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Flexi-System: "Die gesetzliche Rente ist viel besser als ihr Ruf"
DPA

Am 1. Juli tritt der zweite Teil des Gesetzes zur Flexi-Rente in Kraft. Der Finanzmathematiker Werner Siepe rät Sparern, freiwillig Extrabeiträge in den gesetzlichen Rententopf einzuzahlen.

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bs2509 30.06.2017, 16:52
1. Wer soll das bezahlen ?

Die FLEXI-Rente ist eine Mogelpackung à la Riester-Rente.
Vor Altersarmut schützt dieses Konstrukt niemanden.
Nach Einschätzung vieler Verbände dürfte die geplante Flexi-Rente ihr Ziel verfehlen, den flexibleren Renteneintritt für Beschäftigte attraktiver zu machen. Auch die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) sieht es beispielsweise als problematisch, dass die Flexi-Rente zunächst auf Basis einer Einkommensprognose gezahlt werden soll. Fällt der Hinzuverdienst höher oder niedriger aus – etwa aufgrund von Überstunden oder Änderungen der Arbeitszeit –, werden Rück- oder Nachzahlungen fällig. In der Praxis würden damit „bei nahezu allen Teilrenten nachträgliche Korrekturen erforderlich sein“, zitiert das Versicherungsjournal die Deutsche Rentenversicherung. Zudem müssten Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge angepasst werden, wenn sich die Höhe des Hinzuverdiensts ändert.
Die bittere Pille, die unerwähnt bleibt und bei den Berechnungen leicht vergessen wird: die Abschläge, die bei einer vorgezogenen Altersrente berücksichtigt werden, gelten nicht nur bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze (= zw. 65. und 67. Lebensjahr, je nach Geburtsjahrgang), sondern für die gesamte Dauer des Rentenbezugs, auch für eine sich eventuell daran anschließende Hinterbliebenenrente.

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curiosus_ 30.06.2017, 17:08
2. Und?

Bis zum Schluß habe ich auf die Info gehofft was es denn nun bringt. Zumindest eine Beispielrechnung zum monatlichen Rentendelta relativ zu einer privaten Rentenversicherung sollte doch drin sein. Fehlanzeige.

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OberstSL 30.06.2017, 17:30
3. Und wenn...

Siepe: Diese Gefahr besteht nicht. Nicht alle, die einen Antrag auf Rückkauf von Rentenabschlägen stellen, werden tatsächlich früher aufhören zu arbeiten.

>>Zuletzt haben nur etwa 1000 Menschen im Jahr extra eingezahlt.

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geldstern 30.06.2017, 17:40
4.

Ich sehe hier vor allem eine prima Möglichkeit sein Geldvermögen auf einen Schlag vor Hartz 4 in Sicherheit zu bringen. Denn anders als private Rentenversicherungen und Kapitalanlagen gehört das Beitragskapital in der gesetzlichen Rentenversicherung in unbegrenzter Höhe zum Schonvermögen.

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grommeck 30.06.2017, 17:42
5. Sehr geschickt, vom Sparkonto mit Null Zinsen in die

Rentenkasse in die ständig von der Politik gegriffen wird. Versicherungsfremde Leistungen genannt - herrlich diese Umverteilungsorgien.

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crimsonking24 30.06.2017, 17:47
6. Fake News?

Abgesehen davon davon, dass es sich um den Hinzuverdient handelt, der erleichtert werden soll und die Teilrente, wird hier ein Teilaspekt aufgegriffen, der auch nur oberflächlich gestreift wird. Wer z.B. mit einem Abschlag von 10,8% drei Jahre früher in Rente will und mit 1200,- € Vollrente rechnen konnte, kann sich den Abschlag für ca. 32500 € zurückkaufen. Wie siehts aus, wenn man sich mit 72 in die ewigen Jagdgründe verabschiedet? Ja, das Geld ist weg, die Erben sehen davon nichts mehr! Von dem "Rest" geht Schäuble essen. Was auch verschwiegen wird: Die 1200,- € fallen unter die Besteuerung und die Krankenversicherung. Also zahlt auf den eingekauften Abschlag Steuern! Von also bereits besteuertem Einkommen, der Ersparnis, zahlt man für die ca. 132,- € zurückgekauften Abschlag pro Monat also Steuern. Das macht keinen Sinn, ist ein schlechtes Geschäft, wenn es so ist, wie ich annehme.

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mettwurstlolli 30.06.2017, 17:55
7.

Zitat von curiosus_
Bis zum Schluß habe ich auf die Info gehofft was es denn nun bringt. Zumindest eine Beispielrechnung zum monatlichen Rentendelta relativ zu einer privaten Rentenversicherung sollte doch drin sein. Fehlanzeige.
Danke, hat mir auch gefehlt.

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mettwurstlolli 30.06.2017, 17:59
8. Rechnung ohne den Wirt

Die Rentenkasse und deren Bedigungen der Ein-und Auszahlung unterliegen halt den wechselvollen Launen der Politik. Selbst wenn das "einkaufen" eines solchen ungeminderten Abschlags heute sinnvoll sein sollte (was ich bezweifle) kann es sein, dass es im kommenden Jahr nach einer Rentenreform schon wieder verkehrt war. Leider greift die Politik zu gern in das System ein, als dass man da "investiert".

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tuxrunner 30.06.2017, 18:00
9. "Die gesetzliche Rente ist viel besser als ihr Ruf"?

Das wundert mich jetzt überhaupt nicht.

ALLE gesetzlichen, solidarischen und paritätisch finanzierten Sozialversicherungen sind besser als Privatversicherungen. Zumindest für die Versicherten.

Wie soll auch eine Privatversicherung, deren Beiträge vom Versicherungsnehmer allein bezahlt werden und aus denen neben den Leistungen auch noch exorbitante Vertriebskosten, Verwaltungskosten und die Renditeansprüche der Versicherungsaktionäre bedienen müssen, mithalten gegen Versicherungen, deren Beiträge Versicherungsnehmer nur zur Hälfte bezahlen (die 2. Hälfte ist Lohn/Gehaltsbestandteil) und die außer den Leistungen nur noch Verwaltungskosten bedienen müssen?

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