Forum: Wirtschaft
Faktencheck zum Kollektivierungsvorstoß: Wovon redet Kevin Kühnert eigentlich?
Matthias Schrader/DPA

Juso-Chef Kevin Kühnert wirbt für den demokratischen Sozialismus. Prompt warnen Konservative vor dem Abrutschen in die Diktatur. Dabei sind Kühnerts Vorschläge weniger radikal als vor allem eines: nebulös.

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James Blönd 03.05.2019, 07:51
300. Das Argument zählt leider gar nichts

Zitat von jo126
Das sind die, die das Geld verdienen, welches die Politiker ausgeben und welches auch einen Kevin versorgt. Die haben wenigstens Ahnung davon, was Arbeit ist. Und die meisten werden auch irgendeinen Abschluss vorweisen können. Klar, dass sich der Eine oder Andere dann von so einem gequirlten Kevin-Unsinn provoziert fühlt.
Ich habe auch keinen Abschluss. Nicht mal Abitur. Und viele Studienabbrecher sind sehr erfolgreich. Zum Beispiel Bill Gates oder Mark Zuckerberg. Ein typisch deutsches Phänomen auf Abschlüssen rumzureiten.

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Patrik74 03.05.2019, 08:16
301. Schön für sie

Zitat von oli h
Mir ist unter Umständen ein kleines Stück von einem großen Kuchen lieber als ein großes Stück von einem kleinen Kuchen. Es kommt auf die Größe des Stücks an, nicht auf die Größe des Kuchens.
Es geht aber darum, dass nicht jeder nur an sein eigenes Kuchenstück denkt, sondern es mag Leute geben, die es vielleicht - unabhängig von der Größe ihres eigenen Kuchenstücks - schon fragwürdig finden, dass von 10 Leuten 5 nur Krümel kriegen, während einer sich drei Viertel des Kuchens schnappt.

Aber dagegen kann man wahrscheinlich genauso wenig tun wie die USA gegen die Waffen - ist halt Gott gegeben. Wir sollten einfach mehr für dire Opfer des Systems beten, dann fühlen die sich gleich besser...

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Xantos73 03.05.2019, 08:21
302. Also doch Sozialismus?

Ich bin Baujahr 73 und habe die DDR noch erlebt. Ich bin wohl ein zu gebranntes Kind als das ich mir hier eine objektive Sichtweise zuschreiben könnte. Planwirtschaft... soll das also die Lösung sein? Puh....

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ich2010 03.05.2019, 08:24
303.

Spzialismus hat noch nie funktioniert und wird es auch nicht.
Der Mensch muss motiviert werden. Linksromantische Ideen motivieren niemanden. Die helfen nur denjenigen, die sowieso keine Lust auf Leistung haben und sich lieber von der Allgemeinheit alimentieren lassen.

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winki 03.05.2019, 08:27
304. Wovon redet Kevin Kühnert eigentlich?

Die Antwort dazu ist ganz einfach. Von einem besseren sozial gerechten Deutschland. Unter der Herrschaft der Banken, Großkapitalisten sowie Merkel (wer auch immer ihr/ihre Nachfolger/in auch immer ist) und mit der Schar ihrer Vasallen wird es das nie geben.

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Listkaefer 03.05.2019, 08:47
305. Ein versachlichender Artikel. Danke.

Aber zweifellos hat Kühnert ein ganz großes Fass aufgemacht. Es ist doch unübersehbar, dass der Wirtschaft politische Leitplanken fehlen! Da schießen Milliardäre wie Pilze aus der Erde, während Millionen Billiglöhner trotz ehrbarer Vollzeitarbeit nicht genug zum Leben haben. Unser jahrzehntelanges Wirtschaftswunder hat eindeutig zu schlimmen kollateralen Verwerfungen geführt. Es ist ein Geldadel entstanden, der am demokratischen System vorbei politische Macht ausübt - durch seine Lobbyisten in den Parlamenten und Verbänden überall, durch Sponsoring nach Gutsherrenart für poltische Einflussnahme. Wir haben eine oligarchische Parallelwelt entstehen lassen, die dafür sorgt, dass Wirtschaftsinteressen stets weit vor sozialer Gerechtigkeit, dem Gemeinwohl und und weltweiter Nachhaltigkeit rangieren. In den USA haben die Milliardäre offen die Macht übernommen und ruinieren die Welt. Die Marktliberalen verteidigen auch bei uns die schrankenlose Bereicherung mit fast jedem zwielichtigen Geschäftsmodell, die systematische Steuervermeidung und die Privitasierung der Gewinne bei Sozialisierung der Verluste. Es reicht, wir müssen umsteuern - nicht revolutionär, aber eben durch neue Leitplanken zur Durchsetzung gesellschaftlich nachhaltiger Interessen. Dass Kühnert mit einem einzigen Interview eine fertige neue Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie vorlegt, kann niemand ernsthaft erwarten. Aber er hat einen Stein ins Wasser geworfen und eine Rakete gezündet, die in ihrer Tragweite ebenso bedeutsam erscheint wie das seinerzeitige Motto der 68ziger; Unter den Talaren Muff von tausend Jahren ...

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mb2017 03.05.2019, 08:58
306. Warum können einige Politiker nicht denken?

Wir kennen sowohl Kapitalismus und Sozialismus. Bei uns hießen die beiden Lösungen BRD und DDR. Nach etlichen Jahren erfolgreichen Sozialismus war die DDR Pleite. Neuen fließen jedes Jahr gewaltige Summen in die neuen Bundesländer, um die Folgen zu bezahlen.
Ich vermisse eine Knallharte Analyse der beiden Systeme und Lösungen, die die Schachstellen beider Lösungen beseitigt.
Weder Herr Kühnert noch andere SPD Politiker sind dazu jedoch in der Lage.
Was würde z.B. besser, wenn man BMW verstaatlicht? Die Inhaber von BMW treffen nur die wenigsten Entscheidungen. Die Unterschiede zwischen Sozialismus und Kapitalismus sind also oft viel kleiner als man denkt. Der große Fehler bei den SPD Lösungen sind jedoch fehlende Verantwortung und viele Falschbesetzungen. Flughäfen werden z.B. überall auf der Welt gebaut. Die Berliner SPD hat einen "sozialistischen" flughafen gebaut, bei dem die fähigen Mitarbeiter des Berliner Senats alles gemacht haben. So konnte man nach Meinung der SPD viel Geld sparen. Die Feiern von Herrn Wowereit waren sicher toll, der Flughafen ist jedoch bis heute nicht eröffnet und kostet jeden Tag Geld, dass an anderen Stellen fehlt. Das man etwas anders machen will ist gut. Das man Probleme nicht frühzeitig analysiert und Lösungen erarbeitet ist dumm, dass man aus bekannten Problemen nichts lernen will ist Kriminell. Eine Analyse potentieller Probleme hat die SPD bei der Verstaatlichung nicht durchgeführt, sicher hätte sie einige Schachstellen gefunden, die man beseitigen muss (z.B. Leiharbeiter). Ein neues Konzept hat sie dennoch nicht entwickelt. Warum sie darauf besteht, bekannte Fehler zu wiederholen, verstehe ich nicht.

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Freier.Buerger 03.05.2019, 09:02
307.

Zitat von wasistlosnix
Wie oft lese und höre ich das es so nicht weitergehen kann. Jetzt kommt einer und sagt ich kann mir das so vorstellen dann kommen gleich die Aussagen der hat keine Ahnung und das gab es schon mal und es war nicht erfolgreich. Die Diskussion wird nicht angenommen und noch viel Schlimmer es werden keine Gegenvorschläge gemacht. Also machen wir so weiter was man aber auch nicht will. BMW da steckt ja noch eine Eigentümerfamilie dahinter, bei vielen AGs gibt es ja keinen wirklichen Großaktionär somit sind diese ja schon kollektiviert. Wenn man die Deutsche Bank betrachtet gehört diese knapp 650.000 Aktionären der größte hält weniger als 5% der Anteile. Wovon die Hälfte der Aktionäre aus dem Ausland kommt. Somit kann jeder Deutsche Bank Mitarbeiter Aktien erwerben und Anteilseigner werden. Wahrscheinlich sind es viele schon heute.
Mitarbeiter von deutschen Aktiengesellschaften verdienen in der Regel recht gut und können sicher von ihrem Lohn Aktien erwerben.
ABER: es ist nicht unbedingt sinnvoll welche vom eigenen Unternehmen zu erwerben. BMW und die Deutsche Bank sind dabei ein gutes Beispiel.
Verdient die eigene Firma gut - BMW - bekommt man auch so gutes Geld inkl. einer Gewinnbeteiligung >9000 EUR. Geht es der Firma aber schlecht - DB - verliere ich möglicherweise meinen Arbeitsplatz und das Aktiendepot ist auch im Keller. Für DB-Mitarbeiter wäre es besser gewesen in BMW-Aktien zu investieren...

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uguntde 03.05.2019, 09:05
308. Aktiengesellschaften

Es steht jedem Arbeiter bei BMW frei auch BMW Aktien zu erwerben. Allerdings wäre BMW ohne den Einsatz von Herbert Quandt heute nicht was die Firma ist - die waren in den 70ern der Pleite nahe. Und wenn die Familie Quandt ihr Aktienpaket plötzlich verkaufen würde wäre das für BMW keine Freude.
Wer in Aktien gespart hat kann schöne Gewinne verzeichnen. Das steht jedem frei, ohne Risiko kein Gewinn. Viele deutsche Firmen sind im Streubesitz von unzähligen Kleinanlegern.
Amazon, Google, Apple etc wird Kevin sicher nicht verstaatlichen, die gehören ihren Aktionären und werden nach amerikanischem Recht verwaltet.
Vielleicht wäre es sinnvoll auch deutsche Arbeiter mehr an den Umgang mit Aktien zu gewöhnen, aber Aktien statt Gehalt wird Kevin auch nicht wollen. Aktien sind eine funktionierende Art der Partizipation Einzelner an Firmeneigentum.

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Hansespirit 03.05.2019, 09:14
309. Merz-Kühnert

Kühnert und Merz liegen doch wesentlich näher beieinander als es ihre Ideen oberflächlich erscheinen lassen.
Beide fordern eine Kollektivierung von Aktienumternehmen.
Merz sagt, die Bürger sollen sich breit gestreute Unternehmenanteile kaufen (sind schließlich frei verfügbar), Kühnert bleibt im Unklaren aber meint letztlich das gleiche.

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