Forum: Wirtschaft
Finanzkrise: Iren fürchten die Schuldenschmach

Dejà-vu in Dublin: Lange zierten sich die Iren, Geld der EU-Partner anzunehmen - genau wie die Griechen. Plötzlich will sich das hochverschuldete Land doch helfen lassen - genau wie die Griechen.*Droht der EU ein zweites Schuldendesaster? Es gibt Parallelen, aber auch entscheidende Unterschiede.

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marypastor 17.11.2010, 18:12
50. So ist das.

Zitat von sysop
Dejà-vu in Dublin: Lange zierten sich die Iren, Geld der EU-Partner anzunehmen - genau wie die Griechen. Plötzlich will sich das hochverschuldete Land doch helfen lassen - genau wie die Griechen.*Droht der EU ein zweites Schuldendesaster? Es gibt Parallelen, aber auch entscheidende Unterschiede.
Schuldest du der Bank 1000 euro, geht's dir aber schlecht.
Schuldest du 10 Millionen, wollen sie dir alle helfen.

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pragmat 17.11.2010, 18:15
51. Nehmen wir´s praktisch

Zitat von real.aragorn
... erinnern wir uns, dass man das "JA" zur Europäischen Verfassung den Iren im dritten Anlauf mit Massen an EU-Krediten abgekauft hat. Und nun bittet man sie zur Kasse. Meines Erachtens sollten die Kreditgeber ( zu vorderst Deutsche Bank-en mit einem Engagement in Irland von ca. 130 Mrd. € ) ihre Forderungen doch wertberichtigen und entsprechend in ihren Büchern ausweisen,...
... den 4,3 Millionen Iren (Männlein, Weiblein und Nachwuchs) hat man seitens der deutschen Banken - sagt der Spiegel - 128 Milliarden Euro aufs Auge gedrückt. Nun ja, die Iren waren nicht abgeneigt, je rund 30.000 Euro aufzunehmen. Dafür hat der irische Staat gesorgt und den Iren geht es prächtig..

Wer weiss, wieviel weiteres Geld aus Deutschland noch privat über die famosen Banken der Iren an sie geflossen sind. Da hält sich, soweit man weiss, z.B. die Deutsche Bank sehr bedeckt. Allerlei Katastrophenmeldungen über die irischen Kanken läßt doch Schlimmstes befürchten.

All das schöne Geld haben die Iren dann auf den Kopf gehauen und jetzt ist das große Gejammere da. Man kann aus gutem Grund annehmen, dass nicht nur der irische Staat bald pleite ist, sondern eben auch der Durchschnittsire.

Davon redet man jedoch im Moment nicht, sondern nur von den Anlegern, die irische Staatsanleihen gekauft haben. Das dürften wie gehabt, hauptsächlich die Großbanken sein. Deren Forderungen gilt es in erster Hand zu sichern.

Die Sparer=Kleinanleger der deutschen Banken dürften sobald ihr Geld nicht wiedersehen. Na ja, bis jetzt haben die auch nicht nachgefragt. Europäische Solidarität ist eben strapazierfähig.

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Silverhair 17.11.2010, 18:17
52. Nachher

Zitat von toskana2
Natürlich verstehe ich von Finanzen wenig bis nichts. Ich strenge mich aber redlich an: Warum müssen die Regierungen die "System-Banken" vor ihren selbst-"verdienten" Pleiten retten und dabei Schulden auftürmen, für die der Steuerzahler gerade stehen muss? Weil dann, wenn eine Systembank hops geht, ein Domino-Effekt auf dem Fusse folgt; dann folgt u.U. auch die Staatspleite. Na gut, wer will schon ne Staatspleite. Warum leihen sich Staaten Geld am freien Markt, statt beim IWF? Weil der IWF dafür die Gläubiger mit Gängelungen beglückt. Warum müssen Finanzspekulanten ihr Geld von den Banken (richtiger gesagt, vom Steuerzahler) garantiert zurückbekommen, wenn sie sich beim Zocken verspekuliert haben? Weil niemand sonst Staatsanleihen kaufen würde. Wenn das alles so stimmt, dann kann ich noch folgen. Nun frage ich: Hat eine Bank den Namen "Systembank" verdient, wenn sie sich mit Immobilien-Schuldscheinen verzockt?! Wo waren denn die "Prüfer"? Haben die Europäer vor der Griechen-Krisen nicht gewusst, dass es Spekulationsmilliarden um den Globus schwirren, um bei jeder sich bietenden Gelegenheit an "Staatspatienten" eine goldene Nase zu verdienen? Darf es sein, dass Finanzspekulanten weltweit zu jeder Zeit und ohne jegliche Kontrolle einen Staat hops gehen lassen können? Warum lässt man dagegen nicht zu, dass eine "Systembank" hops geht? Wird der 750 Milliarden-Schirm reichen, um nach Hellas, Irland und vielleicht Spanien aus dem Schlamassel zu retten? Wären diese 750 Milliarden nicht besser angelegt, hätte man gleich zu Beginn "Systembanken" hops gehen lassen, um damit die "Scherben" aufzuräumen und die Spekulanten abzuschrecken?
Absolut richtig - nur die 750 Mrd. werden nicht reichen.
Die Handelsungleichgewichtige in der EU haben über die letzten 10 Jahre schlicht gut 1,5 Bio EU- Schein"gewinne" auflaufen lassen - und die verschwinden nicht einfach - genausowenig wie die dem genau gegenüberstehenden Defizite!

Im Grunde finanzieren wir Zocker - Pokerspieler und Roullettspieler - den meisten ist zwar auch nicht bewußt das sie da mitspielen -das natürlich jedesmal wo wir "Zinsen" erwarten der anfang eines solchen Zockerspiels anfängt, aber wenn man das so haben will - dann sollte sich keiner wundern das nacher auch alle ohne irgendwas dastehen!

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pirx64 17.11.2010, 18:20
53. Wechsel???

Zitat von Robert B.
Ziemlich präzise Zusammenfassung der Lage. Wird Zeit für D aus der EU und dem Euro auszutreten und wieder Zollgrenzen einzuführen. Lieferung von Waren ins Ausland nur noch gegen Cash. Nix Bürgschaft oder Wechsel. Dann bleibt die Kohle auch im Land.
Wechsel? Wer bitte benutzt heute noch Wechsel?
Zollgrenzen und Cash? Richtig, dann bleibt die Kohle im Land. Und die Waren gleich dazu. Niemand wird dann mehr mit uns handeln und Importe können wir dann auch nicht mehr bezahlen. OMG, wer hat nur die Stammtische und ihre Parolen erfunden ...

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bmehrens 17.11.2010, 18:21
54. Finanzkrise IRR-Land

[QUOTE=katanga1;6634694]... Den Engpaß an Liquidität am Bankomat bekommen die doch auch mit wenn ich es mal wieder ehrlich versuche. Sie müssen doch sehen das die Raten für mein neues Auto nicht mehr bedient werden können und meine Mietzahlungen sich schon im dreimonatigen Rückstand befinden.

Katanga 1 - Sie selbst schreiben Sie haben es

"EHRLICH versucht" - genau das ist Ihr Fehler,
wenn Sie es so blöd/ehrlich anstellen, läuft gar nichts.

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saddamatus 17.11.2010, 18:25
55. ,.-.,.-

Zitat von badidan
Die Kredite an Griechenland und demnächst an Irland kommen nicht von Steuerzahler. Der Bund bzw. seine Finanzagentur nehmen die Mittel am Kapitalmarkt auf. Hier genießt die Bundesrepublik aufgrund ihrer hervorragenden Bonität ein sehr gutes Rating, d.h. sie bekommt die Mittel zu äußerst günstigen Konditionen. Die Kredite werden dann zu weitaus höheren Zinsen an die künftigen Schuldner weitergeleitet, d.h. zu Deutsch: der Bund verdient mit den Pleiteländern verdammt viel Geld. Eine bessere Kapitalanlage gibt es derzeit wohl nicht. Es sei denn, die Länder melden tatsächlich irgendwann mal Insolvenz an. Aber das Kapitel der Wirtschaftlehre muß noch geschrieben werden...
Kenntnis irgendwelcher Kapitel der magischen "Wirtschaftslehre" ist nicht immer ausreichend für das Verständnis der Realität.

Mit dieser Wortakrobatik verschleiern sie nur den Blick auf die Tatsachen:
Der Steuerzahler nimmt Schulden bei Banken auf zu Marktzinsen, leitet sie als 0%-Kredite an (oft dieselben) Banken weiter, welche sie zu erhöhten, weil als Risiko berechneten Marktzinsen an andere Steuerzahler (Irland) weiterleiten. Die Gewinne daraus werden entweder steuerfrei verrechnet mit Verlusten aus 2008 oder in Steuerparadiese verschoben.

Ausfallrisiko für die beteiligten Banken minimal, Gewinn maximal. Alles aus der Tasche des Steuerzahler, damit werden auch die nicht nachhaltigen Gewinne aus Irlands "Boomphase" nachsorgend finanziert, durch Irlands und unsere Verschuldung.
Hätte Irland nicht die Niedrigsteuerpolitik für Unternehmen gefahren, hätte es sich langsamer entwickelt, aber nachhaltiger und vor allem: Ohne Schuldenberge aufzutürmen.

Und das tolle ist: Wir Euros sparen unsere Ökonomien zu Tode um genau dieses Heuschreckensystem zu finanzieren bis wir bankrott sind. Die Chinesen machen ja schon begeistert mit bei diesem Spiel:
Wenn die Euros sich selbst verramschen, kaufen wir die interessanten Teile der Leiche solange es noch welche gibt.

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bmehrens 17.11.2010, 18:25
56. An Katanga 1

Wissen Sie denn nicht, das "EHRLICH" Unwort des Jahres 2010 wird?

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xylitol 17.11.2010, 18:27
57. schlimm

Als ich die letzten 10 Jahre durch Europa gereist bin und überall(ob in Griechenland, Irland, Portugal, Spanien,...) die Schilder "finanziert durch die europäische Union" gesehen habe, dachte ich noch jedesmal, es wäre schön diese Länder auf ein höheres Level zu heben und das Geld ist gut investiert.
Inzwischen habe ich diese Illusion verloren.
Irland hat geboomt auf Kosten anderer und leitet immer noch seine Abwässer ungeklärt ins Meer.
Griechenland hat das Leben genossen und das Geld verlebt und auch sonst sehe ich wenig Benefit in den Zahlungen der primär nördlichen Staaten an die entwicklungsbedürftigen Länder.
Hoffentlich ist wenigstens irgendeine Substanz geblieben, von diesen vielen Milliarden.
Innerhalb Deutschlands ist eine ähnliche Situation, nur dass hier der Süden für den Norden bezahlt.
Wahrscheinlich ist nicht die globalisierte Verwaltung die Lösung sondern wieder verstärkte Regionalität.
Global handeln, regional verwalten...

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Naturhuf 17.11.2010, 18:27
58. Eijeijei

Und wer ist überrascht??! Egal wo man hinschaut, werden mehr und mehr Zeichen sichtbar, dass man vielleicht doch mehr ZUSAMMEN arbeiten sollte, als seinen eignen Mist zu machen!! Und das heisst noch lange NICHT, das man seine Identität verlieren wird!! Was für ein egoistischer Blödsinn das sowieso ist, und das weltweit......ich,ich, ich und meine Habgier und nach mir die Sintflut.........seufz........

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Silverhair 17.11.2010, 18:28
59. Wertlose Jetons

Zitat von badidan
Die Kredite an Griechenland und demnächst an Irland kommen nicht von Steuerzahler. Der Bund bzw. seine Finanzagentur nehmen die Mittel am Kapitalmarkt auf. Hier genießt die Bundesrepublik aufgrund ihrer hervorragenden Bonität ein sehr gutes Rating, d.h. sie bekommt die Mittel zu äußerst günstigen Konditionen. Die Kredite werden dann zu weitaus höheren Zinsen an die künftigen Schuldner weitergeleitet, d.h. zu Deutsch: der Bund verdient mit den Pleiteländern verdammt viel Geld. Eine bessere Kapitalanlage gibt es derzeit wohl nicht. Es sei denn, die Länder melden tatsächlich irgendwann mal Insolvenz an. Aber das Kapitel der Wirtschaftlehre muß noch geschrieben werden...
Das was sie erklären stimmt - heißt aber nur das das Zockerspiel weitergetrieben wird - da will sich wieder jemand bereichern!

Und - dieser "Kapitalmarkt" ist das jemand der "Geld" druckt? Mitnichten - dieses Geld fehlt in irgendeiner form dann anderswo - und wenn es schlicht die stetig steigende Verschuldung der Menschen ist -und damit die "Scheinabwälzung" von Problemen auf die nächsten Generationen!
Und die Kapitalanleger sind natürlich auch wieder die "Bundesbürger" - die kaufen doch die "Anleihen" - egal ob über die Deutsche Finanzagentur oder die Börse - und erhöhen damit den "Schuldenstand" der BRD .. und dann will man es wieder verleihen? Also soll doch nur wieder ein Bilanztrick zur Refinanzierung helften das ein System aus dem Tritt gerät - es werden "Geld" gewinne hier erzeugt die keine Realwirtschaftlichen Gegenwert haben!

Wir könnten uns alle auch auf die Strasse stellen und das Geld gegen Schuldscheine gegenseitiig tauschen - der Verstand das diese "Schulden" überhaupt nicht mehr bezahlbar sein werden hat man ja schon verlohren - welche Unendlich vielen Planten soll es den noch geben um diese auszubeuten in Geld?

Ein Monopolyspiel ohne Strassen und Häuser.. ach wie geil - wir hören am besten morgen auf mit "Realwirtschaft" und arbeiten gehen und finanzieren unseren "Wohlstand" in dem wir "Bankenrettung" spielen - die Beträge und "Gewinne" sind doch das einzige was noch zählt .. gigantische Gewinne überall - nur sollten wir einfach nicht glauben das die Menschen die diese Gewinne "versprechen" dabei ehrlich spielen - die "entkapitalisieren" sich nämlich blitzschnell - und tauschen das gegen "Werte" ein .. nicht gegen den Müll den sie da propagieren!

Gelle - es ist geil Roullett zu spielen - kann man ja den Verstand ausschalten und immer wertlosere Jetons anhäufen!

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