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"Financial-Times"-Berichte: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Kursrutsch bei Wirecard
REUTERS

Der Aktienkurs des Dax-Konzerns Wirecard verlor nach Berichten der "Financial "Times" mehrfach drastisch an Wert. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen den Verfasser der Artikel.

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Willi Wacker 18.02.2019, 14:42
10.

Zitat von mm12345
sollten grundsätzlich verboten werden (Optionen auf Aktien am besten gleich mit). Damit würde auch ein wichtiger Grund für Marktmanipulationen jedweder Art entfallen. Ob hier Manipulation seitens der FT vorlag, wird hoffentlich transparent aufgeklärt.
Nein, Leerverkäufe sind doch kein Grund für Manipulation.
Die Grundidee für Leerverkäufe ist richtig und sie ist gut. Wenn jemand ein Depot gegen Verluste absichern möchte, dann ist das eine Art von Versicherungsprämie. Absolut legitim.

Man müsste natürlich auf jeden Fall Wege finden, wie Betrüger absichtlich schlechte Nachrichten als Einfallstor missbrauchen.

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ckessler1000 18.02.2019, 14:45
11.

Ich finde auch dass leerverkäufe insb durch institutionelle anleger verboten gehören. Erstens braucht es sie nicht als korrektiv da der aktienwert täglich durch angebot und nachfrage festgestellt wird. Zweitens droht bei Falschspekulationen durch Institutionelle schaden für den steuerzahler wenn diese Fehlspekulationen mit fremden Geld zu existentiellen schieflagen führen und der staat einspringen muss nach dem bekannten muster 'gewinne privatisieren, verluste sozialisieren'.

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rogue_trader 18.02.2019, 14:48
12. the infinite wisdom of BaFin

Ich muss meinen Vorrednern recht geben - short sales sind ein wichtiges Korrektiv für das Funktionieren des Marktes. Ich denke die BaFin hat dem Finanzplatz Deutschland damit einen Bärendienst erwiesen. Darüber hinaus lässt sich dieses Verbot auch ziemlich leicht durch Optionsstrategien umgehen z.b: Kauf einer at the money Put-Option bei gleichzeitigen Verkauf einer at the money Call Option - damit hätte man dann einen (synthetischen) Leerverkauf getätigt.

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vitalik 18.02.2019, 14:49
13.

Zitat von Havel Pavel
Leerverkäufe sind per nichts Verwerfliches, solange dies seriös und nicht missbräuchlich genutzt werden. Ursprüngich wurde diese Möglichkeit einmal geschaffen, damit Investoren einen plötzlichen Kapitalbedarf decken können. Für Leerverkäufe wurden dann Aktien gewählt die man ohnehin zu erwerben beabsichtigte und die logischerweise auch als stabil galten. Früher gab es bei soliden Anlagewerten ohnehin keine derartig grossen Schwankungen wie sie heutzutage zu beobachten sind, alles lief deutlich langsamer und übersichtlicher ab. Mittlerweile häufen sich die Fälle missbräuchlicher Nutzung von Leerverkäufen so dass in der Tat die Finanzaufscht sich hierzu eine kluge Reglung einfallen lassen muss um diesem Treiben entgegen zu wirken. Der Teufelskreis besteht halt hier immer aus der gehäuften Verbreitung ominöser Negativnachrichten und dem sprunghaften Anstieg von Leerverkäufen. Dieser müsste halt durchbrochen werden um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Finanzstarke Unternehmem haben auch schon mal selbst die Initiative ergriffen und mit dem Ankauf riesiger Aktienpakete den Kur so richtig in die Höhe getrieben, so dass die Leerverkäufer kalte Füsse bekamen und mit Riesenverlusten schnell die Aktien wieder zurückkauften, um die Verluste zu begrenzen. Die Finazaufsicht hat hier schon die Möglichkeiten einzugreifen, so hat sie heute offenbar den Leerverkauf von Wirecard Aktien ausgesetzt, worauf deren Kurs schon mal rapide anstieg. Wenn Wirecard sich sicher ist, dass an all den Anschuldigungen nichts dran ist, brauchen sie nur grosse Aktienanteile aufzukaufen um den Kurs in die Höhe zu treiben, so dass die Spekulanten Leerverkäufer ordendlich Verluste erleiden, was wohl die verdiente Strafe für deren unseriösen Geschäfte wäre.
So einfach geht es dann doch nicht, einen hohen Aktienrückkauf zu veranstalten. Dazu muss man ja längerfristig Eigenkapital einsetzen oder es leihen. Es ist nicht im Sinn des Erfinders bei jeder Attacke die Liquidität der Firma anzugreifen und somit die operativen Geschäfte zu stören.

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fin2010 18.02.2019, 14:59
14. die armen Anleger

Zitat von vitalik
Genial. Was schreiben Sie denn da bitte? Da wird ein Unternehmen vermutlich mit illegalen Absprachen angegriffen und die Anleger sollen dankbar sein? Was ist mit all den Anlegern, die Mitte des Jahres bei 140-150 eingestiegen sind?
Die armen, armen Anlegerspekulanten, die bei 150 eingestiegen sind. Oh da kommen mir echt die Tränen. Da haben die womöglich ein Betrugsunternehmen gekauft. Nein, die können nun wirklich gar nichts dafür. Obwohl doch schon seit Jahren Zweifel am Geschäft von wirecard bekannt sind. Nein so was weiss man doch nicht bzw. nur, wenn man sich kundig macht. Sollte man eigentlich vor dem Kauf.
Man, man, man, Gier frisst mal wieder Hirn.

Und damit diese "Anleger" jetzt ihre Schrottaktien möglichst unbeschadet an den Nächsten weiterreichen können, deshalb sollen Leerverkäufe verboten werden? Nicht wirklich, oder?

Was tatsächlich zu tun ist: Klären, was bei wirecard läuft. Klären, ob die betreffenden Journalisten bzw. deren Auftraggeber Falschmeldungen verbreitet haben. Dann sehen wir weiter.

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heinfisch 18.02.2019, 15:00
15. Wirecard lenkt vom eigentlichen Problem ab

Ok - sollte der FT Journalist jemanden vorher über Bericht in Kenntnis gesetzt haben so mag dies strafrechtlich relevant sein. Wobei ich eher davon ausgehe, dass er min Zuge seiner Arbeit bei Short-sellern angefragt hatte wieso diese Wirecard shorten.
Problem bei Wirecard ist aber viel mehr, dass die Firma so ziemlich nur das absolute Minimum an Information stellt, dass sie rechtlich muss. Wettbewerben im payment Bereich, wie zum Beispiel Ayden sind da wesentlich offener. Dann kommt noch dazu, dass Wirecard nicht erklären kann weshalb die eigenen Margen soweit über die der Konkurenz liegen. (Reden von mehr service und Apps etc, aber am Ende ist der Preisdruck der Kunden zu groß um viel mehr für service zu zahlen und die Apps haben super miese Download zahlen). Plus scheint auf Basis einer analyse eines Aktienbrokers Wirecard fast keine Großens E-commerce Kunden in Deutschland zu haben. Mag also gut sein, dass alles passt und hohe Margen kommen weil man nach wie vor viel im Porno & Krypto Bereich abrechnet und stärker in Asien und Nichen ist. Aber so lange Firma nicht das eigene Reporting und Informationsfluss verbessert wird sie eben bei negativen Nachrichten wesentlich härter getroffen weil Risiko für Anleger eben größer ist, dass etwas nicht stimmt. Bei einer umfangreicher berichtenden Firma hätte definitiv ein potentieller Kleiner Betrug in einer kleinen Außenstelle wesentlich weniger Einfluss auf Kurs. Denke also so lange Strategie ist die generell sehr sehr seriöse FT anzugreifen anstatt einfach die Kommunikation mit dem Markt zu verbessern bleibt die Aktie höchstspekulativ.
Gerade schimpfen viele auf die Short seller - aber es zeigt sich immer wieder, dass diese ein guter Kontrollmechanismus sind und der Fakt das institutionelle Käufer nicht kaufen und Kursminus limitieren scheint zu zeigen, dass diese aufgrund der momentanen Datenlage auch wenig Vertrauen in die Firma haben.

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fin2010 18.02.2019, 15:10
16. so ein oder gar zwei Beispiele für Ihre steilen Thesen

Zitat von ckessler1000
Ich finde auch dass leerverkäufe insb durch institutionelle anleger verboten gehören. Erstens braucht es sie nicht als korrektiv da der aktienwert täglich durch angebot und nachfrage festgestellt wird. Zweitens droht bei Falschspekulationen durch Institutionelle schaden für den steuerzahler wenn diese Fehlspekulationen mit fremden Geld zu existentiellen schieflagen führen und der staat einspringen muss nach dem bekannten muster 'gewinne privatisieren, verluste sozialisieren'.
würden Ihrer "Argumentation" gut tun. Welche Bank/Finanzfirma ist aufgrund schief gelaufener Leerverkäufe (beinahe) Pleite gegangen und musste auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden?
Keine? Ach so.

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vitalik 18.02.2019, 15:22
17.

Zitat von fin2010
Die armen, armen Anlegerspekulanten, die bei 150 eingestiegen sind. Oh da kommen mir echt die Tränen. Da haben die womöglich ein Betrugsunternehmen gekauft. Nein, die können nun wirklich gar nichts dafür. Obwohl doch schon seit Jahren Zweifel am Geschäft von wirecard bekannt sind. Nein so was weiss man doch nicht bzw. nur, wenn man sich kundig macht. Sollte man eigentlich vor dem Kauf. Man, man, man, Gier frisst mal wieder Hirn. Und damit diese "Anleger" jetzt ihre Schrottaktien möglichst unbeschadet an den Nächsten weiterreichen können, deshalb sollen Leerverkäufe verboten werden? Nicht wirklich, oder? Was tatsächlich zu tun ist: Klären, was bei wirecard läuft. Klären, ob die betreffenden Journalisten bzw. deren Auftraggeber Falschmeldungen verbreitet haben. Dann sehen wir weiter.
Welchen Zweifel meinen Sie? Die Zweifel, die durch Zatarra Berichte gestreut wurden, wo es dann eindeutig bewiesen wurde, dass es illegale Manipulationen gab und die Berichte eine Lüge waren?
Was verstehen Sie an dem Geschäftsmodell von Wirecard denn nicht? Die Unternehmensführung hat auch für dieses Jahr ein Wachstum von 30% geplant. Was genau meinen Sie mit Ihrem Kommentar?

Sie sollten Mal den Artikel lesen, den Sie kommentieren. Die Ermittlungen gehen in Richtung FT-Reporter.

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nocheinnutzer 18.02.2019, 15:34
18.

Zitat von vitalik
Genial. Was schreiben Sie denn da bitte? Da wird ein Unternehmen vermutlich mit illegalen Absprachen angegriffen und die Anleger sollen dankbar sein? Was ist mit all den Anlegern, die Mitte des Jahres bei 140-150 eingestiegen sind?
Der Kurs sinkt nur, wenn jemand verkauft. Illegale Absprachen heisst also, es ist nichts dran an den Gerüchten? Wer verkauft dann? Entweder es sind die "bösen" Leerverkäufer: Auch diese müssen irgendwann ihre Positionen wieder glatt stellen und werden zu Käufern. Wollen sie Gewinn machen, also zu einem niedrigeren Kurs zurück kaufen, muss noch jemand anderes verkaufen und damit den Kurs drücken. Das kann eigentlich nur der Kleinanleger sein, der in Panik gerät. Da kann man nur raten: Entweder er ist guten Grundes bei 150 (oder 190€) rein, dann kann er auch drin bleiben (oder gar nachkaufen). Oder er hat nur gekauft weil es der Nachbar auch getan hat, dann lernt er hoffentlich aus diesem Fehler. So oder so, ich kann beim Leerverkäufer keine Schuld sehen, außer natürlich es handelt sich um absichtlich gestreute Fehlinformationen, aber dann kann der Privatanleger einfach still halten und die Verantwortlichen werden sicher von wirecard zur Rechenschaft gezogen.

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ckessler1000 18.02.2019, 16:04
19. Überschrift

@fin2010
Unterstellen Sie mir doch nicht Dinge die ich nicht geschrieben habe. Bitte künftig aufmerksamer lesen. Mein 2.punkt bezog sich explizit(!) auf mögliche Folgen von 'Fehlspekulationen' im allg. Beispiele für staatl. Hilfen aus Steuergeld können sie sich selbst raussuchen. Commerzbank, westLB, hypo realestate..

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