Forum: Wirtschaft
Finanzen in der WG: Geld für das, was Spaß macht
Piero Chiussi

Studenten sind chronisch knapp bei Kasse. Aber ganz so eng muss es zum Monatsende nicht werden. Viele Wohngemeinschaften lassen sich mit wenigen Vertragswechseln finanziell aufmöbeln.

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112211 04.05.2019, 07:37
1. Vorteile

Es sind immer jene im Vorteil, die rechnen können. Alles im Blick zu behalten ist eine weitere Leistung. Dass das nicht allen gelingt, ist die Basis für so manche Vertragsanbieter. Bei Handyverträgen hat sich eine gewisse Routine entwickelt, Prepaid ist inzwischen meistens Standard. Bei Strom & Gas ist das aber nicht so. Winkt ein Bonus bei Vertragsabschluss, wird schnell unterschrieben, aber vergessen, dass nach 12 oder 24 Monaten der Tarif steigt. Auch hier lohnt es sich vor allem für die Anbieter, nicht für den Kunden. In WGs mit gelegentlichen Wechseln wird schnell der Überblick verloren Eindeutige Zuordnung der Zuständigkeiten wäre von Vorteil.

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eunegin 04.05.2019, 08:13
2. normales Haushaltseinkommen...

Ein Viererhaushalt mit 3600 Euro / Monat zur Verfügung (also netto). Damit müssen sehr sehr viele Haushalte in diesem Land auch auskommen. So ist das nun mal, wenn man eigenverantwortlich wirtschaften muss. Durchschnittlich verfügten die Haushalte 2016 über ein Nettoeinkommen von 3.314 Euro im Monat. Etwa 16 % der Haushalte mussten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro auskommen. In der höchsten erfassten Einkommensklasse von 5.000 bis unter 18.000 Euro waren knapp 19 % aller Privathaushalte. Wenn man jung ist, ist man wenigstens noch flexibel und arbeitet vor allem daran, dass man diese Sorgen später einmal nicht hat. Das sieht bei Älteren (auch mit Familie) leider schon anders aus. Aber das alles ist ein Lernprozess, den wir ja fast alle durchmachen durften. Daher: aus den Erfahrungen lernen, später erinnern und Verständnis für diejenigen haben, denen es weniger gut geht.

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someoneunreal 04.05.2019, 08:48
3.

Ich hatte mit einem 20stunden Job eher noch weniger als 900€ netto zur Verfügung - rund 430€ Miete in München, der Rest zum Leben. Gefehlt hat es im Rückblick an wenig. Da sollt man sich mal nicht so anstellen.

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Mehrleser 04.05.2019, 08:55
4.

Ja, es ist schon erstaunlich und ich beobachte es auch in der eigenen Familie: dedizierte Meinungen zu Klima und Internetthema, auch dazu, wer an den dort verorteten Übeln schuld sei. Aber keine Ahnung, zu was man sich beim Handyvertrag oder Girokonto verpflichtet hat. Offensichtlich gibt es dazu keine Influencer.

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der_grillmeister 04.05.2019, 09:40
5. Strom ohne Bonus?

Das Prinzip der Stromverträge ist doch, dass es im ersten Jahr einen Bonus gibt und die Anbieter die Hoffnung haben, die Kunden würden den nächsten Wechsel verschlafen. Jetzt rät Herr Tenhagen dazu, von Anfang an nicht den billigsten Vertrag zu nehmen, damit es im zweiten Jahr nicht teurer wird? Dafür lieber schon im ersten Jahr teuer. Ich rate dazu, jedes Jahr die paar Hundert Euro Ersparnis mitzunehmen und mit wenigen Mausklicks zwischen bewährten Anbietern hin und her zu hüpfen. Ich habe mit einem Anbieter auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, aber ich habe auch ein paar Anbieter, zu denen ich alle paar Jahre wieder zurückkehre (für genau ein Jahr).

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PRAN1974 04.05.2019, 10:07
6.

Da sieht man, wie richtig der "Aufschrei" der Gymnasiastin damals war. Was nützt den Vieren jetzt ihre Fähigkeit zum Gedichte interpretieren in mehreren Sprachen? Bei keinem der genannten Studienfächer braucht man das, und stattdessen fehlen viele lebenspraktische Kompetenzen. Offensichtlich sind die Eltern auch nur marginal schlauer oder haben keine Zeit, es den Kindern beizubringen. Mir ging es damals auch nicht anders, aber immerhin lernt man mit der Zeit dazu. Darum ist es auch gar nicht schlecht, im Studium eine Weile mit wenig Geld auskommen zu müssen, möglichst in der WG oder eigener Wohnung.

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TillSpon 04.05.2019, 10:15
7. Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht ein Bierchen findet

Man sollte sicherlich bei Vertragsabschluss schon drauf achten, daß nicht unnütz hohe Kosten entstehen.
Allerdings hat sich hier mit doch reichlich Aufwand eine sagenhafte Sparsumme von 900€ pro Jahr ergeben. Als Gegenrechnung stelle ich mal ein gemeinsames Bier pro Nase beim gemeinsamen Wochenendausgehen (Fr.+Sa.) in der Studentenkneipe in den Raum:
€2,20 x 4 Nasen * 52 Wochen * 2 "Feier"Tage: Satte €915,20
Zu meiner Studienzeit fand sich IMMER ein Grund, warum wir feiern mussten - vielleicht waren wir auch deshalb chronisch pleite...

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phantomias3782 04.05.2019, 11:12
8. Wenig wissen

Bin selbst dualer Student (Wirtschaftsinformatik) und kann bestätigen, dass in weiten Teilen meines Freundeskreises das Finanzwissen gegen 0 tendiert.
Auch von meinem Eltern habe ich leider nicht viel Wissen vermittelt bekommen und musste mir das alles selbst erarbeiten.
Es erschreckt mich immer wenn darüber geredet wird, das kein Geld mehr übrig ist und es erst Mitte des Monats ist.
Jetzt Versuche ich möglichst sparsam zu leben, wobei ich mir durchaus auch einiges an Luxus gönne, und komme auf Sparraten von mehr als 600? p.M, die ich teils investiere und teils benutzte um Eigenkapital anzusparen für einen Immobilienkauf falls die Karten dafür wieder sinken.

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Krefey 04.05.2019, 11:21
9.

Zitat von PRAN1974
Da sieht man, wie richtig der "Aufschrei" der Gymnasiastin damals war. Was nützt den Vieren jetzt ihre Fähigkeit zum Gedichte interpretieren in mehreren Sprachen? Bei keinem der genannten Studienfächer braucht man das, und stattdessen fehlen viele lebenspraktische Kompetenzen.(..)
Wofür man das braucht? Gute Frage. Ich bin Ingenieur und ich hatte den Deutsch-Leistungskurs im Abitur. Ich habe nie mein Wissen über Goethe oder Schiller für meine Arbeit gebraucht. Vertane Zeit also, hätte besser einen Mathematik-Leistungskurs belegt, oder?

Falsch. Während das bisschen Mathematik, dass die Leistugnskursleute mehr gelernt haben als ich im Grundkurs an der Hochschule in den ersten ein oder zwei Monaten nachgeholt worden ist, habe ich das, was ich beim Besprechen von Literatur gelernt habe an der Hochschule nie lernen können und brauche es aber jeden Tag, sowohl im Beruf als auch im Privaten.

"Was will uns der junge Werther hier in seinem Brief sagen? Warum schreibt er es so, warum nicht anders?"
Ich behaupte, mein Deutschlehrer hat mich denken gelehrt.

Sowohl die Fähigkeit geschriebene wie gesprochene Texte zu verstehen - wirklich zu verstehen und nicht nur an der oberflächlichen Bedeutung der Worte zu kleben - sowie die Fähigkeit, die eigenen Gedanken halbwegs logisch zu sortieren und anderen vernünftig zur Kenntnis zu bringen sind Schlüsselkompetenzen, die für mich auch als Ingenieur wertvoller sind als zu wissen, wie man einen homogene Diffentialgleichung löst.

Wie man seine Finanzen beisammen hält, das kann man auch selber lernen. Man müsste nur mal googeln. Frugal Lifestyle ist doch gerade auch modern. Wenn die Menschen in der WG aber gelernt haben, sich mit Sprache, geschrieben wie gesprochen, analytisch auseinander zu setzen, dann wird das sehr schnell sehr viel wertvoller sein.

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