Forum: Wirtschaft
Finanzplatz Schweiz in der Krise?

Einst galt die Schweiz in der Finanzwelt als unerschütterliche Bastion - jetzt geraten die beiden größten Banken des Landens, UBS und Credite Suisse, im Zuge der Finanzkrise in Schwierigkeiten. Ist der Finanzplatz Schweiz in seiner alten Form am Ende?

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C. Weingart 04.11.2008, 14:28
800.

Zitat von forenmuffel
So, und ich möchte jetzt einmal ein paar schlagende Argumente hören wieso Volksabstimmungen, z.B. in Deutschland wegen der Grösse, nicht praktikabel sein sollen!
Ich halte die Diskussion um direkte Demokratie im Zusammenhang mit dem Thema für Schaumschlägerei. Ein Bezug zum Thema ist beim besten Willen nicht erkennbar, der ständige Hinweis auf die Volksabstimmungen scheint mir nur dem Zweck zu dienen, den eigenen Standpunkt als moralisch überlegen, weil "besonders demokratisch" darzustellen.

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holzfäller 04.11.2008, 14:40
801.

Zitat von db1966
Ihre komische Rechnung zeigt nur welches dummdreiste Selbstverständnis Sie und Teile Ihrer Eidgenossen offensichtlich immer noch haben. Welche Rolle spielt denn die Höhe der Summen? Das ist doch völlig nebensächlich - von den 3 Billionen ist ein grosser Teil aus dem Ausland und davon wiederum stammt ein großer Teil aus dunklen Kanälen...
Meine Fresse ! Wohl das eine oder andere Mal zu oft James Bond geschaut !

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forenmuffel 04.11.2008, 14:42
802.

Zitat von Skeptikus
Ich jedenfalls halte dieses basisdemokratische Argument in einem solchen komplexen Gebilde wie die BRD deshalb nicht für geeignet, da viele Entscheide, die eventuell anstünden, wie an anderer Stelle bereits gesagt, ein profundes Hintergrundwissen voraussetzen und nicht per "Bauchentscheidung" beeinflusst werden sollten.
Vorerst einmal danke dafür das Sie Farbe bekennen und sich nicht länger hinter „geht halt nicht“ verstecken.
Sie entschuldigen hoffentlich, dass ich etwas schmunzeln muss wenn Sie gleich mit der Schulmeister Platte „das viele Entscheide ein profundes Hintergrundwissen voraussetzen“ auffahren. Wagen Sie es in dem Fall zu behaupten die Vorlagen in der Schweiz seien halt Never Ever so komplex wie in Deutschland? Das der schweizer Bünzli ja intelligenter sein soll als der deutsche Michel wollte Sie ja wohl kaum antönen, oder? ;)

Im wesentlichen stören mich in Ihrer Denkhaltung zwei Dinge:

A)Der „normale“ Bürger wird als zu Doof für das sachliche Abwägen einer Gesetzes oder Sachvorlage hingestellt. Diese Haltung finde ich persönlich äusserst bedenklich! Wenn ein Politiker NICHT in der Lage ist eine Vorlage so zu erklären, dass das Stimmvolk versteht über was er abstimmen soll dann hat er ziemlich sicher selber nicht verstanden was er da gerade am anrichten ist.
Der Pöbel entscheidet doch noch ziemlich häufig sehr vernünftig, die Schweizer wurden z.B. gefragt ob für die Sanierung der AHV und IV die MwSt. um 1,1 Punkte erhöht werden soll und sie habe angenommen. Nennt man sauber legitimiert, oder?

B)Der gewählt Politiker wird als selbstloser dem Allgemeinwohl verpflichteter Weiser dargestellt der besser Abschätzen kann was Richtig und was Falsch ist. Habe ich etwas verpasst? Bekommt jeder frischgewählte Parlamentarier eine neue Brille, Modell IQ500, verpasst? Wird er durch Ethik Kommissionen geprüft ob ehr für das hohe Amt tauglich ist? Wieso kommen dann sogar grenzdebile mit nervösen Zuckungen im rechten Arm wieder in diese illustren Kreise? Wieso ist das europaweite Vertrauen in Politiker (http://www.main-netz.de/themen/lifes...art7020,469208) etwa auf der Höhe eines Gebrauchtwagenhändlers angelangt? Gibt ihnen dies nicht etwas zu denken?
Zitat von kdshp
Haben die schweizer eigentlich darüber abgestimmt also das mit dem banken und deren einstellung zu geldern die da aus dem ausland kommen ?
Nein, haben sie nicht. Aber machen wir doch ein Langzeitexperiment. Sie packen ein paar Gesinnungskumpels aus dem Forum hier ein, mischen sich heimlich unter die 3000 die monatlich kommen, warten 5 Jahre und holen sich gegen ein paar hundert Franken Gebühren den Schweizer Pass. Gehen dann auf die Strasse und sammeln schweizweit 100‘000 Unterschriften zu einer „hebt das Bankgeheimnis auf“ Initiative. Innert 12 bis 18 Monate (sofern Sie die 100‘000 finden) kommt Ihr Anliegen vors Volk und die Regierung muss ob es ihr passt oder nicht Ihre Vorlage umsetzen. Wenn Bern der Meinung ist das die pdshp Initiative heikel ist wird ein Gegenvorschlag des Bundesrates zeitglich an die Urne kommen. Merken Sie was?

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forenmuffel 04.11.2008, 14:58
803.

Zitat von C. Weingart
Ich halte die Diskussion um direkte Demokratie im Zusammenhang mit dem Thema für Schaumschlägerei.
Diese Diskussion ist leider schon vor knapp 50 Seiten vom Finanzplatz Schweiz Thema abgedriftet...

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nikffm 04.11.2008, 15:02
804.

Zitat von sysop
Einst galt die Schweiz in der Finanzwelt als unerschütterliche Bastion - jetzt geraten die beiden größten Banken des Landens, UBS und Credite Suisse, im Zuge der Finanzkrise in Schwierigkeiten. Ist der Finanzplatz Schweiz in seiner alten Form am Ende?
Keineswegs mehr am Ende als andere Standorte. Die Diskussion wird getrübt durch die Neid- und Hetzkampagne deutscher Minister auf internationalem Parkett.

Die Schweiz an den Pranger zu stellen, weil die seit Hunderten von Jahren die "Industrie der Geldanlage" pflegen ist genauso blödsinnig, als wenn ein Schweizer Minister die Deutschen bei der nächsten G8-Umweltkonferenz wegen ihrer umweltverschmutzenden Autos auf den Index setzen wollte.

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Reziprozität 04.11.2008, 15:15
805.

Zitat von C. Weingart
Ich kann einen Bezug zur Sache in Ihrem Beitrag nicht erkennen.
Nicht? Da kann ich Ihnen auf die Spruenge helfen:

Zitat von C. Weingart
... Verwunderlich erscheint mir nur, dass die Schweiz ihr Herz für die grundrechtlich geschützte Privatsphäre vermögender Deutscher entdeckt hat.
Sind Sie nach wie vor der Auffassung das richtig gedeutet zu haben?

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Ilja 04.11.2008, 15:19
806.

Zitat von Skeptikus
Ob meine Argumente "schlagend" sind, das weiss ich nicht. Ich jedenfalls halte dieses basisdemokratische Argument in einem solchen komplexen Gebilde wie die BRD deshalb nicht für geeignet, da viele Entscheide, die eventuell anstünden, wie an anderer Stelle bereits gesagt, ein profundes Hintergrundwissen voraussetzen und nicht.....
Sie meinen wohl, dann müsste offengelegt werden, dass die Entscheidungen unserer Regierung nicht dem Wohl ihrer Wähler dienen, sondern den Interessen anderer, vor allem dem Wohl anderer europäischer und außereuropäischer Nationen. Dies ist dem vor mehr als einem halben Jahrhundert verlorenen Krieg zu danken, weshalb wir uns auch immer noch "schuldig" fühlen sollen. Man könnte vielleicht der Meinung sein, dass dem deutschen Michel der Geduldsfaden reißt, wenn er das überblicken würde, denn es müsste ihm wohl oder übel gesagt werden, wenn er mitentscheiden könnte.

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nikffm 04.11.2008, 15:21
807.

Zitat von db1966
Es geht nicht um den Nutzen für den Staatshaushalt, sondern um Steuergerechtigkeit in Deutschland. Während der Mehrzahl der Arbeitnehmer hierzulande hohe Steuern zahlen muss, gibt es eine kleine gut betuchte Minderheit, die in der Vergangenheit sehr viel Geld am Fiskus vorbei in die Schweiz bringen konnte. Ich sehe darin eine Ungerechtigkeit und ich halte es für selbstverständlich, das 'befreundete' Staaten wie die Schweiz daraus nicht noch Profit schlagen.
Welch hasserfüllter Beitrag. Auf wen denn? Sehen Sie es doch mal realistisch: die "Kleine betuchte Minderheit" kann wohnen wo sie will. Also auch in der Schweiz, in die gerade dieses Jahr wieder einmal 3000 Deutsche gezogen sind.

Wollen Sie die etwa zwingen, in D zu bleiben.
Wenn Sie von Steuergerechtigkeit sprechen, dann versuchen Sie es doch mal so zu sehen, anstatt auf andere Länder zu zeigen: Wie wäre es mit einer Beseitigung des Soli. Oder braucht der Osten den noch? Wenn ich Gelsenkirchen mit Görlitz vergleiche, dann weiss ich, wo die Bedürftigen sitzen.

Oder wie wäre es mit den Milliarden järhliche Steuersubventionen an die Großindustrie, die Milliardengewinne ausweist. Alles finanziert vom kleinen Mann.

Parteienfinanzierung. Da möchte man schon gar kein Wort drüber lassen. Es regt zu sehr auf.

Wie ist es mit Abgaben? Stichwort Gesundheitsreform. Nur für den kleinen Mann wird es teuer. Sehr teuer!

Wenn da mal Steuergerechtigkeit reinkommen würde, dann würden möglicherweise die von Ihnen gescholtene betuchte Minderheit wieder in Deutschland anlegen und wohnen.

Also, suchen Sie nicht in der Schweiz den Sündenbock, der im eigenen Lande sitzt.

Mal überlegt, dass es einem Minister gut tut, abzulenken und auf andere zu zeigen, diese gar zu skandalisieren, wenn er weiss, dass gerade er bzw. seine Staatsekretäre als Aufsichtsräte in deutschen Banken mit Milliardenspekulationen ebensolche summen verzockt haben.

Wo ist da die Gerechtigkeit?

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T. Edgware 04.11.2008, 15:28
808.

Zitat von C. Weingart
Dass deutsches Geld auf Schweizer Konten ein "vernachlässigbarer Bruchteil" sei, halte ich im übrigen für ein Gerücht. Können Sie Ihre Aussage mit zuverlässigen Zahlen belegen? Sicherlich nicht, denn dergleichen fällt ja unter das "Bankgeheimnis".
Was glauben Sie denn? Es soll noch andere Länder als Deutschland geben und die Leute legen ihr Geld hier auch an. Ansonsten nehmen Sie einfach die deutschen Mutmassungen, rechnen die veröffentlichten Einlagen der schweizer Banken zusammen, alleine da sehen Sie es schon.

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rolli 04.11.2008, 16:24
809.

Zitat von nikffm
Welch hasserfüllter Beitrag. Auf wen denn? Sehen Sie es doch mal realistisch: die "Kleine betuchte Minderheit" kann wohnen wo sie will. Also auch in der Schweiz, in die gerade dieses Jahr wieder einmal 3000 Deutsche gezogen sind. Wollen Sie die etwa zwingen, in D zu bleiben. Wenn Sie von Steuergerechtigkeit ....
Das ist zuerst eine Frage der Demokratie. In D. wird seit mehr als 20 Jahren genau konträr zum Volkswillen regiert. An Gerechtigkeit glaubt in D. ohnehin keiner mehr.

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