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Flaute bei Siemens: Löschers Feuerprobe
dapd

Siemens hat das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren - dennoch herrscht Ernüchterung: Der Gewinn ist eingebrochen, der Konzern muss Milliarden sparen. Hat Vorstandschef Peter Löscher die Euro-Krise unterschätzt? Jetzt muss er beweisen, dass er den Industriegiganten im Griff hat.

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Nonvaio01 08.11.2012, 17:22
10. Das problem bei Simens

Zitat von sysop
Siemens hat das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren - dennoch herrscht Ernüchterung: Der Gewinn ist eingebrochen, der Konzern muss Milliarden sparen. Hat Vorstandschef Peter Löscher die Euro-Krise unterschätzt? Jetzt muss er beweisen, dass er den Industriegiganten im Griff hat.
ist die Efficienz. Ich habe nun schon bei einigen Multinationals wie es so schoen heisst gearbeitet.

Was mir immer wieder auffaellt ist das problem das so groesser die Firma ist so unuebersichtlicher wird es. Es gibt nur einige wenige Firmen die es schaffen.

In einer Firm haben wir ein programm zu Process optimirung entwickelt um ca 500 mio einzusparen ohne das leute entlassen wurden. das koennen kleine dinge sein wie Macros fuer Excel sheets zu erstellen so das man einen Report in 5 minuten macht und nicht 8 std, da hat der Kollega dann wieder mehr zeit andere aufgaben zu erledigen.

Oder aber auch groessere projecte die richtige millionen sparen, das problem ist das viele Firmen resistent sind gegen neue processe.

nach dem Motto das wurde immer so gemacht, oder ich als kleiner Angestellter kann eh nichts machen, diese Kultur ist schlichtweg falsch.

Siemens war einer unser Kunden, und vondaher kann ich schon sagen das es einfach keine vernuenftigen Processe gibt, zu viele Abteilungen wo jeder sein kram macht.

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Maruk0815 08.11.2012, 17:30
11.

Zitat von adam68161
Wenn man die Anfangsbeiträge liest, wird einem klar: das sind Amateure. Bevor ein Unternehmen in dieser Grössenordnung solche Gewinnrückgänge meldet, muss es backstage ordentlich gekracht haben. Dann kratzt man zusammen, was zusammenzukratzen noch da ist. Klar, dass die Gewinnaussichten für das Folgejahr trübe werden - man hat ja nichts mehr zuzusetzen. Siemens geht also auf eine längere Talfahrt.
Nun nehmen wir mal an, Siemens liefert an einen namenhaften Automobilhersteller, dessen Umsatzrendite 17% beträgt. Siemens selbst vergibt Teilbereiche der Entwicklungs- und Fertigungsumfänge an einen Unterlieferanten, der ebenfalls wie Siemens 12% Umsatzrendite erwirtschaften will. Alle beide sind mit jeweils 50% dabei.

Also 3% anteilige Umsatzrendite des Subunternehmers + 6% anteilige Umsatzrendite von Siemens + 17 % Umsatzrendite des Automobilherstellers (alles auf den Gesamtpreis gesehen) = 26% Preisaufschlag wegen des Gewinns der beteiligten Firmen. Hinzu kommen noch einmal die Vorfinanzierungskosten, so dass wir bei um die 30% landen dürften. Das ist, was wir alle beim Einkauf an Gewinnmarge zahlen dürfen, damit sich die Aktionäre über ihre Dividendenzahlungen freuen können.

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der-i-punkt 08.11.2012, 17:51
12.

Zitat von Nonvaio01
ist die Efficienz. Ich habe nun schon bei einigen Multinationals wie es so schoen heisst gearbeitet. Was mir immer wieder auffaellt ist das problem das so groesser die Firma ist so unuebersichtlicher wird es. Es gibt nur einige wenige Firmen die es schaffen. In einer Firm haben wir ein programm zu Process optimirung entwickelt um ca 500 mio einzusparen ohne das leute entlassen wurden. das koennen kleine dinge sein wie Macros fuer Excel sheets zu erstellen so das man einen Report in 5 minuten macht und nicht 8 std, da hat der Kollega dann wieder mehr zeit andere aufgaben zu erledigen. Oder aber auch groessere projecte die richtige millionen sparen, das problem ist das viele Firmen resistent sind gegen neue processe. nach dem Motto das wurde immer so gemacht, oder ich als kleiner Angestellter kann eh nichts machen, diese Kultur ist schlichtweg falsch. Siemens war einer unser Kunden, und vondaher kann ich schon sagen das es einfach keine vernuenftigen Processe gibt, zu viele Abteilungen wo jeder sein kram macht.
Oh, das ist aber ein Irrtum.
Siemens hat jede Menge Prozesse. Siemens ist sogar der Prozesskönig.
Das Problem ist, dass die Prozesse meist reiner Selbstzweck sind. Die werden nicht umgesetzt, werden nicht gelebt.
Denn, hat ein dynamischer "Frisch von der Uni und High Potential BWL-Jungmanger" in seinem Bereich erfolgreich Prozesse herausarbeiten lassen, so wird er flugs befördert. Kommt der nächste
"Frisch von der Uni und High Potential BWL-Jungmanger" - und was macht der wohl? Klar wieder neuer Prozesse.
(Ahnung vom Geschäft ist da beim Karriere-machen nur hinderlich.)
So in der Art geht das weiter bis schlußendlich beschlossen wird "Das Geschäftsgebiet ist für uns wirtschaftlich nicht ertragreich genug" und schwupps wirds outgesouct, verkauft oder geschlossen.
Das ist Realsatire pur.

Siemens benötigt keine Manager - Siemens benötigt Unternehmer!

Und zwar von ganz oben bis ganz unten.

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Modest 08.11.2012, 17:54
13. Panik

Wenn ein Konzern wie Siemens WKA und AKW´s in Brasilien baut und Bayern dafür sorgt, dass Hermes Kreditbürgschaften dafür solche Aufträge gewährleistet werden, dann ist in unserem politischen Denken ein riesengroßer moralischer Fehler eingetreten. Die Urbevölkerung Brasiliens wird mit System vernichtet, der Regenwald zerstört, das Tempo des Klimawandels beschleunigt und das ganze mit Protektionismus der bereits vorherrschenden Korruption in Brasilien weiterer Nährboden geliefert. Bereits ein armes Land mit Krediten überfallen ist wie das Beispiel Griechenland. Oder haben die alle keine Sonne?

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adam68161 08.11.2012, 18:24
14. Hart für die Belegschaft?

ist doch klar! Aber für Fehlinvestitionen wie zB das Solarengagement "bezahlt" eben nicht nur der Aktionär, sondern auch der - über die Mitbestimmung an den Entscheidungen durchaus beteiligte - Mitarbeiter. Im übrigen geht es nicht um ein einziges "dürres" Jahr, sondern um eine Reihe von zukünftigen Jahren. Das war mein Punkt.

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heinz-dietrich.saupe@mmmp 08.11.2012, 18:30
15.

Zitat von graphicdog
Könnte es sein, dass irgendetwas in diesem System nicht stimmt? Das zweitbeste Ergebnis in der Firmengeschichte, aber durch einen 'Gewinneinbruch" ...wohlgemerkt kein Verlust, sondern nur etwas weniger Gewinn... Müssen jetzt Menschen ihren Job verlieren? Fällt nur mir das auf, oder ist dieses ganze Shareholder-Quartalszahlen-Ding zutiefst verrottet und Menschenverachtend?
Natürlich stimmt etwas nicht. Man nennt diese Gier der Aktionäre mindestens Neurose, wenn nicht Psychose. Die Folge ist Versklavung. Das kann in Siemens Interesse nicht sein.

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Urbis 08.11.2012, 18:34
16. ^^

Ein Unternehmen ist aber nunmal nicht dazu da jedem einen Job zu bieten - komme was wolle- auch nicht der eigenen Belegschaft. Der Shareholder Value ist mittlerweile ein Auslaufmodell, Jack Welch ist einer der Väter dieses Ansatzes erläutert dazu : "Genau betrachtet ist Shareholder-Value die blödeste Idee der Welt. Shareholder-Value ist ein Ergebnis, keine Strategie; die wichtigsten Interessensgruppen sind die eigenen Mitarbeiter, die eigenen Kunden und die eigenen Produkte."

Manche haben das noch nicht mitbekommen...

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jumbing 08.11.2012, 18:38
17. optional

Wieso wird eigentlich die Qualifikation von Herrn Löscher nicht in Frage gestellt ? Ohne seine Fehlentscheidungen in den Bereichen Pharma und Solar würde Siemens und nicht zu vergessen seinen Mitarbeitern dieser Sparkurs wohl erspart bleiben. Aber solange für die Aktionäre noch genügend Geld in der Kasse ist, ist die Siemens-Welt noch in Ordnung.

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graphicdog 08.11.2012, 18:43
18. Kristallkugel

Zitat von adam68161
ist doch klar! Aber für Fehlinvestitionen wie zB das Solarengagement "bezahlt" eben nicht nur der Aktionär, sondern auch der - über die Mitbestimmung an den Entscheidungen durchaus beteiligte - Mitarbeiter. Im übrigen geht es nicht um ein einziges "dürres" Jahr, sondern um eine Reihe von zukünftigen Jahren. Das war mein Punkt.
Sie kennen die Zukunft von Siemens für eine Reihe von zukünftigen Jahren? Teilen Sie bitte ihr Wissen mit mir. Die meisten "Experten" liegen mit ihren Prognosen schon bei zwölf Monaten gleichauf mit einem Affen, der eine Münze wirft, aber Sie beziehen sich mit ihrem Kommentar auf "zukünftige Jahre"?

Aber die Foristen hier sind "die Amateure". Himmel hilf!

graphicdog

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Inuk 08.11.2012, 18:49
19. Einsparung

Zitat von sysop
Siemens hat das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren - dennoch herrscht Ernüchterung: Der Gewinn ist eingebrochen, der Konzern muss Milliarden sparen. Hat Vorstandschef Peter Löscher die Euro-Krise unterschätzt? Jetzt muss er beweisen, dass er den Industriegiganten im Griff hat.
Mit einem gekauften Betriebsrat dürfte es nicht schwer sein, bei den Mitarbeitern Milliarden einzusparen.

Leute wagt es, bei der nächsten Betriebsversammlung euren Chef mal richtig auszupfeifen.

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