Forum: Wirtschaft
Fernbusse: Risiko auf Rädern
Julian Strate/ DPA

Flixbus hat Fernreisen mit dem Bus billig gemacht. Doch den Preis für den Erfolg zahlen oft die Fahrer, wie einige im Gespräch mit dem SPIEGEL beklagen. Sie sagen: Wir müssen länger hinterm Steuer sitzen als erlaubt.

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reflechir 28.07.2019, 16:19
1. wen wunderts

Nichts gegen günstiges Reisen. Aber bei diesen Preisen ist klar, dass irgendjemand die Zeche zahlt. Hier ist es wie im Speditionsgeschäft der Fahrer. Es lebe die Sicherheit.....Dieser Unfug gehört beendet, hohe Mindestlöhne für Fahrer, massive Kontrollen und drastische Strafen.

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spiegerlguckerl 28.07.2019, 16:21
2. Aber ja doch!

So ist es im billigen AusbeuteReiseKasinoKapitalismus unserer Tage. Menschliches Transportvieh in Billigflugzeigen und -Bussen. Auf Einzelschicksale, gleich ob das der PilotInnen, BusfahrerInnen oder Reisenden, wird keine Rücksicht genommen.

Hauptsache wir kommen billig überall hin. Die eigene wie des Betreibers Kasse stimmt, und alle dürfen froh sein, lebend, pünktlich, und mitsamt Gepäck ans Ziel zu gelangen. Anschnallen und Klappe halten!

Wir amüsieren uns reisend zu Tode.

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flexxyxxx 28.07.2019, 16:21
3.

Das war doch klar, dass das FlixBus System so funktioniert. Kann mir keiner erzählen, dass FlixBus zu diesen Ticketpreisen kostendeckend arbeiten kann, wenn die Fahrer entsprechend entlohnt werden würden. Mich als Kunde freut es zwar, für günstige Preise in andere Städte reisen zu können, aber auf Dauer wird das wohl nicht so bleiben.

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Einhorn 28.07.2019, 16:24
4.

Und wo ist da jetzt die Neuigkeit? Einer muss am Ende bezahlen und der Kunde ist es ja ganz offensichtlich nicht. Flixbus hatte schon so oft schlechte Presse wegen schlechter Arbeitsbedigungen - aber wen interessiert das, wenn man billig von a nach b reisen kann?

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joe50502005 28.07.2019, 16:32
5. Schutz von oben

Im Verbund geben die großen Anbieter von Busreisen Jahr für Jahr Millionen für Lobbyarbeit aus. Auf dem eigens zur Motivation veranstalteten Ball, der jährlich in Berlin stattfindet, bekommt man den Eindruck, die gesamte Bundespolitik vereint sich zu einer dekadenten Party. Auf diesen Wegen werden den Veranstaltern Freiheiten eingeräumt, welche die Bahnreise immer direkt benachteiligt. Das ist keine freie Marktwirtschaft, sondern klammheimliche Verbundenheit. Busse, die man sofort aus dem Verkehr ziehen müsste, fehlende Sicherheitsvorschriften und demzufolge eben auch fehlende Sicherheitseinrichtungen, Fahrer, die sich der Gefahr, die sie selbst durch Überarbeitung erst erzeugen - es wird wohl leider schwere Unfälle geben müssen, bevor Berlin hier handeln wird. Mir macht das Angst.

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rosinenzuechterin 28.07.2019, 16:36
6. Ja und?

Ich weiß nicht recht, wer hier an den Pranger gestellt werden soll. Der tschechische Busfahrer, der in Deutschland mehr verdient als in Tschechien? Das Busunternehmen? Das muss sich aber preislich gegen die weniger staugefährdete und z.T. subventionierte Bahn und vor allem gegen kerosinsteuerbefreite Billigflieger sowie gegen den Komfort des eigenen Autos durchsetzen. Oder der Kunde? Aber der soll ja der Umwelt zuliebe Bus fahren. Welche umweltfreundliche Alternative hat der denn? Das Auto? Das Flugzeug? Die überfüllte Bahn? Wenn der Mindestlohn zu niedrig ist für eine sichere Arbeit, dann muss er steigen. Wenn Lenk- und Ruhezeiten missachtet werden, sind die Kontrollbehörden gefragt. Es gibt doch fälschungssichere, digitale Fahrtenschreiber. Dann wird eben der Kompetenzbereich des Bundesamts für Güterverkehr ausgeweitet und das Personal aufgestockt, die Zusatzkosten dafür aus der CO2-Steuer genommen, die ja genau dafür da wäre: Umweltfreundlichen Verkehr zu stärken. Ich fürchte nur, das läuft alles wieder bei dem CSU-(nicht)geführten Ministerium zusammen, das schon nicht für Tempolimit, nicht für klimafolgekostengerechte Fahr- und Flugzeugbesteuerung, nicht für den Ausbau der Bahnkapazitäten und auch für vieles anderes nicht sorgen kann. Übrigens: Hier ist von 1 Fernbusunfall mit 1 Toten die Rede. Unter https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Eisenbahnunfällen_in_Deutschland#Ab_2010 kann man nachlesen, wie viele Eisenbahnunfälle mit wie vielen Toten es in dieser Zeit in Deutschland gegeben hat.

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bambata 28.07.2019, 16:36
7.

Ich hoffe, Jiri Horák heißt nicht nur nicht Jiri Horák, sondern ist auch nicht ein tätowierter Mittfünfziger mit braunem Haar sondern ein nicht tätowierter Mittdreißiger mit blondem Haar, sonst könnt Ihr Euch das mit dem Pseudonym auch mehr oder weniger schenken.

Zum Artikel: Wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen ein Preisdumping erlauben, dann kommt auch jemand daher, der diese Bedingungen konsequent und zulasten Dritter ausnutzt. Ist ja nun kein neues Phänomen, wie uns die Dumpingkonditionen bei den Paketzustellern gelehrt haben. Und das sind ja lediglich zwei besonders augenfällige Beispiele unter sehr vielen.

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Helge73 28.07.2019, 16:39
8. Im Speditionsgewerbe leider nicht anders

Eigentlich überall dort, wo Billigware feil geboten wird. Textil, Lebensmittel usw. Es gibt sicherlich in keiner Branche eine Ausnahme. Nur nach Kontrollen zu schreien bringt auch nichts. Da auch und gerade bei den Kontrollbehörden sehr viel Personal eingespart wurde und immer noch wird. Dafür wird es keine Lösung geben. Der Mindestlohn ist sowas von löcherig, dass nutzen alle Arbeitgeber aus. Es hilft wahrscheinlich nur Druck vom Kunden?

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53er 28.07.2019, 16:41
9. Was für eine Offenbarung!

"Es offenbart sich ein System, in dem der Druck offenbar nach unten durchgereicht wird, eine Kette, an deren Ende sich die Fahrer finden.".
Das hätte sich einem sicher schon offenbaren können, bevor Flixbus und Co ihre ersten Fahrten unternommen haben. Deutschland ein Tollhaus.

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