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Fleisch-Gütesiegel: Wohlfühl-Label fürs Gewissen
DPA

Mit einem Siegel will Bundesagrarminister Schmidt für "mehr Tierwohl" sorgen. Ähnliches versprechen auch andere Etiketten. Doch was taugen die Label wirklich? Der Überblick.

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ahemi 28.01.2017, 17:34
20. Wahre Kosten

Besser wäre es, auf umwelt- und tierwohlwidrig produzierte Waren eine Zwangsabgabe zu erheben, die dann zweckgebunden zur Reparatur der verursachten Schäden verwendet wird, z.B. für unbelastete Böden und Trinkwasser. Zahlen müssen wir die Zeche am Ende ohnehin, aber so wäre es ehrlicher. Und wer weiß, vielleicht sind dann Bio-Produkte plötzlich die günstigsten auf dem Markt. Mal nachdenken.

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_unwissender 28.01.2017, 17:36
21. Es ist eben nur Ministerwohl ...

Zitat von kritischer-spiegelleser
Und die jedes Jahr neu. Wie viel Siegel wurden da schon von den Ministern kreiert. Keines wurde mir Leben gefüllt. Hat man eben im nächsten Jahr ein neues Siegel erfunden. Besser wäre es für das Tierwohl entsprechende Gesetze zu schaffen und diese auch zu überwachen. Aber da kommt er eben nicht gegen die Lobby an!
Der einzige, der sich in dieser Deutschen Landwirtschaft wohlfühlen kann, dürfte der Minister sein. Planmäßiges Nichtstun und intensives Wegducken wenn Probleme auftauchen gehören zum Kern seiner Kompetenz.
Leider, so muss man das konstatieren, gebiert das demokratische Theater anscheinend nur Inkompetenz an Stellen, wo fähige Leute gebraucht werden.

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7eggert 28.01.2017, 17:44
22.

Zitat von süßkartoffel
Erstens: Ein Gesetz zur Förderung von artgerecht erzeugtem Fleisch existiert bereits. Es kann weder von Politikern abgeschafft noch umgangen werden, seine Richter lassen sich nicht bestechen, und deshalb ist es das mächtigste Gesetz überhaupt: Das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wenn auch nur ein Bruchteil der 80%, die angeblich bereit sind für besseres Fleisch mehr Geld auszugeben, konsequent Fleisch von Demeter oder Naturland kaufen würden, könnten Herta & Co schauen wo sie bleiben. Bleibt die Frage wieso alle nach der heilen Welt jammern, aber niemand dazu bereit ist sein Konsumverhalten zu ändern. Und damit wären wir bei Zweitens, der Forderung nach "Bezahlbarkeit": Der Endpreis an der Kasse ist immer noch das Produkt aus dem Preis pro hundert Gramm und der gekauften Menge. Jeder, der sich billigbillig-Fleisch leisten kann, könnte sich genauso gut für die gleiche Menge Geld ethisch einwandfreies Fleisch kaufen - es wäre dann halt nur etwas weniger. Wo genau also ist das Problem?
Vielleicht in der Tatsache, daß es politisch gewollt ist, daß das meiste Fleisch anonym und ohne vom Käufer direkt nachvollziehbaren Werdegang in der Kühltheke liegt. Beim Ei hat man das geändert, Käfigeier gibt es nun nicht mehr.

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gehirnbrand 28.01.2017, 17:53
23. ein Stern

eigentlich ist das Gütesiegel doch schon selbstredend: es ist nur ein Stern vorhanden. Also minimale Leistung, ..irgendsowas bei 4 Minus. I.d.R. werden ja eigentlich 5 Sterne als grafisches Symbol für höchste Qualität vergeben. Leider kann ich Herrn Schmidt keinen Stern vergeben...was allerdings den Erwartungen voll und ganz entspricht.

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waldschrat_72 28.01.2017, 18:18
24. Das glaubwürdigste Labelling haben Sie nicht erwähnt.

Das ist "Ihr" Fleischer bzw. Metzger des Vertrauens um die nächste Ecke, wenn er denn noch existiert. Den kann man nämlich so richtig direkt nach der Herkunft der Schlachttiere befragen und bekommt quasi immer nicht nur profunde Antwort, sondern in der Regel wirklich qualitativ hochwertiges Fleisch aus tiergerechter Haltung aus der Region. Um als Fleischer/Metzger zu überleben, bleibt hier auch schlicht keine andere Wahl, als sich vom Massen-Billigfleisch der Discounter mittels Qualität und Authentizität abzusetzen. Diese Einkaufs-Erfahrung habe ich in letzter Zeit zumindest immer öfter gemacht.

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kritischerleser50 28.01.2017, 18:21
25. Noch ein Siegel

Na klasse, darüber freuen wir uns doch alle: Der immer mehr um sich greifenden "Siegelitis" wird ein weiteres hinzugefügt. Die Siegel haben sich durch ihre inflationäre Vermehrung doch selber abgeschafft, weil sie keiner mehr ernst nimmt. Kaum ein Produkt, auf dem nicht gleich mehrere dieser Dinger prangen - nicht wenige davopn mit obskurer Herkunft und dann ja auch sooooo objektiv....Es hat schon etwas Rührendes, wie immer wieder Politiker, Industrie oder beide uns voller Stolz "das neueste Siegel" präsentieren. Lächerlich...mehr nicht.

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giostamm11 28.01.2017, 18:33
26. Widersprüche Deutschlands

ok es ist nicht gerade das reichste Land mit dem 19. Platz....aber doch relativ oben....ok die Einkommensverteilung ist katastrophal....aber auch nicht schlechter als in vielen Ländern......es ist absurd Diesel zu subventionieren und eine Mehrwertsteuer von 7% auf Fleisch zu haben.....es gibt heute KEINEN Grund für tierquälerische Massenhaltung mit Antibiotika zur Aufzucht. Hühner gehören auf den Boden und nach draussen, Tiere sollen Auslauf draussen haben und artgerechte Boxen und falls sie zu gross sind um sich bewegen zu können dann soll man sie rückzüchten. Das geht ganz schnell wenn man will. Dieses Tierwohl Label ist etwa so wie Dobrindts Maut. Deutschland soll endlich mal lernen im Ausland zu KOPIEREN. Sehr vieles ist im Ausland einfach besser. Lebensmittel, Tierschutz und Qualität sowieso

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charlybird 28.01.2017, 18:44
27. Und wieder ein Siegel mehr,

welches den Verbraucher aufs Neue alleine lässt. Aber eines ist gewiss, es mangelt nicht an landwirtschaftlichen Etikettenschwindelministern, die scheinen dafür nachzuwachsen, wie die Pickel in der Pubertät.

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ansv 28.01.2017, 18:51
28. Spart Euch die Diskussion

Im Artikel steht "Falls das Vorhaben nach der Bundestagswahl noch verfolgt wird" - also ist es hinfällig.

Das Käsebrötchen wird weiterhin teurer sein als der LKW- und es wird sich auch künftig niemand darüber wundern.

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ardbeg17 28.01.2017, 20:23
29. Lieber Herr Kwasniewski

dass eine Haltung von Mastschweinen auf Spaltenboden in einem klimatisierten Stall die günstigste Haltungsform ist, stimmt ebenso wie das zurecht befremdliche Gefühl, das den Verbraucher bei einem solchen Anblick beschleicht. Dass diese Haltung die Tiere krank mache, stimmt dagegen ebensowenig wie z.B. die Behauptung, Sauen würden in engen Käfigen ohne Auslauf gehalten Das trifft nur auf Sauen in der Säugephase zu und dient dem Schutz der Ferkel, die dadurch nicht mehr so häufig von Mama erdrückt werden. Auch die zurecht kritisch gesehene vorbeugende Antibiotika -Anwendung ist in der Realität heute zum Glück weitgehend verschwunden. Vielleicht sollten Sie sich mal von der Facebook -Version der Tierhaltung lösen und mal mit Profis aus Landwirtschaft und Tiermedizin Kontakt aufnehmen. Dann könnten Sie dabei helfen, Verbraucher-, Tier- und Umweltbedürfnisse besser in Einklang zu bringen. Das wollen Sie doch, oder?

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