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Finanzexperte Schick: "Eine Facebook-Währung würde bisherige Zahlungswege verdrängen"
REUTERS

Facebook will eine eigene Währung einführen - und stößt damit auf große Bedenken. Der Konzern könnte seine marktbeherrschende Stellung bei sozialen Medien auf die Finanzwelt ausdehnen, fürchtet Finanzexperte Gerhard Schick.

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pietschko 25.06.2019, 13:26
110.

Zitat von garno
Hier irren Sie, es reicht, wenn einige Facebook-Nutzer beginnen Libra zu kaufen und somit Facebook einen Kredit gewähren. Der Rest ist ein Selbstläufer, wenn es so funktioniert, wie angekündigt. Ein Privatunternehmen macht der staatlichen Finanzhoheit Konkurrenz und übernimmt damit Zug um Zug auch ursprünglich staatliche Aufgaben - bis auf die sozialen Aufgaben, die bleiben beim Staat, dem es dann natürlich immer schwerer fällt sich die finanziellen Mittel dafür zu besorgen, weil er nicht mehr Herr über die Finanzen ist. Er ist dann abhängig vom Guten Willen der Privatunternehmer. Für die wäre das dann endlich das Schlaraffenland. Das Kapital hätte endlich freie Fahrt ohne staatlich Bevormundung. Noch dreht sich alles um die westliche Welt. China ist erst im Kommen.
china ist erst im kommen? in china ist man schon viel weiter! in den städten, aber auch immer mehr auf dem land, kommt mankomplett bargeldlos klar, einfach das handy zücken.

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pietschko 25.06.2019, 13:29
111.

Zitat von Jörg-Detlef
Die Putzhilfe bekommt die Libra auf ihr Handy. Zu Lasten der Libra, die Sie auf dem Ihrigen haben. Wenn Sie Verbraucher sind, ist der Mehrwertsteueranteil im Zahlungsbetrag enthalten. Um ihn als Vorsteuer erstattet zu bekommen, wenn Sie Unternehmer sind, benötigen Sie keinen Zahlungsnachweis, nur die Rechnung. Sozialabgaben müssen in nationaler Währung abgeführt werden, über die ja weiterhin verfügen. Als Unternehmer inventarisieren Sie erworbene Libra - wie zum Beispiel den Firmenwagen - mit dem Anschaffungspreis. In Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung benötigen Sie nur Libra-Anfangs- und Endbestand, bereinigt um Privateinlagen resp. -entnahmen.
merken sie schon beim schreiben, dass es alles andere als unkompliziert ist? und da ist sicher nur die hälfte aufgeführt. wer weisst denn zum beispiel aus, ob in der zahlnug die umsatsteuer 19% oder 7% enthalten ist, wenn doch alles schön anonym ist? und wenn der zahlugsempfänger im ausland sitzt?

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pietschko 25.06.2019, 13:31
112.

Zitat von rudi_ralala
Am Besten man macht in Tauschwirtschaft, da fangen Sie sich höchstens eine Vogelspinne ein, wenn Sie sich Bananen einhandeln. Im Übrigen, Bartergeschäfte machen nach wie vor einen großen Teil des Welthandels aus, ca. 15 - 20 %.
haben sie momentan ein problem bargeldlos zu zahlen?
einfach die ec-karte auflagen, gut ist.
in modernen gesellschaften, wie china, japan, skandinavien, aber auch die usa, ist die elektronische zahlung im aufwind.
und das ist gut so. ich zahle bevorzugt mit karte, damit die zahlung nicht verschwinden kann. es wird zeit, dass schwarzgeld endlich verschwindet. in skandinavien ist man da viel weiter.

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pietschko 25.06.2019, 13:35
113.

Zitat von rudi_ralala
Ein kleines Problem, gegen das hier: Wie wird die internationale Finanzmafia reagieren, wenn ihnen ein gefährlicher Konkurrent erwächst? Nehmen die das einfach so hin? Zur Zeit liegt die finanzielle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Macht bei denen und die werden die bis auf's Blut verteidigen. Alle bisherigen Kryptowähriungen und Regionalwährungen sind für die peanuts und kein Grund zur Aufregung.
was bitte für eine finanzmafia?

die dauer und der energieverbrauch sind das thema bei der blockchain. china hat bereits das mining gesetzlich verboten. allein der reine transfer kosten extrem viel energie und dauern sehr lange.

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larsmach 25.06.2019, 13:38
114. Transportiert "Libra" den Aktienhype nun auf eine "Währung"?

Wird die "Währung" eines Unternehmens mit US-typisch gehypten Aktienpreisen dasselbe Schicksal ereilen!? Üblicherweise orientieren sich Währungen (d.h. deren Geldmenge!) an handfesten Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung: Das ist die Welt realer Wertschöpfung und Produktivität (nicht die des "User-Erlebnisses"). Nebenbei fasst man sich als Informatiker an den Kopf beim Gedanken an Blockchain-Technologie für immer gewaltiger wachsende Datenbanken, bzw. exponentiell zunehmenden Verschlüsselungsaufwand einer solchen "Währung" - es sei denn, die Verschlüsselung wird auf ein Minimalmaß reduziert, um die wirtschaftliche Nutzungszeit einer solchen Blockchain zu strecken. Beim "Bitcoin" übertrafen die Stromkosten für Einbuchungen schon vor langer Zeit die Summen üblicher Kaufpreise für Güter und Dienstleistungen (weshalb "kostenlose" Transaktionen aus Nettigkeit durchgeführt werden können bei irrwitzigen Wartezeiten); eine auf Blockchain basierende Konzernbuchhaltung darf zum Jahresende hin mehr für Strom zum verschlüsselten Einbuchen zahlen als der einzubuchende Taxi-Beleg wert ist. Am Ende steht also eine zentrale (!) Organisation (einige mit anonymen Eigentümern), die überhaupt in der Lage sein wird, die riesige Blockchain-Datei zu aktualisieren. Die Bitcoin-Blockchain ist aktuell 225 Gigabyte groß (so viel darf sich jeder auf sein Smartphone laden, der eine Kopie bei sich tragen will!), und es müssen - rein willkürlich festgelegt - einige Blockchain-Kopien weltweit aktualisiert werden, bevor eine Buchung als bestätigt gilt. Klingt das nach der Hippie-Idee, Geld "nicht mehr von den Großen kontrollieren" zu lassen!??

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pietschko 25.06.2019, 13:40
115.

Zitat von rudi_ralala
Die richtige Antwort wäre das staatliche Geldmonopol. Die Gewaltenteilung sollte sich nicht auf Legislative, Exekutive und Judikative beschränken sondern die Monetative mit einschliessen. Geld gehört, einzig und alleine in staaliche, bzw. gesellschaftliche Hand und nicht in den Händen privater Banker und schon gar nicht in facebook Händen. Auch wenn das Volksbegehren diesbezüglich in der Schweiz verloren ging. Das staatliche Geldmonopol muss und wird kommen.
bahnhof. der staat hat das geldmonopol. oder wer kann euro ausgeben? sie? die zentralbanken sind (mehr oder weniger) unabhängig von der politik.
in der schweiz ging es um vollgeld. also rein die deckung!

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peeka(neu) 25.06.2019, 13:41
116. Um einen Zahlungsvorgang handelt es sich nicht

Zitat von Jörg-Detlef
Steuern und Sozialabgaben entrichtet doch nicht der Lohnempfänger sondern der Arbeitgeber im Rahmen seiner Lohnabrechnung in nationaler Währung, über die er ja weiterhin verfügt. Aufgrund eines Zahlungsvorgangs welcher Art auch immer entsteht doch keinerlei Steuerpflicht.
Es handelt sich - vermutlich - um die Übertragung eines immateriellen Vermögensgegenstandes.
Aber ich gebe zu, dass auch dieser versteuert und im Zweifel mit Sozialabgaben belegt werden muss.

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iggyp. 25.06.2019, 13:42
117. Wer das Geld hat, hat die Macht

Wer dagegen die Währung bestimmt, bestimmt _alles_. Der Zuckerberg-Konzern greift faktisch nach der Weltherrschaft. Facebook käme indie Rolle einer EZB oder FED. So wie die EU Griechenland tributpflichtig gemacht hat, könnte Facebook die EU tributpflichtig machen.
Europa sollte Facebook, WhatsApp, Instagram und die anderen FB-Tools eher bloxkieren, als sich diesem Risiko auszusetzen.

Interessant wird sein, ob z.B. China den Libra akzeptieren wird.

Merke: Wer nur Zahlungen abwickeln will braucht keine eigene Währung.

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pietschko 25.06.2019, 13:45
118.

Zitat von Willi2001
Natürlich haben solche "Währungen" auch gewisse gefahren und natürlich wird jeder Bänker gegen eine solche Form von Währung wettern, es geht ja auch um seinen Arbeitsplatz. Gerade in einer relativ globalisierten Welt bieten solche Formen aber auch Vorteile, so dürften Transaktionen nahezu kostenlos sein und eine Transaktion ist in wenigen Sekunden abgeschlossen. Nach dem Konzept benötigt man kein überteuertes Giro-Konto und wenn dann irgendwann die Bargeldlose Zeit beginnt ist man nicht auf ein beschränktes Geldsystem - in dem jeder zu jedem Zeitpunkt alle Transaktionsmöglichkeiten von Seite des Staats unterbrochen werden können - gefangen. Ich denke die Vorteile überwiegen hier deutlich. Es bringt aber natürlich die Gefahr dass man eine Datenkrake wie Facebook zur digitalen Supermacht erhebt, als Teil eines Super-Konsortiums. Aber als guter Deutscher muss man eben gegen alles sein was neu ist.
1. ist selbst mein geschäftskonto kostenlos und 2. zahle ich selbst für zahlung in usd nach china kaum gebühren. 3. ist eben die zahlung per blockchain nicht weder günstig noch schnell, denn es wird viel energie und zeit verbraucht. 4. bargeldlos können sie doch schon längst zahlen. 5. hat der staat noch nie die zahlungsströme abgestellt. international kann das vll noch swift machen, aber die machen das auch nur auf politischen druck. und dazu sollten die europäer endlich ein alternatives system aufbauen, dann hätten die amis weniger drohpotential.
schon mal an einen stromausfall gedacht?

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Weltbild 25.06.2019, 13:47
119.

Zitat von Jörg-Detlef
An welcher Stelle eines Zahlungsvorgangs soll denn eine Kreditgewährung erfolgen? Die Libra wandern von einem Smart Phone zum anderen. Lediglich können bei Erwerb von Libra Kosten anfallen.
Man muss ja erstmal Libras kaufen und zwar mit nationalen Währungen. Damit gewährt man FB einen zinslosen Kredit

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