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FlixBus und MeinFernbus: Großfusion auf deutschem Fernbusmarkt
DPA

Der Markt für Fernbusse in Deutschland wird übersichtlicher. Die beiden größten Anbieter Flixbus und MeinFernbus wollen sich zusammenschließen.

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t-o-m-k-o 07.01.2015, 10:54
1. Sehr gut...

...beide Unternehmen dumpen sich aktuell gegenseitig und führen einen ruinösen Wettbewerb. Das ist nun bald vorbei. So haben die Autofahrer wieder die Chance Fahrgäste mitzunehmen. Wenn die beide Preise absprechen, merken die Busfahrer-Kunden relativ schnell, wo der Preishammer hängt. vorbei mit 7 Euro für 350km etc. Total unrealistischer ruinöser Wettbewerb.

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DerMarktschreier 07.01.2015, 11:18
2.

Zitat von t-o-m-k-o
Wenn die beide Preise absprechen, merken die Busfahrer-Kunden relativ schnell, wo der Preishammer hängt. vorbei mit 7 Euro für 350km etc. Total unrealistischer ruinöser Wettbewerb.
Ich zahle entweder 14 oder 24 Euro für die Fahrt München - Schwarzwald. Das ist ein rentabler Preis, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Busse meist zu über 90% besetzt sind.

Mit dem Bus zu fahren ist auch deutlich bequemer. Oft genug kam es vor, dass ein Fahrer in seinen Polo noch vier Mitfahrer reinquetschen wollte. Wenn jeder dann noch eine große Reisetasche dabei hatte, war endgültig Schluss mit lustig. Im Bus dagegen sind auch zwei Taschen kein Problem, die Sitze sind breit genug und teilweise gibt es auch WLAN.

Die Autofahrer könnten ja auch mal auf den Bus umsteigen, wenn sie nicht genügend Mitfahrer finden.
Denn mit Buspreisen kann ein Autofahrer nie konkurrieren...

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doc.burton 07.01.2015, 11:20
3.

Zitat von t-o-m-k-o
...beide Unternehmen dumpen sich aktuell gegenseitig und führen einen ruinösen Wettbewerb. Das ist nun bald vorbei. So haben die Autofahrer wieder die Chance Fahrgäste mitzunehmen. Wenn die beide Preise absprechen, merken die Busfahrer-Kunden relativ schnell, wo der Preishammer hängt. vorbei mit 7 Euro für 350km etc. Total unrealistischer ruinöser Wettbewerb.
Die Autofahrer hätten auch so die Chance gehabt, verlangen allerdings für unbequemere Fahrten mit aufgezwungener Musik noch viel mehr Geld. Das ist kein ruinöser Wettbewerb von Fernbussen, sondern eher die verletzten Gefühle eines Autofahrers, mit dem keiner fahren wollte.

Nun ja, ich bin über die nächsten Monate hinaus mit 5€-Fahrten eingedeckt, läuft bei mir.

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Lupus Woolff 07.01.2015, 11:23
4. Kartellamt

Da wird das Kartellamt wohl ein Wörtchen mitzureden haben, denn es entsteht fast eine marktbeherrschende Stellung für Fernbusfahrten.

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cokommentator 07.01.2015, 11:24
5. Ruinöser Wettbewerb am Ende?

Schön wär's. Aber dem Kunden wird bei realistischen Preisen bald auffallen, welchen Einschränkungen er unterliegt. Wenn die Euphorie verflogen sein wird und er merkt, dass er die meisten Verbindungen nur mit Übernachtung realisieren kann. Wenn ihm bewußt wird, dass nicht er die Reise plant, sondern sein Busanbieter. Morgens hin, abends zurück, das funktioniert nur auf den Rennstrecken. Und die werden ohne wirkliche Konkurrenz deutlich teurer werden. Die anderen Anbieter werden den kommenden Großen nicht weiter attakieren und sich hinter dessen Preisen verstecken. Dazu braucht es noch nicht mal ein echtes Kartell.

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chb_74 07.01.2015, 11:57
6. Normaler Konsolidierungsprozess

Dieser Schritt ist völlig nachvollziehbar und auch notwendig; interessanterweise kommt er genau zu der Zeit, für die ich es in anderen Foren einigen übereifrigen Fernbusenthusiasten vorhergesagt hatte (ca. 2 Jahre nach Marktstart), welche schon die Übernahme der Weltherrschaft durch kleine Dumpingpreisanbieter herbeireden wollten. Nach der ersten Sturm-und-Drang-Phase unter dem Motto "anything goes, was kostet die Welt?" kommen in einem neuen Marktsegment immer die Pleitephase für die Schwächeren und dann die große Konsolidierung. In Deutschland werden absehbar 3 relevante große Anbieter übrig bleiben, neben kleineren, die mehr die für die Großen nicht so interessanten Nischen bedienen: MeinFernbus/Flixbus, Postbus und die Deutsche Bahn, und bei MeinFernbus/FlixBus wird ein großer, kapitalkräftiger Verkehrs- oder Energiekonzern à la Veolia einsteigen. Danach werden die Preise gegenüber heute spürbar steigen, denn auf Dauer kann mit so schwachen Margen oder Dumpingpreisen nicht der Profit erwirtschaftet werden, den Eigentümer/Anleger erwarten. "Für 10 Euro von Hamburg nach München" ist in spätestens weiteren 2 Jahren schon Geschichte. Aber auch das ist eine normale Marktentwicklung, die notwenig ist. Alles hat seinen Preis.

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kral1 07.01.2015, 11:59
7. Kartellamt muss den relevanten Markt betrachten

Bezogen auf den Fernbusmarkt haben die beiden Unternehme zusammen in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung. Wenn man aber den Markt auf die Fernbusreisen in EU oder auf Fernreisen incl. Bahn und Flugzeug in Deutschland ausdehnt dann ist der Marktanteil verschwindend gering.

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chrutchfield 07.01.2015, 12:06
8. Die beiden Grossen...

...werden dann den Marktpreis bestimmen (Preis rauf), die verbliebenen Kleinen machen das dann gerne mit. Verlierer wird die Bahn sein. Ob das alles im Sinne einer gesunden Volkswirtschaft ist, bleibt für mich zweifelhaft.
In ländlichen Gegenden fährt kein Fernbus, aber die Bahn wird sich hüten, einen Zubringerverkehr für den Fernbus einzurichten. Und das Angebot einschränken.
Ich bin gespannt, wie das wohl endet. Wenn sich das dann alles irgendwie nicht rechnet, kommt wieder "alternativlos" in's Spiel nämlich das Geld des Steuerzahlers.

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Lupus Woolff 07.01.2015, 12:18
9. Kartellamt II

Das Kartellamt muss natürlich den relevanten Markt der Fernbusreisen betrachten und nicht den gesamten Linienverkehr von Bahn, Fluglinien, Mitfahrzentralen und Fernbussen. Da ist natürlich die Deutsche Bahn Marktführer und der Fernreisemarkt nur eine Marginalie.

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