Forum: Wirtschaft
Finanzkrise: Iren fürchten die Schuldenschmach

Dejà-vu in Dublin: Lange zierten sich die Iren, Geld der EU-Partner anzunehmen - genau wie die Griechen. Plötzlich will sich das hochverschuldete Land doch helfen lassen - genau wie die Griechen.*Droht der EU ein zweites Schuldendesaster? Es gibt Parallelen, aber auch entscheidende Unterschiede.

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wika 17.11.2010, 17:08
20. Locker bleiben…

…und einfach dazulernen. Zunächst eine Wort-Neu-Schöpfung, die sicherlich in absehbarer Zeit an Inhalt gewinnen wird:

„Staatsbankschrott“ … Link

Darüber hinaus noch einige tiefgreifende Erkenntnisse, die wir aus diesen Vorkommnissen als anstäsndige Staatsbürger lernen dürfen:

„Too big to fail“ gilt selbstverständlich auch für Irland, warum sollte man den Euro gerade wegen der Iren platzen lassen. Analog zur wiederholten Abstimmung dort zum EU-Vertrag muss man nur Verständnis dafür haben. Ist ja auch besser man bekommt die Kohle aufgedrängt, als dass man darum bettelt.

„Too small to be rescued“ ist nun die dazu passende Antwort unserer Regierung an unsere Hartzies, die endlich verstehen müssen, wo in der EU der Hammer hängt. Schließlich wären die Diäten gefährdet, wäre man nicht Wirtschaft und Hochfinanz zu Diensten und damit ist es selbstverständlich auch im Sinne und zum Besten für die Menschen in Deutschland.

Wie die Reichenstatistik beweist, führt diese Politik zum gewünschten Erfolg, wir haben jetzt mehr und reichere Reiche als vor der Krise und darauf können die Hungerleider auch hierzulande zurecht stolz sein. „Wir sind Deutschland“ und retten die Welt und wenn wir dafür bei den Ärmeren den Gürtel noch etwas weiter zuziehen müssen.

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susie.sunshine 17.11.2010, 17:09
21. .Titelfreiheit

Zitat von Spiegeleii
Achtung! Hier spricht die BRD! Geben Sie Ihren Widerstand auf und nehmen Sie unser Geld. Dann verzichten wir auf härtere Massnahmen.
Endlich einer, der es versteht.

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Lueder 17.11.2010, 17:10
22. ...

Zitat von Robert B.
Ziemlich präzise Zusammenfassung der Lage. Wird Zeit für D aus der EU und dem Euro auszutreten und wieder Zollgrenzen einzuführen. Lieferung von Waren ins Ausland nur noch gegen Cash. Nix Bürgschaft oder Wechsel. Dann bleibt die Kohle auch im Land.
Jaa und dann dann haben wir mit einem mal 20 Millionen Arbeitslose und leben in einem kleine isolierten verschissenen Land. Danke, aber auf ihre Weltvorstellung, wahrscheinlich noch mit einem sogenannten FÜHRER, kann ich dankend verzichten

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Michael Kastner 17.11.2010, 17:12
23. Niedrigere Steuern sind keine Subventionen

Zitat von wothomas1501
wer EU-subventioniert Arbeitspätze aus ganz Europa abzieht durch Verzicht auf Steuereinnahmen
Nur zur Klarstellung: niedrigere Steuern sind keine Subvention.
Eine Subvention ist eine „Zahlung“ eines Staates an jemanden.
Wenn das gelten würde, was Sie schreiben, würde jeder Bürger, der nicht sein Gesamteinkommen zu 100% an den Staat abgibt, subventioniert.
Wenn Steuern gesenkt werden, dann bleibt mehr Geld bei jenen, die es auch erwirtschaftet haben. Wenn Subventionen erteile werden, dann erhalten Leute Geld, die es nicht erwirtschaftet haben.

Natürlich versucht sich der Staat, wenn tatsächlich mal irgendwo Steuern senkt, als Wohltäter darzustellen.

Aber das ist das gleiche, als wenn ein Räuber sich damit brüstet, daß er seinem Opfer zwar alles Geld abgenommen hat, aber ihm letztendlich das Leben geschenkt hat.

Da muß man die Begriffe dann schon klar trennen.

Viele Güße

Michael Kastner

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Bernd Löhr 17.11.2010, 17:13
24. Same Procedure Since Many Years

Irland ist schön. Wenn man das Wetter mag. Man kann u.a. prima Angeln und fliegenfischen. Ich habe mich dort vor Jahren ausgiebig umgetan und bin fast neidisch geworden. Überall große Tafeln an Strukturprojekten: Finanziert mit Mitteln der EU. Vollbeschäftigung, fette Saläre. Dazu die irische Steuerpolitik nach dem Muster 'beggar your neighbour'. Superstimmung in den Dubliner Pubs (erinnerte an die Düsseldorfer Altstadt der 60iger und 70iger, als wir auch noch gut drauf waren) und in allen Pubs anderenorts. Die Iren super gut drauf. Sei es ihnen gegönnt. Die ganze Fiesta haben aber andere bezahlt oder müssen es jetzt bezahlen. Das war der klassische Tanz um das goldene Kalb. Die EU-'Aristokratie' hat zugesehen bzw. die Augen verschlossen, ebenso wie die EU-wütigen Politiker in SPD und CDU. Je mehr desto besser, koste es, was es wolle.

Kohl, Schröder, Fischer & Co haben fast mit Schaum vor dem Mund jede Mahnung zu organischem Wachstum der EU auf Basis belastbarer Grunddaten abgewiesen. Jetzt zittern die Eurokraten um ihre fetten Jobs und zapfen die relativ Stabilsten an. Lernprozesse Fehlanzeige. Das Publikum darf zusehen und an seinem Zorn ersticken.

Aber vielleicht hebt der Bürger mal auch in diesen Angelegenheiten in näherer Zukunft hörbar seine Stimme, wenn schon bei Platanen und Käfern wie in Stuttgart.

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Stammzelle 17.11.2010, 17:16
25. Ein Pleitestaat hilft dem amderen

Welchen Wahnsinn die ganze Lage erreicht hat, sieht man daran, daß GB jetzt Irland finanzielle Hilfe anbietet ...

Ein Pleitestaat rettet jetzt den anderen?
Oder warum hat die englische Reg. den hartenSparkurs eingeschlagen?
Verschuldung um die 14%, auf dem Niveau von Griechenland.

Die einzigen Profiteure sind die Hersteller von Druckmaschinen für Geldnoten, scheint´s!

UK may play role in Ireland bailout
http://www.irishtimes.com/newspaper/...reaking29.html

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saddamatus 17.11.2010, 17:20
26. Die natürlich

Zitat von wothomas1501
Mein Mitleid mit den Iren hält sich in engen Grenzen: wer EU-subventioniert Arbeitspätze aus ganz Europa abzieht durch Verzicht auf Steuereinnahmen, darf auch gerne auf die Nase fallen. Was für "Experten" halten denn den Standort Irland für grundsolide, wenn der einzige Grund für die Ansiedlung von Google & Co. dort die absurd niedrigen Steuern sind???
Welche Experten?
Alle, die uns in den vergangenen Jahrzehnten in den Ohren gelegen haben, dass Irland uns zeigt wie es richtig geht.
Und dass wir nur die irischen Rezepte anwenden müssen, um endlich wieder wirtschaftliche Dynamik zu entfalten.
Also die Karawane der übliche Verdächtigen die durch unsere Medien nd Parteien zogen, wie z.B. Sinn, Hundt, Metzger, Clement, Steinbrück, Merz, Kirchhoff und natürlich die ganze INSM- und FDP-Brut.

Aber keine Sorge: Schon in wenigen Monaten werden sie uns wieder die selben Milchmädchenrechnungen empfehlen und bald auch wieder genug Dumme finden die daran glauben, auch sie würden etwas von der Sore abbekommen.

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recardo 17.11.2010, 17:24
27. .

Zitat von Oskar ist der Beste
..........Eins allerdings haben Griechenland und Irland gemeinsam, dass naemlich die Reichen traditionell so gut wie keine Steuern bezahlen in beiden Laendern; kein Gemeinwesen kann aber gedeihen, wenn es keine vernuenftige Einkommensgrundlage hat.
Mag so stimmen - kann man auch anders sehen - nur hatte Irland auch gerade Banken(und andere Unternehmen) durch niedrige Steuern und lasche Aufsichtsbehörden angezogen, um Arbeitsplätze zu schaffen, Steuern einzunehmen u.s.w., u.s.f.. Irland hat über seine Verhältnisse gelebt, weil es die Schulden und Verbindlichkeiten allein scheinbar(vielleicht auch anders, es gibt auch andere Meinungen, die das Gegenteil behaupten?) nicht schultern kann. Sie haben einfach eine falsche Wirtschaftspolitik betrieben, so anders ist es bei uns allerdings auch nicht.

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archelys 17.11.2010, 17:25
28. Abfluß

Zitat von serottner
retten die Banken mit deren hochriskanten Finanzprodukten und gehen damit selber Pleite. Das Pikante an der Chose: Es ist nicht weniger Geld im Umlauf. Vielleicht gibt es ja irgendwo eine aufschlußreiche Grafik, die uns zeigt wohin es fließt und wo es sich sammelt, damit der Bürger einmal Roß und Reiter zusammen sieht wie sie unbehelligt durch den Sandsturm ziehen.
Hier haben Sie eine schlichte Grafik:
http://ais.badische-zeitung.de/piece...4579-w-620.jpg

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Oskar ist der Beste 17.11.2010, 17:27
29. oh mann

Zitat von Michael Kastner
Nur zur Klarstellung: niedrigere Steuern sind keine Subvention. Eine Subvention ist eine „Zahlung“ eines Staates an jemanden. Wenn das gelten würde, was Sie schreiben, würde jeder Bürger, der nicht sein Gesamteinkommen zu 100% an den Staat abgibt, subventioniert. Wenn Steuern gesenkt werden, dann bleibt mehr Geld bei jenen, die es auch erwirtschaftet haben. Wenn Subventionen erteile werden, dann erhalten Leute Geld, die es nicht erwirtschaftet haben. Natürlich versucht sich der Staat, wenn tatsächlich mal irgendwo Steuern senkt, als Wohltäter darzustellen. Aber das ist das gleiche, als wenn ein Räuber sich damit brüstet, daß er seinem Opfer zwar alles Geld abgenommen hat, aber ihm letztendlich das Leben geschenkt hat. Da muß man die Begriffe dann schon klar trennen. Viele Güße Michael Kastner
na fein, Ihre Begriffe sind getrennt, inhaltlich ist das aber unverantwortlicher Schwachsinn, wenn ein Gemeinwesen nicht ueber ausreichend Steuereinkuenfte verfuegt, dann mag das zwar Wirtschaftschaoten wie Steinbrueck oder Bruederle gefallen, hat aber fuer die Volkswirtschaft katastrophale Folgen.
Im uebrigen, solange es in Europa keine gemeinsame Wirtschaftspolitik gibt mit dem Ziel der Herstellung annaehernd gleicher Lebensverhaeltnisse - und Deutschland ist diesbezueglich der groesste Verhinderer - wird es weitere Quasipleiten geben.
Und wer glaubt, durch eine Renationalisierung Deutschland dies verhindern zu koennen, ist nichts anderes als ein ignoranter Nationalist, der letzlich nur durch Kriege diesen Anspruch durchsetzen kann.

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