Forum: Wirtschaft
Finanzkrise schon vergessen?

Weltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?

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kollateralschaden 08.07.2009, 14:44
90.

Zitat von Hador
Prinzipiell richtig, aber die Ursache ist letztendlich dieselbe: Die Gier des Menschen. Der Unterschied ist nur, dass Investmentbanker ganz andere Möglichkeiten haben diese auszuleben als Max Mustermann oder Lieschen Müller. Das Grundproblem ist aber das Gleiche.
Dennoch haben die Banker etwas mehr Verantwortung, der sie nicht wirklich nachgekommen sind.

Aber stimmt schon: Gier ist ein Problem, und auch politisch haette schon viel mehr passieren muessen, aber dazu muessen noch viel mehr Leute aus der schon lange stattfindenden Bewusstseinsmanipulation aufwachen. Auch nicht einfach. Und "die" haben immer mehr Geld, mit dem sie sich zB Medien mehr oder weniger kaufen, dazu kommt die immer katastrophalere Bildung, was zum Teil sicher Absicht ist. Dazu hatte Georg Schramm auch mal was Tolles gemacht. Kritisch denkende Menschen sind gar nicht mehr erwuenscht.

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zynik 08.07.2009, 15:01
91. menschen & gier

Zitat von derhanseat79
Mein Fazit: Menschen sind gierig. Und Broker sind auch nur Menschen. Also wundern wir uns nicht.
Hmm, dann muss ich mir ernsthaft Sorgen um mich selbst machen.
Weder besitze ich Aktien, noch habe ich irgendwo Schulden, noch ist es mein Ziel irgendwelche besonderen Reichtümer anzuhäufen. Eigentlich will ich nur von dem was ich tue, vernünftig leben können. Ohne großen Schnickschnack.

Noch schlimmer: Meine Art den Lebensunterhalt zu verdienen suche ich nicht danach aus, was mir am meisten Kohle einbringt, sondern was ich für sinnvoll halte. Für mich und auch für andere.

Ich habe keine Lust meinen Lebensabend damit zu verbringen mir klar zu werden, wie sinnfrei ich mein Leben eigentlich gestaltet habe. Da würden mir auch meine 5 Villen und 35 Sportwagen wenig helfen.

Anyway, ich muss entweder ziemlich doof sein, absolut Weltfremd, aus dem letzten Jahrhundert oder letztlich doch ein Alien.

kurz: nicht ALLE menschen sind gierig, dafür sind es einige ganz besonders ausgeprägt.
Und die gehören eben zu dem Klientel, mit denen sich Bänker tagtäglich beschäftigen.

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Takamisakari 08.07.2009, 15:11
92. Ok

Zitat von AlterKaufmann
Ich habe nicht geschrieben das der Murks so weitergehen soll. Ich bin nur der Meinung, dass Vermögen nicht vernichtet wird, sondern umverteilt und nicht vernichtet.
Ich glaube allerdings, das der Murks trotzdem weitergehen wird, siehe England.
Und warum auch nicht, wir doofen machen ja immer wieder begeistert mit.

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ponder_stibbons 08.07.2009, 15:21
93.

Zitat von derhanseat79
Da haben Sie natürlich Recht. Der Banker trägt eine ganz andere Verantwortung. Worauf ich hinauswill: Wäre Max Mustermann der "Geldexperte" würde auch er das Kapital verzocken.
Welche Verantwortung denn ?
Verantwortung tragen bedeutet Konsequenzen tragen.
Dann bin ich mal gespannt, wer welche Konsequenzen aus dem Finanzspielchen trägt. Außer denen, die nun ihre Arbeit, ihre Ersparnisse und vielleicht sogar ihre Zukunft verlieren.

Aber Geduld. Gemach. Man muss nur genügend gierig sein und einer genügend großen Anzahl von Leuten schaden und ihnen Perspektiven rauben. Dann kommen Konsequenzen von ganz alleine.
Das war im 18., im 19. und im 20. Jahrhundert so. Jedesmal hätte es vorher keiner geglaubt und alle waren fürchterlich überrascht.

Lassen wir uns auch überraschen.

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lupenrein 08.07.2009, 15:28
94.

Zitat von kathrin_erlenbacher
Deshalb sehe ich keinen Unterschied. Die "Lehman-Opfer", bzw. die Gierhälse und deren Berater der Abteilung Nimm&Klau, sind allesamt der selben Spezie zuzuordnen. Dumm&Dümmer.
Sie sowas von Recht.
Natürlich haben auch Lehman Brothers gewusst, dass man einen Köder auswerfen muss, wenn man Fische fangen will.
Wo kein Köder, kann auch kein Fisch anbeissen.

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AlterKaufmann 08.07.2009, 15:35
95. Bundesbanker Sarrazin vermisst Bargeld

Zitat von Takamisakari
Ich glaube allerdings, das der Murks trotzdem weitergehen wird, siehe England. Und warum auch nicht, wir doofen machen ja immer wieder begeistert mit.
Der Tagesspiegel schreibt heute: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaf...art130,2842317
Fangen Sie doch damit an, den Murks zu beenden.

Herr Sarrazin vermiss schon jetzt das Bargeld.

Legen Sie Ihr Geld auch unter das Kopfkissen oder in die Blechdose oder wo bei Ihnen genug Platz ist.

Dann fehlt dem Bundesbänker auch noch Ihr Geld. Schützen Sie es aber davor, von Mäusen angefressen zu werden, denn die Inflation (vom Staat gefördert) tut schon genug daran, das Ihr Geld weniger Wert bekommt.

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Chiefli1 08.07.2009, 15:56
96.

Zitat von Svenner80
Ich hätte mal eine (ernsthafte!) Frage: Das Geld, welches der Staat momentan für alles mögliche und auch für die Banken in Massen benötigt, borgt er sich doch wieder nur bei Banken.... .
Nicht ganz, der Staat nimmt Schulden in Form von Bundesanleihen auf, die zu 3-4% verzinst werden. Dafür angagiert er Banken, die dabei echt gut verdienen, einerseits beim Kauf solcher Anlagen (bei der EZB können sie das Geld zu 1% aufnehmen und zu 3% anlagen) andererseits für die Dienstleistung....

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singlesylvia 08.07.2009, 16:00
97. Neue Runde, neues Glück, wir schau'n nach vorn und nicht zurück:

Zitat von sysop
Weltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern?
Das ist wie beim Spiel Monopoly:
Ist das Spiel zu Ende, werden die Karten neu gemischt, die Gelder neu verteilt, ein anderer Spieler wird zum Banker, und dann beginnt ein neues Spiel. Vielleicht ist der Unterschied zwischen Spiel und Realität, dass es beim Spiel gewisse Regeln gibt, deren Einhalten im Allgemeinen einen friedlichen Spielverlauf gewährleisten, und es beim Spiel eine größere Markttransparenz gibt.

Warum sollten Wall Street und Londoner City umsteuern? Sie standen vorm Abgrund und haben einen entscheidenden Schritt vorwärts getan. Nach einem kurzen steilen Sinkflug sind sie auf Leerkartons (ähnlich wie Stuntpeople) aus Staatshilfen gelandet. Man schüttelt sich die Hände, atmet erleichtert auf und steigt wieder auf den Berg, auf dem man noch vor kurzem am Abgrund stand.
Widersprüchlich an der Sache ist, dass in dem Artikel (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,634786,00.html) auf der einen Seite davon gesprochen wird, dass die Londoner City jetzt frei von Gier und Arroganz sei, auf der anderen Seite aber gierig neue Boni verteilt werden - wenn das nicht mehr als arrogant ist.

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M@ESW 08.07.2009, 16:14
98.

Zitat von zynik
Anyway, ich muss entweder ziemlich doof sein, absolut Weltfremd, aus dem letzten Jahrhundert oder letztlich doch ein Alien. kurz: nicht ALLE menschen sind gierig,
Nur sind es eben 90%. Die restlichen 10% treffen sich manchmal untereinander um irgendwelche Kleinprojekte (wie z.B, alternative Kommunen oder Kibuze) zu starten nur scheitert die Umsetzung derartiger Prinzipien ins Große eben immer daran das dann auch die anderen 90% mit von der Partie und gar nicht begeistert sind.

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klaus1201 08.07.2009, 16:38
99. Ja...

Zitat von ruebennase0815
Der bankencrash lag weder an Gier noch an Boni - also ist es weder gut noch schlecht, dass dieses System wiederkommt. Die staatliche Regulierung und die Aufblähung der Geldmenge sind die Gründe der Krise - und daran wird nicht gerüttelt, im Gegenteil, es wird munter Opel gerettet und Abwrackprämie gezahlt. Da wird die Quittung folgen, egal was man mit den Bankern und ihren Boni anstellt.
...die Finanzkrise ist vom Himmel gefallen, und unser Zinseszinssystem ist ein Naturgesetz. Solch Gläubige braucht unser Großkapital, da kann es dann ruhig weiter machen wie gehabt.

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