Forum: Wirtschaft
Fehlerhafte Statistiken: Wieso Hartz IV tatsächlich zu wenig zum Leben ist
imago/epd

Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen Tafeln. Ein Grund sind die knappen Hartz-IV-Bezüge, die sich am Existenzminimum ausrichten. Das aber wird - mit Wissen der Regierung - seit Jahren zu niedrig berechnet.

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Bondurant 08.03.2018, 18:18
370. Ein echter Schenkelklopfer

Zitat von mostly_harmless
400 Milliarden Euronen werden hierzulande jedes Jahr vererbt. http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-07/vermoegen-vererben-diw-steigt-erben-erbrecht
haben Sie Ihre Quelle auch gelesen? Die Zahlenakrobaten des DIW rechnen so:

Für die Studie wurde als Basisszenario der Vermögensbestand der über 70-Jährigen im Jahr 2012 betrachtet. Daraus ergebe sich für die folgenden 15 Jahre ein potenzielles Erbvolumen von 1,31 Billionen Euro – oder 87 Milliarden Euro pro Jahr. Unter Berücksichtigung des Spareffekts und einer angenommenen Wertsteigerung des Vermögens von jährlich zwei Prozent erhöhe sich dieses Volumen um 28 Prozent auf 112 Milliarden Euro pro Jahr. Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung ergebe sich schließlich ein voraussichtliches Erbvolumen von bis zu 400 Milliarden pro Jahr.

Also erstens sagen nicht mal die, dass aktuell 400 Mrd. im Jahr vererbt wwürden. Und zweitens kann man die Berechnung - von 87 auf 400 in 2 Sekunden - nicht nachvollziehen. Vielleicht können Sie es ja erklären.

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elmer_fudd 08.03.2018, 18:20
371. @ Bondurant

Zitat von Bondurant
Bitte sagen Sie, an welchen konkreten Betrag Sie dabei denken.
Ihre Frage resultiert sicher daraus, dass Sie den Artikel nicht gelesen haben. Dieser besagt, dass die Regelsätze niedriger gerechnet wurden, als sie tatsächlich sein müssten. Oder schliessen Sie aus dem Beitrag, dass die Sätze zu hoch sind ?.
Wenn Sie das Lohnabstandsgebot berücksichtigen, könnten Sie auch zu dem Ergebnis kommen, dass der Mindestlohn nicht hoch genug ist.
Zu diesem Thema gibt es auf SPON ausreichend Berichte, in denen ausführlichst beschrieben wird, dass er wesentlich höher sein müsste. Lesen Sie den Artikel und Sie werden geholfen.

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böseronkel 08.03.2018, 18:22
372.

Zitat von erlenstein
Natürlich müsste der Mindestlohn erhöht werden. Dieses Nichtverhalten der Bundesregierung ist mehr als schweinisch zu nennen. Und an dieser sind die Sozial-Demokraten beteiligt. Noch schweinischer, mit diesem Anspruch aufzutreten und sozial kalt zuzusehen.
Die angemessene Erhöhung des Mindestlohnes wurde von den Christlichen und besonders von den Christlichsozialen und nicht von den schweinischen Sozial-Demokraten verhindert.

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der_gärtner13 08.03.2018, 18:23
373. Sorry ich finde das lächerlich!

Ich hatte als Student weniger als H4, und da hatte man gerade angefangen in manchen Bundesländern Studiengebühren einzuführen (hat man ja wieder aufgehört mit ein paar Jahre später).

Ebenso haben die meisten Azubis weniger als H4.

Ich kenne genug H4 - Langzeitarbeitslose, und die haben sich bestens eingerichtet ! Klar könnte "Deutschland" es sich leisten, noch mehr Geld auszuschütten, aber ich will das nicht. Die haben schon ihre Nebeneinkünfte, die in der Statistik nicht auftauchen.
Mal ne Wand streichen im Bekanntenkreis oder 2 Stunden pro Woche irgendwo privat den Hausmeister machen, für die Kneipe mal in den Supermarkt gehen und schon stimmt die Kasse. So läufts halt. Und wer gerne 2 Stunden am Tag spazieren geht, kann auch mal Pfandflaschen einsammeln für seine Schachtel Zigaretten. Tut ja auch was für die Umwelt.

Das Gejammer geht mir jedenfalls auf den Senkel. Und meistens jammern ja gar nicht die Betroffenen, sondern jemand anderes im Namen der Betroffenen, wenns ihm gerade in den Kram passt.

Ich hab noch keinen Pfandflaschensammler schimpfen gehört, aber irgendein Linker (Porschefahrer womöglich) glaubt dann, er wäre - meist ungefragt! - dazu auserkoren, für den den Klassenkampf-Anwalt zu spielen.

So, und noch was zu den Tafeln.

Das Problem ist doch ein ganz anderes. Die Tafel Essen hat doch nicht als einzige das Problem. Die Tafeln boomen doch (seit Jahren) nicht wegen H4, sondern wegen den illegalen Migranten aus Osteuropa.Es ist das gleiche wie mit den Obdachlosen.
Die osteuropäischen Glücksritter machen von der Reisefreiheit gebrauch, reisen hier legal ein aber bringen weder das Geld noch die Qualifikation mit, die für einen dauerhaften Aufenthalt > 3 Monate und letztendlich auch den Bezug von H4 erforderlich sind.
Die bleiben dann einfach unterm Schirm und versuchen sich durchzuschlagen.Es weiß ja niemand, dass sie überhaupt eingereist sind.

Vielen der Obdachlosen und Tafel-Gängern kann der Staat gar nicht helfen!

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lrtnick 08.03.2018, 18:23
374. Ich Frage mich....

.... ob das bedingungslose Grundeinkommen für alle wirklich den unteren helfen würde.
Wer sagt denn, dass die Unternehmen das mehr in der Gesellschaft nicht direkt ausnutzen würden und die Preise für so ziemlich alle Konsumgüter nicht steigen würden und man durch die Preiserhöhung zum Schluss nicht sogar weniger in der Tasche hätte als vorher...
Weiter bleibt die Diskussion, das Leistung sich auch lohnen muss und ab wann lohnt es sich, keine Leistung mehr erbringen zu müssen, weil man mit der Grundsicherung der Sozialhilfe super durch den Monat kommt. Auch sollte man die Geringverdiener nicht außer acht lassen, die gerade soviel verdienen, dass sie keine staatlichen Zuschüsse mehr bekommen und im Endeffekt weniger zur Verfügung haben als Harz 4ler....

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susie.soho 08.03.2018, 18:24
375. Eigentlich...

sind nur alleinerziehende Elternteile wirklich arm dran. Und Rentnerinnen, die Kinder aufgezogen und daher keine Rentenbeiträge gezahlt haben. Letztere sollten allerdings von eben diesen Kindern aufgefangen werden!

Ein Lohnabstandsgebot gibt es übrigens nicht mehr!

Ich plädiere allerdings dafür, die Mieten höher zu bewerten - Kosten, die überproportional gestiegen sind!

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cosifantutte 08.03.2018, 18:25
376. Auch die vielbenannten oberen 10%

kommen bis auf das oberste Prozent, das vielleicht manchmal etwas übrig hat, gerade so rum. Angeblich gehören wir dazu und ich kann Ihnen versichern, dass es gerade so reicht, aber keineswegs Überfluß herrscht. Und wir haben uns das alles selbst mit viel Arbeit erschaffen. Wir hatten anspruchsvolle Jobs aber es war uns immer klar, dass wir bei Bedarf auch Putzen gegangen wären. Soizialhilfe wäre für uns eine Schande gewesen, aber leider ist dieser unwürdige Zustand in Deutschland Normalzustand geworden, vor allen Dingen in vielen Köpfen.

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ohjeee 08.03.2018, 18:29
377. erst einmal informieren

Zitat von opti_mist
das stimmt so nicht https://www.focus.de/finanzen/news/sozialhilfe-im-vergleich-zuwanderer-paradiese-in-europa-in-oesterreich-gibt-es-1400-euro-stuetze_id_3530239.html
Ok, und wo gibt es jetzt (außer im wohlhabenden Luxemburg mit einem BIP 2,5x so hoch wie in D, also entsprechend auch höhere Hilfe) mehr als in Deutschland? In Deutschland gibt es schließlich noch die Wohnung on top, in sämtlichen anderen Ländern muss man die vom Hilfe-Satz noch abziehen. Siehe auch in Österreich. Reißerische Überschrift.

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vliege 08.03.2018, 18:33
378. Alle Achtung

seit Veröffentlichung des Artikels vor ca.5 Stunden, 73 Forenseiten voller Pro und Contra über den "Bodensatz" der Gesellschaft und deren Hartz 4 Sätze. Von Faul sein auf Kosten anderer bis Verständnis für eine Erhöhung, von Zwangsarbeit für Hartzer bis BGE alle Meinungen/Vorschläge dabei. Eines ist aber recht interesseant: Bei Artikel über Steuerverschwendung oder unsinnige Mrd- Hilfen oder Rettung für Banken oder Kapital habe ich selten so eine rege Teilnahme im SPON Forum erlebt. Auf den "Bodensatz" und "Pöbel" aber immer feste druff, besonders von denjenigen die ihre Schäfchen schon im trockenen haben.

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arr68 08.03.2018, 18:36
379. ja

ist es nicht toll, dass Arbeitslose, Minirentner und Geringverdiener unsere stromfressende Industrie auch noch quersubventionieren ? Keiner mag bezweifeln, dass es auch Mißbrauch der Systeme gibt und wer meint, dass ein anderer betrügt, mag diesen gern melden aber der Anteil ist vernachlässigbar. Dagegen steht aber seit 2005 diese ekelhaft pauschalisierte Zusammenfassung von Erwerbsgeminderten, ü50 Arbeitslosen, Minirentnern, Flüchtlingen, Asylanten und Arbeitsunwilligen unter dem einen Dach "Hartzer" und nein "Grundsicherung im Alter" ist nichts anderes als Hartz4.

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