Forum: Wirtschaft
Flaute bei Siemens: Löschers Feuerprobe
dapd

Siemens hat das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren - dennoch herrscht Ernüchterung: Der Gewinn ist eingebrochen, der Konzern muss Milliarden sparen. Hat Vorstandschef Peter Löscher die Euro-Krise unterschätzt? Jetzt muss er beweisen, dass er den Industriegiganten im Griff hat.

Seite 1 von 3
graphicdog 08.11.2012, 15:59
1. Gewinneinbruch

Zitat von sysop
Siemens hat das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren - dennoch herrscht Ernüchterung: Der Gewinn ist eingebrochen, der Konzern muss Milliarden sparen. Hat Vorstandschef Peter Löscher die Euro-Krise unterschätzt? Jetzt muss er beweisen, dass er den Industriegiganten im Griff hat.
Könnte es sein, dass irgendetwas in diesem System nicht stimmt?

Das zweitbeste Ergebnis in der Firmengeschichte, aber durch einen 'Gewinneinbruch" ...wohlgemerkt kein Verlust, sondern nur etwas weniger Gewinn... Müssen jetzt Menschen ihren Job verlieren?
Fällt nur mir das auf, oder ist dieses ganze Shareholder-Quartalszahlen-Ding zutiefst verrottet und Menschenverachtend?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rahvin 08.11.2012, 16:07
2.

Was denn, nur 4,6 Milliarden Gewinn unterm Strich? Nur das zweitbeste Ergebnis der Konzerngeschichte? Ja, da muss man schon den Gürtel enger schnallen, mal ein paar tausend Leute entlassen und noch etwas mehr in Niedriglohnländer outsourcen. Nicht zu vergessen, dass der Aktienkurs sich im freien Fall befindet, weil die Phantasien der Anleger nicht wieder übertroffen wurden. So geht es nun wirklich nicht.

Wenn man solche Nachrichten liest, wünschte man sich drei Hände, um sich an den Kopf fassen zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rblock 08.11.2012, 16:36
3. Spon

Noch schlimmer ist, wenn sich SPON dieser Profitgier unterwirft und solche Artikel bringt, die so eine Denkweise noch unterstützt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
darkcloud 08.11.2012, 16:49
4. Wozu recdhtfertigen? Entlasst einfach alle!

Mitarbeiter sind doch nur blöde Kostenfaktoren - einfach alle entlassen, dann kann die Gier ihren inneren Reichsparteitag feiern (und ich drücke das ganz bewusst so aus, denn ich kann diese Gier nicht mehr nachvollziehen; hatte überlegt, SIEMENS-Aktien zu kaufen, aber lieber wünsche ich denen die Zerschlagung).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
adam68161 08.11.2012, 16:53
5. Foristengeschwätz

Wenn man die Anfangsbeiträge liest, wird einem klar: das sind Amateure. Bevor ein Unternehmen in dieser Grössenordnung solche Gewinnrückgänge meldet, muss es backstage ordentlich gekracht haben. Dann kratzt man zusammen, was zusammenzukratzen noch da ist. Klar, dass die Gewinnaussichten für das Folgejahr trübe werden - man hat ja nichts mehr zuzusetzen. Siemens geht also auf eine längere Talfahrt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
_gimli_ 08.11.2012, 16:55
6.

Zitat von darkcloud
hatte überlegt, SIEMENS-Aktien zu kaufen, aber lieber wünsche ich denen die Zerschlagung).
Nennen Sie bitte ein DAX-Unternehmen, das anders tickt. Es ist das System, nicht das einzelne Unternehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der-i-punkt 08.11.2012, 17:05
7. Löscher kann es nicht

Das Problem sitzt wesentlich tiefer.
Der Mann gibt intern keine glaubhafte Richtung vor, als BWLer hat er schlicht zu wenig Ahnung von der Technik und dem Markt in dem Siemens sich tummelt. (Das war auch schon bei dem Juristen Pierer so)
Für mich ist der Mann eine komplette Fehlbesetzung und der Kardinalfehler der hauptsächlich dem Aufsichtsrat und dessen Vorsitzendem anzukreiden ist.
"Da nehmen wir uns einen Top ausgebildeten Kaufmann und der organisiert uns dann unseren Technologiekonzern" ist wirklich grenznaiv.
Aber wo soll es auch herkommen?
Im Aufsichtsrat gibts ja auch keinen der ein gewisses technisches Verständnis hat.
Sollte Siemens diese Richtung beibehalten, so wird sich der Laden immer weiter von innen her auflösen.
Siemens' Rohstoff - die Ingenieure setzten sich bereits ab - die internen Bindungskräfte sinken seit Jahren massiv.
Als Arbeitgeber ist Siemens mittlerweile nicht mehr sonderlich beliebt.
Top-Ingenieure gehen lieber zu anderen Firmen.
Chaos allenthalben - auch was die Personalentwicklung angeht.
Schade - wenn man sieht welches Potential Siemens hätte und wie die Möchtegern-Manager dieses Potential hirnlos vergeuden...
Dilettantismus bis nur noch die Finanzgeschäfte übrigbleiben - aber den Bereich schaffen die "Manager" auch noch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der-i-punkt 08.11.2012, 17:06
8. Löscher kann es nicht

Das Problem sitzt wesentlich tiefer.
Der Mann gibt intern keine glaubhafte Richtung vor, als BWLer hat er schlicht zu wenig Ahnung von der Technik und dem Markt in dem Siemens sich tummelt. (Das war auch schon bei dem Juristen Pierer so)
Für mich ist der Mann eine komplette Fehlbesetzung und der Kardinalfehler der hauptsächlich dem Aufsichtsrat und dessen Vorsitzendem anzukreiden ist.
"Da nehmen wir uns einen Top ausgebildeten Kaufmann und der organisiert uns dann unseren Technologiekonzern" ist wirklich grenznaiv.
Aber wo soll es auch herkommen?
Im Aufsichtsrat gibts ja auch keinen der ein gewisses technisches Verständnis hat.
Sollte Siemens diese Richtung beibehalten, so wird sich der Laden immer weiter von innen her auflösen.
Siemens' Rohstoff - die Ingenieure setzten sich bereits ab - die internen Bindungskräfte sinken seit Jahren massiv.
Als Arbeitgeber ist Siemens mittlerweile nicht mehr sonderlich beliebt.
Top-Ingenieure gehen lieber zu anderen Firmen.
Chaos allenthalben - auch was die Personalentwicklung angeht.
Schade - wenn man sieht welches Potential Siemens hätte und wie die Möchtegern-Manager dieses Potential hirnlos vergeuden...
Dilettantismus bis nur noch die Finanzgeschäfte übrigbleiben - aber den Bereich schaffen die "Manager" auch noch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
graphicdog 08.11.2012, 17:11
9. Danke an den Profi

Zitat von adam68161
Wenn man die Anfangsbeiträge liest, wird einem klar: das sind Amateure. Bevor ein Unternehmen in dieser Grössenordnung solche Gewinnrückgänge meldet, muss es backstage ordentlich gekracht haben. Dann kratzt man zusammen, was zusammenzukratzen noch da ist. Klar, dass die Gewinnaussichten für das Folgejahr trübe werden - man hat ja nichts mehr zuzusetzen. Siemens geht also auf eine längere Talfahrt.
Das war jetzt sehr erhellend. Und wenn Sie einem Amateur wie mir jetzt noch genauso fundiert erklären könnten, warum es mit dem zweitbesten Ergebnis der Firmengeschichte nicht möglich ist, die Belegschaft in toto auch mal durch ein schmales Jahr zu bringen, dann machen Sie mich zu einem glücklichen Menschen.

Ich erinnere mich nämlich daran, dass sowas jahrzehntelang funktionierte. Und damals gabs auch schon Aktionäre.

Manchmal ist mir ein Amateur (deutsch:Liebhaber) echt sympathischer, als ein Profi. Profi und Profit liegen mittlerweile einfach zu dicht beieinander.

graphicdog

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3