Forum: Wirtschaft
Finanzielle Entlastung für Angehörige: Städtetag fordert Ausgleich für Pflegeheimkost
Christoph Schmidt/ picture alliance/ dpa

Nachkommen sollen in der Regel nicht mehr für Unterbringung und Verpflegung pflegebedürftiger Eltern aufkommen. Das hat der Bundestag entschieden. Doch für die Städte könnte das teuer werden.

muunoy 08.11.2019, 12:47
1. Typische Lösung

Unsere sozialistische Regierung wird das sicherlich dadurch lösen, dass Menschen mit einem Jahreseinkommen von über 100000 EUR mehr Steuern oder mehr Pflegeversicherung zahlen müssen ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tigresse 08.11.2019, 12:51
2. Wo bleibt das ganze Geld?

Ein Pflegeheimplatz kostet sehr viel Geld. Wo geht das hin? Fürs Personal wird sehr wenig ausgegeben, medizinische Versorgung wird auf das Allernötigste beschränkt und kann kaum Unsummen verschlingen, für Verpflegung kann auch nicht allzu viel anfallen, und das bloße Wohnen in einem Zimmer kann unmöglich über tausend Euro kosten. - Es ist offensichtlich, dass mit dem Geld die Investoren gemästet werden. Ich kann ja oft genug Werbung sehen: Investieren Sie in Senioren-Immobilien, da gibt es eine super Rendite. - Pflege und medizinische Versorgung gehört einfach nicht in die Hände profitgieriger Großketten. Es muss von der Gemeinschaft finanziert werden. Wir müssen alle Zwangsbeiträge dafür abführen, also haben wir auch einen Anspruch auf die Leistungen. Die dürfen nicht zuzahlungspflichtig sein, zumindest sofern sie erforderlich sind. Wenn ich z.B. eines Tages ein Pflegefall werde, habe ich das im Voraus bezahlt und will nicht noch vierstellig draufzahlen - oder gar meine Angehörigen. Die Kommunen können ja selbst Pflegeeinrichtungen betreiben, die sind meist sogar qualitativ besser als die Ketten. Wurde halt alles privatisiert. Was ein Fehler war und rückgängig gemacht werden muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sucher533 08.11.2019, 13:32
3. Kommune des Wohnheimstandorts bezahlt?

Habe ich das richtig verstanden, dass die Kosten von der Gemeinde getragen werden sollen, in der das jeweilige Alten- oder Pflegeheim steht? Viele dieser Heime stehen in kleinen Gemeinden im Umland von Großstädten. Bisher haben die Gemeinden von diesen Standorten durch Einnahmen und Arbeitsplätzen profitiert. Wenn sich das jetzt umkehren sollte, werden neue Standorte schwer eine Genehmigung durch die Gemeindeämter finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
abingdon 08.11.2019, 13:49
4. Wi bleibt das ganze Geld?

Tigresse hat völlig recht.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass unsere Nachbarn das Problem wesentlich sozialer und menschenwürdiger lösen.
Die Bedürftigkeit und Hinfälligkeit alter Menschen darf nicht zum Geld verdienen von Investoren gereichen.
Das sollte für einen Staat, der sich Sozialstaat nennt, nicht hinnehmbar sein!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Valentin K. 08.11.2019, 17:59
5. Nein, Tigresse hat nicht recht!

Auch wenn in der Pflege keine üppigen Gehälter bezahlt werden, machen die Personalkosten dennoch ca. 75 % der Heimkosten aus. Damit zum Beispiel zu jeder Zeit - Pflege ist eben rund um die Uhr und an jedem Tag zu gewährleisten - eine Pflegekraft anwesend ist, benötigt man 5,2 Vollzeitstellen. Das Arbeitgeberbrutto für eine Vollzeitstelle beträgt in etwa 46.000,- € (AVR) pro Jahr. Macht also etwa 240.000 €/a oder 20.000,- €/m, damit nur eine Kraft zu jeder Zeit anwesend ist. Allerdings ist mehr als nur eine Pflegekraft anwesend, zudem noch Mitarbeiter in der Hauswirtschaft und ein paar wenige in der Verwaltung. Immer noch davon überzeugt, dass für das Personal sehr wenig ausgegeben wird? Immer wieder beschämend, mit welchem Halb- oder Nichtwissen krude Ideen veröffentlich werden. Die Zahlen kommen übrigens aus der Praxis eines Heimleiters, der bei einem freigemeinnützigen Träger beschäftigt ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren