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lotoseater 06.07.2014, 09:40
79. persönliche Statistik

Ich war im letzten Jahr viel mit überregionalen Zügen unterwegs, jeweils ab zwei oder drei Umstiege. In etwa einem viertel der Fälle bekam ich einen Teil des Fahrpreises erstattet, da ich Verspätungen von mehr als einer Stunde hatte. Punktlich (aka Verspätung kleiner 10 Minuten) angekommen bin ich in einem Viertel der Fälle, der Rest waren Verspätungen unter einer Stunde.

Höhere Gewalt war nur zweimal im Spiel, einmal wegen des Hochwassers. Da habe ich allerdings die Fahrt komplett abgebrochen, weil kein Durchkommen mehr war. Der Rest der Verspätungen ergab sich aus verpassten Anschlusszügen. (überholende Züge, Signalstörungen, Verspätungskaskaden etc.)

Mein Higlight vom Provinzbahnhof am Sonntagabend: Der Zug kann nicht weiterfahren, eine Durchsage weist die Passagiere an, den Zug zu verlassen und in den Schienenersatzverkehr auf dem Bahnhofsvorplatz umzusteigen. Da kommt aber kein Bus und auch keine weitere Durchsage. Die Leute wurden komplett im Stich gelassen und mussten sich ihre Weiterreise selbst organisieren.

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