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Faktencheck: Rettet Europa Griechenland - oder nur die Banken?
DPA

Der griechische Finanzminister Varoufakis sagt: "Die Deutschen sollten wissen, dass sie mit ihrem Geld nicht Griechenland, sondern die Banken gerettet haben". Die SPIEGEL-Dokumentation macht den Faktencheck. Bei wem sind die Milliarden wirklich gelandet?

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boj7q7ten5 18.02.2015, 12:27
540. Zinsen gibt es, weil es Risiko gibt

Was hier kaum jemandem bekannt zu sein scheint: Ein Grund, weshalb man für das Verleihen von Geld Zinsen bekommt, ist, dass man ein Zahlungsausfallrisiko trägt. Eine Schuldenbefreiung im Falle einer Insolvenz ist ein ganz normaler Vorgang bei insolventen Unternehmen ebenso wie bei überschuldeten Bankkunden: Wer Geld verleiht, geht das Ausfallrisiko freiwillig ein, und wer Geld verleiht, ohne sich das Risiko genau zu begucken, trägt durchaus eine Mitverantwortung, wenn die Rechnung nicht aufgeht.

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bantam111 18.02.2015, 12:31
541. Geld an die Banken?

Auch im Moment geht wieder massenhaft Geld von der EZB an die Banken, weil die Griechen so sehr an ihr Regierung glauben und ihr gesamtes Guthaben abheben. Also wer bekommt jetzt das Geld die Banken oder derjenige der abhebt? Was würdee der Grieche sagen wenn die Bank nichts abheben kann???

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Justitia 18.02.2015, 12:40
542.

Zitat von romeo_mike
Also 2010 konnte man schon mal so was lesen: ".... Erst vor kurzem ist nun an die Öffentlichkeit gedrungen, dass Merkel und Sarkozy die Bewilligung neuer Kredite für Griechenland davon abhängig gemacht haben, dass Griechenland die Rüstungsaufträge im Umfang von mehreren Milliarden Euro bei deutschen und französischen Unternehmen "bestätigen" müsse. Damit wird sichergestellt, dass die EU-Kredite umgehend wieder auf den Konten von EADS, Thales, Thyssen-Krupp und Siemens landen. Allein für den Kauf neuer Rüstungsgüter gibt die Regierung in Athen im laufenden Jahr 2,8 Milliarden Euro aus. ...."
Haben Sie dazu auch eine Quellenangabe? Ich konnte zu Ihrem Zitat lediglich Forenbeiträge finden, bei denen wohl einer vom anderen abgeschrieben hat. Ausserdem gibt es einen Beitrag in "myheimat" aus Bayern, die eine Bürgerseite aus Augsburg ist, auf der Bürger Artikel schreiben können. Auch diese gibt an, von einer österreichischen Seite abgeschrieben zu haben, dort konnte ich aber leider nichts entsprechendes finden.

Aber selbst wenn die Behauptung stimmen sollte, dann ergibt sich hier immer noch nicht, dass Griechenland gezwungen wurde Waffen zu kaufen und dafür von der EU einen Kredit zu nehmen. Inhalt der Behauptung ist lediglich, wenn die EU Griechenland für Waffenkäufe einen Kredit gewährt, dann sollten diese Waffen bei europäischen Unternehmen gekauft werden. Es lag also ausschliesslich in der Entscheidung von Griechenland Waffen zu kaufen (oder es sein zu lassen) und dafür einen Kredit zu nehmen. Griechlenand hätte genauso auf Waffenkäufe verzichten und damit einen weiteren Anstieg seiner Verbindlichkeit vermeiden können.

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agua 18.02.2015, 12:42
543. An#541 ingo fischer

Es gibt einen interessanten Artikel zum Thema Geldschöpfung durch Schulden, den so mancher Forist einmal lesen sollte, um zum Thema Krisenpolitik und Staatsverschuldung einen anderen Blick zu bekommen.
http://www.google.pt/url?q=http://www.investor-verlag.de/finanzkrise-thema/wo-waeren-wir-ohne-schulden-teil-1/118170011/&sa=U&ei=gHnkVLyfJMz9UsbrgrAG&ved=0CA0QFjAB&usg=AF QjCNGdQ7vS9vDMo2NuRR1dypOMsi493Q

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IB_31 18.02.2015, 12:44
544.

Zitat von KlausKram
85% der Foristen sollten sich noch mal in die Uni setzen, zwei Semester VWL (kritische Betrachtung), dann zwei Semester Soziologie und zwei Semester Psychologie - dann kommen Sie wieder und erzählen der Welt noch mal das die Griechen gefälligst dankbar sein sollen.
Man sollte sich eher fragen,warum die Griechen
innerhalb Griechenlands unsolidarisch sind
(Steuermoral etc.) aber Solidarität von aussen
(EU)einfordern.
Und:
Innerhalb der Euro-Gruppe (und der dahinterstehenden
Finanzminister ) herrscht über Griechenland Einigkeit.
Ist auch kein Wunder, denn unter den EU Ländern gibt es etliche, die weit ärmer sind als GR.
Von daher ist nicht einsehbar, warum ausgerechnet die dort Geld abschreiben sollen.

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Justitia 18.02.2015, 12:46
545.

Zitat von fanis2015
wenn Sie sich mehr informieren würden, wüssten sie dass dies damals zwischen der deutschen , französischen Regierung gegenüber der griechischen Regierung ein vorankommen war um überhaupt in die Eu aufgenommen zu werden
Entschuldigung, können Sie das auch so formulieren, dass man es verstehen kann? Was ist ein "vorankommen" zwischen Regierungen und was hat das ganze mit der Aufnahme in die EU zu tun? Es geht um die Einführung des EURO in Griechenland sowie um die Verschuldung von Griechenland aufgrund von Ausgaben, über die Griechenland selbst entschieden hat. Wenn Sie aber schon den Beitritt von Griechenland zur EU ansprechen, Griechenland ist ein Nettonehmerland in der EU und hat seit seinem Beitritt ganz erhebliche EU-Beihilfen vor allem für seine Landwirtschaft erhalten.

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boj7q7ten5 18.02.2015, 12:47
546.

Zitat von ingofischer
Eine Bank ist ein Institut, dem das verborgte Geld nicht selbst gehört, sondern lediglich wiederum Geld von Sparern oder der Zentralbank weitergibt.
Das ist so nicht richtig: Wenn eine Geschäftsbank einen Kredit vergibt, dann erschafft sie das Geld einfach durch eine Bilanzverlängerung (gleichzeitige Schaffung einer Verbindlichkeit und einer Forderung in gleicher Höhe gegen den gleichen Kunden), Einlagen sind dazu keine nötig. Sieht man auch daran, dass bei der Kreditvergabe durch die Bank ja kein Geld von deinem Girokonto abgebucht wird - wenn du dein Geld an jemanden verleihst, dann bleibt dein Kontostand normalerweise nicht gleich ...

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hadik 18.02.2015, 12:55
547. zu #534 agua

Zitat von agua
Dann erklären Sie mir bitte in diesem Zusammenhang, warum die Staatsverschuldung sowohl Griechenlands, als auch Portugals gestiegen ist? Portugal setzte vorbildlich alle vorgegebenen Reformen durch. Für das Scheitern wird Griechenland mangelnde Durchführung vorgeworfen.
Die Kredite wurden den Griechen gegeben, um ihnen Zeit zu geben, staatliche Ein- und Ausgaben in Einklang zu bringen. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Und in der Zwischenzeit steigen die Schulden natürlich weiter.

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karljosef 18.02.2015, 13:00
548. Keine ominöse böse Bank

Zitat von ingofischer
In dem Artikel wurde gerade so getan, als ob die böse Bank eine ganz, ganz reiche Person ist, die ganz ganz viel Geld verbraucht. Eine Bank ist ein Institut, dem das verborgte Geld nicht selbst gehört, sondern lediglich wiederum Geld von Sparern oder der Zentralbank weitergibt. Geht die Bank insolvent, sind die dortigen Sparguthaben und Versicherungspolicen futsch oder aber die Zentralbank bleibt auf Miesen sitzten wofür wiederum der Steuerzahler aufkommt. Egal wie man es dreht, leittragender ist immer der Sparer, Steuerzahler, Versicherte und keine ominöse böse Bank der man dann einfach das ganze Geld wegnehmen kann und fertig.
Ganz abgesehen von dem aktuellen Fall in der Schweiz, erinnern Sie sich, wieviel Geld die Deutsche Bank für anstehende Gerichtsverfahren z.B. in den USA sicherheitshalber auf die Seite gelegt hat?

Dass dabei die Wetten auf Lebensmittelpreise, durch die provoziert wird, dass Menschen verhungern, überhaupt nicht interessant sind, sei nebenbei erwähnt.

An das Chaos in 2008 brauche ich nicht zu erinnern, die Namen wurden hier häufig genug erwähnt.

Ominöse, böse Banken?
Es gibt Banken die sich einen Scheißdreck um Moral, Ethik usw. kümmern, solange die Rendite stimmen.

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chilischweiz 18.02.2015, 13:01
549. Grieche nicht gleich Grieche

Die korrupten griechischen Regierungen haben die Milliarden Kredite in die Taschen von Familien und Freunden (unproduktive Stellen im öffentlichen Dienst) und befreundeten Unternehmen (Befreiung vom Wettbewerbsdruck) gesteckt. Der "einfache" Griechische Bürger und Steuerzahler, d.h. die Mehrheit der griechischen Bevölkerung, haben davon nichts gesehen. Die Europäischen Regierungen und Banken haben das gewusst oder wissen müssen.

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