Forum: Wirtschaft
Flexible Arbeitszeiten: Was hinter Deutschlands Beschäftigungswunder steckt
DPA

Über Jahrzehnte galt: In jeder Krise verlieren mehr Menschen ihren Job, als im nächsten Boom wieder eingestellt werden - und das Heer der Arbeitslosen wächst. Seit dem letzten Crash ist das in Deutschland anders. Warum?

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Markus Frei 03.11.2017, 00:35
170. Witzig

Eins ist bei dem Artikel schon irgendwie witzig. Es gibt anscheinend einige Gründe für den Erfolg der deutschen Wirtschaft, ganz vorne natürlich die Politik und Frau Merkel, besonnene Arbeitgeber natürlich auch, nur eins ist ganz klar nach diesem Artikel, die Arbeitnehmer haben selbstverständlich nicht den geringsten Anteil am Erfolg der deutschen Wirtschaft.

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karljosef 03.11.2017, 07:07
171. Quelle:

Zitat von n.wemhoener
Deshalb hat der Wirtschaftswissenschaftler Prof. H.J. Bontrup vorhin in den Heute-Nachrichten die Zahlen der BA bzgl. der registrierten Arbeitslosen mit Recht "ein Stück Volksverdummung" genannt.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/arbeitslose-wer-in-der-statistik-nicht-beruecksichtigt-wird-100.html

Behauptung:
Auch Prof. Bontrup scheint die Kreativität der Arbeitsagentur nicht zu kennen, mit der man Arbeitslose nach der Definition ante Kohl zu Nichtarbeitslosen macht.

Und sein Verweis auf https://www3.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mje4/~edisp/egov-content542084.pdf?_ba.sid=EGOV-CONTENT542105

ist ein Verweis auf ein Zahlenwerk, von dem ich bezweifele, ob auch nur ein einziger komplett versteht.

Eine solche unübersichtliche Liste wäre mir (Berechnungsing.) von allen Arbeitgebern rechts und links um die Ohren gehauen worden, wenn ich sie in dieser Form abgegeben hätte.

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herrmann.bar 03.11.2017, 07:54
172.

Zitat von christian-h
1) Für Deutschland wird das stimmen, aber auch für die Bevölkerung in Deutschland? Die Frage ist letztlich auch zu welchem Preis dieses erreicht wird. Nicht umsonst haben wir den größten Niedriglohnsektor in Europa wo mehr wie 20% der Beschäftigten tätig sind. 2) Dieser Behauptung würde ich in Teilen widersprechen :). Es wird einen guten Teil geben, die in diesem Zeitraum profitiert haben, aber wenigstens genauso viele haben eben auch die negativen Seiten kennengelernt. Nimmt man die Reallohnentwicklung im Zeitraum 1995 - 2015, dann muss man feststellen, das die unteren 40% einen Verlust hinnehmen mussten und es bei 10% gleichgeblieben ist. Im Vergleich dazu sind die Lebenshaltungskosten nicht unwesentlich gestiegen. 3) Hier würde ich den Zeitunkt bei der Wiedervereinigung (1991) legen. Die Zeiten vorher muss man getrennt betrachten. 4) Ich halte die nicht für geschönt, die ist geschönt. Dieses können Sie anhand der Erklärung zu den offiziellen Zahlen erkennen (siehe Unterbeschäftigung, stille Reserve etc.). 5) Richtig, danach liegt die Arbeitslosigkeit noch niedriger da die Definition wer als arbeitslos gilt entsprechend anderst aussieht. Nur ändert diese Definition nichts an der Realität und dem Problem als solches. Jemand der arbeitsfähig und arbeitswillig ist, aber keiner Arbeit nachgeht (Erwerbsarbeit) ist nunmal arbeitslos egal ob dieser nun in einer Statistik auftaucht oder nicht.
Was ist so schlimm an unserem Niedriglohnsektor bzw. wäre es besser, wenn diese Leute gar keine Beschäftigung hätten?
Daneben stellt sich die Frage nach der Struktur des Niedriglohnsektors: Was für ein Qualifikation ist zur Ausübung dieser Jobs erforderlich. Für Ungelernte kann man keine hohen Löhne erwarten. Von daher muss man diese Zahl noch genauer hinterfragen.

2.)Seit wann müssen die Reallöhne den bei Produktivitätssteigerungen automatisch steigen? Wenn der Unternehmer eine Leistungsfähigere Maschine kauft und somit die Produktivität des Unternehmens steigert, warum sollten die AN dann Anspruch auf Reallohnsteigerungen haben? Vor allen Dingen in den Reallohn sind Preisteigerungen der Lebenshaltung bereits berücksichtigt. Von daher ist der entsprechende Satz von Ihnen in diesem Zusammenhang unsinnig!

4. Die Statistik ist nicht geschönt, die Nebenbedingungen sind bei jeder offiziellen Statistik benannt. Ob Sie diese Nebenbedingungen gut finden oder nicht, spielt für die Richtigkeit der Statistik keine Rolle. Besuchen Sie doch mal einen Grundkurs in Statistik bevor Sie so einen Unsinn behaupten.

5. Sie sind auf dem Holzweg:
Welche Statistik macht denn mehr Sinn, diejenigen als arbeitslos zu bezeichen, die arbeitsfähig, arbeitswillig und arbeitssuchend und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht sind oder ihre Definition.
Bei Ihrer Definition würden nämlich auch sämtliche Studierende, Schüler, Umschüler, Rentner, Pensionäre und Hausfrauen mit in diese Statistik fallen. Was soll man denn mit einer solchen Statistik anfangen???

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herrmann.bar 03.11.2017, 08:03
173.

Zitat von ansv
Die Agenda hat diesen Niedriglohnsektor erfunden - googeln Sie, Herr Schröder war wirklich stolz darauf. Und dieser spült Steuergeld in Unternehmerkassen, über den kleinen Umweg der Aufstockung, heute zum Gehalt später zur Rente. Die Modekette ist wirklich nicht das Problem sondern eines von unzähligen Beispielen. Wenn Sie wollen, ersetzen Sie es durch den Autobauer mit dem Stern und die Werkverträge. Anderes Beispiel, gleiches System.
selten so einen Unsinn gelesen!!
Was hat die Agenda mit dem Niedriglohnsektor zu tun?
Und wieso spült das STEUERGELDER in UNTERNEHMERkassen?
Das Aufstocken von Gehältern gab es auch früher schon nur wurde es anders tituliert.
Aber selbst wenn Sie Leiarbeiter bei Mercedes verdienen Sie schon nicht schlecht - für einen Ungelernten.
Die Rentenproblematik ist kein Problem der Niedrigverdienenden, sondern aller Angestellten und Arbeiter.
Da spielen andere Ursachen eine viel größere Rolle.

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CorneliaKiefer 03.11.2017, 08:11
174. Na so was

Mich erschreckt besonders das der Spiegel, diese These nicht auseinander nimmt. Einzig was Real Passiert ist, das die Regierung die Berechnung von Arbeitslosen verändert hat. Es fallen so viele Menschen wie noch nie, aus der Arbeitslosen Quote. Ob Krank, Niedrig Lohn Job, Parkend bei Zeitarbeitsfirmen usw. Leider lassen sich Menschen allein durch Studien Äpfel für Birnen verkaufen. Und die Kritische Presse, die die Wichtige Aufgabe hat, den Staat zu Kontrollieren und auf die Finger zu schauen schläft.

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herrmann.bar 03.11.2017, 08:24
175.

Zitat von Newspeak
"Wenn es faire Regeln und verbindliche Rechte gibt," Gibt es aber nicht. Flexibilitaet nutzt in 80% der Faelle nur dem Arbeitgeber. Leiharbeit ist so ein Beispiel. Faktisch ist das fuer den Arbeitnehmer eine Lohnkuerzung. Auch Oeffnungsklauseln gehoeren dazu. Glaubt man denn, wenn sich ein Unternehmen aus der Tarifbindung verabschiedet, dass dann die .....
Wie engstirnig muss man sein, um zu einen so unsinnigen Schluss zu kommen?
Wie kommen Sie auf den Blödsinn, dass Leiharbeit faktisch eine Lohnkürzung für den Arbeitnehmer ist?
Der Leiharbeiter ist ist AN der Leihfirma und nicht der Firma, die ihn entleiht. Vda von Lohnkürzung zu sprechen ist Schwachsinn.
Die Flexibilität für die AN sehen Sie nicht oder wollen Sie nicht sehen. Diese ist sogar gesetzlich verankert.
Öffnungsklauseln können sogar sehr sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten steckt und kostenintensive Umstrukturierungen vornehmen muss, um so das Unternehmen und damit Arbeitsplätze zu sichern. Und das ist auch im Sinne der AN.
Wenn eine Statistik in den Berechnungsmethoden geändert wird, werden die Vorjahre grundsätzlich angepasst. Allein um die Aussagefähigkeit zu erhalten. Sie sollten nicht immer nur die Latrinenparolen wiedergeben, sondern sich mit den offiziellen Statistiken mal näher beschäftigen, d.h. auch mal die Fussnoten und Erläuterungen lesen und verstehen.

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ansv 03.11.2017, 09:19
176.

Zitat von herrmann.bar
selten so einen Unsinn gelesen!! Was hat die Agenda mit dem Niedriglohnsektor zu tun? Und wieso spült das STEUERGELDER in UNTERNEHMERkassen?
Zitat aus Schröders Rede beim WEC in Davos: "Wir haben einen
der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt". Nie gehört? War zugegebenermaßen nicht prominent in der Presse.

Daimler: Werkvertrag unterwandert Tarif, Staat stockt auf, Staat zahlt die Rente, gleichzeitig Rekordgewinne und hohe Dividenden an Aktionäre. Nie gehört? War dank Gerichtsprozessen wirklich überall in der Presse.
H&M: Vollzeitstelle trotz nur 40 garantierten Stunden im Monat, Staat stockt die "dünnen" Monate auf, Staat zahlt die Rente, Unternehmer auf Platz 43 bei Forbes. Nie gehört? Gut, das muss man wohl schon selbst googeln.
Sie sehen da keinen Zusammenhang? Schön für Sie! Behalten Sie ihren rosa Blick auf die Welt!

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krulle 03.11.2017, 09:20
177. Euroschwäche

Der wichtigste Grund fehlt: das anziehen der Wirtschaft in Deutschland, weil unser Euro (aus deutscher Sicht) total unterbewertet ist.
Er ist unterbewertet, weil wir Deutschen das Finanzproblemd er Europeripherieländer verschlimmert haben, und die finanziellen Vorteile die wir aus dem gemeinsamen Euro beziehen nicht mit denen teilen wollen, die finanzielle Nachteile vom gemeinsamen Euro haben.

Ich bin pro Euro, aber Deutschland als größter Nutznießer muß endlich mal einem Finanzausgleich zustimmen.
Mit BrExit gibt es auch endlich mal einen gewissen Zwang zu Reformen, den man auch dafür nutzen kann.

Es ist schon unglaublich, wie wenig wir aus der Geschichte gelernt haben.
Erst die gemeinsame Wirtschaftspolitik, bevor die Währungen vereinheitlicht werden! (siehe deutscher Zollverein)
Aber auch bei internationalen Verträgen werden gerne Fehler wiederholt, die vorher in Deutschland vom BVerfGer angemahnt wurden. Aber statt die internationalen Verträge an zu passen bevor sie in Kraft treten, werden die dennoch ratifiziert, mit der Folge dass dann Klagen gegen die Verträge in Karlsruhe eingereicht werden. Wie verwunderlich....

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