Forum: Wirtschaft
Firmenbeteiligung: Auch der DGB verdient an Leiharbeit
dapd

Zeitarbeit ist in deutschen Unternehmen allgegenwärtig - und wird von den Gewerkschaften zum Teil scharf kritisiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund mischt in dem Geschäft mit einer eigenen Firma mit und zahlt Löhne, die unter dem von DGB-Chef Sommer geforderten Mindestlohn liegen.

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sbv-wml 22.01.2013, 14:23
80.

Zitat von Herr Hold
Wovon aber sollen denn die Leute leben?
Es gibt ALG und wenn das ausläuft ALG II (Hartz IV). Es muss deshalb niemand verhungern.
Zitat von Herr Hold
Sie glauben doch nicht, dass jeder Zeitarbeiter von einem Unternehmen einen festen Vollzeitvertrag erhält?
Das nicht, aber viele könnten -wenn vielleicht auch nur für kurze Zeit- einen tariflich bezahlten Arbeitsplatz erhalten.
Haben Sie übrigens schon mal Arbeitsverträge von Zeitarbeitsfirmen gesehen? Ich schon und meine, die liegen teilweise auf der Grenze zwischen Recht und Kriminell.
Und haben Sie schon mal Rechnungen von Zeitarbeitsfirmen an Ihren Arbeitgeber gesehen? Ich schon und wenn man des Rechnens einigermaßen kundig ist kann man sehen wieviel sich die Zeitarbeitsfirma dabei einsteckt.
Für das Geld konnte mein damaliger Arbeitgeber 1,3 Gehälter -Angestellte im 1. Berufsjahr- zahlen.
Deshalb wurden die Zeitarbeitnehmer auch kurzfristig beim Betrieb fest angestellt.
Als Arbeitnehmervertreter -ca 19 Jahre- bekommt man schon jede Menge Informationen mit.

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Herr Hold 22.01.2013, 18:50
81. Hut ab

Zitat von sbv-wml
Es gibt ALG und wenn das ausläuft ALG II (Hartz IV). Es muss deshalb niemand verhungern. Das nicht, aber viele könnten -wenn vielleicht auch nur für kurze Zeit- einen tariflich bezahlten Arbeitsplatz erhalten. Haben Sie übrigens schon mal Arbeitsverträge von Zeitarbeitsfirmen gesehen? Ich schon und meine, die liegen teilweise auf der Grenze zwischen Recht und Kriminell. Und haben Sie schon mal Rechnungen von Zeitarbeitsfirmen an Ihren Arbeitgeber gesehen? Ich schon und wenn man des Rechnens einigermaßen kundig ist kann man sehen wieviel sich die Zeitarbeitsfirma dabei einsteckt. Für das Geld konnte mein damaliger Arbeitgeber 1,3 Gehälter -Angestellte im 1. Berufsjahr- zahlen. Deshalb wurden die Zeitarbeitnehmer auch kurzfristig beim Betrieb fest angestellt. Als Arbeitnehmervertreter -ca 19 Jahre- bekommt man schon jede Menge Informationen mit.
Dann finden Sie offensichtlich, H4 sei eine Alternative. Wow.
Finden Sie es weniger "kriminell" wenn der Steuerzahler für Menschen aufkommt, und die ja, da Zeitarbeit ja "kriminell" ist, für immer mehr Menschen, die nicht wirklich bedürftig sind, aufkommen?

Den Satz "Das nicht, aber viele könnten -wenn vielleicht auch nur für kurze Zeit- einen tariflich bezahlten Arbeitsplatz erhalten." finde ich auch seh speziell. Also lieber kurze Zeit "tarflich" als längerfristig Arbeit?

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irreal 22.01.2013, 20:12
82. Und, was will der Spiegel den Menschen nun mitteilen?

Zitat von sysop
Zeitarbeit ist in deutschen Unternehmen allgegenwärtig - und wird von den Gewerkschaften zum Teil scharf kritisiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund mischt in dem Geschäft mit einer eigenen Firma mit und zahlt Löhne, die unter dem von DGB-Chef Sommer geforderten Mindestlohn liegen.
Schau kleiner Arbeiter, Deine Gewerkschaft verheizt Dich auch!!

Natürlich ist jede Gewerkschaft mitlerweile ein zahnloser Tiger geworden, weil die Journalisten viel zu spät merkten, dass die GIER der Vorstände merkwürdige Triebe bekam!!

Und? Wo wart ihr da als wichtigstes und MÄCHTIGSTES Demokratieorgan?

Wohl auch nicht da um die eigenen Pfründe zu generieren. Um die Arbeiter geht es euch doch gar nicht mehr.

MFG

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spiegelleser987 22.01.2013, 20:14
83. Die haben ....

Zitat von lynx2
Die Gewerkschaften saßen ja am Tisch mit den Vertretern des Kapitals (wozu auch Rot-Grüne gehören), als es um die Einführung von H 4 ging, um Legalisierung von Leiharbeit und Hungerlöhnen. Ich kann mich nicht erinnern, daß die damals dagegen streikten oder zumindest protestieren.
Die Gewerkschaften haben das damals nicht abgelehnt sondern befürwortet. Sie meinten es wäre positiv, weil es Arbeitsplätze schafft. Den Rest haben die Gewerkschaften nicht sehen wollen.

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spiegelleser987 22.01.2013, 20:23
84. Nicht für ...

Zitat von margarete52
....macht keinen Sinn, nun generell auf die Gewerkschaften einzudreschen. Die Gewerkschaften sind, trotz aller schwarzen Schafe, die es auch hier gibt, immer noch die EINZIGE Lobby für Arbeitnehmer UND Arbeitslose....
Nicht für rbeitslose und Geringverdiener. Sonst hätten die Gewrkschaften mindestens bei Großkonzernen durchgesetzt, dass Zeitarbeiter die gleichen Bedingungen wie die normal dort Beschäftigten haben. Damit meine ich nicht mal nur die Einkommen. Vor einigen Jahren kam mal eine Meldung, dass in einem Autokonzern die Arbeitnehmer das Kantinenessen zu günstigeren Preisen erhalten. Für die geringverdienenden Zeitarbeiter war das Essen kaum bezahlbar. Und was sagten die Gewrkschaften dazu? Nichts! Sie haben es akzeptiert und als normal angesehen, kamen doch die Zeitarbeiter von einer "anderen Firma".

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spiegelleser987 22.01.2013, 20:37
85. Mittlerweile?

Zitat von irreal
....Natürlich ist jede Gewerkschaft mitlerweile ein zahnloser Tiger geworden, weil ....
Mittlerweile? Da gab es mal die Handelskette co op AG. Die Gewerkschaften waren daran über mehrere Briefkastenfirmen beteiligt. Es sollte offensichtlich niemand merken. Man kann auch darüber nachdenken, warum man wohl gleichzeitig Handelsketten in der Schweiz und Liechtenstein aufgebaut hat. Und soweit mir bekannt ist, hat damals co op weit geringere Löhne gezahlt als Aldi, Lidl, Schlecker ...

Zum Schluss war das Ding pleite. Es war der größte Wirtschaftskrimi der Nachkriegsgescheichte, steht hier:
Missmanagement bei Coop: Das fast perfekte Verbrechen - manager magazin - Unternehmen

Und beim Weiterverkauf der co op AG wurde auch mit den Briefkastenfirmen getrickst.

Zur gleichen Zeit hatten die Gewerkschaften ein weiteres Problem: die Pleite der Neuen Heimat.

co op AG

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sbv-wml 22.01.2013, 21:56
86.

Zitat von Herr Hold
Dann finden Sie offensichtlich, H4 sei eine Alternative. Wow.
Ich habe nur Ihre Frage beantwortet!!!
Zitat von Herr Hold
Finden Sie es weniger "kriminell" wenn der Steuerzahler für Menschen aufkommt, und die ja, da Zeitarbeit ja "kriminell" ist, für immer mehr Menschen, die nicht wirklich bedürftig sind, aufkommen?
Wenn Sie wirklich wüssten, was bei diesen Firmen teilweise an Stundenlöhnen gezahlt wird, wüssten Sie auch, dass über 50% der Zeitarbeiter mit Frau und 1-2 Kindern Aufstockungsleistungen beziehen.
Bei Ledigen trifft das glücklicherweise nicht oder nur sehr selten zu.
Also zahlt der Steuerzahler auch hier mit.

Zitat von Herr Hold
Den Satz "Das nicht, aber viele könnten -wenn vielleicht auch nur für kurze Zeit- einen tariflich bezahlten Arbeitsplatz erhalten." finde ich auch seh speziell. Also lieber kurze Zeit "tarflich" als längerfristig Arbeit?
Sehe ich so, da die Person, wenn sie wieder arbeitslos wird, eine gewisse Zeit ALG erhält. Als Zeitarbeiter landen Sie im allgemeinen sofort wieder in Hartz IV.
Deshalb stehe ich zu meinem ersten Beitrag: Zeitarbeit gehört verboten.

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abseitstor 23.01.2013, 14:21
87. Nomen est omen

Zitat von irreal
(...) Und? Wo wart ihr da als wichtigstes und MÄCHTIGSTES Demokratieorgan? (...)
Die Presse, die ja keinerlei demokratischer Kontrolle unterliegt und sich nur aus Anmaßung selbst gerne als vierte Gewalt bezeichnet, als wichtigstes und mächtiges Demokratieorgan (was auch immer das sei) zu bezeichnen, ist, genau: irreal

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isetta1962 27.01.2013, 14:03
88. Ohne Gewerkschaften geht es nicht!

Es ist schade, wenn man lesen muss, wie wenig einige Leute über Gewerkschaften wissen. Wenn dann vom Spiegel auch noch Dinge aus dem Zusammenhang gerissen und isoliert dargestellt werden, entsteht ein solches Zerrbild, wie es mit diesem Artikel geschehen ist. Ich möchte hier kein Loblied auf Gewerkschaften singen, auch hier ist in der Vergangenheit einiges schief gelaufen. Ich bin auch der Meinung, dass es klüger gewesen wäre, von Leiharbeitsfirmen die Finger zu lassen, auch wenn sie dazu gegründet wurden, um Menschen zu helfen, die entlassen wurden. Über die Fa. Weitblick wurden sie in Probearbeitsverhältnisse überlassen, aus denen in der Regel feste Arbeitsverhältnisse mit den Entleihern wurden. Das war die Intention und hat bei den meisten Kolleginnen und Kollegen auch so geklappt. Diese Berichterstattung ist natürlich bestens dazu geeignet, den Trittbrettfahrern, welche ja auch von Gewerkschaften profitieren, aber nichts dafür zahlen, Scheinargumente in die Hand zu geben. Sie haben es doch schon immer gewusst! Leider machen sie hier nur Polemik und keine substanziellen Kommentare. Ich bin Betriebsratvorsitzender eines mittelständischen Unternehmens und seit über 25 Jahren in der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie ehrenamtlich tätig. Deshalb weiß ich, an welchen Stellen Gewerkschaften wichtige Rollen übernehmen, die mit den Tarifentgelten anfangen und noch viele weitere wichtige Facetten haben. Die Leute aus diesem Forum die geschrieben haben, es geht auch ohne möchten auf der anderen Seite die Errungenschaften der Gewerkschaften nicht missen. Denn sonst wären sie bei einem Bruchteil ihres heutigen Entgeltes, hätten dafür aber eine 48-Stundenwoche und zum Ausgleich nur 4 Wochen Urlaub im Jahr, um nur einege Dinge zu nennen...

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kombilohnbefürworteroder 29.01.2013, 21:13
89. Tun und Unterlassen

Wenn Gewerkschafter gegen einen Sklavenmarkt mobilisieren, dann nicht im Namen der Gewerkschaft wie in Zwickau - sondern ...

Wenn ein MdB als Chef der Tafelmafia auch als ver.di-Mitglied fungieren kann, dann ist dies kein kritisches Thema, denn er ist ja in der richtigen Partei.

Wenn ein Genosse und DGB- Landeschef eine Tafel in seinem Wahlkreis einrichtet und dort für Bürgerarbeitsplätze sorgt, dann freut es einen mindestlohnablehnenden Ministerpräsidenten wie Haseloff.

Wenn eine gewerkschaftliche Auffanggesellschaft zur Abwicklung von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst mal kurz zig-tausende Ein-Euro-Jobs schaffte, dann war das 2005 kein Versehen - oder?

Und wenn Gewerkschafter am 18. Februar 2013 sich nicht für einen Mindestlohn von 10 € lohnsteuerfrei entscheiden, dann weil man Lobby unter Lobbyisten sein möchte.


Starke Bündnispartner sind das schon, die Kritiker ausgrenzen in den Gremien, die z. B. Streiks verbieten, die Abschaffung von Sanktionen verhindern und so etwas schaffen wollen wie Bürgerarbeit für alle, gerade so gut entlohnt, dass ein Aufstocken für Vollzeitbeschäftigte (ohne jegliche familiäre Verpflichtungen) kein HartzIV mehr benötigt.

Gewerkschaften sind unbedingt nötig, aber Gewerkschaftsfuktionäre hatten auch die Reichsarbeitsfront ermöglicht, weil sie handelten und unterließen.

Ich bezweifele ganz stark, dass die Masse der Funktionäre eine Lobby gegen die Leiharbeit darstellen ...
Ob sie ein Ende der Kombilohnpolitik wollen, diese Vertreter der "Betroffenen"?

Noch vor Jahren wollten sie einen dritten Arbeitsmarkt und sie reden immer noch von einem ehrlichen "zweiten" Arbeitsmarkt.

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