Forum: Wirtschaft
Finanzkrise: Iren fürchten die Schuldenschmach

Dejà-vu in Dublin: Lange zierten sich die Iren, Geld der EU-Partner anzunehmen - genau wie die Griechen. Plötzlich will sich das hochverschuldete Land doch helfen lassen - genau wie die Griechen.*Droht der EU ein zweites Schuldendesaster? Es gibt Parallelen, aber auch entscheidende Unterschiede.

Seite 1 von 11
Ron777 17.11.2010, 16:25
1. Irrsinn im Quadrat

Irrsinn im Quadrat: Jeder der 4 Mio Iren hat durch die Bankenunterstützung im Lande statistisch 25.000 Euro neue Schulden, jeder irische Arbeitnehmer ca. das Doppelte, nämlich 50.000 Euro. Hinzu kommen die schon bestehenden Staatsschulden und die noch viel wichtigere Tatsache, dass die Banken noch lange nicht über den Berg sind. Ein Großteil der Defizite stammt aus Immobilienkrediten aus dem eigenen Land. Sollte die Preise noch weiter fallen oder Privatpersonen bzw. Investoren zahlungsunfähig werden (und davon ist auszugehen), kann sich die Summe schnell verdoppeln oder verdreifachen. Und Schuld daran ist der unsegliche Euro. Ohne ihn könnte das Land abwerten, sich selbst entschulden. Sollte auch in Spanien eine solche Bankenrettung nach den Immobilienexzessen notwendig sein, könnte diese leicht die Billionengrenze durchstoßen. 40 Prozent davon wären dann deutsche Neuschulden. Die Anleger wittern die Gefahr; auch deutsche Anleihen bekommen aktuell erste Risikoaufschläge von derzeit 0,4 Prozent. Der Euro entwickelt sich zum finanzpolitischem Vietnam der Deutschen, auch dank einer mit der Materie völlig überforderten Kanzlerin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Spiegeleii 17.11.2010, 16:30
2. Achtung

Achtung! Hier spricht die BRD! Geben Sie Ihren Widerstand auf und nehmen Sie unser Geld. Dann verzichten wir auf härtere Massnahmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Awospezi 17.11.2010, 16:33
3. Diesen Blog über den Argentinieschen Präsidenten...

Nestor Kirchner sollten mal alle lesen. So trotzt man IWF und EZB und dann gehts auch wieder bergauf. Und nicht das Gehampel
von Merkel und Co KG. Das ist nur ein langes Ausbluten aller Völker Europas. Solche Menschen braucht die Welt.

http://lupocattivoblog.wordpress.com...weg/#more-3001

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bauagent 17.11.2010, 16:36
4. Die Analyse kann ja wohl nicht ernsthaft..............

.......so stehen bleiben.
Die Iren sehen das Beispiel Griechenland, dass zwischenzeitlich zu einem EU-Protektorat verkommen ist.
Der Grieche ist im Endeffekt nur noch Vasalle fremder EU-Eurokraten, die Nationalität hat sich erledigt.
Genau davor aber haben die Iren, die so lange kämpfen mussten um Eigenständigkeit, eine horrende Angst, denn ihre Identität geht ebenso über den " Jordan ".

Die Elitärgesellschaft der Hochfinanz mag einen Pass haben, eine Nationalität haben sie nicht. Insofern können sie mit Begriffen wie Heimat oder zu Hause nichts anfangen.
Das könnte auch zum Bürgerkrieg führen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
serottner 17.11.2010, 16:38
5. Die Bürger der EU

Zitat von Ron777
Irrsinn im Quadrat: Jeder der 4 Mio Iren hat durch die Bankenunterstützung im Lande statistisch 25.000 Euro neue Schulden, jeder irische Arbeitnehmer ca. das Doppelte, nämlich 50.000 Euro. Hinzu kommen die schon bestehenden Staatsschulden und die noch viel wichtigere Tatsache, dass.....
retten die Banken mit deren hochriskanten Finanzprodukten und gehen damit selber Pleite. Das Pikante an der Chose: Es ist nicht weniger Geld im Umlauf. Vielleicht gibt es ja irgendwo eine aufschlußreiche Grafik, die uns zeigt wohin es fließt und wo es sich sammelt, damit der Bürger einmal Roß und Reiter zusammen sieht wie sie unbehelligt durch den Sandsturm ziehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Oskar ist der Beste 17.11.2010, 16:41
6. ich bin titelos

Zitat von sysop
Dejà-vu in Dublin: Lange zierten sich die Iren, Geld der EU-Partner anzunehmen - genau wie die Griechen. Plötzlich will sich das hochverschuldete Land doch helfen lassen - genau wie die Griechen.*Droht der EU ein zweites Schuldendesaster? Es gibt Parallelen, aber auch entscheidende Unterschiede.
Der Beitrag nichts anderes als neoliberale Propaganda. Irlands Problem ist doch nicht deswegen weniger schlimm, weil es weniger Beschaeftigte im oeffentlich Dienst gibt oder weil die Unternehmenssteuern so niedrig sind.
Im uebrigen hat Griechenland sehr wohl Struktureformen durchgefuehrt und hat im EURO Raum in den letzten 10 Jahren die Investionen im Industrieausruestungsbereich gehabt. Eins allerdings haben Griechenland und Irland gemeinsam, dass naemlich die Reichen traditionell so gut wie keine Steuern bezahlen in beiden Laendern; kein Gemeinwesen kann aber gedeihen, wenn es keine vernuenftige Einkommensgrundlage hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frank_lloyd_right 17.11.2010, 16:42
7. In a world full of shame and regret,

steht auf dem Poster, "do something to be proud of" -
was meinen sie nur, die Parabellum ins Maul und gib ihm ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
natprod 17.11.2010, 16:46
8. nicht ganz

Doch vor allem die Aussicht schmerzt, künftig in einem Atemzug mit dem Pleitestaat Griechenland genannt zu werden. Denn Irland hat vielleicht seit zwei Jahren ein Bankenproblem, Griechenland hat dagegen nach jahrzehntelanger Misswirtschaft ein chronisches Problem......

Dass ist nicht richtig. Irland ist seit ueber einem Jahrzehnt bereits auf der schiefen Bahn. Wer haeuser baut nur um zu bauen, und dann keine Abnehmer findet, und dann als Gegenmassnahme dazu mehr Haeuser baut, der muss sich nicht wundern wenn alles abstuerzt. Im Jahr 2007 machte der Staat Fernsehwerbung um die Leute dazu zu bringen mehr auf ihre Kreditkarte zu laden. Ploetzlich wird ein Porsche Cayenne zum Familienauto (serienmaessig mit doppel DVD player fuer die Kinderchen), die Hypothek fuer ein kleines reihenhaus im weiteren Umkreis von Dublin liegt bei ca. 750.000 Euro. Die Iren haben lange wie die Maden im Speck gelebt, Geld verprasst und SChulden gemacht. Oh und jetzt ist es die boese Finanzkrise oder die eine kleine Fehlinvestition die den Banken das Genick bricht....noe. Lasst sie Pleite gehen. Wenn eine Bank nicht einmal Geld auf ein Konto einer anderen Bank ueberweisen kann, dann sollte diese Bank nichtr mehr existieren. Die beiden groessten Banken AIB und BOI sind hinterwaeldlicher als die Kongolesische Staatsbank. Weg damit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CO3 17.11.2010, 16:46
9. Panikmache

Zitat von Ron777
Irrsinn im Quadrat: Jeder der 4 Mio Iren hat durch die Bankenunterstützung im Lande statistisch 25.000 Euro neue Schulden, jeder irische Arbeitnehmer ca. das Doppelte, nämlich 50.000 Euro.
Abwarten: Das sind Worst-Case-Zahlen, basierend auf der Annahme, das der US-Immobilienmarkt (in dem sich die irischen Banken verzockt haben) langfristig am Boden liegen bleibt. Ein sehr unwahrscheinliches Szenario: So ein kollektiver Angstzustand wie derzeit bei den amerikanischen Verbrauchern hält nicht ewig an, die werden sich auch wieder beruhigen und wieder ihrem amerikanischen Eigenheimtraum nachjagen, mit positiven Auswirkungen für die irischen Bankbilanzen.

Schade, dass unsere Politiker immer so prozyklisch denken. Steinbrück war ja auch ein Meister darin, genau auf den Tiefpunkten der Krise in Panik auszubrechen. Trichet agiert inzwischen genauso und verwirrt damit die EU-Finanzminister.

Etwas Gelassenheit und Weitsicht wäre in solchen Momenten angesagt, statt Öl ins Feuer zu gießen und damit die Finanzjongleure bei ihren Auf-und-ab-Spielchen zu unterstützen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11