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Flixbus-Konkurrent: Blablabus wirbt zum Start mit Fahrten ab 99 Cent
Christoph Soeder / DPA

Mit Kampfpreisen startet die Mitfahrzentrale Blablacar ihr Fernbusangebot in Deutschland. Sie will vor allem Flixbus Konkurrenz machen.

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migampe 24.06.2019, 15:19
1. Aha: Mehr "Dynamik"

Blablacar verspricht "mehr Dynamik im Wettbewerb und eine größere Auswahl auf dem deutschen Fernbusmarkt".
Nun, die größte Dynamik dürfte sich bei den Lohnkosten zeigen! Immer billiger, billiger, billiger - Sch... was auf die miserablen Dumpinglöhne. Dieses äußerst - für die Fahrgäste - riskante Geschäftsmodell ist ein Unding! da trifft sich der Fernbus von Italien nach Deutschland mit dem Fernbus von Deutschland nach Italien auf halber Strecke. Der Fahrer von Bus 1 steigt in Bus 2 und der von Bus 2 in Bus 1. Geiles Geschäftsmodell: So haben beide Busse frische Fahrer (die miserabel bezahlt werden). Nunja, die Klientel dieser Angebote spricht auch für sich. Einmal habe ich den Fehler gemacht... Nie wieder! Da lob ich mir den Komfort schienengebunderner Verkehrsmittel!

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josef2018 24.06.2019, 15:53
2. Zu 1.

Nein, so funktioniert das nicht, den jeder Fahrer hat eine elektronische Fahrerkarte, auf der alles gespeichert wird, von daher kann man nicht so einfach die Arbeitszeiten überziehen.

Aber wenn man überlegt, 50 Fahrgäste im Bus, jeder zahlt 99 Cent, da sind die Einnahmen schon nach 150 Km im Dieseltank verbraucht.

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Rheingold (Goldwäsche) 24.06.2019, 15:55
3. Gewöhnliche Erwerbstätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten?

"Auf innerdeutschen Verbindungen war der deutsche Fernbusmarkt zuletzt kaum noch gewachsen. Vielversprechender waren grenzüberschreitende Verbindungen - hier dürfte auch Blablabus ansetzen. Ab dem zweiten Quartal sollen Kunden auch ins europäische Ausland fahren können."

Zweites Quartal von was ist denn gemeint, die fünf genannten Verbindungen sind alle innerhalb Deutschlands und wir haben an 24.06. ja schon das dritte Quartal 2019? Mich würde auch mal interessieren, aus welchem Land die "lokalen Busunternehmen" die ja das fahrende Personal stellen kommen und nach welchen Rechtsvorschriften bezüglich der Sozialversicherung dieses Personal arbeitet. Das dürfte für die Preisgestaltung der Tickets nicht unerheblich sein und wir wollen doch kein Lohndumping protegieren! Jedenfalls benötigen die Arbeitnehmer bei grenzüberschreitendem Verkehr alle eine A1 Bescheinigung, bei der eben dieser Sachverhalt genau geprüft wird. Und diese Bescheinigung sollte dann bei Verkehrskontrollen hier genauso streng verlangt werden wie in Frankreich, wo das Unternehmen Blablabus ursprünglich ansässig ist.

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Doppeler 24.06.2019, 15:56
4. Und alles mautfrei!

Tolles Geschäftsmodell! Funktioniert nur deshalb, weil die Busse anders als andere schwere Fahrzeuge keine Maut zahlen. Dabei belastet nach wissenschaftlichen Untersuchungen ein einziger Bus mit seiner hohen Achslast die Straßen etwa soviel wie 40000 (vierzigtausend!) PKW. Es hat schon seinen Grund, daß es immer mehr Autobahnbaustellen gibt.

Wenn derartige Dumpingpreise für die Fahrt mit diesen Dieseldreckschleudern möglich sind, wird es höchste Zrit, daß hier der Gesetzgeber eingreift.

Im übrigen dürfte aber der Markt weitgehend abgegrast sein, weshalb auch F-Bus kaum noch Zuwächse erzielt. Merke: Nur wer muß, fährt Bus.

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Andreas1979 24.06.2019, 16:00
5. Dumpingpreise sind doch kartellrechtlich verboten,

oder zählt das Kartellrecht nicht mehr in Deutschland. Ich wünsche mir Dynamik im Markt, doch dies muss auf faire Mittel basieren, und nicht auf Dumping.

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krautrockfreak 24.06.2019, 16:19
6. Eine Katastrophe! Wir haben ein gut funktionierendes Bahnsystem und

nun fahren noch mehr Busse zwischen den Städten umher zu Billigpreisen mit "Fahrersklaven", noch mehr Verkehr, Abgase, Stau, Tote usw. Das ist genau der falsche Ansatz. Wir müssen die Bahn dahin bringen, dass diese günstig und zuverlässig fährt und nicht noch ein weiteres unnötiges Parallelsystem fördern.

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ThomasS79 24.06.2019, 16:25
7. Das Klientel und der Preis!

Für 99 Cent die Fahrt müsste man jeden Fahrgast eigentlich die Toiletten auf den Raststätten putzen lassen, Müll sammeln oder alternativ einen 5 h Arbeitsaufenthalt als Erntehelfer bei einem abgelegenen landwirtschaftlichen Betrieb! Ich würde mich jedenfalls schämen so eine Fahrt anzutreten - wahrscheinlich im Gegensatz zu den Kunden, die sich auch noch für clever halten! Für das Unternehmen mit dem schon sagenhaft bescheuerten Namen gleich noch eine CO2-Maut in Höhe von 99 € pro Fahrgast pro 100 km. Bei so einem "Geschäftsmodell" kann und sollte es langfristig keine Gewinner geben!

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kuac 24.06.2019, 16:30
8.

Zitat von josef2018
..Aber wenn man überlegt, 50 Fahrgäste im Bus, jeder zahlt 99 Cent, da sind die Einnahmen schon nach 150 Km im Dieseltank verbraucht.
Das ist doch sicher ein Kampfpreis um zunächst einen Bekanntheitsgrad zu erlangen.

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markus_wienken 24.06.2019, 16:54
9.

Zitat von ThomasS79
Für 99 Cent die Fahrt müsste man jeden Fahrgast eigentlich die Toiletten auf den Raststätten putzen lassen, Müll sammeln oder alternativ einen 5 h Arbeitsaufenthalt als Erntehelfer bei einem abgelegenen landwirtschaftlichen Betrieb! Ich würde mich jedenfalls schämen so eine Fahrt anzutreten - wahrscheinlich im Gegensatz zu den Kunden, die sich auch noch für clever halten! Für das Unternehmen mit dem schon sagenhaft bescheuerten Namen gleich noch eine CO2-Maut in Höhe von 99 € pro Fahrgast pro 100 km. Bei so einem "Geschäftsmodell" kann und sollte es langfristig keine Gewinner geben!
Natürlich ist das clever, auf jeden Fall cleverer als mehr zu bezahlen als notwendig.

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