Forum: Wirtschaft
Fernbusse: Risiko auf Rädern
Julian Strate/ DPA

Flixbus hat Fernreisen mit dem Bus billig gemacht. Doch den Preis für den Erfolg zahlen oft die Fahrer, wie einige im Gespräch mit dem SPIEGEL beklagen. Sie sagen: Wir müssen länger hinterm Steuer sitzen als erlaubt.

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KlausMeucht 28.07.2019, 21:32
90. Problem von Subhierarchien

Zitat von spiegelleser01
...da wird ein Subunternehmer beschäftig und damit ist der Auftraggeber von allen Pflichten befreit, nur das Recht zur Profitmaximierung bleibt ihm erhalten... Das muss man ändern. Der Auftraggeber muss mithaften, wenn der Subunternehmer Regeln verletzt. Damit würde der Druck zur Einhaltung sozialer Standarts steigen.
Man sagt oft die Menschen seien zu unwirtschaftlich zu hohe Löhne. Dabei ernähren viele gleichzeitig 3 bis 4 Chefs.
Was wir brauchen sind starke Gewerkschaften und eine gute soziale Absicherung.

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smokyfields 28.07.2019, 21:44
91. Eines der offenen Geheimnisse der Marktwirtschaft,

also eigentlich nichts Neues. Ist doch ähnlich überall dort, wo der "Markt" wenig bis gar nicht reguliert ist und die sog Kontrollorgane eines oder beide Augen zudrücken. Nun stelle man sich vor, es wäre so etwas wie gleichberechtigter "Wettbewerb" und die Busbetreiber müßten noch die Trassen, sprich Maut bezahlen....

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bareno 28.07.2019, 21:45
92.

Zitat von emil7685
Schmarrn. Die Politik hat es ermöglicht, Leuten die kein Auto besitzen halbwegs bezahlbar durch Deutschland zu fahren. Ohne sich von der Bahn abzocken zu lassen. Eine der wenigen wirkich vernünftigen politischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte.
Mag es rechnerischer Sicht und purem Eigennutz jeweiliger "Kapitalgeber" noch rechtens erscheinen das Geschäftsmodell der Busfernreisen als innovativ und umweltfreundlich zu vermarkten, sieht das im politischem Spektrum - und insbesondere der "ach so App-gesteuerten" FutureNow etc. Generation ganz anders aus . Grün anmalen alleine besagt nichts über "Nachhaltigkeit" bzw. gesellschaftliche (Umwelt)verträglichkeit .

Diagramme aus dem frühem 19. Jahrhundert schlüsseln jeden Kreisprozess naturwissenschaftlich unwiderlegbar auf: Während eine "Dieselschleuder" Bus irgendwo im Gesamtwirkungsgrad bei schlappen 25% dümpelt, erreicht jede halbwegs modernere ElektroLokomotive (trotz ärgerlicherweise noch immer dem Bezug von Kohle& Atomstrom aus teils bahneigenen, dem öffentlichem Netz weitgehend inkompatiblen, Kraftwerken ) keinesfalls schöngerechnete 60 - 65% .
Dazu kommt die viel längere Betriebsfähigkeit von Schienenfahrzeugen (ca. > 25 Jahre), also geringere Resourcenverschwendung im Recycling und Neubau,
gegenüber (dem ganz im Sinne aller Abschreibungsgesellschaften optimiertem Schrottwert eines Busse nach 5 bis 8 Jahren .....

Also: Wer sich als Nichtanteilseigner darein setzt hat irgendwas nicht verstanden, egal welchen Knopf des Handys er warum aus welchen Gründen er auch wie bediente .

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stefangr 28.07.2019, 21:48
93. da kommen noch mehr Unfälle

Flixbus ist ein widerlicher Ausbeuter, ich boykottiere dieses System schon immer. Für den Preis kann keiner fahren und zudem Ruhezeiten einhalten. Die nächsten Unfälle werden kommen und dann ist der Aufschrei groß, denn viele Studenten fahren mit diesem Risikounternehmen. Am besten boykottieren, lieber ein paar Euro mehr in die Bahn stecken und dafür sicher fahren als mit einem der die Löhne drückt und nicht für die Sicherheit der Fahrgäste garantieren kann.

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KlausMeucht 28.07.2019, 21:51
94.

Zitat von exxilist
Hier auf die Fahrer oder auch auf das Unternehmen einzuprügeln ist mir ein wenig zu einfach. Wir Deutschen wollen in der Masse immer alles BILLIG haben. billig, nicht preiswert!!! Da ist ein Unterschied. Egal ob Nahrungsmittel oder Pakete. Oder eben Busfahrten. Bei letzterem wäre eigentlich Politik und Bahn gefragt aber das Fass mache ich hier nicht auf. Wir wollen alles möglichst billig und wir kaufen bei dem, der den untersten Preis noch einmal unterbietet. Das irgendeiner dafür bezahlen wird, ist uns in dem Moment des Kaufes egal. Wir wollen ein Schnäppchen machen. Scheiss aufs Tierwohl und krebserregende Pestizide die das Grundwasser verderben, Scheiss auf Mindestlöhne, soziale Gerechtigkeit, fairen Anbau, etc. Ich will das billige KIK T-Shirt für 2 €. Hinterher aber beklagen wir uns ohne Ende wenn etwas schiefgeht oder nicht so ist wie wir das wollen, weil wir trotz Billigheimer Mentalität natürlich allerbeste Qualität erwarten. Hier zitiere ich sehr gerne einmal das Gesetz der Wirtschaft von John Ruskin: "Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.
Wenn man sieht wie die Löhne sich entwickelt haben, und die Gewinne der Grosskonzerne so ist mir diese Kritik zu einfach.

Richtig ist dass Niedriglöhne vor allen den Billigheimern nützt.

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NiklasAndersson 28.07.2019, 22:09
95. Man muss wählen können

Zitat von emil7685
Hmm. Ich hatte noch nie ein Problem mit Flixbus. Wieso sollte ich dort keine Tickets kaufen? Flixbus ist ganz einfach sehr oft die einzige Möglichkeit, halbwegs preiswert irgendwo hinzukommen. Ich zahle, obwohl ich relativ wohlhabend bin, keine fünfzig Euro für eine Bahnfahrt von Berlin nach Leipzig. Das können Sie schlicht und ergreifend vollkommen vergessen. Da fahre ich mit dem Flixbus oder mit dem Auto.
Ich weiß, es ist immer besser NUR auf das Geld zu sehen, billigste Reise, billigstes Fleisch, billigste Jeans, denn dass man damit weder den Angestellten, noch der Umwelt, noch sich selbst wirklich einen Gefallen tut, das ist schwer einzusehen so lange man nur sparen will (auf Kosten anderer). Sobald Flixbus den Monopolstatus erreicht hat, werden die multinationalen Besitzer sich auch nicht mehr mit 7, 10 oder auch 15 Euro zufrieden geben. Aber ich stimme natürlich zu dass die Bahn zu teuer ist, aber nur, weil man dort ebenfalls nach dem klassischen kapitalistischen Prinzip arbeitet, also wenig Unterhalt und viel Gewinn/Gehalt für die Führungsschicht. Ich fühle mich in Flixbussen weder wohl, noch habe ich das Gefühl in einer respektvollen Gesellschaft zu reisen.

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orca20095 28.07.2019, 22:19
96. Das ist keine neue Erkenntnis,

wenn man die Ticketpreise hochrechnet, muss man nicht lange grübeln, wer die Zeche bezahlt. Alle maulen über die Preise der Bahn, bei der Geiz-ist-geil Mentalität hört das Denken aber eben auf. Wer war doch gleich verantwortlich für die sogenannte Liberalisierung des Fernverkehrsmarktes?? Irgendwas mit CSU, wenn ich mich recht entsinne.

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alang1001 28.07.2019, 22:33
97. verlogene Politik

tja, so ist das, Ein Land in dem wir gut und gerne Leben, Sie kennen mich, das waren die eingängigen Slogans der letzten Wahl.

Was für eine verlogene Politik, Liberalisierung, jedes Mal wenn dieses Wort fällt ist damit nur eins gemeint, Billigpreise die von den Arbeitnehmern bezahlt werden.

Flieger, Busunternehmen, Paketzusteller, Saisonkräfte, Bauarbeiter.

Es ist so zum kotzen.

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trickydicky 28.07.2019, 22:55
98. zu allem Überfluss auch noch vom Gesetzgeber subventioniert

... da von Dobrindt der Autobahn-Maut befreit (dafür winkt mindestens ein Aufsichtsratposten bei Flixbus)
Ansonsten (Quelle: Allianz pro Schiene):
"Der Personenverkehr auf der Schiene würde viel attraktiver, wenn er nicht mit ungleichen Wettbewerbsbedingungen zu kämpfen hätte. Die Bahn zahlt Stromsteuer, Ökosteuer, EEG-Umlage,Schienenmaut, hat die umfangreichsten Fahrgastrechte aller Verkehrsmittel und muss für 100 Prozent der CO2-Zertifikate im Emissionshandel kostenpflichtig aufkommen. Die konkurrierenden Verkehrsträger hingegen genießen eine Reihe von komfortablen Privilegien: So leisten sie etwa keinen Beitrag zur Energiewende. Luftverkehr und Binnenschiff sind von der Mineralöl- und Ökosteuer befreit und nur 15 Prozent der CO2-Zertifikate sind für den Luftverkehr kostenpflichtig
Die Eisenbahn zahlt nicht nur den zweithöchsten Stromsteuer-Satz in ganz Europa – sie zahlt außerdem Ökosteuer und EEG-Umlage
Im grenzüberschreitenden Verkehr wird für den deutschen Streckenteil der volle Mehrwertsteuersatz von 19 % fällig, während Flugtickets für grenzüberschreitende Flüge komplett von der Mehrwertsteuer befreit sind.
Apropos Mehrwertsteuer: In Deutschland ist man im Nahverkehr mit 7 Prozent dabei, im Fernverkehr ab 50 km wird der volle Satz von 19 Prozent fällig. Das muss nicht so sein: Zwei Drittel aller EU-Länder ermäßigen die Steuer massiv oder lassen sie gleich ganz weg, wie z. B. in Dänemark oder Irland.
Fährt ein Zug auf dem deutschen Schienennetz, muss er für jeden Kilometer einen Trassenpreis zahlen. Er zahlt zusätzlich, wenn er im Bahnhof hält, und auch wenn er beispielsweise über Nacht irgendwo abgestellt ist. Der Fernbus als zahlt dagegen gar keine.
Auch im Fernbus sind die Fahrgastrechte geringer als bei der Bahn: erst ab zwei Stunden Verspätung und bei einer Strecke von mehr als 250 km wird eine Entschädigung fällig. Fernbusse und Flugzeuge haften darüber hinaus nicht bei höherer Gewalt – die Bahnen schon. "

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Zukunft3.0 28.07.2019, 23:54
99.

Jedem muss klar sein, der in einen Flixbus einsteigt, dass diese Preise irgendwo herkommen müssen. Bezahlen tun das die Angestellten. Aber danach fragt kein Reisender, Hauptsache billig und wenn wieder mal ein Unfall passiert, sind alle entsetzt. Soviel Heuchelei ist kaum auszuhalten.

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