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Finnischer Top-Gewerkschafter: "Ein Nokia-Boykott ist Unsinn"

Zwist zwischen Gewerkschaftern: Deutschland protestiert gegen die Schließung des Bochumer Nokia-Werks – finnische Gewerkschafter solidarisieren sich dagegen mit dem Management des Handy-Konzerns. Boykott-Aufrufe seien grundfalsch, sagt der Chefverhandler der Gewerkschaft Akava.

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PML 31.01.2008, 14:59
40. Völker als Feinde ihrer Regierungen

Zitat von Dunedin
Die Einsicht in die Weltwirtschaft erkennen logischerweise nur diejenigen die auch davon provitieren. Die Globalisierung hat gerade ein paar Tausend Menschen ihre Existenzgrundlage genommen, da erwarten Sie Einsicht ?
"Verstehe bitte, dass ich dich töten muss, weil ich stärker bin als du." ;-)

Zitat von
Der finnische Gerwerkschafter hat es selber gesagt, das die Produkte so billig geworden sind und noch biller werden, das nur in Billiglohnländern produziert werden kann.
Nun, warum SAGT ein GEWERKSCHAFTER das? Warum hat ein GEWERKSCHAFTER ! DIESE Argumentationslinie? - Betriebsräte und Gewerkschafter werden nicht nur bei Volkswagen Wolfsburg mit kaffeebraunen brasilianischen Nutten gekauft.

Zitat von
Die Praxis der künftigen Proteste wird dagegen viel heftiger werden. Die G8 Staaten haben allesamt ihre Sicherheitgesetzte dahingehend verschärft, das sich nicht der geneigte Terrorist fürchten muss, sondern viel mehr der überflüssig gewordene Arbeitnehmer in Zeiten der Weltwirtschaftsglobalisierung.
Das ist eine ausgesprochen realistische Betrachtungsweise. Böcke als Gärtner (Schilly / Schäuble ausgerechnet als Innenminister) sind sicherlich nicht dumm genug, aus dogmatischer Fixiertheit flächendeckende Überwachung der Bürger ihres Staates zu forcieren. Das heißt: Sie rechnen aufgrund der ihrerseits gutgeheißenen marktradikalen Handelssituation damit, dass sich Menschen zur Wehr setzen werden. Anders ist kaum zu erklären, wenn ein Schäuble sich müht, Militär (sein Zuständigkeitsbereich als INNEN-Minister?) im Innern einzusetzen. -> siehe Heiligendamm, G8-Gipfel.

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LJA 31.01.2008, 15:01
41. Leider falsch

Zitat von villemflusser
Gleich zwei Irrtümer: Die sogenannte 'globale und liberalisierte Ökonomie' ist schließlich nicht schicksalhaft vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis politischer Gestaltung. Und deswegen stimmt auch die Schlussfolgerung nicht, denn selbstverständlich gibt es da Handlungsmöglichkeiten, nämlich eben im Feld der Politik...
Die sog. Globalisierung ist in erster Linie ein Phänomen, verursacht durch Milliarden von Menschen, die mit mit uns verbissen um ein Stück vom weltweiten Wohlstand kunkurrieren wollen, und das seit einigen Jahren, dank globaler Hochgeschwindigkeitstransport und -kommunikationssysteme, auch können. Natürlich gibt es hier immer einige Leute, die von dieser Entwicklung ganz besonders profitieren. Aber die haben das nicht künstlich geschaffen, nur rechtzeitig darauf reagiert, wozu Deutschland meistens zu träge war.
Der finnische Gewerkschafter hat vollkommen recht: Jetzt muß es das Ziel sein, den Betroffenen andere Arbeitsplätze zu vermitteln. Volkommen kontraproduktiv ist da die Haltung einiger Gewerkschaftler und linker Politiker, die den Leuten weismachen wollen, es könne alles wieder so werden, wie es in den 60er und 70er Jahren mal war. Blödsinn !
Das Ergebnis sieht man an der Aussage einer Bochumer Nokia-Mitarbeiterin: Bald nach der Schule lockte der Job im Handy-Werk mit schnellem Geld. Wozu also eine Ausbildung machen ? Jetzt, mit Mitte 30, zeigt sich die Kurzsichtigkeit dieser Entscheidung. Also alles die Schuld der bösen Heuschrecken ?

Letztlich: Ein Boykott von bestimmten Marken ist Quatsch. Natürlich - die Nokia Profite sinken kurzfristig. Dafür steigen dann die von anderen Firmen, die teilweise noch nie in Deutschland investiert haben. Tolles Signal !

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arkor 31.01.2008, 15:11
42. So ein Schwachsinn

Zitat von LJA
Die sog. Globalisierung ist in erster Linie ein Phänomen, verursacht durch Milliarden von Menschen, die mit mit uns verbissen um ein Stück vom weltweiten Wohlstand kunkurrieren wollen, und das seit einigen Jahren, dank globaler Hochgeschwindigkeitstransport und -kommunikationssysteme, auch können. Natürlich....
Was für eine lächerliche Argumentation: "Der Konsument soll seine Macht nicht dazu benutzen um Großkonzerne zu gesellschaftsakzeptablen Handeln zu bewegen." Das sprengt doch langsam alle Grenzen menschlich möglichen Schwachsinns.

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arkor 31.01.2008, 15:13
43. Vielleicht die niedrigen Bordellpreise

Zitat von PML
"Verstehe bitte, dass ich dich töten muss, weil ich stärker bin als du." ;-) Nun, warum SAGT ein GEWERKSCHAFTER das? Warum hat ein GEWERKSCHAFTER ! DIESE Argumentationslinie? - Betriebsräte und Gewerkschafter werden .....
Nun ich stimme ihnen zu. Das Werk in Bochum war hochprofitabel. Es ist durchaus denkbar, dass die niedrigerren Bordellpreise in Rumänien einen wichtigen Ausschlag gegeben haben.

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Steeevyo 31.01.2008, 15:14
44. Widerspruch.

Zitat von Juergen Wolfgang
Na hoffentlich werden aus den paar eine große Menge (so fing es in der DDR auch an, ein paar dann tausende) Die Kopf-in-den-sand-mentalität sehen wir jeden tag wen unsere Regierung Gesetze erlässt die den Bürger immer mehr ins Abseits und die Armut drängt.
Gegen einen vollumfaenglich unsinnigen und von unfaehigen Politikern als populistische Selbstprofilierungskampagne ersonnenen Boykott zu sein hat nicht mit Kopf in den Sand sondern mit einem klaren Kopf zu tun.

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blauerturm 31.01.2008, 15:16
45. Nicht irre machen lassen...

Gerade darin, dass sich finnische Gewerkschafter gegen den Boykott stellen, zeigt sich, dass der Boykott richtig ist. Mag sein, dass das Werk in Bochum tatsächlich geschlossen wird. Aber Nokia wird durch den Boykott hier verbrannte Erde hinterlassen. Die Globalisierungsbefürworter müssen dann auch zur Kenntnis nehmen, dass es einem Unternehmen nicht nützt, Arbeiter an einer Stelle der Erde aufzugeben, um billiger wo anders zu produzieren. Sie müssen dann auch Kosten für den Flurschaden in ihre Kalkulation einbeziehen, die sie durch diese Maßnahme anrichten. Dann erst kann man eine Aussage darüber treffen, ob eine Verlagerung der Produktion sinnvoll ist.

Für uns heißt das: je härter der Boykott, umso her werden sich Firmen überlegen, ihre Produktion zu verlagern. Der Boykott sollte so hart sein, dass ein solcher Boykott eine Firma gerne am Nerv der Existenz trifft. Wir sollten uns das zutrauen. Die Idee, dabei an den Osten zu denken, halte ich für sehr gut. Wenn viele einer Meinung sind, dann können wir auch etwas bewegen. Es gibt auch ohne Nokia noch Handys. Die Welt dreht sich ja auch ohne Siemens Handys weiter.

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arkor 31.01.2008, 15:19
46. Mensch und Sklaven

Zitat von LJA
Die sog. Globalisierung ist in erster Linie ein Phänomen, verursacht durch Milliarden von Menschen, die mit mit uns verbissen um ein Stück vom weltweiten Wohlstand kunkurrieren wollen, und das seit einigen Jahren, dank globaler Hochgeschwindigkeitstransport und -kommunikationssysteme, auch können. Natürlich gibt es hier immer einige Leute, die von dieser Entwicklung ganz besonders profitieren. Aber .....
Qutasch. Die Globalisierung ist eine Abhandlung aufgrund abgeschlossener Verträge. Und von Globalisierten Wohlstand spricht niemand mehr anhand der heute statistischen Tatsachen. Nur mal so zum Nachdenken: Die 30 - 50 Euro, die chinesische Näherinnen gekostet haben sind inzwischen zu teuer und deswegen ein großer Teil der Textilindustrie ist inzwischen in Bangladesch für 7 - 15 Euro (pro Monat). Eine Grundlage zum leben wurde weder in China noch in Banladesch geschaffen. Unter dem Deckmäntelchen der Globalisierung werden die Menschen wieder ins finsterste Zeitalter der Massensklaverei geführt.

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Hador 31.01.2008, 15:23
47. Blubb....

Zitat von PML
Nun, warum SAGT ein GEWERKSCHAFTER das? Warum hat ein GEWERKSCHAFTER ! DIESE Argumentationslinie? - Betriebsräte und Gewerkschafter werden nicht nur bei Volkswagen Wolfsburg mit kaffeebraunen brasilianischen Nutten gekauft.
Wieso er das sagt? Hmmm...vielleicht weil es STIMMT. Die ganzen Leute, die jetzt über ihn herziehen sollten sich vielleicht mal vor Augen führen, dass auch die IG Metall sich dem Boykottaufruf nicht angeschlossen hat und zwar im wesentlichen aus genau diesen Gründen.

Wie gesagt ein Boykott gegen einen einzelnen Hersteller eines Produktes ist nur dann sinnvoll wenn man auf einen Konkurrenten wechseln kann, der es besser macht. Den gibts aber nicht. Die andere Alternative wäre gar keine Handys mehr zu kaufen, was aber erst recht nicht passieren wird.

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arkor 31.01.2008, 15:24
48. eben

Zitat von Sondermann
Klar, kommt mir kein NOKIA Mobiltelefon mehr ins Haus! Seit dem Boykott von SHELL (Brent Spar Ôlplattform), zeigt sich, dass es wikt. Und wenn nicht: Man kann am Boykott sein Mütchen kühlen...;-)
Ganz genau. Es ist ziemlich das letze Mittel, die die Gesellschaften haben, noch Druck auszuüben.

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marrrrtin 31.01.2008, 15:25
49. Boykott -> keine Investitionen in Deutschland

Zitat von blauerturm
Für uns heißt das: je härter der Boykott, umso her werden sich Firmen überlegen, ihre Produktion zu verlagern. Der Boykott sollte so hart sein, dass ein solcher Boykott eine Firma gerne am Nerv der Existenz trifft. Wir sollten uns das zutrauen. Die Idee, dabei an den Osten zu denken, halte ich für sehr gut. Wenn viele einer Meinung sind, dann können wir auch etwas bewegen. Es gibt auch ohne Nokia noch Handys. Die Welt dreht sich ja auch ohne Siemens Handys weiter.
Das, was Sie hier schreiben, heißt dann aber auch, dass nie mehr eine ausländische Firma hier in Deutschland einen Standort zur Produktion, Forschung oder was auch immer aufmacht, wenn sie nicht auf immer und ewig bleibt (und das zu gedenken traut sich niemand). Und jene Unternehmen, die schon hier sind, werden die natürliche Fluktuation (Ältere scheiden aus...) nutzen, um hier wegzukommen. Am Ende stehen wir also garantiert schlechter da. Ihre Argumentationslinie erinnert ein bisschen an die Begrenzung des Freihandels bzw. der sog. Globalisierung, welche Arbeitsplätze bei uns bedroht. Dabei wäre Deutschlands Krise 1995-2005 ohne Export noch viel schlimmer gewesen. Genauso ist es hier. Vergessen Sie nicht: deutsche Standorte konkurrieren um Produktionslinien mit dem Ausland, soweit bekannt. Aber sie konkurrieren auch um Forschungsstandorte, Firmenzentralen usw. Man sollte den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben!

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