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Flexibilisierung: Französische Regierung stellt Arbeitsmarkt-Reform vor
REUTERS

Premier Philippe hat Details zur umstrittenen Arbeitsmarktreform in Frankreich präsentiert, das erste große wirtschaftspolitische Vorhaben der Macron-Regierung. Kernpunkt: mehr Flexibilität für Arbeitgeber.

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grommeck 31.08.2017, 16:42
1. Flexibilisierung zulasten der Arbeitnehmer, das ist das Mantra der

Arbeitgeber heutzutage. Wie innovativ und fortschrittlich! Zuviele Menschen für zuwenig Arbeit - weltweit - wie wird das Problem wohl gelöst werden?

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Oskar ist der Beste 31.08.2017, 16:57
2. das ist großer Unsinn...

...und zwar vor allem deshalb, weil jede Verlagerung von Kollektivvereinbarungen auf einzelne Unternehmen zu einer Schwächung der Arbeitnehmerseite führen vor allem langfristig. Das haben die Bsp. in UK und Deutschland sehr eindeutig gezeigt. Was auch nicht verstanden wird, ist das die Verlagerung der Interessenlage zu Gunsten des Arbeitgebers eben nicht zu einer niedrigeren Arbeitslosigkeit führt (es sei denn, man fälscht wie UK und Deutschland die Statistiken). Von daher macht Frankreich jetzt die gleichen Fehler, die schon in Deutschland zu einer Zunahme der Armut geführt haben.

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hermy 31.08.2017, 16:58
3. Was ist hier

neu ? Es ist doch ein ganz alter Hut: "Teile und herrsche". Es ist doch ganz einfacher Versuch, die Gewerkschaften zu spalten. ( Bei uns gelungen )

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Mister Stone 31.08.2017, 17:00
4.

Macron schützt alle staatlich (mit)finanzierten und protegierten Arbeitsplätze (betrifft ca. 50 % der werktätigen Bevölkerung in Frankreich). Das muss er auch, sonst bricht seine öffentliche Verwaltung zusammen. Alle vom Staat unabhängig Beschäftigten sollen das durch die Reformen bezahlen. Der nächste Schritt wird der Rentenhammer sein. Ich freue mich schon jetzt auf die Reaktion der Grande Nation.

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seine-et-marnais 31.08.2017, 17:11
5. Pagaille

Ein Riesendurcheinander ist wohl angesagt. Wie sagen die Befürworter der Macronschen Politik, 'Wie in Deutschland'. Nur in Deutschland sind Branchenabschlüsse zwischen Arbeitgebern und -nehmern die Regel. Ausnahme sind Grossunternehmen wie Mercedes Benz, Volkswagen usw. Da liegen aber die Unternehmensleistungen in der Regel über dem Branchenstandard.
Probleme in Frankreich: jeder Krauter kann jetzt für sich beanspruchen 'Betriebsabschlüsse' zu machen. Dabei kann von einem Verhalten wie bei Smart ausgegangen werden. Ist die Belegschaft nicht mit einverstanden, dann machen wir den Laden zu, oder fahren Investitionen usw zurück.
Problem ist auch dass in Frankreich die Gewerkschaften nun gerade in Kleinbetrieben, zur Freude der Arbeitgeber, kaum vertreten sind. Also Abschlüsse wie in Dänemark, Schweden oder sagar in Deutschland sind da schwierig. Den Unternehmern stehen nicht unbedingt verhandlungserfahrene Stbeitnehmer gegenüber. Schlichtweg der extremen politischen Propaganda stehen damit Tür und Tor offen. Wo das hinführt kennen wir, von Streikführern die dann irgendwie 'hochwachsen' bis hin zu Sabotageakten.
Weiterhin, es gab eben keine Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Die wurden so lala informiert, zT stand es in der Zeitung (Le Parisien), und bis zum Schluss war bei weitem nicht der komplette Text bekannt. Auch die Behauptung dass diese Reform zum Rückgang der Arbeitslosigkeit führt ist eben nur eine Behauptung, und das Problem ist dass die parlamentarische Opposition von PS in die Luft geflogen ist, dass die konservativen Republikaner am Boden liegen, und dass als Opposition nur FI mit Mélenchon und, weniger stark, die angeschlagen Le Pen mit dem FN da sind. Mélenchon ruft zum Protest auf, und obwohl ich ihn nun nicht gerade schätze, aber ich marschiere mit. Warum? Mit den Massnahmen Macrons (APL, CSG, Versteuerung der Sparbuchzinsen, Senkung der ISF usw) werden Rentner, Arbeitnehmer und Studenten ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, und das Geld wird nach oben umverteilt. Das Problem ergibt sich 2022, denn diejanigen die 2017 im Zweifel für Macron stimmten um Le Pen und dem Chaos eines EU-Austritts zu entgehen, werden wohl das nächste Mal nicht so einfach von einem Kandidaten 'Macron' zu gewinnen sein. Das Problem 2017 ist auf 2022 vertagt, es sei denn Macron gelingt der ganz grosse Erfolg nezüglich Steueroptimisierung und Bolkesteindekret bei der EU. Vereinheitlichung der Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Sozialpolitik in der EU, da glaub ich eher an den Weihnachtsmann.

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pahrump 31.08.2017, 17:15
6. Rente mit 75

Dann steht bei uns ja die Rente mit 75 unmittelbar bevor. Sonst würde unser Wohlstand ja nach Frankreich wandern.

Ich hoffe, das die französischen Gewerkschaften es verhindern, anders als unsere Schnarchnasen.

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steingärtner 31.08.2017, 17:30
7. So so, Flexibilisierung nennen sie es

Dann weiß ich/man ohne genau Kenntnis der Details, es werden Arbeitnehmerrechte geschleift. Und wie immer wird behauptet (werden) dies würde Arbeitsplätze schaffen.

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frenchie3 31.08.2017, 17:37
8. @1 Schon mal in Frankreich gearbeitet?

Ganz gewiß gibt es Leute die es hart treffen wird, das ist unvermeidbar. Mein Mitleid für das Gros hält sich aber in sehr engen Grenzen. Versuchen Sie mal hier einen faulen Sack loszuwerden, insbesondere wenn er auch noch in der Gewerkschaft ist. Wenn Sie so einem keine individuelle (außerhalb der allgemeinen) Gehaltserhöhung geben verklagt er Sie noch wegen gewerkschaftlicher Diskrimination. Das er nichts schafft geht zu Lasten der Kollegen. Und wenn Sie den Kollegen mehr Geld geben weil die seine Arbeit machen geht es noch mal vor Gericht weil es gleiches Geld für gleiche Arbeit geben muß. Also werden entsprechend fast nur noch Zeitarbeiter angestellt. Desweiteren haben die Gewerkschaften die Deutungshoheit. Bei uns gibt es im Betrieb davon fünf, keine gönnt der anderen den kleinsten Erfolg. Selbst wenn ein Arbeitgeber UND die Belegschaft etwas verbessern wollen - es geht dann einfach nicht. Was nun am Ende also durch wen wie ausgelegt wird wird sich weisen. Aber man muß endlich einfach mal anfangen

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frenchie3 31.08.2017, 17:42
9. @4 Der Rentenhammer wird schon

geschwungen. Es gibt ich weiß nicht wie viele Rentenkassen mit Renteneintrittsalter auch schon ab 52 oder 54. Und das sind nicht die Berufe bei denen die Leute besonders hart arbeiten. Das Ganze soll zusammengelegt und die Eintrittsalter angeglichen werden. Klingt auch fürchterlich ungerecht, oder?

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