Forum: Wirtschaft
Finnischer Top-Gewerkschafter: "Ein Nokia-Boykott ist Unsinn"

Zwist zwischen Gewerkschaftern: Deutschland protestiert gegen die Schließung des Bochumer Nokia-Werks – finnische Gewerkschafter solidarisieren sich dagegen mit dem Management des Handy-Konzerns. Boykott-Aufrufe seien grundfalsch, sagt der Chefverhandler der Gewerkschaft Akava.

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arkor 31.01.2008, 15:28
50. zwei Milliarden Umsatzeinsbuße,

Zitat von Steeevyo
Gegen einen vollumfaenglich unsinnigen und von unfaehigen Politikern als populistische Selbstprofilierungskampagne ersonnenen Boykott zu sein hat nicht mit Kopf in den Sand sondern mit einem klaren Kopf zu tun.
zwei Milliarden Umsatzeinbuße, und sie werden bei diesen Menschen völlig neue Erkenntnisfähigkeiten erkennen. 10 Milliarden Umsatzeinbuße und sie werden sehen, was fü ein Handvoll Elend entblättert. Denn eines ist klar. Es ist kein Konzern groß genug, als dass in der Konsument nicht übernacht verschwinden lassen kann.

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marrrrtin 31.01.2008, 15:29
51. Boykott?

Zitat von arkor
Ganz genau. Es [Boykott] ist ziemlich das letze Mittel, die die Gesellschaften haben, noch Druck auszuüben.
Und was macht die rumänische Gesellschaft, welche jetzt einige tausend neue Arbeitsplätze genießen kann?

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Hador 31.01.2008, 15:30
52. Naja

Zitat von arkor
Eine Grundlage zum leben wurde weder in China noch in Banladesch geschaffen. Unter dem Deckmäntelchen der Globalisierung werden die Menschen wieder ins finsterste Zeitalter der Massensklaverei geführt.
Das ist erstens nur teilweise richtig (denn es gibt in vielen Fällen durch die Globalisierung durchaus teilweise nachhaltige Verbesserung auch für Arbeiter in vielen Ländern). Zum anderen ändert an dieser Entwicklung aber auch ein einseitiger Boykott in einem einzigen Land nichts.

Was wirklich nötig wäre, dass wäre eine Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit der Gewerkschaften. Denn im Moment ist es eben so, dass die globalen agierenden Firmen die Arbeiter des einen Landes gegen die des anderen ausspielen. Da aber die Arbeiter, die Gewerkschaften und nicht zuletzt die Regierungen nur national denken und agieren haben die Firmen leichtes Spiel. Populistisches Rumproleten von profilierungswütigen Politikern wie bei diesem Nokia Boykott ändert da nix dran.

Die Gewerkschaften haben es teilweise schon erkannt und einige forcieren die internationale Zusammenarbeit bereits deutlich (z.B. die IG Metall), aber die Bemühungen stecken dennoch noch weitgehend in den Kinderschuhen

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Rainer Helmbrecht 31.01.2008, 15:31
53. Im Einkauf liegt der Gewinn;o).

Zitat von Juergen Wolfgang
Dem wiederspreche ich, natürlich sind Boykote richtig. Denn wie sonst soll sich der kleine mann wehren. Der Konsument kann mit seinem kaufverhalten sehr wohl was bewirken. Ich schaue auch beim Kauf welch hersteller und Produzent dahinter steht. Es ist zwar nicht pimmer möglich heimische Produkte zu kaufen aber wo es möglich ist mache ich dies. Nokia muss und wird spüren das es diese Solidarität in der BRD gibt.
Ich stimme Ihnen zu. Mein Beispiel ist der Butterpreis. Plötzlich kaufen Chinesen deutsche Butter und in unserem Einkaufzentrum steigt der Preis der billigsten Butter auf 1,40€ für die billigste Butter. Nun nachdem die Käufer die teure Butter für etwa 1,60 nicht mehr kauften wurde diese billige Butter immer frischer (Verfallsdatum) der Umsatz ging offensichtlich zurück und siehe da, seit 6 Tagen kostet die billigste Butter 0,80€ innerhalb von ca 4-6 Wochen haben die Chinesen aufgehört dt. Butter zu kaufen und die Preise sinken;o).

Warum soll das, was bei Butter den Chinesen den Buttergeschmack vermiest, nicht auch den Finnen die Wanderlust nehmen. Es wird immer von dem Weltumsatz gesprochen und uns eingeredet, dass die 82 Millionen Deutschen gar nicht zählen, aber versucht hat es noch keiner.

82 Millionen Kunden bieten ein ordentliches Gewinnpotenzial und es ist psychologische Kriegsführung, dem Kunden einzureden, dass es eine Gnade bedeutet, die paar Euro überhaupt abzuholen. Wenn man aber drüber nachdenkt, es gibt Länder, die weitaus weniger Kunden repräsentieren und die werden auch beliefert und obwohl sie viel weniger Umsatz machen, bekommen sie bessere Preise;o).

Also, Versuch macht klug.

MfG. Rainer

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fc-herrenturnverein 31.01.2008, 15:33
54. Keine Vision aber Ideen ...1

Zitat von Häretiker
bei dieser Meinungsäusserung muss auch Supstanz folgen! Abfälligkeiten in die rote Richtung sind schnell geäussert und ebenso populistisch aus der anderen Richtung.. Also was ist hier nötig? Was schlagen Sie Kluges vor? Nur weniger Populismus? Und stattdessen Verständinis für das Vorgehen der NokiaLeitung? Ich bin gespannt! ;-)
a) vollstes Verständnis für die Nokia Manager in Ihrer Entscheidung des Werksumzugs. Hier wird für die Zukunft und nicht für das jetzt geplant. Was heute noch profitabel ist, ist eben morgen u. Ust. (die die Nokia Manager sich vermutlich gut überlegt haben, denn die Werksschließung und ein Neuaufbau kostet erstmal kräftig) nicht mehr profitabel.
Das Ziel des Managements ist Nokia profitabel zu halten und nicht Arbeitsplätze zu erhalten. Das machen deutsche Unternehmen nicht anders siehe Mercedes, BMW, Audi, Siemens, ... hier wurde die Innlands-Produktivität extrem gesteigert (Entlassungen vs. Automatisierung), um in D noch zu produzieren zu können, aber früher oder später stoßen auch sie an die Grenze und wird die gesamte Fertigung gehen, wenn die Rahmenbedingungen nicht besser werden. So werden Manpowerintesive Tätigkeiten bei Audi z.B. in Ungarn gemacht (Motorenwerk) ... nur habe ich gehört, dass sogar hier die Lohnkosten unattraktiv sind und Rumänien ganz interessant ist, Mercedes plant ebenso schon dort.

b) kein Verständnis für das Rumgeheule in D aller Orten, denn der Wirtschaftsstandort ist in manchen Branchen sehr stark - nur die Erkenntnis, dass sich manche Branchen hier nicht mehr lohnen ist ja nichts neues, nur wird sie heute gerne ignoriert und zum wichtigsten Politischen Thema gemacht: Die Subventionitis lässt die schwachen Branchen eben auf Raten sterben und kostet den Steuerzahler Unsummen.

c) kein Verständnis für Träumer, die glauben Unternehmen sind Sozialämter, die aus Jux und Dollerei Leute einstellen.
Oder die glauben, dass der Handy-Markt in D entschieden wird. Das passiert gerade in Asien.

Fortsetzung folgt ...

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Dazzle 31.01.2008, 15:34
55. ja

Zitat von DarkSun
Gewerkschaften sind rein national orientiert. Es ist jetzt keine Überraschung, dass ein finnischer Gewerkschafter dem deutschen Werk in Bochum keine Träne nachweint. Ganz im Gegenteil könnte es die finnischen Arbeiter schädigen, wenn der deutsche Boykott Nokia treffen würde, oder noch schlimmer für Nokia, in anderen Ländern Schule machen würde.
Aus dem Grund wurde ja auch mal die Internationale ins Leben gerufen ;)

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Astrein 31.01.2008, 15:36
56. Meine gesamte Familie...

hat ihre Nokia-Handys mit grenzenloser Genugtuung zerstört! Und das ist gut so, denn andere Instrumente, gegen diesen Raubtierkapitalismus vorzugehen, existitieren leider nicht!

Und: Nein, ich habe kein Verständnis, nicht ansatzweise! Nicht für Nokia, nicht für den Raubbau an unserem System und erst Recht nicht für den finnischen Gewerkschafter! Ehrlich gesagt sch**** ich in diesem Fall auf eine differenzierte Meinung. Irgendwann ist Schluss.

Wir sind das Volk.

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archelys 31.01.2008, 15:36
57. unterzeugt

Zitat von fc-herrenturnverein
... Und warum bin ich nun entgültig davon überzeugt, dass in Finnland Kompetenz, Intelligenz und Bildungsniveau bei Meinungsbildnern höher ist als bei uns?
Weil Sie sich Interessen und nicht an der Gerechtigkeit orientieren...ein Auslaufmodell.

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arkor 31.01.2008, 15:37
58. Konsument sein heisst Verantwortung

Zitat von marrrrtin
Das, was Sie hier schreiben, heißt dann aber auch, dass nie mehr eine ausländische Firma hier in Deutschland einen Standort zur Produktion, Forschung oder was auch immer aufmacht, wenn sie nicht auf immer und ewig bleibt (und das zu gedenken traut sich niemand). Und jene Unternehmen, die schon hier sind, .....
Das ist Quatsch. Hier geht es um hochprofitable Arbeitsplätze. Selbstverständlich muss sich der Verbraucher angewöhnen alle Arbeitsplatzverlagerungen innerhalb Europas, die auf diese Art und Weise ausgeführt werden, mit einem Boykott zu bestrafen. Nokia hätte allein aus seinem Wachstum heraus eine Produktion in Rumänien beginnen und in den nächsten Jahren ausbauen können. Aber da liegt ja schon der Umzug in die Ukraine in der Schublade. Für den Manager eines solchen Konzerns muss die unmißvertändliche Botschaft des Verbrauchers ersichtlich sein: "Wer sich so verhält, geht pleite." So einfach ist das. Und wenn s der Verbraucher nicht so hält, sägt er am Ast der gesamten Gesellschaft.

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arkor 31.01.2008, 15:39
59. Das ist richtig

Zitat von Hador
Das ist erstens nur teilweise richtig (denn es gibt in vielen Fällen durch die Globalisierung durchaus teilweise nachhaltige Verbesserung auch für Arbeiter in vielen Ländern). Zum anderen ändert an dieser Entwicklung aber auch ein einseitiger Boykott in einem einzigen Land nichts. Was wirklich nötig wäre, dass ....
Aber es erhöht den Druck, auf Manager, auf Politiker, auf Mainstreammedien.

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